Tann schlug d-ie alte Uhr auf dem spitzen Durme Mitter^ nacht. Sehr milde, sehr rein und weich Kögen die zwölf Schläge dahin und hoben diese Stunde fttr uns alle aus dem ewigen) .Kreislauf der Zeit hoch empor.
Ter Rittmeister wandte sich um und hatte eine sonderbare, versteinerte Miene und einen fernen, seltsamen Wirk. Er lehrte langsam zu uns zurück, blieb auf halbem Wege stehen und lächelte plötzlich und sagte mit einem kleinen Seufzer und einer kleinen Bewegung seiner schöiren Hand: „Ja, das ist nun einmal so,
daß 7mm eine Rose und ein Leben nicht achtet.Das ist nun
einmal so, weil wir blind sind."
Und dann leerte er langsam das Glas mit rotem Wem.
v. Hindenbur^
vermischte».
* Der Fußkuß des P a p st e s. Zu den besonderen Ehrenrechten, die der Papst sür sich in Anspruch nimmt, gehört der Fuß- kuß, ursprünglich eine orientalische, ins Abendland erst später durch die letzten römischen Kaiser eingeführte Sitte. Die Päpste verlangten ihn schon im achten Jahrhundert, und als Heinrich VI. 1191 von Cölestin III. zum Kaiser gekrönt wurde, küßten nicht nur alle seuie Barone, sondern auch er selbst und seine Gemahlin die Füße des Papstes. Seit Gregor VII. wurde der Fußkuß niemandem erlassen. Die kirchliche Vorschrift hierüber sindet sich in dem Oers- moniali Sacro, Libr. I Sect. in Cap. HI. Die betreffende Stelle lautet deutsch: »Alle Sterblichen und vor allem die gläubigen Christen, welche Stellung und welchen Rang sie auch einnehmen, sind gehalten, sobald sie den Papst erblicken, in entsprechender Entfernung dreinral das Knie zu beugen und dann zu Ehren unseres Heilandes Jestls Christtls, dessen Stellvertreter auf Erden er ist, seine Füße zu küssen." (Ehr. § 18 von D. Mayers Iraetat. äs osculo pedum Pontificis Romani.) Mehrfach hat mau diese Ehrenbezeugung als unangemessen angegriffen, und selbst Kardinal Za- barilli hat seinerzeit darüber geschrieben, man solle diese Ehr- furchtsäußerung nicht übertreiben, damit es nicht den Anschein habe, als würde der Papst ebenso geehrt wie Gott. Doch haben diese Stimmen nichts geändert, und der Fußkuß wird dem Papst allgemein zugestandeu. Ausgenommen von der Verpflichtung dazu sind nur regierende Fürste«: und Protestanten. So war auch der englische Preiniermiuister A s q u i t h bei seinem jüngsten Besuch davon befreit.
* Berühmte Spinnenfreunde. Es ist eine seltsame Tatsache, daß die Spinne, die sich im allgemeinen nicht des Wohlwollens der Menschen erfreut, doch zu jeder Zeit ihre besonderen Freunde hatte, die sich an ihrem Tun und Treiben erfreuten. So wird im »Mondo animale" von der Vorliebe Jiiles Michelets für die Spiiuren erzählt. In seiner Jugend war der große Schriftsteller und Historiker Lehrling in einer Druckerei und arbeitete als solcher in einem Keller, wo er enge Freundschaft mit einer Spinne schloß. Zu einer bestimmten Stunde, wenn ein Lichtstrahl in den elenden.Arbeitsraum drang und seilten Sitz erhellte, kam die achtfüßige Nachbarin von ihrem Gewebe herab, um sich bei ihm ihren Teil Sonne 31t holen. Er empfing ihren vertrauensvollen Besuch, der ihm eine Abwechslung im langweiligen Einerlei der Arbeit war, stets mit großer Freude. Auch Henri Fabre, der „Homer der Insekten", wie Maeterlinck ihn nannte, war ein be- soliderer Spinnenfreund. Gern duldete er es, daß die Tierchen sich in seinen Bücher»: gemütlich einrichteten, bei Sonnenschein trug er sie aus das Fensterbrett und sorgte in jeder Weise für ihr Wohlergehen.
