„Benackendorff" nichts au tun mit dem alten Wort „Ben", Haken» Galgenhaken, an dein der Sünder, der „Bengel", gehängt wurde, und „Ecke"-Eiche, so daß der Name also die Geigeneichc bedeutete, unter der die Edlen ihres Amtes walteten. Er ist nichts anderes als die niederdeutsche Kurz- oder Koseform für Benno; dies Wort wiederum für Bernhard und Bernward.
* Wie sieht eine Milliarde aus? Seit dein Ausbruche des Krieges haben alle daran beteiligten Völker sich mehr und mehr daran gewöhnt, mit Milliarden gti rechnen. Dabei bedeutet eine Milliarde eine Größe, die man sich im Grunde gar nicht mehr vorstellen kann, und vollends ein Betrag wie der, der bei unserer vierten Kriegsanleihe zusammengekommen ist, reicht ganz in das Gebiet des Unvorstellbaren. Nur vergleichsweise kann man sich deutlich machen, wie eigentlich eine Milliarde aussieht. Eine schweizerische Zeitung hat dies unlängst aui recht hübsche Weise versucht. Nehmen wir an. daß eine Familie bei Christi Geburt eine Milliarde besessen und sie in einer ungeheuren Truhe ausbewahrt hat, ans der sie, ohne Zinsen zu erhalten, in jeder Minute einen Franken (80 Pfennig) entnommen hätte. Da aus diese Weise in der Stunde 60 Franken und täglich 1440 Franken vom Kapital abgehen, so müßte sich der Jahresverlust aus 018 400 Franken belaufen. Da nun von Beginn der christlichen Zeitrechnung bis zum Zi. Dezember 1915 1 524 000 Minuten vergär,gen waren, so würde diese Familie erst kürzlich bankerott geworden sein. In reinem Golde würde eitle Milliarde 320 500 Kilo wiegen; um sie hoch- znheben, müßten 6000 Menschen zusammentreten. Würde man die Summe in Zwanzigfrankenstücke,, aneinanderlegen, so würde eine Milliarde eine Strecke von 1v50 Kilometern bedecken; übereinander- gelegt würden die Goldstücke eine Säule von 33 000 Metern Höhe Hilden und mithin etwa achtmal höher aufragen als die Jungfrau. Nur sich des Ergebnis der vierten Kriegsanleihe zu vergegenwärtigen, muß man sämtliche genannten Maße mit 10,6 verviel- fältigen; die znsammengeflosfene Summe würde also rund die 80fache Höhe der Jungfrau darstellen l
* Ein Sprung ans 3500 Metern Höhe! Die gewaltigen Kämpfe um Verdun werden voraussichtlich auch in der Geschichte der — Fatlschirmtechnik fortleben. Wie nämlich aus Paris berichtet wird, ist es einem französischen Beobacht,mgsosfizler geglückt, sich mittels eines Fallschirmes aus einer Hohe von 3500 Metern in die französischen Linien herabzusenken und dort unversehrt den Boden zu erreichen, lieber den Vorgang wird der französischen Presse folgendes berichtet: Es war bei Malancourt, ein Artillerieduell von unerhörter Geivalt zerriß die Luft, als ein französischer Fesielballon mit einem Offizier aufstieg, der von oben das Schießer, der französischen Batterien leiten nnd gleichzeitig Aufnah,neu der deutschen Linien machen sollte. Alle Blicke folgten der immer höher steigenden Bronzewurst, die eirre ganze Zeitlang in ruhiger Stetigkeit am Himmel schwamm, bis sie plötzlich eine Erschütterung durchlief, der ein bedenkliches Schwanken und Tiefergeher, folgte. Das Tau, das den Ballon an, Boden festhielt, war von einem Geschoß durchschnitten rvorden. Dabei wehte ein heftiger Wind und dieser Wind trieb der, Ballon den feindlichen Linien immer näher, wo ihn heftiges Feuer empfing. Der darauf befindliche Offizier schien verloren, als sich plötzlich ein durrkeles Etwas von dem Balkon ablöste, der sich in einer Höhe von etwa 3500 Mtr. befand und langsam tiefer sinkend zrr den französischen Linien zurück - trieb. Wirklich war es den, Beobachter gelrrngen, einen Fallschirm zu entfalten und mit dessen Hrlfe sich zrr retten. Während der Ballon verschwand, näherte sich der Offizier immer mehr den französischen Stellungen und zrvanzig Minuten später konnte er landen.
