Da brüllte es irgendwo dumpf in der Dunkelheit 1 ]M I
Die erste Bombe. '
Hell zischten djagegcn die englischen beschösse. Flimmernd gossen die Scheinwerfer ihr Licht >üdör das schivarze Tuch des Himmels.
Wieder ein dumpfes Brüllen.
Ellen wurde ruhiger. Die Sinne gewöhnten sich schnell an den Schreck.
Eine Weile Stille. Nacht und Stille.
Da schlug ein Geschoß von oben krachend und berstend in das Neben- und eigene Ha-uS, in denr Thomps und Ellen wohnten'.:
Voll jähen Schreckens sprangen sie ins Freie.
Hinter und Über ihnen krachte und brach das rollende Gestein, das splitternde Holz.
Sie rannten eine Strecke weit und scheuten dann aufgeregt! zurück. ES war nur wemg durch die Dunkelheit zu sehen.
Eine Zeitlang rauschte dort oben das unsichtbare Schiff. Dann wurde sein Flüaelschlag leiser ititb ferner. Und dann war wieder Nacht, stille Nacht.
Die Polizei sperrte die Straße.
Thomas und Ellen irrten durch die nächtlichen Straßen. Langsam kam wieder Ruhe in ihre Kerzen. Sie konnten noch nicht alles begreifen. War es Glück, war es Unglück?
Ellen griff jäh nach Thomas' Arm.
J£u, jetzt sollten wir fahren! Nicht wieder zurück Mch dort!"
Thomas begriff die Worte mit Blitzesschnelle.
Ja! So ging es. Alles drängte sich in ihm zusammen. Mut, Stolz, Furcht.
Dann legte er den Arm um Ellen. „Komm, mein kleiner Minister. Die glauben, wir liegen da unter den Steinen. Du, wir beide. Verstehst Du's nicht? Hahaha."
Er sah auf in die Nacht, alls müsse er dem feindlichen Vogel da oben ein paar dankbare Worte sagen.
„Du, Ellen, morgen fahren jvir. Komm."
Am andern Morgen trug die beiden der Zug aus der Halle des Ba'dnhof- westwärts nach Liverpool. Als sie über die eiserne Brücke fuhren, winkte Ellen lachend mit dem Taschentuch hinunter. Da unten auf dein großen Platz spielten die Straßenmusikanten lärmend das. alle, stolze Lied: „Rule Britannta".
vlichertisch.
- Ein Reger- Gedächtnisheft bietet die Neue Musik- Zeitung (Karl Grüninger, Stuttgart) ihren Lesern im soeben erschienenen 18. Hefte des 87. Jahrganges, das zwölf hervorragende literarische Arbeite,l und Dichtungen enthält. Wir nenneil unter diesen die herrliche Würdigllng des großen Künstler-, die Generalmusikdirektor Prof. D. Dr. Wolfrum am Sarge Negers gegeben hat, eine Abhandlung des Neger-SchülerS Joseph Hag- über die formale Seite in des Meisters Schaffen, eine Arbeit von H. Keller, einem anderen Schüler des Heimgegangenen, über die Orgelmusik, einen Essay L. Riemann- über die Tonalität Negers, die Rede, die der Schriftleiter des Blattes. Prof. Dr. W. Nagel bei der öffentlichen Trauerseier im Kgl. Konservatorium in Stuttgart gehalteil hat, eine Abhandlung Adalbert LindnerS tu Weiden, die um deswillen ganz besonderes Interesse beanspruchen darf, weil Lindner der erste Lehrer Negers neben dessen Vater war, jahrelang im engsten Verkehre mit dem Meister stand und in Neger- BildungSgeschichte ,vie kaum ein Zweiter eingeweiht ist. Diese bei weitem nicht crschöpseilde Inhaltsangabe nlöge geilügeil, um einen kleinen Begriff voll dein überaus reicheil Inhalte des HesteS zu geben, das eine crstnlals veröffentlichte Komposillon und 82 Abbildungen Negers und der Stätten seines Wirken- sowie eine vollendet ausgeführte Kunstbeilage (eine der letzten Ausnahmen des Meisters) enthält. Der Preis betrügt nur 50 Pf.
