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Vüchettisch.
— Prof. D. Schian, Gießen, hat seinen, bisher in fast 100 000 Exemplaren verbreiteten „H a u s a n d a ch t e n für die Kriegszeit" jetzt in der Reihe der „Volksschristeu zum großen Krieg" (Verlag des Evangelischen Bundes, Berlin W 35) ein viertes Heft (10 Pfg.) folgen lassen, das der fortgeschrittenen Kriegslage Rechnung trägt und in der Hinsicht eine willkommene Ergänzung zu den drei früheren Heften ist.
-Deutschland. T a t s a ch e n u n d Z i s f e r n. So betitelt sich eine soeben bei I. F. Lehmanns Verlag in München erschienene Schrift von D. T rie ts ch. (Preis: Mk. 1.20). Der Verfasser hat in dein kurzen Vorwort diese neueste Arbeit »eine statistische Herzstärkung" genannt. Das ist sie in der Tat. Ein rechtes „Buch zum Mutmachen". In gedrängter Kürze und einer höchst übersichtlichen Form, die durch farbige graphische Darstellungen noch weiter verdeutlicht ist, wird eilt Vergleich des „barbarischen" Deutschland mit den beidett großen „Kulturnationen" Englaitd und Frankreich geboten. Mit großer Meisterschaft wird in einem reichlichen Dutzend kurzer Kapitel gezeigt, wie die drei Länder sich hinsichtlich Ktilturhöhe, Leistungen auf allen Gebieten, Wohlstand und friedlichem Fortschritt zueinander verhalten. Das Ergebnis, von dem gleich eingangs auf zwei knappen Seiten eine Art Auszug zusammen gestellt ist, wirkt verblüffend. Obgleich die wohlverbürgten Ziffern eigentlich int einzelnen gar nicht unbekannt sind, ist inan versucht zu zweifeln; so ungewohnt wirkt das Gesaintbtld. Aber jede Zeile hält der Prüfung stand.
— „Der Tr eubruch Italiens". Mit Benützung amt- licher Urkunden. Von Stadtrat F e r d. Grüner, Trautenau (Böhmen). I F. Lehmanns Verlag, München. Preis Mk. 1,20. — Grüner bringt in seiner Schrift insofern neues Material, als er entgehend schon in der Vorgeschichte auf die innere Unwahrheit der italienischen Forderungen bezüglich jener Gebiete hinweist, welche die Jrredeittisten schon zur Zeit des Dreibundes leidenschaftlich forderten. Ziffernmäßig wird ttachgewiesen, daß die Vevölkeruugs- zahl der Italiener auch in jenen Gebieten, die sie auf Grund »völkischer" Berechtigung verlangten, die große Minderheit ist gegenüber der anderssprachigen. Es ivird ferner daraus hingewiesen, daß auch die italienisch sprechende Bevölkerung, zmnal der Südtiroler Gebiete, mit Ausnahme einer kleinen Zahl von Fabrikanten, Juristen, Aerzten :c., nichts von einem Anschluß an Italien wissen wollte. So unerhört wie der Verrat Italiens, schreibt Grüner, so muß die Sühne sein. Ter Gerichtstag wird kontinen. .Die Geschichte wird ihn mit eisernen Griffeltt in ihren Blättern verzeichnen und eine Warntmg aufrichten für Staatsmänner und Könige, daß Treue und Glaubett Eigenschaften sind, die gehalten und erfüllt werden muffen, weil sonst die Welt zerschellte an der Untreue.
— Krieg und R a s s e n h y g i e n e. Tie bevölkerungs- poliusch-n Aufgaben nach dein Kriege. Unter diesem Titel veröffentlicht der bekannte Rassenhygienuer und Verfasser des Werkes »Die Raffenhygiene in den Vereinigten Staaten", der k. u. k. öst.° ung. Konsul in Berlin G. v. Ho ff mann, eine beachtenswerte Schrift (I. F. Lehinanns Verlag, München).
— Leo P e r u tz und P a u l F r a n k, Das Mangobauin- wunder, Eine unglaubwürdige Geschichte. Umschlagzeichnung von Olaf Gulbransson, Einbandentwurf von Felger. Preis geheftet 3 Mark, in Leinen gcbtmdett 5 Mark. Verlag von Albert Lattgeit in München.— Leo Perutz, der mit seinem schwerwiegenden Prosa- Epos »Die dritte Kugel" eilten so starken und ehrlichen Erfolg errang, zeigt sich in diesem neuen Roman, zu dein er sich mit'dem bekannten Wiener Schriftsteller Paul Frank zusainmengetan hat, von einer ganz neuen Seite. Eine »unglaubwürdige" Geschichte nennen die beiden Verfasser ihr Buch; und gewiß handelt es von sehr merkwürdigen Dingen, die keineswegs jeden Tag Vorkommen, die sich vielmehr wahrscheinlich tveder in dem Wien unserer Tage, noch sonst irgendwo jemals begeben haben dürsten. Aber der große Vorzug des Romans ist es gerade, mit welchem Geschick' uud welcher, inan darf wohl sagen Kunst das alles „glaubwürdig" ge- macht ist. Keine sogenannte kritische Vernunft koinmt dagegen euch — diese Geschichte reißt einen mit, während des Lesens überzeugt einen all das Seltsame, Abenteuerliche so stark, daß es wohl nicht viel Leute geben wird, die sich vott dein Bttch wieder werden losreißen können, bevor der ganze Knoten entwirrt uud das letzte Blatt gewendet ist. Einem Buch, so spannend auf der einen, so witzig auf der anderen Seite, dürfte wohl ein großer Erfolg sicher fein.
