Ausgabe 
20.3.1916
 
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. Mdelstzche, von denen alter ein leichtes Brennen ^smerKten o's^-h durch den gnrrzen Körper verbreitete. auSging.^e^an-genbLndiaer, der hier stets seine ergiebigsten Degehabt l-atte und wutzte, rvie man die Schlangen aus ihren lvckr. sprang vom Felsen, sobald der Ruf des KolonelS Lager olamierte. Er ritz ein Kamel am Zügel einpvr und sprang in den Sattel. Wie ein Sturmwind fegte er in die Wüste hinaus, aber niemand dachte Ml ihn. Heulend und schreiend rissen sich die Soldaten die Esa. die gesürchtetste Giftschlange der Wüste, die sie wohl kannten, vom Körper, aber es ivar keiner, der nickt nrehrere Bisse hatte, und schon singen beim einen und anderen die Glieder an, nnbetveglich und schwer werden, die Schmerzen, die auf die Giftbisse am ganzen Körper zu folgert pflogen, stellten sich ein.

Muhammed es Said jagte triumphierend auf dem hechtgrauen ReitLunel O'Nelll el Quirls nordlvärts gegen das Lager der Türken, und um die Felsen des Mrs Mnsa rauschten schon di« Schwingel: des Todes. _

Ueder Prophezeiungen

aus alter llnd neuer Zeit läßt sich Alexander Moszkowskl in der illustrierten Zeitschrift lieber Land und Meer (Deutsche Verlags- Anstalt, Stuttgart) und zivar in Nummer 21 vernehmen. Wir bringen einen kleinen Auszug, der sich auf die Weissagungen der Neuzeit bezieht: ... Ein unendlicher Zauber strahlt von den Zahl­proportionen aus, dem sie alle wie hypnotisiert nachstarren, die reinen Wisienschaftler, die mit Werkzeug, Experiment unb Algebra die Zukunft zu errechnen trachteten und in der Astronomie wirklich errechnet haben-nicht minder die träumerisch gerichteten Außenseiter, welche die Zahl mit magischen Elementen zusammen- quirlten und aus den: Gebräu neue Weisheiten aussteigen sehen wollten. Sehen wir rms einige wenig bekannte Beispiele all. Die als Unglückszahl zu unrecht befcörtene Primzahl 13 liefert den Schlüssel «um Leben mehrerer Großen; so ward das Dasein Richard Wagners voll ihr geradezu beherrscht. Nicht ganz frei von Willkür trat eine Zahlensymbolik auf, die in das Leben des ersten Deutscken Kaisers rechllerisch eindringen wollte. Sie fufet nämlich auf dem geschichtlich keineswegs ausschlaggebenden Jahr 182fy dem Hochzeilsjahr Wilhelm- I. und verfährt addierend, in- denl sie die einzelnen Ziffern fortgesetzt dem erzielten Gesamtdatum zuzählt. Danach ergibt sich folgendes:

1829 1649

1 1

6 6

2 4

9 9

1849 Bewältigung des Aus- 1671, Annahme der deutschen stairdes in der Pfalz und in Baden. Kaiserwürde.

1871

1

9

7

1

1888, Todesjahr.

Die gan»e illnstäudliche Kabbala beweist also llichtS sonderlich UeberraschendeS, da sie allzuiveit ausholen lnuß, um zu den be­deutsamsten Geschichtswerten zu gelangen. Nach einer anderen Methode verfuhren die Propheten, um im großen Völkerringen unserer Zeit den Frieden zu errechnen. Sie begannen, zunächst wiederum rückwärts blickend, mit den Geschichtszahlen 70 und 71, wobei eine doppelte Zusammenzählung das Ergebnis liefert:

18 71

37 41

3+7=10 4+1=5.

v was auf den 10. Taa des 5. Monats hinleilet, also auf den 10. Mai (von 1371, wie stillschweigend vorausgesetzt wird), der tatsächlich als Datum des Frankfurter Friedens die deutsche Chronik ziert. Und nun schloß nian mit jener Zuversicht, die zum alten Rüstzeug der Symboliker gehört: stimlnt's für das Gewesene, dann wird's wohl auch fürs Kommende stimmen; also wagte man die schematische Fortsetzung:

19 14

19 16

33 29

3-1-8=11 2+9--11;

in Worten: der 11. November 1915 sollte den Frieden bringen. Vom arithmetischen Standpunkt gesehen, war die Sache in bester Ordnung; aber die Geschichte ging ihren eigenen Weg und zer­malmte das hübsche Exempei de» Zahlenwunders.

vermischter.