— „Weltkrieg u n b Schaub ü h n e" betitelt sich eine Kriegsschrist de- bekannten elsässischen BühnenfchriftstellerS Dr. Artur D int er (Deutsche Erneuerung Bd. 1, drosch. Mk. 1,—, München, I. F. LehinannS Verlag.) Mit rücksichtsloser Offenheit legt Dtnter die hinter ben Kulissen liegenden Ursachen dar, die verhindern, daß der mächtige Geist der Erneuerung, der hellte das deutsche Volk durchseelt, micf) au\ der Schaubühne zum Ausdruck kommt. Er weist nach, daß diese dein breiten Publikum lind atlch dem gebildeten Theaterbesucher völlig uilbekannten Ursachen in einem Theaterklüngel verkörpert sind. Nur uon bcn staatlichen Organe,l Reglern,lg lind Reichstag könne die Lösung dieser wich- tigen ZuknnstS- und Lebensfrage des deutschen Volkes altsgehen, wenil sie in höherem kulturellen lind nicht blos in rein wirtschaftlichem Sinne ersolgeil soll. Diese Lösung muffe von der Einsicht ausgehen, daß ein nur höheren Zwecken dienendes lind arten seinen Angestellten ein menschenwürdiges Dasein sicherndes Theater niemals ein Gewinn abiverieildes Unternehmen sein kann, sondern notgedrungen eine Zuschuß erheische,lde Kultureinrichtung sein muft, genau wie die Schulen, Itnincrfitaten, Akademien und Museen.
Q(f . c Schwalbe sang. Geschichten für Jung und
Alt von I. E. Heer. 1.-12. Auflage. Verlag der I. G. Cotta'schen Buchhandlui'.g Nachfolger, Stuttgart und Berlin. Geheftet Mk. 2,50, gebunden Mk. 8,50. - Heitere, von Humor durchwehte Bilder über- wlegen m diesen zwanglosen kleinen Erzählungen des beliebten
Schiveizer Dichters. Erinnerungsbilder sind es, geschöpft auS dem wechselreichen Leven eine- Mannes, der sich aus engen Schramm herausarbeitete und eiilporstieg durch eigene Kraft.
— Der Krieg 1914/16 in Wort und Bild. 8 1. bis 83. Heft (Preis je 30 Pf.) Deutsches Verlagshau» Bo,lg & Co., Berlin W. 57, Potsdamer Straße 83.
— „The Daily Graphic" und die „S ch ,v e i z e r I l l u* strierte Zettuu g". Wir haben an dieser Stelle wiederholt darauf hingewiesen, daß die „Schiveizer Jlllistrierte Zeitung" trt ihrer unparteiischen Haltung wohl als die beste Wochenschrift der Neutraleil in deutscher Sprache gelten dürfte. Dafür liefert de« „Berliner Lokal-Anzeiger" in seiner Nummer vom 11. Juni einen ftrfjtbrreit Beweis,- indem er ein und da-selbe Bild doppelt wieder- gibt, das eininal der „Schiveizer Illustrierten Zeitung" entnominen wurde, wo es als Atifnahme vom italienischer: Kriegsschauplatz bezeichnet war, während die zweite Wiedergabe der „Daily Graphic" entstammt, die es zu einer Ausnahme von: ivestlichen Kriegsschauplatz steinpelt und es z,i einen: Angriff ans die deutsche KriegS- sührung benutzt. ES zeigt dies, rvie ivertvoll es gerade tu gegeu- wärtiger Zeit für jede,: :st, der die Zeitereignisse nnt Interesse verfolgt, der „Schiveizer Illustrierte,: Zeitung" seine besondere Beacht:n:g zu scheiiken. Der Bezug de§ Blattes durch deiltsche Postanller ist gestaltet. Aber auch alle Bnchyandliingen könne,: die „Schiveizer Illustrierte Zeitung" liefern. Einzelnummer 25 Pfg. Abonnementspreis Akk. 5,— halbjährlich.