— Alt-Flandern. Brabant, Artois, Henne- g a tt, L ü 1t 1 cf), N a nt u r. Bilderband in Großquart mit rund 200 pholographischen Aufnahmen von Städtebildern, Baudenkmälern leder Art und Jnnenraumen aus Belgien und Französisch-Flandern. Mit einer dtirch alte Städtekupfer gefchutückteu ttinstgeschichtlichcn Emwbnmg und eingehenden Aitinerkttngen herausgegeben von Profenor Dr. Richard Grau, Direktor des stä'di. Kunstgewerbemuseums in Leipzig. Mk. 2.20 kart., 3.30 gebd. (Dachau, Roland- Verlag).
— Band Rr. 1664 von Kürschners Bücherschatz: D e r M o h r von <zena und andere Erzählungen von Anton Ohorn. 95 Seiten Umfang. — ^Lrets 20 Pfg. — Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9, Potsdamer Strage 124 125.
T ^ongs illustrierte Kriegsgeschichte »Der Krieg 1014/10 m Wort unb Bild". 78.-80. Heft. (Preis je 30 Pfennig.) Deutsches Berlagshatis Bong L Eo., Berlin W. 57, Potsdamer Straße 88.
— L e u e H a a s e: Meine s ch w a r z e tt B r ü d e r. Novellen. Verlag voit Egon Fleischet & Co., Berlin W. — Preis Mk. 3,50. — Lene Haase ist nicht nur durch ihre Kolonial-Romane, sondern m längster Heit besottders durch thre »Beiträge zttr detttschen Kulturarbeit ttt Afrika-, die sie in ihrem gehaltvollen Werk „Durchs unbekannte Kamerun" veröffentlicht hat, bekanttt und geschätzt geworden In ihrem neuen Buche „Meine schwarzen Brüder" führt die Verfasserin den Leser in das tropische Westafrika. Ihre Ge- '^Achten sprelen diesmal ausschließlich unter Negern, will sie doch den Neger schildern, und ttur ihn. Aus vielen kleinen Zügen sucht sie die Psyche des Afrikaners als Ganzes ztt schildern. — Nichts Fremdes sieht sie in den schwarzen Gesellen. Sie findet den Menschen, den Bruder unter der dunklen Haut, der trotz seiner Klndttchkeit, feiner List und Tücke und seiner seltsamen Gebräuche ein Mensch ist wie der Weiße atich. — Mit kindlichen Geschichten anfangend, schildert sie im ferneren Verlaufe des Buches die gerissenen Streiche der „Hosennigger", denen die Berührung mit europäischer Kultur moralisch schlecht bekommen ist. Primitive Erotik, bis zu den kompliziertesten Erscheinungen eines krankhaften Seelenlebens bei den hochgezüchteten alten Jnlandrassen folgen dann. Das Buch gipfelt in der Erzählung vom Heroentttm im Kriege. Den Inhalt aller Geschichten könnte man mit dein Titel „Der schwarze Mensch" bezeichneit.
Gietzener Hausfrauen-Bercin.
Wochen- K ü ch e n z e t t e l.
Sonntag: Fleischbri'chswppe mit Nudeleinlage, Kochfleisch, römtsch Kohlgemüse, Kartoffeln.
Montag: Grießsuppe, gekochte Eier, grüner Salat. Kartoffeln.
Dienstag: Erbswurststippe, Spargel», Kartoffeln.
Mittwoch: Brötchensnppe, Hackbraten in der Tüte, grüner Salat, Kartoffeln.
T o n n e r s t a g: Zwiebelsuppe, gekochter Fisch mit K'apern- tunke, Pctersilienkartoffeln.
Freitag: Stippe aus Suppenwürfeln, Nudeln, Obst.
Samstag: Kerbelsuppe, Kartoffelgemüse.
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Aus „Knegseinmachekunst und Vorratskammer der deutschen Frau":
„^btrockente Pilze. Jeder Pilzsanimler kann sich wertvollen Wintervorrat sichern. Zinn Trocknen eignen sich am besten: Steinpilze, Champigrron, Reizker, Eierpilz (Pfifferling), Morcheln und Lorcheln. Die Pilze werden nicht geivaschen, nur abgekratzt, wo es notwendig ist, und alles Unbrauchbare entfernt, z. B. von alteren Pilzen die Blätter und Röhren, sogenanntes Hutfntter. ^'chrn in große aber dünne Scheiben geschnitten, wo es angehti gleich Hut und Stiel zusammenhängend, auf Bretter gelegt und an Sonne und Luft getrocknet. Die Pilze können auch mit einer großen Nadel an Fäden gereiht und hängend getrocknet werden.
Charade.
Getrennt sind sie dem. Krieger lieb und Letter,
Zieht er als Reitersmann dein Feind entgegen.
Wie Welterstrahl in dichtem Kugelregen Schütz! ihn die Erste, wenn in wüchsigen Schlägen Sie ittedersaust, daß blttzettd sprüht ihr Feuer.
Und als des Feindes Kugel tiickisch raffte Den Mutigen dahin, blieb treu die Zweite Bei ihm, dem tief die Todesivtiude klaffte.
Und als mau ihn ztir letzten Ruhe schaffte,
Da gaben beide sie ihm das Geleite.
Wenn sie vereint die weite Welt dnrchstiegen,
Siehst du ein zierlich, schmuckes Ktmstgebäude.
Matt tvählt's als Ganzes auch zu Kampf uud Siegen, Uud dennoch dient es einzig dem Vergnügen:
Selbst vielen jungen Mädchen macht es Freude. Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Krenzrätsels in voriger Nummer: J F F
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Jagdhunde Frühme 8 g e Frauen lob n s 1 d b o e e b
Schrillte,tuna: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlao der Brühl'schen UnioersitätS-Buch- uud Steiitdruckerei, R. Lange. Gießen.