"Hunde als Mitkämpfer im Kriege. Wieviel die Hunde in diesem Kriege im Sanitätsdienst geleistet haben und noch leisten, wird von allen, die im Felde ihre Tätigkeit beobachtet haben, bestätigt. Weniger bekannt ist aber, wie häufig früher die Hunde als Krieger, als Mitkämpfer benutzt wurden. Schon 1121 v. Ehr. hatte ein chinesischer Kaiser die Kriegstüchtigkeit der Hunde erkannt und führte nach Ueberlieferungen stets eine Tibetdogge bet sich, eines jener mächtiger:, kräftigen Tiere, die, ivie Marco Polo berichtete, oft die Größe eines Esels erreichten. Terxes sührte nach Herodot im Krieg gegen Griechenland eine große Anzahl dieser Hunde mit sich. Und schon vor ihm hatte Darius diese starken Gefährte,: des Menschen in seine Dienste gestellt, indem er den Rückzug seines Heeres burtf) Hunde deckte. Ein Teil von ihnen verharrte auf dem verlassenen Schlachtlelde und machte durch wildes Gekläff den Feind glauben, daß die Perser noch da seien, während diese sich schon in aller Stille zurückgezogen hatten. Bei Marathon kämpfte ein Hund in den Reihen der Griechen gegen die Perser mit; er fand den Tod und erwarb sich den Ruhm, in dem berühinten Geinälde, das die Schlacht verherrlichte, mit fest- gebalten zu werden. Bei den Griechen wurden die Hunde allgemein zum Bewachen von Forts unb Schlachtfeldern verwandt. Besonders bekannt ,var die „Garnison" der 50 Molosserhunde, die in Korinth lag und den Wachtdrenst versah. Eines dieser Tiere verdiente sich durch seinen Mut und seine Aufmerksamkeit im Augen- btlck der Geiahr eine besondere Auszeichnung. Ihm wurde vom Staat ein silbernes Halsband mit der Inschrift .Verteidiger und Retter von Korinth" verliehen.
vüchertisch.
— Dem Generalfeldmarschall tft zu seinem goldenen Mtlitärdienstjubiläum die neuesteNummer 879 (Kriegsnummer88) der Leipzig er „Illustrierten Z eitun 9* (Verlag I. I. Weber) in der Hauptsache gewidmet. Die Nummer eröffnet ein markiges Bildnis de« dentschen VolkShelden nach einem im Hauptquartier Ost geschaffenen Gemälde des hannoverschen Künstlers Georg Backhaus. AuS dem Leben gegriffen und darum von packender Wirkung' sind auch die Bilder „Hindenburg und Ludendorff" von Profeffor Hugo Vogel und „Ein Abend bei Hinden- bürg" von Profeffor Arnold Busch, hier den Heerführer in gemütlicher Tafelrunde zeigend, dort zusammen mit seinem Generalstab»- chef beim Kartenstudtum. Kein geringeres Jntereffe bieten zahlreiche unbekannte Aufnahmen aus der militärischen Laufbahn Hinden- burgs, wie au» seiner Tätigkeit im Felde. Die großzügige, au» Sachkenntnis geschöpfte Würdigung HtndenburgS und seiner strategischen Großtaten stammt aus der Feder de» bekannten Militärschriftstellers General der Infanterie z. D. von Janson. Eine ausgezeichnete Ergänzung dazu bieten die reizvolle Einzelheiten enthaltenden Artikel „Hindenburgs Charakterbild" von HanS Osman und „Der Feldmarjchall im Felde" von Friedr. Bertkau. Zweifellos bildet diese Hindenburg-Nummer, die außerdem noch eine Reproduktion der Hindenburg-Büste von Profeffor Stanislaus Cauer, ein illustriertes Gedicht „An Hindenburg" von Professor Theo Sommerlad und Abbildungen von Hindenburg - Erinnerungsstätten bringt, eine wertvolle Bereicherung der über den Feld- marschall bisher erschienenen Publikationen. Im übrigen enthält das Heft noch mancherlei andere interessante bildliche und textliche Beiträge.
