Vater und derselben Mutter das Leben geschenkt erhielten. Als die Brüder nur 39 solcher Schwestern entdecken können, verzichten sie auf die Heirat, wandern hinaus in die weite Welt und forschen von neuem nach. Dem Jüngsten gelingt eS auch, auf den: Grunde eines Zauberbrunnens die vierzig allein passenden Halsten zu finden. Auch die Hochzeiten, die das glückliche Ende von allerlei Abenteuern bilden, werden im türkischen Märchen vierzig Tage und Nackte lang gefeiert. Und ebenso spielt diese Zahl eine Rolle bei bem Strafgericht, das männliche wie weibliche Missetäter zuletzt ereilt. Ihnen bietet dann gewöhnlich der Padischah ein „Geschenk" an, indem er sie fragt: „Was wollt ihr lieber haben, vierzig Messer oder vierzig Maultiere?" - »Die Messer," so lautet die Antwort, „gönne ich meinen: Feinde, dessen Brust sie durchbohret: mögen! Die Maultiere möchte ich haben." Daraufhin werden die Betreffenden an den Schweis von vierzig Maultieren gebunden, vo«: diesen herumgezerrt und zerrissen. In gleicher Weise wird auch die Wahl zwischen vierng Stöcken ru:d vierzig Maultieren oder zwischen vierzig Säbeln und vierzig Rossen freigestellt.!
* I st d i e S e i f e z u m R a s i e r e n notwendig? In Anbetracht des zunehmenden Seife nmangels ist eine Betrachtung, die der englische Wissenschaftler A. Stephens in der „Nature" über die Frage, ob das Einseisen eine unerläßliche Vorbedingung des Nasierens sei, veröffentlicht, von aktuellem Interesse. Das Einseifen ist bei allen Barbieren in Europa zu einer selbstverständlichen Gewohnheit geworden, und man ist geneigt, anzunehinen, daß das Rasieren ohne Seife überhaupt nicht möglich sei. Dieser Ansicht tritt nun Stephens energisch entgegei:. Er erinnert daran, daß nach den bis ans unsere Tage erhaltenen Berichten die klassischen Römer und Griechen sich rasierten, trotzdem sie keinerlei Seife herstellten. Auch in Japan und Chü:a rasiert n:an heute noch den Bart ohne Seifenschaum. Warum sollte also uns unmöglich sein, was den alten Griechen und Röinern gelang, den modernen Japanern und Chinesen möglich ist? Stephens ist der Ansicht, daß das Einseisen nur dazu diene, die Bartstoppeln durch die Feuchtigkeit geschineidig zu nmcheu und so den Strich des Rasiermessers über der Haut zu erleichtern. Um dies zu erreichen, würde eS aber vollkommen genügen, gewöhnliches Wasser ohne Seife zu verwenden, wie dies ja schon lange im Orient der Fall ist. Es käme also nur auf de«: Versuch an, sich dieses einfachen Mittels zu bedienen ; jedenfalls wäre die hierdurch gebotene Möglichkeit, große Menge«: von Seife zu sparen, gegenwärtig äußerst vorteilhaft.
vLchertisch.
— Dem deutschen Kronprinzen, der an: 6. Mai d. I. seinen 34. Geburtstag im Felde beging, ist die neueste Nummer 3801 (Kriegs - Nummer 92) der Leipziger „Illustrierte,: Zeitung" (Verlag I. I. Weber. Leipzig) zun: großen Teile ge- widmet. Das Leben des Kronprinzen an der Front, sein liebenswürdiges Wesen, seine«: vor«:ehmen Charakter schildert Rudolf P r e s b e r in der die Nummer einleitende«: feinsinnigen Würdigung „Der deutsche Kronprinz im Felde". Sie ist durchaus a««s persönliche«: Eindrücken aufgebaut, die Presber bei wiederholteinAus- enthalt in: Kronprinzliche«: Hauptquartier in vertraute««: Umgang mit dem Kronprinzen zu gewinnen.Gelegenheit hatte. Gute Bilder und eine Fülle photographischer Aufnahinen vernnttel«: «veiter die lebe«:sgetreue Anschauung vo«: der Tätigkeit des Kronprinzen im Felde. Weiter enthält die Nummer noch künstlerisch hervorragende Zeichnungei« vom östlichen Kriegsschauplatz vo«: Josef Correggio („Munitionstransport in: Gianatseuer") und von K««rd Albrecht (»Vergebliche Vorstöße der Russen an: Narocz-See"), von: Balkan vo«: Albert Reich, vo«: der Marine vo«: R. Schinidt-Ha««:burg („Vorstoß i«: die Nordsee"), aus Tirol von R. Kargt („Patrouillcngesecht in: Hochgebirge"), eine mit mehreren Zeichnungen der Kriegs- teilnehiner W. Partke und Carl v. Dombrowski ausgestattete Plauderei über „Pinsk, die Stadt der Sün:pse" vou Dr. V. Tornius, eine humorvolle Erzählung aus der Kriegszeit „Tie Spionin" vo«: Siegfried Naetzer, einen aktuelle«: Beitrag über „Fleischversorgung in: Kriege" vo«: Professor Dr. Alfred Manes und noch vieles andere.
— U n s e r D e u t s ch. Einführung in die Muttersprache von Professor Friedrich Kluge. Dritte Auflage. (Wissenschaft und Bildung.) 11.—15. Taufend. 151 Seiten. In Leinenband Mk. 1,25. Verlag vo«: Quelle & Meyer in Leipzig.
