Ausgabe 
28.6.1916
 
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MiaÄ u a. haben sich eingehend da Et beschäftigt, und doch gibt es <ntcf> Heu de twch viele, die an eine ernste Wissenschaft in der Hand- schriftenbeurtruung nicht glauben »vollen Die Schrift Schneide­rn ühls möge sie bekehren._

Vermischtes.

' Die päv st li che Flagge auf dem Atlantischen Ozean. Wie römische Blätter berichten, wird der Dampfer, der den neuen päpstlichen Nuntius von Italien nach Südamerika bringen soll, zum Schutz gegen Kriegsgefahren auf seinem Mast die päpstliche Flagge tragen. Es wird dies fett dem Jahre 1870 das erste Mal sein, daß wieder die Flagge des Papstes weht, die seit Oktober 1870, als der Kirchenstaat in dem Königreich Italien aufging und die weltliche Herrschaft des Papstes ihr Ende nahm, nicht mehr gesetzlich als Flagge einer offiziellen Macht anerkannt wurde. Das Erscheinen einer päpstlichen Flagge hatte vor 5 Jahren in Frankreich einen Rechtsstreit zur Folge. Bei einer Feier zur Erinnerung an die Jungfrau von Orleans wurde von einem Bürger das g»^>-'.veiße Banner des Papstes entrollt, was das Ein­schreiten der Polizei zur Folge hatte. Das Ortsgericht wies zwar den Fall zurück, aber der Pariser Kassationshof erklärte, daß die päpstl'che Flagge gesetzlich nicht anerkannt sei und darum nicht auf fran ft> heut Boden entfaltet werden dürste.

' Jahreszeit und Kanonendonner. Die Hörbar­keit des Kanonendonners aus erstaunlich weite Strecken hin ist erst in diesen Tagen wieder im Anschluß an die Seeschlacht vor dem Skagerrak besprochen worden. Es haben sich bei der Erforschung dieses Problems sehr interessante Tatsachen ergeben, wie z. B. die Feststellung derZone des Schweigens*, die von 100160 km reicht. Eine wichtige neue Beobachtung über die Hörbarkeit des Kanonendonners teilt Dr. P. Ludewig in der Umschau mit, indem er nämlich durch eine Umfrage seststellte, daß die Hörbarkeit auch von der Jahreszeit beeinflußt wird. Hinter derZone deS Schweigens", in der man den Kanonendonner überhaupt nicht hört, liegt eineanormale Hörbarkeitszone", die die Entfernung von 160230 km umfaßt und in der der Schall wieder deutlich und laut zu vernehmen ist. In dieser anormalen Zone ist der Kanonen­donner aber nur im Winter, nicht im Sommer zu hören. Eine Mitteilung aus Prüm in der Eifel, das von der Westfront etwa 170 km entfernt liegt, schildert diese Tatsache sehr anschau­lich :Der Geschützdonner war zuerst nuv von Mitte August bis etwa Mitte März zu hören. Den genauen Zeitpunkt kann ich nicht angeben, weil wir erst allmählich daraus aufmerksam wurden, daß wir feinen Kanonendonner mehr hörten. Anfangs glaubten wir, es sei eben ruhig an der Front. Bestimmt weiß ich aber, daß um Ostern herum nichts zu hören war . . . Den ganzen Sommer über hörten wir nichts bis Mitte September. Da sing es wieder langsam an, und bei der großen Chainpagneoffensive war es so heftig, daß unsere Zimmerfenster klirrten. Man koimte glauben, die Kanonade sei nur etwa 10 km weit weg, und tatsächlich sind aus dem Nachbardorfe drei gefangene Russen ausgebrochen, die dort arbeiteten, weil sie glaubten, die Franzosen ständen unweit und sie könnten rasch zu ihnen hinlausen. Diese Beobachtung wird durch zahlreiche andere bestätigt. Bon 50 Zuschriften stinunten 27 darin überein, daß im Sommer in großen Entfernungen vorn Kanonendonner nichts git Horen war. Auch die Monate, in denen der Wechsel in der Hörbarkeit eintritt, sind vielfach angegeben, und danach läßt sich als allgeinein gültig seststellen, ^ dieAenderung in der Hörbarkeit im Anfang des Mai und am Ende des Sep­teinber eintritt, wobei ein allmählicher Uebergang vorhanden ist.

