Unverivandt sah der jnn<re Mann Anna an. <sie hat^*u tiefernst, zu entschlossen <gespvochen. Dies war keine AuFenbltcks-
^' ^o^angsam erhob sich Jmino, reichte der Bäurin die Hand uird aina wortlos hinaus. Ms er fort war, setzte sich Anna mit ernen Stuhl und weürte heiß und verzweifelt, aber sie wnßte nutzt
^Wochen folgten den Tagen und Monade den Wochen. Die Bäurin tat wieder ihre Arbeit wie vordem, aber der Antrieb war ukfa die Freude an der Pflichterfüllung, die ihr bisher über die Trostlosigkeit ihres Ehelebens hinweggeholfen hatte, und auch nicht die Freude an der Arbeit selbst. Stumps, fast automatisch wurde sie verrichtet. r „ . _ a ~
Es war ein kalter, stürmischer Novemberabend. Das Tage- lverk war getan Und Anna t>atte sich in ihre Stube zurückgezogen. Hier saß sie an einer Näharbeit, während das Gesinde bereits zur Ruhe gegangen war. , r .
Plötzlich schlug der Haushund wütend <m, aber ebenso plötzlich verstummte das Gebell. Die Bäurin ging, um nachzusehen Doch iu der Stlibeutür trat ihr ein magerer Mensch-mit einem Stelzbein und entern abgezehrten, vergrämten Gesicht entgegen. Es war ziemlich dunkel im Zrmlmer, mrd genau konnte dre Bäurtn den Mann nicht erkennen. ,
Ta öffnete der den Mund nird sprach mtt müder Stimme: „9tun komme ich, doch noch wieder, Anna. Ich dachte, ich würd's uicht dnrchhalten und habe nicht geschrieben. Sve haben mich ausgetauscht."
Die Bäurin klamnierte sich mit der Hand am Tisch fest, sie fühlte, nne ihr das Blut vom Herren weg zum Gehirn strömte. Einen Augenblick war sie wie ohnmächtig. Daun, mit eiNean Mäale lvar alles klar in ihr, selig, klar. Sie wußte, warum sie so über alle Maßen unglücklich gewesen mar: den Brün Bruns, den sie gezwungen geheiratet, sie liebte ihn schon nach dem ersten Jahre. Sie hatte i^rc Vernunft gezwungen, nichts davon zu wissen, weil er^so kalt neben ihr herging.
?lber jetzt, jetzt dachte sie nicht an ihren Stolz, dachte nicht daran, daß er sie abwcisen könne. Sie achtete nicht auf das Stelzbein, nicht auf die verfallenen Züge. In jauchzender Freude warf sie sich ihm an den Hals.
„Du, du lebst nrir, mein, mein," stammelte sie.
In den Augen des Mannes strahlte es wie von Unglaube bafter, unfaßbarer Wonne. Da kam der Verstand. Er wollte sein Weib behutsam von sich schieben, doch er zog sre nur herher an sich.
„Dies, dies ist ja eckst! Aber träum« ich denn. Ich erfuhr doch vor lairger, langer Zeit, daß du den Jtnmo —- —"
Sie verschloß ihm seinen Mund mit Küssen.
„Kinderliebe. Du, du bist mein Mann."
vermischte-.
* Graf Do tz n a und die brandenburgifche Kriegsflotte. Es dürfte nicht allgemein bekannt sein, daß ein Graf Dohna vor 300 Jahren die erste Anregung zum Bau einer brandenbnrgischen Kriegsflotte gab, die dann der Große Kurfürst zur Gründung der ersten deutschen Kolonie in Afrika zur Verwendung brachte. Es handelt sich hierbei um den Diplomaten, -Lol- daten, Architekten, Krieasbaumeister und Geheimrnt Abraham Graf Dohna, der auch die Festungen Königsberg und Memel erbaute. Abraham Dohna, dessen Leben der Würzburger Universitätsprofessor Ehroust beschrieben hat, war nicht bloß ein geistig hochstehender Mann, sondern er hatte Charaktereigenschaften, wie sie nur wenigen Sterblichen zu eigen sind. In diesem Manne lebten höchste Einsicht, Energie, Initiative und Entschlossenheit. Obendrein ist er eine lautere, gerade gerichtete Natur gewesen.
* D ie brandenburgischen „Einjährigen' im
16. Jahrhundert. Man wird mit Erstaunen vernehmen, daß die Einrichtung der .Einjährigen' bereits im 16. Jahrhundert im kiudrandenbnrgischen Heere bestand. Sie werden im Jahre 1596 bereits erwähnt. Schon damals unterhielten die Kurfürsten von Brandenburg ein stehendes Heer. Dazu gehörte das Preußische Gardes-du-Eorps-Regiment, und neben diesem eine Leibwache des Kurfürsten, die aus den sogenannten .Einspännigen" und den .Adelsburschen' bestand, die beide nur auf ein Jahr verpflichtet waren. Jene waren angeworbene Reiterknechte, die Adelsburschen aber adelige Reisige, die'auch Pagendienste bei Hose zu tun hatten. Einspännige und Adelsburschen waren ausschließlich zum Schutze und zur Bewachung der kurfürstlichen Familie beslinunt und bei Besorgung etwaiger Aufträge zur tiefsten Verschwiegenheit verpflichtet. Je zwei Adelsburschen stand etit Bursche zur Bedienung zur Verfügung._
Vücherttsch.
