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ethischen Höchstwertes. Seb. Bach ist zweimal mit Frauen aus musikalischen Familien verheiratet genasen und hatte — die größte Seltenheit bei einem Genie! — zahlreiche hochbegabte Söhne, Erben seines Talentes: 1730 schreibt Bach von seiner Kinderschar „Insgesamt aber sind sie geborene Musici". .
Als besonders lehrreiches Beispiel für unser Thema erscheint die Tichtergestalt Grillparzers. Ganz von selbst kommen bei ihr sämtliche Gesichtspunkte noch einmal abschließend zur Sprache.
Ungleiche psychische Konstitution der Eltern: der Bat er ein kaltherziger, übergenauer Jurist: die Mutter eine übercnipfind^ samc. phantasievolle, musikalische, krankhaft-verletzbare Psya>e. Endet durch Selbstmord. . .
Kräftigkeit und Gesundheit der psychischen Konstitution: von Grillparzers drei Brüdern mar einer paranoisch, einer ein Verschwender, der dritte endete durch Selbstmord. Ter Hochbegabte war also gerade der am wenigsten pathologische.
Fehlen eines Schlußsteins im Bau seiner Psyche, und zwar eines ethischen Bestandteils: der Entschlußfähigkeit. Grillparzer war geneigt, sich von Hemmungen überwältigen zu lassen. Es ist bezeichnend, wie dieser Mangel bei seiner Begegnung mit der genialen Vollnatur Goethe hervortrat: von diesem mit Ehren: empfangen und zu wiederholtem Besuch eingeladen, reiste Grillparzer in der Befürchtung ab, dem längeren und intensiven, Zusammensein mit Goethe innerlich nicht gewachsen zu sein. Grillparzer trug sein ganzes Leben schwer an dieser Minus-? Anlage. Grillparzer ivar für ein Tichtertalent frühreif.
Produltionspausen und Inspiration. Grillparzer konnte viele Monate als trockener Finanzbeamter umhergehen, bis ihn ein glückliches Motiv zu fast utrunterbrochener, sofort formvollendeter Produktion an das Pult bannte. Parallelen dazu bietet die Geschichte der Talente in Fülle. Tie normale Ermüdung ist hierbei nahezu ausgeschlossen, ein biologisch sehr bemerkenswerter Umstand. — Nebentalent: Grillparzer war ein leidenschaftlicher Musiker, was wohl ein Muttererbe war. Doppeltalente sind relativ häufig, es sei an Michelangelo, den Dichter, — Lionardo, den Mechaniker, — Rubens, den Diplomaten, erinnert.
Grillparzer hatte nicht bloß keine hochbegabten, sondern überhaupt keine Nachkommen. Tabei war seine feingestimmtc Psyche zur Liebe geschaffen, wie die Beethovens — bei beiden „kam es nicht dazu", der Liebe Leid und Sehnsucht haben sie reichlich gekostet. Ueber die Ehen der Talente wäre viel zu sagen. Schillerl schloß seine Ehe, die ihn stark gefördert hat, Goethes Ehe wird erst bei eingehendem Studium verständlich und bleibt bedauerlich WÄier der eine noch der andere hatte begabte Nachkommen.
Das ist, mit verschwindenden Ausnahmen, das Schicksal des Genies, es ist im besten Falle nach wenigen Generationen auch das des Talentes. Was bedeutet es nun, daß diese Höhepunkt« erklommen werden, im biologischen Sinne, was fyat die gewaltige Schwingungsweite der menschlichen Seelenfähigkeiten uns zu sagen?
Sie haben, festgehalten und verwertet in der Ueberlieferung Und, das psychische Erbe in seinem tiefsten Wesen veredelnd, ihren besonderen Sinn in der menschlichen Entwicklung, ihre gerichteten Ziele. Die Talente sind zugleich die Propheten, welche die fernen Endpunkte dieser neuen Entwicklung ahnen rmd vorempfinden lassen, welche die Massen der Individuen diesen Zielen tzmmerklich entgegentreiben.
vermischte».
'Was eine Volks! ch ullehrerin im Kriege erlebt. Eine Dolksschutlehrerin schreibt uns: Wahrhaftersrischend ist es, zn sehen, wie unsere Volksschulkinder mit Leib und Seele den Krieg nuterleben. Dabei haben sie doch unzweifelhaft unter den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen so mancherlei zu leiden. Um so rührender ist daher die Opferwilligkeit, die sich bei jedem Anlässe zeigt, wenn es gilt, den geliebten Feldgrauen eine Freude zu machen. Da komint z. B. neulich ein kleiner neunjähriger Junge zu mir und fragt schüchtern, ob er nicht seinen Apfel in den Klassenschrank legen dürste. „Wozu denn, mein Junge?' „Ich bekomme jeden Tag einen Apfel mit. Wenn ich ein Dutzend zufainmen habe, so fönnte ich doch einem Soldateil ein Paket schicken." Ein anderinal bringt ein kleines Mädchen 50 Pfennig mit, die es für Aufwaschen bekommen hat und sagt: „Für Schokolade für die Soldaten!' Jede Klasse ist ausgeschmückt. An Tür und Wänden. ja, am Schrank, sind Bilder von unseren Heldeil, die voll den Kindern selbst gespendet siild. Schon oft habe ich beobachtet, wie so ein nicht immer einwandfrei sauberes Händchen liebkosend über „unseren Hindenburg' streicht. Der Patriotismus der K,nder ist immer wach. Da gebe ich neulich in der Recheustunde als ailgewandte Subtrakionsaufgabe folgenden Saß:
»Ich gehe zu Wertheim mit einem Zwanzigmarkstück-" Sofort
schnellt ein Frnger in die Liift und eine vorwurfsvolle Stimme sagt: „Bitte, Schein!" Niemals aber hängen die Augen der Schüler so an den Lippen der Lehr-erin, wie in der Kriegsstunde, in der über die augenblickliche Stellung unserer Heere gesprochen wird.