* Die in u s i k a l i s ch e L e b e n s r e t t u n g e i n e s K a l b e s. Einen höchst originellen Beitrag zu der Theorie der magischen Wirkung der Musik auf Tiere liefert das folgende, in englischen Blättern veröffentlichte Geschichtchen: Ein Kalb war mutwillig in einen Teich gesprungen, und trotzdem es nur mit dem Kopse aus dem Wasser herausragte, ließ es sich weder durch Zuruf, noch durch Schläge bewegen, wieder an Land zu kommen. Die Auf­regung des Besitzers, der fürchtete, daß das Kalb ertrinken würde, lockte zahlreiche Leute herbei, und unter ihnen erschien schließlich auch der englische Violinvirtuose John Dünn. Da alle Versuche fruchtlos blieben, kam der Musiker aus den Gedanken, den Einfluß der Musik aus die Tiere in diesem Falle praktisch zu erproben. Er lies fort, um gleich daraus mit seiner Geige wiederzukehren, stellte sich dicht an den Rand des Teiches und begann ein gefühlvolles Lied zu svtelen. Beim Klang der Töne wurde das störrische Kalb sichtlich rahm, es wandte den Kops dem Geiger zu, machte dann kehrt und suchte sich der Musik zu nähern, bis es auf diese Weise glücklich wieder an Land geklettert war. So mag der Vorwurf des geringen Musikverständnisses, der so oft gegen die Engländer ge­richtet wurde, wenigstens den englischen Kälbern gegenüber zurück­genommen werden. .

VLchertisch.

Politik. Bon Professor Tr. Fritz Stier- Somlo. Dritte verbesserte und ergänzte Auflage. 175 Seiten. (Wiffenschast und Bildung, Bd. 4.) In Leinenband Mk. 1.25. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.

Die EinheilSschule undFreie Bahn dem Talent!" Vortr«g von Geheimem Oberschulrat Rudolf Block. 78 Seiten. Geheftet Mk. 1.20. Verlag von Quelle & Mever in Leipzig. Der Verfasser tritt rückhaltlos dafür ein, daß eS gilt, die Tüchtigsten des Volkes zu fördern und an den richtigen Platz zu setzen, und daß diese Forderung unabhängig von oer Gunst der Verhältniffe zu erfolgen hat. Einheitsschule wohl, aber nicht in dem Sinne, allen das Gleiche, sondern jedem nach seinen Fähig­keiten das Seine.

- Vom Stürmen, Sterben, A u s e r st e h n. KriegS- gedichte von Rudolf Herzog. 145 Seiten mit Buchschmuck von Professor Belwe. Gebunden Mk. 2.-. Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. In der neuen Sammlung spiegelt sich das Erleben deS Kriegsfortganges ab. Todesmutiges, freudiges Durchhalten und guter, unbeirrbarer Siegeswille ist aus dem begeisterten Auf­schwung erwachsen, die tiefe Bewußtheit all der schweren Opfer, aber auch zugleich die lichte Verklärung, von der sie umflossen sind, die unbeirrbare Gewißheit, daß sie zum großen Ziel führen.Das Erbe halten!*Das Reich gestalten!"Für uns!"Für uns!* Das sind die inneren Leittöne.