* Ein Appell gegen den Kleiderverbrauch in England. Der im Verein mit dem Wachsen der Kriegsausgaben fortwährend steigende Geldmangel in England verarr- laßte das „Komitee der Natiorralorgamsation zur Sparsarnkeit im Kriege* in London zur Herausgabe einer Liste neuer Sparsam- kertsgebote. Unter den Dingen, die arrf diesen Listen, deren Abzüge in allen Straßen an oen Häusermauern angeschlagen sind, als überflüssig und darum unpatriotisch bezeichnet werden, stehen an erster Stelle die Privatautonrobile und Privatmotorräder. Das zweite Gebot warrrt davor, in der Hauswirtschaft mehr dienstbare Geister als unbedingt nötig zrr beschäftigen, damit noch mehr weibliche Arbeitskräfte zur Tätigkeit in der, unausgesetzt an Personal- rnangel leidenden Munitionsfabrikei, frei werden können. Besonders eifrig aber wird in der Londorrer Gesellschaft das dritte Gebot besprochen, das neue Kleider und Anzüge auf den Index der unerwünschten, rveil gegenwärtig höchst unpatriotischen Anschaffungen setzt. „Kaufet niemals," heißt es, „neue Arrzüge oder Kleider, wenn dies nicht unbedingt nötig ist. Denkt endlich daran, daß es in Krie^szeiten durchaus keine Schande ist, die alten abgetragene,» Kleider zu tragen, so lange sie noch Halter,. Auf diese Weise werdet Ihr Geld ersparen, das für die weitaus dringlicheren Kriegszwecke nötig ist, und wenn Ihr mit guten, Beispiel voran- geht, werden Euch bald alle folgen. Denket daran, daß das Land die Hilfe, die Ihr ihm auf diese Weise zuteil werden lasset, auch zu belohnen wissen wird."
* Der neue Stahlhelm des englischen Infanteristen. Je weniger die Franzosen in ihrem verzweifelten Kampf an der Westfront von der Gegenwart der englischen Arnree
verspüren, in je größerer Zurückhaltung die To,n,nies verharren, desto mehr sucht die englische KriegSleituna mit Hilfe der Londoner Presse von ihrer hervorragenden Tätigkeit von sich reden zu „rachen. Während die Franzosen bei Verdun eine Division nach der anderen in daS mörderische Feuer schicken, während sranzösische Zeituiwsleiter wie Clemenceau immer dringlicher „ach dem britischen Verbündeten rufen, begnügt sich John Bull in seiner angeborenen Bescheidenheit damit, die Ausrüstung seiner Soldaten durch kleine Neueinführungen zu verbessern und sein eigenes Loblied zu singen. Die neueste Tat des englischen Kriegsamtes besteht in der Einführung eines Stahlhelnrs für die Infanteristen. Die französischen Truppen bluten auf heimatlichem Boden, und die englischen Krieger setzen sich kühn den neuen Stahlhelm aus. Und selbst hierin sind die Briten bloß Nachahmer ihrer Genossen aus dem Kontinent, denn der französische Stahlhelm ist längst lm Gebrauch, während der englische erst jetzt ins Feld versandt werden soll. -Aber -- sagt der „Daily Telegraph" — der englische Helm ist in jeder Beziehung unvergleichlich besser und sinnreicher als der französische. Ja, er ist mit Hilfe des MunitionSministeriumS, deS Kriegsamtes und einer Schar von Ingenieuren, Zeichnern und anderen Sachverständigen so großartig geworden, daß er in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat. Die militärischen Kritiker — die englischen natürlich — beschreiben diesen Helm als das wissenschaftlichste Kopsschutzmodell, das jemals ausgearbeitet wurde. Der Helm, der