— D i e Helden der .Möwe', deren kühne Wikinger- ährten und Taten die ganze Welt mit staunender Bewunderung
erfüllt haben, werden in der neuesten Nummer 3794 (Kriegs- nummer 6b) der L e i p zi g e r „I U u st r i e r t e n Z e i t u n g (Verlag von I. I. Weber) in einem ganzseitigen Bilde vorgesuhrt, auf dem jawohl der Kommandant^ Burggraf und Graf zu Dohna- Schlodien, und die Offiziere wie auch die gesamte Mannschaft zu sehen sind. Aus weiteren Bildern sehen wir die gefangenen Engländer, darunter die Geschützbedienungsmannschaften des „Elan. Mactavish', und die gefangenen Inder. Eine Zeichnung von Professor M. Zeno Diemer zeigt einen Flankenangriff deutscher Marine- flieget aus ein feindliches Lustgeschwader. Ter Marine ist auch der Leitartikel gewidmet. In Ihm behandelt Korvettenkapitän Hugo Waldeyer die Unterseeboote und ihre Bekämpfung. Im übrigen führt uns der bildliche Teil der Nummer wieder nach den verschiedensten Kriegsschauplätzen. Bon den textlichen Beiträgen seien hervorgehoben: Die Maßregelungen des Deutschtums m den Baltischen Provinzen von Dr. Vaterian Tormus, der religwns- geschichtliche Aufsatz „Heldentod" von dem Wiener Unwe^täts- proseffor Dr. Kart Beth, die historische Abhandlung über Wehrkraft und Wehrpflicht" von Alexander von Gleichen-Rußwurm. Für die Frauenrvelt ist von besonderem Interesse die lllustnerte Plauderei über die erste Modewoche in Fraitksurt a. M. von Irene Eucken, der Gattin des bekannten Jenenser Gelehrten.
- Das junge Europa (Kelet NLpe). Die publizistische
Aktion des .Jungen Europa" (Kelet Nöpe) wird im vorliegenden Doppelheft Februar-März von maßgebender Seite, namentlich im Hinblick aus die zwischen den Zentralinächteu und dem nahen Osten schwebenden Probleme gewürdigt. Hervorragende Arbeiten lieferten sodann n. a.: Exzellenz Staalssekretär Szterönvi (Ungar ,\ uns Bulgarien), der bulgarische Bautenminister D. Petkoff (die wirtschaftlichen Aufgaben der Zentraimächte und der verbündeten Balkanvölker), der biilgarische Staatssekretär Dr. Nicolas Pw^roff (die wirtschaftlichen Ausgaben der Zentralmächte und des schium- mernde.i Orients) und Exz. Gras Julurs Andrassy (unsere bulgarischen Waffenbrüder). Aus dem reichen Inhalt sind ferner die Essays Sr. E,ninenz des Kardinals Freiherr von Hornig (was wir an Pflicht und Liebe dem Vaterland schulden), Sr. Erg. Dr. Julius vori WlafsicS (la v6rit6 en marche) und des M. d. vi. Dr. Friedrich Naumann (unsere BundeSgenoffen und wir) ganz besonders hervorzu heben. , _ ^
— Vier Monate mit Mackensen. Von Tarnow- Gorlice bis Brest-Liiomsk von Erwin Berghau«. Preis 1 Mark. Verlag von Julius Hoffmann in Stuttgart.
— D i e 2. L i e f e r u n g von „W i e w i r u n s e r E i fee n Kreuz erwarben' ist soeben erschienen. Nach persönlichen Berichten von Inhabern des Eisernen Kreuzes 1914, bearbeitet von Friedr. Freiherr von Dincklage- Campe (Deutsches Verlags- haus Bong & Co., Berlin W. 57. Preis deS Vierzehntagehefles
50 Pfennig. _ tl , ... . ,
- „Krieg und Eh e*. Unter diesem Titel ist soeben un
Verlag Oesterheld & Co., Berlin W. 15, eine Flugschrift von Grete M e i s e l ° H e ß erschienen, die an die R e i n e r h a l t n n g d er Ehe, auch im Hinblick auf Trenniingen, wie der Krieg sie mit sich bringt, erinnern will. Die Schrift, welche in der Armee verteilt wird, ist durch den Verlag Oesterheld & Eo- Ute 80 Pfennig zu beziehen. Von Grete Meiiel-Heß erscheint in wenigen Wochen der seit 7 Jahren in Vorbereitung besiildliche zweite Teil ihrer iin Verlage vo,i Eugen Diederichs, Jena, erschienenen Untersuchung .Die sexuelle Krise". Der zweite Teil bildet den in sich abgeschlossenen, vom ersten Teil unabhängigen Hauptteil des Werkes und wird den Titel führen: .Das Wesen der Geschlechtlichkeit' mit dem Untertitel: .Die sexuelle Krise in ihren Beziehunaen zur sozialen Frage und zum Krieg, zur Moral, Rasse und Religion, und insbesondere zur Monogainie'. Die sexuelle Krise ist durch den Frauenüberschuß, den der Krieg vergrößert hat, eine brennende soziale Frage geworden und die Untersuchung von Grete Meijel- Heß will hier neue, reine Bahnen weisen. Einige Richtungslnuen des Werkes deutet das Flugblatt derselben Verfasserin „Krieg und Ehe" an. _
verfteckrütsel.
Man fuche ein Sprichwort, deffen einzelne Silben in folgende* Wörtern versteckt sind, wie die Silbe .an' in .Wanderer". Steuerruder — Zorndorf — Kisteubauer — Edelsteine — Fttrslengeschlecht — Muttersprache — GeheimratS- witwe — Magenbitter — Lebertran.
Auflösung in nächster Nummer.
Ablösung des Gitterrätsels in voriger Nummert
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Stuttgart
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Schristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck imd Verlag der Brühl'fchen UntversitätS-Buch- und Steiudruckerei, R. Lange, Gießen.


