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vermischtes.
* Eine hiftoris ch.e A nekd o t c. Die Vorwürfe, die sich die Brächte der Entente gegenseitig bereits verschiedentlich wegen der Geld- und Blutopfer, die sie für einander gebracht, gemacht haben, erinnern an eine weltgeschichtliche Anekdote, die wie folgt überliefert wird: Der französische Kriegsminister Lonvois machte eiiift Ludwig XIV. Vorstellungen wegen des hohen Soldes, ben er den Schweizern, voit beiieu 30 000 uu französischen Heere Meuten, zahle^ „Von dem Gelde, Sire," sagte er, „könnte inan ja eine Straße von Paris nach Basel mit Talern pflastern !" Der schweizerische Oberst Stuppa, der anivesend »vor, erwiderte: „Und mit dem Blute, daS Schweizer bis jetzt für Frankreich vergossen haben, könnte mau einen Kanal von Paris bis Base! sülleu l"
Gäiiseb raten als F a st e n s p e i s e. Biele Verehrer einer gilt gebratenen Gans haben in dem vergangenen Kriegs- winter aiif diesen Geunß leider verzichten müssen, oa er bei den hohen Gänsepreisen beinahe nur Kri^gslieserauteu möglich ivar. Um so überraschender ist es heilte für uns, wenn wir hören, daß es einst eine Zeit gab, in der Gänsebraten als Fastenspeise galt lind als solche ausdrücklich vielfach genossen ,vurde. Es handelte sich daber freilich^ nicht um unsere zahme Hausgans, sonderii uin die sogeiiannte Seegaiis oder Ringelgans - LraMa beruiela U.). die auch Baum-, Bernikel- oder Bernakclgaiis genannt wird. Sie ist ein vollkoiiiiuener Seevogel, ivohiit ans deu Inseln mtb an bcu Küsten der alten unb neuen Welt zwischen dem 60. itnd 80. Grad nördlicher Breite und erschein! im Oktober und November, danii im April und Mai scharenweise an den Küsten der Nord- lind Ostsee. Die nordischen Völker jagen unb sangen estrig diese Gänse, die im früheren Mittelalter, um die Berechtigung dieses Vogelwildprels als Fastenspeise zu erweise t, für das Produkt vo»i Bäumen ausgegeben wurden. Diese seltsanie Metarnorphosenlehre, die ans orientalische Quellen zurückiveist, >vird zuerst in den „Mußestunden" (Ofcia imperiolia“ des Gervasius von Tilburg uin 1211) angeführt. Dort heißt es im 73. Kaoitel: Die Ringel- oder Bernikelgans entstände nicht'aus Eiern, sondern wachse ans den Aesten von Ufer- bäinnen. ,Jn der Grafschaft Kent, in der Nähe der Abtei Favers- hani, entliehen ain Meeresstrande Bäunichen nach Art der Weiden. Ans diesen sprossen Knoten, fast wie Knospe»! neuer Triebe, die, wenn sie dein Alter ihrer Entstehung -gernäsz ausgeivachse»! sind, in Vögel verrvaiidelt werden. Diese hängen die ihnen von der Natur znerleilten Zeiten hindurch am Schnabel abwärts und fallen nach der Belebung und nachdem sie gleichsam ihre Jugeudperiode durch- gernacht, mit Jauftem Flügeljchlage ius Meer, ziehe»! sich auch, von der Ebbe bloßgelegt, bei der »nenschlichen Berührung zusammen." Unter Bernfnng hierauf »vnrde die gebratene' Bernikelgans jahrhundertelang ^.als Fasteiispcise verzehrt, auch noch, nachdem der Holländer G. de Vera in seinen! Buche, über Spitzbergen (1599) die dortigen Nistplätze der Vögel entdeckt und beschrieben hatte. Andere Schriftsteller behaupteten mit unerschütterlicher Hartnäckigkeit die Entstehung dieser Gänse aus auf der Meeresoberfläche treibeudeii wurmstichigen Hölzer»! und lüoflteu den Jugendziistaud des Vogels in der Entemnuschel (I^epas auatifera) erkennen. Erst nach iv»eder- holtem kirchlichen Verbot ist diese denkivürdige Gans ans der Liste der während der Fastenzeit erlaubten Speisen verschwunden. Die Literatilr über die Frage, ob das Fleisch der Ringelgans als Fastenspeise anznsehen sei oder nicht, erstreckt sich über ein halbes Jahrtausend ; sie reicht vom 13. bis ins 18. Jahrhundert.
vüchertisch.
— Die I n se l - B ü ch e r e i — die wohlbekannten schmucken Bändchen im bunten Papptleide, die so fröhlich anznsehen mtb so ha»idlich zu lesen sind — hat in einenl Zeiiranin von etivas über drei Jahren einen Absatz von zwei Millionen Bändchen erzielt u,id ist in unzähligen Exernplaren auch im Felde verbreitet. Die Sammlung umfaßt bisher 187 Bände, die alle Gebiete der Literatilr, die besten Erzählungen, Gedichte, Briefe, geschichtliche uub philosophische Abhandlungen berücksichtigt.
— .Erträumtes und Erlebtes". Die bekannte und vielgelesene Sammlung „Ans den Tagen des großen Krieges" (bei Velhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig) wurde kürzlich durch eine»» nei»en Baud bereichert, den »vir empfehlen können: „Erträumtes und Erlebtes" heißt der Titel dieses kleinen Buches, in dem eine Aiisivahl von Kriegsnovellen ans der Feder namhafter Novellisten 511 einem bunten in den verschiedensten Farben schillern- den Strauß vereinigt lvnrde. Mit Beiträgen sind untec anderen vertreten: Fr. W. von Öfteren, Friedrich Freksa, Kurt Küchler. Ak. E. beite Grazie, Karl Freiherr vo,l Berlepsch.