die Form einer runden Kappe hat, ist aus besonders gehärtetem Stahl, mit einem schmalen Schildrand über Stirn und Hinterkopf. Die Kopfform ist viel niedriger als die sranzösische. Die Form ist außen überall rund und glatt polrert, damit keine ebene Fläche oder breite Kante den Projektilen ein ebenes und darum leicht durchdringliches Ziel biete. Besonderer Wert wurde auf den geringen Umfang der Kopfform gelegt. Einer der Hauptfehler des französischen Helmes soll darin bestehery daß infolge seiner hohen Form die Luft zwischen Kops und Helmoecke bei kühlem Wetter ein unbehagliches Gefühl von Kälte erzeugt, und daß zugleich das Gewicht des Helmes sehr fühlbar wird. Der englische Helm ist mit einem dichten Filzbelag gefüttert, über den eine Schicht Watte gepreßt ist. Zwischen Filz und Watte befinden sich Pfropfen ans Gummi, die eine Erschütterung abschwächen sollen. Die Watteschicht rst mit einem desinfizierenden Mittel getränkt und soll, falls ein Schuß durch den Helm dringen könnte, blutstillend und zugleich antiseptisch wirken. Bisher sollen 100 000 dieser neuen Helme fertiggestellt worden sein.
* Welcher Gustav? In Stockholm geht zurzeit ein hübsches Geschichtchen um. Lebte da ein eifriger, zeilenhungriger Zeitungsberichterstatter, dein zu Ohren gekommen war, daß ein königlicher Lakai demnächst seinen soundsovielten Geburtstag feiere und der alsbald den Gedanken faßte, diesen denkwürdigen Tag durch eine Zeitungsnotiz gebührend bekannt au machen. Er ging also zum Fernsprecher und rief beim Königlichen Schloß an, um eine „Aufklärung für die Presse" zu erbitten. ES entspann sich folgende Unterhaltung: Hallo! Ist dort daS Kgl. Schloß? — Ja. — Ist Herr Kammerherr dort? — Nein, aber worum handelt es sich? — Ja, es handelt sich um Hoslakai Blomsterkvist, der in diesen Tagen. . . aber mit wen, habe ich denn die Ehre zu sprechen? Ist es vielleicht Herr Blomsterkvist selbst? — Nein. — Entschuldigen Sie, es ist wohl nicht der Herr Hofmarschall? — Nein. — Na, wer ist es denn? — Es ist Gustav. — Welcher Gustav? — Gustav der Fünfte. — Euer Majestät . . . Euer Majestät ... ich bitte untertänigst um Entschuldigung ... — Ja, ja, aber was wollten Sie denn nun ? — Es war . . . eS war Ew. Majestät . . . Euer Majestäts Herr Blomsterkvist ... der vollendet . . . hm . . . — Wollen Sie bitte warten, ich hole Blomsterkvist.*
Silbenrätsel.
dir, by, tur, cn, cus, del, e, en, gel, bam, her, hol, i, I, ka, la, len, ming, na, ne, nie, liier, no, no, noe, ra, ro, ror, spie, schach, se, sos, to, tris, nrn, zer.
AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen els Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Namen eines nordischen Dichters und den Titel eines seiner Werke bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:
1. Eine durch Elementargewalt vernichtete Stadt.
3. Held eines bekannten Volksbuches.
3. Musikalische Bezeichnung.
4. Stadt an, Bodensee.
5. Altgriechischen Sänger.
6. Eine Truppengattung.
7. Aeußerung des Spottes.
8. Englische Stadt.
9. Altägyptischen König.
10. Eine Muse.
11. Hauptbestandteil der nordischen Wälder.
(Auflösung in nächster Nummer.). . t j )
Auflösung der Charade in voriger Nummerr Fischotter (Fisch, Otter).
Schriftleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