.Wer steht vor Valona?' frage ich neulich in der Knabenklafse. Walter melbet sich stürmisch und erklärt: „DaS sind welche von der kuckarmee I' „Walter, du verwechselst das wohl mit der Kluck- armee, die steht tut Westen!' Walter aber versetzt gekränkt: „Es steht doch aber tlniner da in den Zeitungen: „K. u. K. Ar,nee!■ Auch auf das Gebiet der hoheil Politik wagt sich die leichtfüßige Kindlichkeit. „Wer ist Tirpitz?" forsche ich nach, anläßlich des Rücktrittes unseres Großadlnirals. Das ist der Oberste der Flotte, versetzt ein Kind. ,Er ist ähnlich wie Hindenburg" und dann fügt das kleine Mädchen mit ganz groß fragenden Augen hinzu: »Ja, aber warum geht denn der Mann?'
* Der prophetische Londoner Bankier. Der Krieg, der alles verändert, ist auch auf die vielgerühmte Kühle des englischen Gemüts nicht ohne Einfluß geblieben. Während anfangs nur in Frankreich die mehr oder »ninder zweifelhafte Kunst mystischer Delltuugen und Prophezeimlgen gläubige Jünger fand, wurde im weiteren Verlauf der Ereignisse auch der kalte Geist der Briten von diesem Fieber augefteeft Nun hat auch London seinen Kriegs- prophetelr, und der „Excelsior' weiß hierzu Näheres zu berichten: Ern Offizier in London, der sich an die Front begeben ivollte, stattete seinem Bankier, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verband, vor seiner Abreise im Herbst 1915 einen Abschiedsbesuch ab. „Sie werden nicht lange von England wegbleiben,' bemerkte der Bankier; in kurzer Zeit werden Sie mit einer leichten Verwundung an der Halld zurückkehren.' Und wirklich ivllrde der Offizier bereits nach wenigen Wochei, an der rechten Hand verletzt. Als er sich nach der Heilung wieder von dem Bankier verabschiedete, sagte d,eser: „Diesmal werden Sie längere Zeit im Felde sein, dann aber lverden Sie ziemlich schwer am rechten Bein ver- lvendet werden.' Als der Offizier, der am rechten Bein von eine>n Geschoßsplitter getroffen wurde, zum zweitenmal nach London kam, fragte er den prophetischen Geldmaun: „Da Sie mir nreine Verwundungen so richtig vorailssagten, werden Sie mir wohl auch verkünden können, mann der Krieg zu Ende sein >vird V Worauf der Prophet erividerte: „Der Krieg wird am 17. Jimi 1916 beendet sein. Aber ich lverde den Frieden nicht mehr erleben, da ich klirz nach Neujahr sterben werde.' Und der Bankier slarb auch wirklich ain 2. Januar 1916. Seit seinein Tode spricht inan in ganz London davon, daß der Krieg nur bis z,lm 17. Juni dauern lverde. . . . Der „Gaulois" aber, der dieses Geschichtchen jetzt wiedergibt, fügt mit unfreiwilliger Offenheit hinzu: „'Also Gott sei Dank nur noch drei Monate'.'
* Mehr Höflichkeit — mehr Geld. Die geringe Bereit- ivilligkeit der französischen Bürger, ihre im Kriege so dringend vo,n Staate benötigten Steuern pünktlich und in der geforderten Höhe zu zahlen, veranlaßt das ..Journal des Dubais' z,l einem Vorschlag, der seiner Originalität halber wiedergegebcn zu werden verdient. Vielleicht könnte die Unlust der Steuerzahler vermindert werden, so meint das Blatt, wenn man ihllen durch höflichere Abfassung der Zahllmgsaufforderlingen entgegenkommt! Zur Zeit des französischen Kaiserreichs z. B. lvar der AmtSschuuinel von berückender Liebenswürdigkeit. So wurde das Urteil der Galeerenstrafe in den Satz „de,n Kaiser als Sträfling dienen" eingekleidet. Und eine Steueraufforderung hatte den Wortlaut: „Sie werden gebeten, es als angenehm zu empfinden, die nach dein Bordrtlck vom Köllig angeordnete Steuererklärung abzlileqen. Der König hat keineslvegs die Absicht, Ihre Finalizen zu schwächen. Aber da seinen Geboten gehorcht werden muß, rate ich Ihnen, dies zu tun, rrm sowohl Jhneli, wie auch dem stets zu Ihren Diensten stehenden Unterzeichneten Amte mühsame Unannehmlichkeiten zu ersparen.
Ureurrötje!.
In die Felder nebenstehender - Figur sind die Buchstaben
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h h iiii k k nnnnnn oop ■p™ 1 2 3 4 '7"'1 prrrrassstt nn
_derart einzutragen, daß die
senkrechten und wagerechten
-Reihen gleichlautend folgendes
ergeben:
1. Männlichen Vornamen.
2. Ein Edelwild.
- 3. Altgriechisches Heiligtum.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Ausgabe in vorlgLr Nummer i Weiß. Schwarz.
1. T c 4 - o 5 f T nimmt T.
2. T b - 4 b 7 f T nimmt L o 8.
3. Bauer nimmt T c 6 — c 5.
4. Pb2 — b 4 | Bauer nimmt D f
b.Baucr nimmt Bauer y und Matt.
Echrijlleitung: Aug, «och. - Rolati.uSdruÄ amd «erlag der Äriihl'sche» UuiversilätS-Buch- u»d Stciiiörucfcrei, R. Lauge, (Sichen.