— Weltkriegs - Bilderbuch Franz!, Mich!, Mohammed. Text von Ludwig Pronold, Bilder von Albert
t ensellnann. Preis gebunden in Halbleinen Mk. 3.80. Verlag der l. Attenkofer'fchen Buch- und Kunstdruckerei. Verlagsbuchhandlung. Straubing a. d. Donau (Bayern). Das Buch, für groß und klein sehr amüsant, schildert in lustigen Versen den Hergang des Weltkrieges. Wertvoll sind besonders die zahlreichen bunten Bilder des Münchener Malers Albert Henselmann, eines Schülers Angelo Jank'S.
— Art ur Brause weiter: „WerdieHeimatliebt wird u". (Verlag von George Wester,nann, Brannschweig). Die Handlung des Romans wurzelt in der Liebe zur ostpreußischen He,mat und schildert die dortigen Derhältniffe in der Zeit des Russeneinfalles.
— F. Gräfin zu Reventlow, Der Geldkomplex, Roman. Preis geheftet 2 Mark. Verlag von Albert Langen m München. — Ihren Gläubigern hat die Gräfin Reventlow diesen geistreich lustigen kleinen Roman gewidmet. Me sie in ihrem Amouresken-Büchlein „Von Paul zu Pedro" die berühmte Liebe „nicht ernst" nahm, so mustert sie hier das liebe Geld und die Geldnöte überlegen und ohne Pose von der heiteren Seite. Der oder jener, ein abgesottener Kriegslieferant etwa, mag sich entrüsten, weil diese kecke Frau nicht einmal die Heiligkeit des Geldes, des mit Bosheit geladensten aller Objekte, respektieren will. Die Mehrzahl der Deutschen aber wird innige Freude an dieser Der- ulkung des goldenen Kalbes empfinden.
— Band Nr. 1057 von Kürschners Bücherschatz: „Der tote Passagier." Kriminal - Roman von Sven Elvestad. Autorisierte Uebersetzung aus dem Norwegischen von Rhea Sternberg. 111 Seiten Umfang. - Preis 20 Pfennig. - Hermann Hillger Verlag, Berlin W 9, Potsdamer Straße 124/135.
— K 0 chbuch für d t e f l e i s ch l 0 s e K ü ch e. 800 Koch-, Brat- und Backvorschrifteu. Von Frau Anna Barnbeck. 3. Auflage. Preis 90 Pfg. - „Größte Einfachheit — größte Wohlbekömmlichkett l" ist der Grundsatz des Büchleins, das auch einen Absatz über die Kochkiste enthält. Den Wert des Büchleins erhöht die Tatsache, daß seine 300 Rezepte in jahrzehntelanger, praktischer Erfahrung von der Verfasserin sorgfältig ausprobiert wurden. Der billige Preis macht es zu einen: Volksbuch für weiteste Kreise.
Arithmogriph.
1 2 3 4 4 8 Titel ei,:es Birch-Pseiffer'schen Stückes.
2 8 16 Deutsch-russische Stadt.
3 1 8 4 ein Tier.
4 8 4 4 8 Stadt in Frankreich.
4 6 2 2 6 spanischer Dichter.
5 6 5 6 1 8 8 ein Vogel.
6 8 1 3 2 nordische Gottheit.
2 6 1 6 7 schweizerischer Badeort.
7 3 8 1 8 nützliches Haustier.
8 2 4 8 ein Baum.
2 3 13 Gebirgsstock in der Schweiz.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben der Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Namen eines öfter- reichischen Dichters.
(Auflösung in nächster Nummer.).
Sch
Auflösung des Logogrisihs in voriger Nummer. Mail:, Maine.
- k
riftleitung:
Stufl. Goch. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn UniversitätS-Buch- und Steiudruckerei, R. Lange, Gleiten.