- Teubners Kriegstaschen buck. Ein Handlexikon über den Weltkrieg. Herausgegeben von Ulrich Steindorff. Mit 5 Karten (IV u. 346 S.) Geh. Mk. 3,-, gebd. Mk. 3,50. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1916. Je länger der Krieg dauert, je mehr er nahem alle Gebiete des LebeuS in seinen Bereich zieht, je größer die Fülle der Kriegsereignisse und je ver­wirrender die Zahl der Kriegsmaßnahmen ivird, um so mehr sieht sich jeder, der irgendwie von den Kriegsmaßnahmen betroffen ist, einer Fülle von Fragen gegenübergestellt, empfindet er daS Be- dürfniS nach einem Hilfsmittel, das ihm auf alle diese Fragen rasche, knappe und zuverlässige Äuskuust bietet. DaS soll Teubners Kriegstaschenbuch, herausgegeben von U. Steindorff (geh. Mk 3, gebd. Mk. 3,50) sein, das in alphabetischer Anordnung in mehr als 5000 Stichworten alle politischen und militärischen Ereignisse des Krieges, alle zu ihrem Verständnis notwendigen Fachausdrücke, alle Persönlichkeiten, die in ihm hervorgetreten find, alle irgendwie mit dem Kriege in Zusammenhang stehenden wirtschaftlichen und kulturellen Ereignisse und Maßnahmen, im Deutschen Reiche wie bei unseren Bundesgenossen, insbesondere in Oesterreich-Ungarn und bei den Gegnern behandelt. Beigefügt sind 5 Karten, die in Verbindung mit den Angaben im Wörterbuch die Auffindung jedes Ortes auf größeren Spezialkarten ermöglichen.

Der Krieg als Problem der Mechanik. Wi^ ein außerordentlich genau berechnetes und durchgeführtes Spiel mechanischer Kräfte die Zertrümmerung der russischen Front im vergangenen Jahre vollzogen hat, dies führt uns die bekannte ZeitschriftDer V ö l k e r k r i e g" (herausgegeben von Dr. E. H. Baer, Verlag von Julius Hoffmann. Stuttgart) in den Heften 8 1 u n d 8 2 vor. Wir sehen, wie die verschiedenen Armeen, eine jede zur bestimmten Zeit und in bestimmter Richtung, ihre Keile vortreiben oder ihre Hebel ansetzen, und wie die feindliche Front unrettbar in Stücke zerbricht. J dieser Darstellung, veranschau­licht durch einige seine Skizzen, erscheint die Strategie in der Tat in der Uebersichtlichkeit und Exaktheit eines mathematischen Pro­blems. Wenn auf diese Weise durch Ausnützung der Gesetze der Mechanik Kräfte gespart und zur höchsten Wirkung gebracht werden, so ersehen wir aus den Einzelschilderungen und den Bildern gerade derselben Zeitschrift, daß den persönlichen Eigen­schaften des Kämpfers noch Raum genug zur Entfaltung bleibt, ja ihnen durch jene Gesetze erst die einfachste Linie gegeben wird, so daß wir in den Gesetzen der Strategie, ästhetisch gesprochen, die wahren Stilgesetze der Kriegskunst erkennen.

- Das Haus Huhn. Eine Anleitung für Anfänger, mit Nutzen Hühner zu halten, unter besonderer Berücksichtigung städti­scher Verhältnisse. Mit vielen Zeichnungen und photographischen Ausnahmen. Von G. Wichmann. Otto Weber Verlag. Heil­bronn a. N. Preis 1.20 Mark.

Diamanträtsel.

In die Felder nebenstehender Figub sind die Buchstaben a b e e e e t r hiiillmnnnoorrrsa derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

2. Stadt in Italien.

3. Raubvögel.

4. Einen Maler.

5. Germanische Gottheit.

6. Einen Titel.

7. Einen Buchstaben.

Die senkrechte und wagerechte Mittelreihe ergeben das Gleicke. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Versteckrätsets in voriger Nummert Arbeitsamkeit ist die beste Lotterie.

Schristlettung: Aug. Goetz.- Rotationsdruck und Verlag der Brühk'schen Universitäts-Buck- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.