— 10 61. Band der bekannte«: Roinan- und Novellen- fammlung Kürschners Bücherschatz (Hermann Hillger Verlag, Berlin- Leipzig): „Streitende Mächte, Roinan aus de«: Berge«: und a««dere (beschichte«:", vo«: Hele««e R a f s. Preis 20 Pferniig.
— „Die Feldbücher" nennt sich eine neue Sammlung vo«: Werke«:, die im Verlage Egon Fleische! <L Eo., Berlin, zu den: wohlfeilen Preise vo«: Mk. 1,— für das gebundene Exeinplar erscheint und den besoiidercn Bedürfnissen unserer Feld- soldatei« Rechnung trägt. In gut leserliche««: Druck, der a««ch bei dürftiger Beleuchtung die Augen nicht ermüdet, in handlichein Format, das gut in der Tasche unterzubringen ist, briiigen die Feldbücher sorgfältig ausgewählte Beiträge hervorragende: Autorei«. Tie erste Reihe bringt «,ns folgende Werke: Georg Hermann,
Der Guckkasten. Ein Bändchen alter und neuer Erzählungen. Auguste Hauschner, Der Tod des Löwe«:. Das Prag des siebzehnter: Jahrhunderts urngibt mit seinem phantastischen Rahinen die Gestalt Rudolfs II., der, inmitten der politischen Zerrissenheit der Zeit, in seiner geschichtlichen Bedeutung und in all seinen Menschlichkeiten dargestellt ist. Rudolf Lindau, Die Stimme Allahs. Eine Zusammenstellung Lindaus feinster Erzählungen, die auf den: Boden der uns verbündeten Türket spielen. HelenevonMühlau,HauptmannHamtiegel. Eine Erinnerung aus den guten Zeiten u«:serer Kolonialtätigkeit. Clara Vtebig, Kinder'derEtfel. Alfred Bock, Der Flurfchütz.
* Ein neutrales Urteil über Deutschland und den Weltkrieg fällt der Doktor der Rechte an der Universität Madrid Eduards L. LlorenS in seiner Schrift „La Guerra y el Derecho“. Diese vor kurzem im Verlage von Broschek &. Co., Hamburg, in spanischer Sprache erschienene Arbeit hat durch ihre klare«:, mit Aktenbelegen versehenen Ausführungen i>« weite«: Kreisen des In- und Auslandes lebhaftes Interesse erweckt, sie ist daher auf «nehrfache Anregungen hin inS Deutsche übersetzt «vorden und trägt de«: Titel: »Der Krieg und daS Recht". Aus dem Spanischen übersetzt von Aug. Strube.
— »Die deutschen Ostseeprovinzen Rußlands* behandelt der neueste Band von Velhagen & Klasings Volksbüchern (Leipzig; Preis 60 Psg.), den Alfred Geiser schrieb. Die Kenutnis von dem Uinfange und der Verbreitung des deutschen Volkstuins, von der Bedeutilng und Eigenart der Vor- und Außenposten des deutsche«: Volkes im freinde«: Laiide ist bei uns im allge«nei«:en recht gering. Hier «nöchte diese kleine Schrift nusklärend und belehrend eingreisen. Sie gibt in großen Strichen ei«« Bild von Land und Leuten in den Ostseeprovinzen Rußlands, die durch die Eroberung Kurlands durch unsere braven Truppen eine für uns bisher ungeahnte Bedeutung erlangt haben. Der Text erfährt eine anschauliche Erläuterung durch bunte und einfarbige Abbildungen.
— Novellen und Legende«: aus verklu««genei: Zeiten. Von Professor Dr. Th. B i r t. 316 Seiten mit 6 Tafeln. Gebu«:den Mk. 3,—. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.
— Das Buch der Liebe. Roinan von Marie Eugenie belle Grazie. Preis 3 Mark (Kro«:en 4.50). Ullstein L Co. Berlin- Wien. Das Werk der Wiener Dichterin belle Grazie hat Anmut und Innigkeit, es hat gedämpfte Formen und ist doch erschütternd in seinen: reine::, beseelte«: Ton. Voll r«nd weich si«:d seine Stimmungen, die froinlnen Glauben und ba«:ge Sehnsucht umfasse«:, Hingabe und Heimiveh, den Jubel und den Schinerz der Mutter- schaft, Trauer und «:eues Hoffen und ans de«:: lies empfundene«: Roman einer Ehe hinüberführen in die Zeit. Der Silbergln««z weißer Blüten ruht auf de«: bräutlichen Szene«:, das Silberlicht des Mondes überflutet den Garten der Villa, die, an: Ha««g des Wiener Waldes gelegen, das verschwiegene Glück des jungen Paares umfängt. Mit zartsinluger Andacht malt belle Grazie die Schönheit der sommerlichen Natur, mit künstlerische«,: Geschmack jede Einzelheit a««s der häusliche«: Welt des Weibes: ei«: Kristallglas, in dem Rose«: stehen, ei«: Gemach, in den: ein schwacher Dust liegt, Kleider und Schmuck, Bänder und Spitzen. Harmonisch ab- gestimmt ist die sprachliche Forrn dieses Frauenromans, der in alle««: die hohe Kultur der österreichische«: ErzählungSkunst aufweist
Schach-Aufgabe.
Schwarz.
Auflösung in nächster Nummer.
.Auflösung des Rätsels in voriger Nummert Freilich, tzreiltcht.
Schristleitung: Aug. Goek. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buck- und Steindruckere:, 9i. Lange, Gießen.