Ein unbekannter deutscher Urwald. Daß es in Deutschland noch Urwälder gibt, kann man sich kaum vorstellen, und doch liegt ein solcher, wie die ZeitschriftBraunschweigische

Heimat" hervorhebt, am Fltße des Hartes in der Nähe deS braun- schweigischen Dorfe» Hohegeiß. Zwischen diesem Orte ltnd dem Wolfbachtale hetzt die Herzogliche Forstverwaltung einen etwa Morgen großen Naturschutzpark, der besonder- dadurch in­teressant ist, daß dort die größten und älteste'» Fickten deS HarzeS, 114 an der Zahl, zu finden sind. Die Fichten sind durchgängig ungewöhnlich hoch gewachsen, ihr Umfang beträgt inehrere Meter, der Durchmesser schwankt zwischen 1,10 und 1,45 Metern, während ihr Stamm etwa 50 Meter in die Höhe ragt. Eine der Riesen­sichten, die dicht an dem vom Wolssbachtale nach Hohegeiß führenden Fußwege steht, hat nach Angabe einer daran angeorachten Tafel eine Höhe von 46 Metern und einen Durchmeffer von 1,27 Meter. Jüngere Fichten. die sich zwischen diesen Baumrtesen erheben, er­scheinen neben ihnen beinahe zwerghast, obwohl auch st« bereit« einen Durchmeffer von 80 Zentimetern aufweisen. Forstleute schätzen die ältesten Stämme des Urwaldes ans 260 bi» 290 Jahre; sie würden damit aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges stammen, und wenn sie erzählen konnten, würden sie wahrscheinlich manches aus jener furchtbaren Zeit, die ja auch das Harzgebtet in ihre Kreise gezogen hat, »u berichten wissen. Am Nordrande deS Wald­gebietes hat übrigen« kürzlich ein Sturm einen der schönsten Bäunle dicht über der Wurzel abgeschlagen, so daß er jetzt quer über dem Wege lietzt.

* Ei n elektrischer Mobelpolierer.. Die gewaltwe industrielle Entwicklung deS letzten Vierteljahrhunderts, die bie menschliche Arbeitskraft immer mehr in den Dienst der Maschine spannt, ist lim eine neue Erfindung reicher geworden, die den Weg von Amerika nach Europa sano. Es handelt sich um eine Maschine, vermöge welcher die schwere und zeitraubende Arbeit des Möbelpolierens ohne menschliche Kraft ausgeführt werden kann. Allerdings bedarf eS zur Führung der Maschine eines er­fahrenen Handwerkers, der aber mittels der Maschine in einer Stunde das leiffen kann, wozu er sonst einen halben Tay ver­wenden muß, denn der Apparat kann etwa 400 Striche m der Minute, das sind 24 000 Striche in der Stunde, machen, eine Ar­beit, die auch die flinkeste und die ausdauerndste menschl'che Hand nicht zu leisten vermag. Tie Maschine ist ungefähr folgendermaßen zusammengesetzt: Der Motor kann mittels jeder biegsamen Kabel­verbindung an jeden Krastanschluß angefügt lind dann in Betrieb gesetzt werden. Der Apparat mit den Filzkissen, die auch mit anderen Stoffen oder Schmirgelleinen für entsprechende Zwecke über­zogen werden können, ist so gestaltet, daß ein Polieren iti» in alle Ecken und Winkei möglich ist.

vüchertlsch.

F. Seibert, Henriette, Prinzessin pon Nass au-Weilburg und Erzherzog Karl von Oester­reich. Wiesbaden. H. Staadt. 1916. 170 Seiten. Mit dieser durch eine Reihe von Bildertafeln auSgestatteten gediegenen Schrift hat der Verfasser einen anziehenden Beitrag zugleich zur Geschichte deS naffauischen Landes und Fürstenhauses wie zur eindringenden Kenntnis des LebenSgangs des Siegers von Aspern geliefert, der am 14. September 1815 baS anmutige nassauische Fürstenkinb heimführte. Mit unermüdlichem Ester hat der Verfasser nach bis­her unbenl'tzt gebliebenen Quellen geschürft, so daß sein Merkchen nicht nur von dem weitern Kreise der Freunde naffauischer Heimat- kuilde, an die er sich in erster Linie wendet, sondern auch von der Geschichtsforschung dankbar willkommen geheißen werden »vtrd.

H. H.

Nr. 45 - 48 des .Wieland* (zweites Monatsheft) bringt ein Titelbild von Emil Orlik, ferner farbige Originalarbeiten von W. Schmidt, Ludwig Kainer und Schilling, außerdem Schwarz- weißarbeiten von G. W. Rößner, Kaiy H. Nebel, Orlik, Büttner. Drei Blätter von Bruno Paul. Der literarische Teil bringt die Gedichte von Franz Theodor Csokor, Gottfried Kölwel; ferner Beiträge von Felix Braun, Georg Brittina, Paul Barchan, Otto Zoff und Mechtild von Lichnowskn. Preis des Heftes Mk. 1,, (Wieland"-Verlag, Berlin W. 9, LennSstraße 4.)

©Itter

Rätsel.

Zn bie Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben &&&&, e e e e e e e, g g g, i i, n n n n. o o, r r r r f. « «, tttt ttttttt, n a a a derart einzutragen, daß die senk­rechten lind wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:

1. Raubtier mit kostbarem Pelzwerk.

2. Deutsch« Resideilzstadt.

3. Symbole einer Ver­einigung.

(Auflösung in nächster NunWer.^

Auflösung des Mischrätsels in voriger Nummer Monade, Menado, Modena.

Schriftleitung: Aug. Goetz. Rotationsdruck rmd Verlag der Brühl'scken UniversitätS-Buch-- und Steindrnckerei, R. Lanae. Gießen.