— „D i e „F l i e g e n d e n B-rätter" (Verlagsbuchhandln,:g Braun Li Schi,eider ii: Atünchen) Habei: während der zivei Jahre, die nun der Weltkrieg bald dauert, ihr Programin, das sie bei seinen: Beginn anfnahinen, getreu durchgeführt. Der Huinor sollte bewahrt iverdei:, mochte:: die Zeiten auch ,:och so schwer und trüb sein, denen wir entgegen gingen. Diese Ausgabe ist den „Fliegenden Blättern" im Kriege auch noch babutcf) leichter und lieber ge- lvorden, daß die unvergleichlichen Erfolge unserer Truppen und unserer Verbündeten die Begeisterung stet- von ,:enem entflammten und so die Stimmung hochhielten und den: Humor zugänglicher inachten. Dies sehe«: ,vir anS den: Bande der im laufenben Halbjahr erschienenen „Fliegenden Blätter", die in ihren: literarischen und bildlichen Inhalt den Ereignissen ivürdig gefolgt sind.
— Bauet Gemüse! Eii: Weckruf für daheiin und draußen. In: Aufträge der Palme,:garten-Gesellschast Frankfurt a. M. bearbeitet von August Siebert, König!. LandeS-Oekoiwmierat, Kgl. Preuß. Gartenbandirektor, Betriebsdirektor der Pal:nengartei:-Ge- sellschast. 32 Seiten mit fünf Vollbildern. Preis 25 Pfg.
Gietzener Hattsfrauen-Berein»
W o ch c n - K tt ch e n z e t t e l.
Sonntag: Erbsmehlsuppe mit Schnittlauch, Schinkenoms- lette, Spargeln, Kartoffeln.
Montag: Gerstengrützsuppe mit Spavgelbrühe, Nieren- ragout, ausgeschöpfte Kartoffelklöße.
Dienstag: Buttermilchsuppe mit geriebenem KommiSbrot, K a r to fs el pfa n n ki tchen, R ha da r be r kv nrpo tt.
Mittwoch: Sauerampfersuppe, Grünkernbratlinge, Römisch- kohlgemüse, Kartoffeln.
Donnerstag: Kartoffelsuppe mit Möhren. Kirschen- michel *).
Freitag: Bohnensuppe, Kabeljau, Kartoffeln, Senftunke.
Samstag: Sanerkraut, Kartoffelbrei mit Speck- und
Zwiebelwürfeln.
*1 K ir sche n m i chel mit Kartoffeln: (6 Personen.) 3 Eigelb, 7* Pfund Zucker, gut aerütnt, •/* Pfund gekochte geriebene Kartoffeln, Schale einer Zitrone (oder getrocknete Apfelsinenschale, Eierschnee und 1 Backpulver unb 17s Pfund Kirschm mit den Steinen durchgemengt und gleich gebacken.
*) Kirschenmickel mit Brödchen. (6 Personen.) 6 Brötchen werden abgerieben, das Innere in Milch geweicht mch ansgedrückt, 50 Gramm Zucker mit 2 Eiern gerührt, Zimt mch einige geriebene Mandeln, 1 Backpulver und 17s Pfand nicht entkernte Kirschen darunter und gebacken.
,, JP ® ir f df) e u tu i c() e I mit Grie st. 2 Liter Magermilch, V 2 Pfiuch MaiSgriest wird ziern'lich lauge gekocht, 50 Gramm Butter, 2 Eigelb, einige geriebene Ädandeln, Ziutt und Nelken, geriebene Zitronenschale, 7i Pfund Zucker, 1 Backpulver, zuletzt dm Schnee und 17« Pfund Kirschen darunter gerührt mch gleich gebacken. _
Erganzungsratsek
M .. n .. ch e .. e S .. g . d . ü .. t,
N . m. u . s. e. d .. L .. d .. ch a . n . . u . ü . l . t . S d . l. g . t . n,
.. st . et. . ei.. f. r .. r v . cf.!
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des LogoaripHZ in voriger Nummer. Vorgang, Vorrang, Vorhang.
Schristleitung: Aug. Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'icben Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lanae. Gießen,