— Eonrad von Höhendorf. Ein Lebensbild nach originalen Quellen mtb persönlichen Erinnerungen e itnion'en von ^ . v 0,1 d a st 0 r , k. k. Hofrat, 0 . ö. Professor der Geschichte
luuversität zu Innsbruck uub Direktor des österreichischen histor,,che,i Instituts z,t Roin. Mit Eonrads Bildnis »nd Schrift- pro^e. Elftes bis fnnfzehntes Tausend. Ein Teil des Reinertrags wird Zwecken der Kriegsnirsorge geividniei. 8°. (XII u. 104 S.f v^Olburg und Wien 1016 , Herderschc Berlagshandlung. Kart.
Schristleitting: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der B.-ü
Gietzener Hausfratten-Bereitt»
W 0 chen - K ü ch e n z e t tet
Sonntag: Grünte rnfnhpe, Kalbfleisch, TomaidetrtMke,
Apfelmus.
Montag: Kalbfleisch brühe mit Niideln, Wirsing und Kartoffeln.
Dienstag: Brotsuppe, Milchreis ^Kochkiste!.
Mittwoch: Mäggisuppe, Grießklöße*) und Backobst
Donner s tag: Kartosfelsuppe niit Grünzeug, SeÜeriege- genliste*) mit Klößchen.
Freitag: Selleriesuppe, Kabeljau. Senfvutter
S a ui s tag: Sagvsuppc, Fischfülze *), Kartoffelsalat.
Kochatttveismrgen.
Grießklöße (für 4 Personen) : 1 Pfund mittelfeiner Grieß wird mit nn ge fahr V> Liter siedender Milch angebrübt. daß de-r Teig ganz steif ist. 2 Eier und etwas Salz rverden dazu getan. So läßt man beit Teig eine kleine Viertelstunde stehen, oann kommen von 5 Weißbroten die in Schmalz gerösteten Klößbröckeln daran. Mit dem Löffel Klöße.abgestochen und in siedenden! Satz rvassep y 4 Stunde kochen.
Selle r i eg e m ü s e mit Klößchen: Sellerie rveich gekocht^ von der Brühe schöne holländische Tunke breitet, Sellerie in Scheiben geschnitten hinein, ebenso kleine vorher in Saüz Wasser ab gelöstste Fleisch kl oste dazu getan.
Fischsülze: Nach Antveisung des Gelatine-KockchucheS, ^eite 13.
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Rezepte von F r a n L a i h.
Ge rnü s e p lldd i n g mit To nr a ten tunke: Man nimurt 1 Pfund Spargel und 1 Pfnnd Erbsen mit Karotten oder nur Spargel oder nur Erbsen mit Karotten. Vs "Pfund Fett wird mit V* Pfund Mehl gedämpft und mit so viel Gemüse brühe glatt gerührt, bis sich die Masse von! Tops löst. Dann schüttet man ik Masse in eine Schüssel, fügt 3 Eier, das Weiße zu Sckmee ge-> schlagen, Salz, 50 Grauun geriebenen Käse, 1—2 Lössel Kartoffel- mehl l«nd das Gemüse hinzu. Alles gut mischen und in einer vorgerichteten Form 1 Stunde im Wasserbad kochen odet'backen.
T o m a te n t ll n k e: Etwas Fett und seingeschniltene Zwiebel halbgelb rüsten, 2 Eßlöffel Tomatenmark, 1 Tasse Wasser oder Fleischbrühe unb 2 Eßlöffel geriebenen Käse. AlKT gut durchs kochen lassen. «
Reis mit Aepfel: Aepfel 1 verden geschält, in, Scheiben geschnitten und in etwa 1 Liter Zuckerwasser tveichgekocht, dann niit einem Schaumlöffel herausgenommen. Inzwischen brüht mjatt Vs , Pfund Reis ab, gibt ihn in das Aepfelwasser und kockst ihn weich Eine Form wird mit Wasser ausgespült. In diese Form gibt man Reis und Aepfel lagemveise und stürzt dann die Masse auf eine Platte. Etlva V* Pfund Erdbeer- oder Aprikosenmarmelade verdünnt man mit 2 Tassen Wasser und läßt es auskochen. Fügt dann unter stetem Rühren 1 Eßlöffel Mondamiuersatz, mit etwas Wasser angerührt, hinzu und gibt die fertige Tunke über den Reis.
Buttermilch- oder D i ck m i l ch p ud di n g: 1 Liter- Butter- oder Dickmilch gut geschlagen, Zucker nach Geschmack, etirmS Ruin und 12 Matt aufgelöste Gelatine, wovon einige rot sein können, füllt man in -eilte mit Wasser ausgespütte Puddingform mrd stellt die Masse 6 Stunden zum Erstarreu hin. Marr reicht Vanille-- tunke dazu. In Frredenszeiten kann man diese Speise auch von saurem Nahm machen. -
Zchach-Uufgabe.
Von W. Bone.
Auslösung des Versteckrätscls in voriger Nummer: Der Zorn ist ein schlechter Ratgeber.
'scheu UniversitälS-Buch und Steindruckerei, N. Lange, Gießen.


