Ausgabe 
19.4.1916
 
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Mittwoch, den ly. April

Die arme Prinzessin.

Noman von Fedor von Zobeltitz.

(Nachdruck verboten.'»

(Fortsetzung.)

her Ü5ir?. m V ^ fa! " Ärt . Einern Sturmtage und machte auf ofraF^tirn n F 6efurf> nlten Hause. Gideon

! ,!l [ ! f lc[ ) 6« den Durchlauchten Prinzessin Anne-

hnmev m b M tln K ? 0ft '"Olden. Er war ein bildhübscher am'n braungebranntem brünetten Gesicht und

k n ® 1 ' erzählte, er komme soeben aus

Da« sr ^0" Schutztrnppe, ^r habe den Dienst quittiert. Das Klima ^ bekomme ihm nicht, auch habe er beim Kn-

sein SW.*«* be f Mankfurter Kreditbank Knall er L Homairn Verloren.Es war nicht viel, Durchlaucht," erzählt, er lachend, aber es >var mein Alles. Diese Bande hat einfach verschluckt, es ist nichts übrig geblieben, als AfIopvtnu'nmernt und davon kann man auch im dunkelsten leben. Uebrigens eigne ich mich wenig zum ^"^urtrager Nun will ich es einmal als Hofchef versuchen. Durchlaucht der Kurst kennen mich aus dem Kadettenkorps ^ l)ab f so'" Anerbieten dankend akzeptiert. Ich habe nicht einmal überlegt; wenn man die Wahl hat zwischen S,® Batleepet in ,9Jet» York und einem Hofchef bei d^en S * ölcht man das letztere immer vor. Freilich t "S recht, ime ich mich zu benehmen habe. A'rchlaucht der Fürst sagten mir, ich solle mich nur an den alten Salbei wenden, her wisse alles. Aber zunächst wollte

!Z ^ Sohorsamste Aufivartung erlauben; nun suche rch den alten Salbei auf..." '

Man belehrte ihn, der Mann heiße Beyfuß Richtig," rief Graf Ariern,tausendmal Pardon es »var eine Pflanzenart, ich verwechselte nur den Namen " Zn seiner Frische hinterließ der neue Hoschef einen guten Eindruck im alten Hause. H

Annemarie fand seine Erscheinung ritterlich.Aber war- um h/'ßer Gedeon?" sagte sie.Darunter denke ich mip stotz^b lisches. An diesem Vornamen nehme ich An-

.. nehme an mancherlei Anstoß," meinte Jost mit

finsterer Miene.Glaubt Bolto, daß ich hier bleibe, wenn drüben das neue Leben beginnt, so irrt er sich, Die Nach­barschaft gefallt mir nicht. Belten, wir besuchen mitsammen die Universität; es drängt mich hinaus; ich möchte am lieb- ?' ehe Amerika Einzug hält, ich mischte mir am liebsten die Hochzeit schenken. . ." Sein Widerwille gegen die nachbarliche Prachtentwicklung wuchs, je näher diese dem alten Hause rückte. Er scheute sich, 'den alten zu betreten; überall stieß man auf .Haufen von Ar

tetert mal

o .V g". tun, üu. war unn

OT f 15nn 2S entgegengetreten, hatte ihn mit artoganter

Miene gemustert und gefragt:Heda, was sucht mau hier?"

m.,/ J ; id, i bie ß' r " ße l nber der unverschämte Tonfall und da» Vonoberiherab in dem Bullenbeißergesicht des Kammer- Mitten Jost geärgert, und so war denn feilte Ant- fc elDC tyi "E>eda, nehm' Er die Mütze vom Kopfe, ^u Er mich anzureden wagt!" - Nun wußte Lennox natürlich, daß in dem hochgiebligen Hause am Parkende» mearme Verjvandtschaft" hauste, und als er den An- stynauzer vernahm, dachte er sich wohl, daß so nur dev Bruder semes durchlauchtigsten Gebieters reden könne, knictte- in die Knree und stammelte etwas sehr Ergebenes,

gleichgültiger Vorfall, aber er hatte w>ch etwa^ Typisches für Jost. Es wehte eine fremde Luft über internationale Gesellschaft nahm von der .Heimat Besip, ^oft kam es vor, als dulde man ihn nur noch r,®£ U S sollte fort; er fühlte sich gesundet genug', nach dem Examen die Universität zu besuchen.

, war glücklich über den neuen Hofchef. Das eine

verstand Graf Artern jedenfalls: er fuhr mit einem ge- m^^Donnerwetter in das Schloßgetriebe hinein und wußte sich ui Respekt zu setzen. Mister Lennox verlor ihm gegenüber seinen Hochmut, die Lakaien flogen, wenn er sich nu * ^lgle Madame Louison wurde demütig. Es war ein S r « breser kleine von der Sonne Afrikas gebräunte Graf. Am ersten Abend saß er bis in die Mitternachtsstunde ^nou' bei Beyfuß in der Stube. Fron Beyfuß hotte ihm ein Butterbrot geben müssen, dazu trank er einen Krabbel-

z nb ?hn.Es ist ein Schnaps, dem man anmerkt, daß er mit Liebe erzeugt worden ist," sagte er- er $ fabrikmäßig hergestellt, er ist Flasche für Mascha destilliert worden, zarte Francnhand Hut die Kräuter getrock- net, und ich wette, um die Mischung zu stände zu bringen, auch ein gehennnisvoller Spruch von nöten, gemurmelt bei Mondaufgang und unter dem Zeichen des Kreuzes. Es ist eigentlich eine, wohltätige Medizin. Lieber Herr Beyfuß, schenken oxt mir noch einmal ein und dann »vollen wir ver­ständig initemander reden. Es ist nötig, daß Sie mich dev Lange und der Quere nach über das Terrain informieren, auf dem sich mein Geist entfalten soll. Sie sind ein Ein^ gesessener und waren hier schon von höfischer Art, als ich noef) einer Amme bedurfte, Sie haben bereits dein verstorbe­nen^ Fürsten gedient, der ja auch einen Hofchef hatte, ich Werst, es war der lange Tiessenhosen, der das r nicht aus^ sprechen fomite also weihen Sie mich ein. Nehmen Sie an, ich sei ein wrgbegieriger Schicker; die Funktionen kenne ich ja so ungefähr, aber nicht die Details, ich kenne das Wesen der Sache, doch nicht die Gliederung. Nun los! ."

Da erzählte Beyfuß denn, wie früher alles gehandhabt worden sei, und auch H-rau Beyfuß flocht ihre Bemerkungen ein und Gras Artern machte sich seine Notizen. Er spürte, mit diesem alten beyfuß mußte man sich stellen, er war eine Perle, er wußte in allen Dingen'Bescheid, er verstand auch zu rechnen. Das aber, erklärte der Graf, sei seine schwache. Seite, dao sei aucy seine Angst: er sollte die Hofschatulte sichren und konnte nicht rechnen.Oh," sagte Beyfuß,das vaoen wir hier gelernt. Wir haben einen noch immer gläw»