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tu wetten: Äißfflcn&taten! Denn im Orte wohnte der Ziegen- züchter und Großhändler Jaques Mllage, dem man seitens einer hohen Intendantur schon Hunderte und tausende Zielen, gehörnt und ungehörnt, beschlagnahmt und geschlachtet hatte. Also der Kataillonsführer sah das Häslein, verhielt einen Augenblick seinen Gaul und warf einen einzigen Blick nach seinem hinter ihm reitenden Burschen mit dem ebenso seltenen als schönen Namen Prohibus. Und im Weiterreiten sagte er noch leichthin:Da hängt ein Hase, Prohibus!"

Jawohl, Herr Hauptmann, da hängt ein Hase!" wieder­holte stramm der Bursche, zählte in Blitzesschnelle, denn der Hauptmann schlug ein kleines Linksgalöppchen an, um aus der Nähe des baumelnden Larnpe zu kommen, also Prohibus zählte mit Blitzesschnelle die Fenster und merkte sich, daß der Hase aM dritten Fenster von rechts im ersten Stockwerk hing, entdeckte auch: noch an der Hinkerwand des Holzschauers eine Leiter und schmunzelte.^

Wenige Minuten später trat der Herr Stabsarzt aus der Revierkrankenftube des Ortes und bummelte, seine Zigarre schmau­chend, die etwas reichlich klitschige Dorfstraße entlang. Ta sah auch er den Hasen.Verflixt nochmal, ein Hase!" rief der etwas lebhafte Herr aus und blieb vor dem Hasen stehen und betrachtete ihn wie eine seltene SchÄ-heft. Tann gab er sich einen Ruck tvie einer, der sich von einem^recht, rocht lieben Bilde trennen muß, und ging weiter. In seinem Quartier nahm ihm sein Bursche Sauermanu Mütze und Säbel ab.

Na, Sauermann, toas gibt es heute Mittag zu essen?"

Ziegenleber mit Kartoffelbrei, Herr Stabsarzt."

Verdeckes! Schon tvieder?!! Und beim Bürgermeister hängt wahrhaft'gen Gott's ein Has'."

Wo hängt der Has', Herr Stabsarzt?"

Beim Bürgermeister am Küche nfenster ! Also her mit der Zickelleber!"

Und während der Stabsarzt mit recht gemischten Gefühlen seine Ziegenleber speiste, kehrte Leutnant B. mit seinem Zuge vom Schanzen zurück. Ms sie an der Bürgermeisterei vorbei­marschierten, schielten achtzig Augenpaare nach dem Hasen und achtzig Kehlen schluckten, und wohl mancher der Braven dachte an Muttern daheim, die ihm, ach, so oft, ein Hasenbrätchen vorge- setzt.

Auch Leutnant B. hatte den Hasen gesichtet, noch schneller aber als er, sein Bursche, der seinem Leutnant, weil es geregnet hatte, den Gummimantel zum Schanzwerk gebracht.

Leutnant B. sah Schippte an, und Schippke seinen Leutnant und keiner sagte ein Wort. Acht Monate hatten sie selbander im Felde gehaust, manche Not und Graus zusammen ver- und überlebt. Und Schippke las von den Augen seines Herrn, was dessen Seele bewegte. Und das waren just recht weltliche Dinge uno daran war der Hase schuld.

Am Nachmittag des gleichen Tages saß Sauermann, ein Vogelteschin über dem Knie, aus dem Anstand. Ein Hof, eine kahle HeckM dahinter ein Hackstock und etliche Holzabfälle und daneben kauerte Sauermänn, des Stabsarztes Bursche. Da schleicht es durch den winterentblätterten Hag, sachte, sachte, und eine mollige, tigergestreifte Katze pürscht sich am Heck entlang, Marschrichtung: Scheune. Ein kurzer, psisfartiger KUall, die Katze tut einen drolligen Hupfer und liegt dann still. Ihr Katzenleben ist dahin. Sauernmnn aber scharrte einen Haufen Laub aus und verbarg die Katze.

Eine Stunde später trat Prohibus, der getreue Diener des! Bataillonssührers, in das Geschäftszimmer des Bürgermeisters Jean Malier. Der Eiergroßhändler sprach leidlich deutsch und Prohibus hatte sich in der langen Kviegszeit ein gan§ hübsches Stämmchen Französisch angeeignet, und so kam eine zwar kauder­welsche, aber immerhin verständliche Unterhaltung zu Wege, etwa folgenden Sinnes.

Bei uns sind Mäuse, und mein Hauptmann mag keine Mäuse leiden."

Soll ich sie fangen?" i

Nein, aber eine Katze sollen Sie mir borgen."

Kann geschehen!"

Er ries nach der bürgermeisterlichen Schoß- und Hauskatze und steckte ihn, es 'war nämlich ein Kater, mit sicheren: Grift in einen Teckelkorb und Prohibus zog schmunzelnd mit seinen! Mäuse­sänger ab. Daheim langte der Bursche vorsichtig in den Korb, brachte die Katze, die ihm ein paar lange, rote Striche über die Hand zog, vor sein kurzes Schwert und enthauptete sie in der Küche. Dann versteckte er ihre sterbliche Hülle unter einem großen, tönernen Asch.

Nachts 11 Uhr. Im Dorf Stille. Nichts regte sich. Da schlich es langsam um die Ecke des bürgermeisterlichen Hauses. Es raselte 011 der Wand, eine Leiter schob sich am Mauerwepk enftwr, und eine dunkle Masse stand auf der obersten Sprosse und grift nach dem Hasen am Haken. Darauf ward vom Leibriemen der duuklen Masse eiu den: Hasen ähnliches Tier gelöst und au den Haken gehängt. Daun wurde abwärts gestiegen und versucht, die Leiter wieder wegzuschaffen. Da packte ihn eine harte Faust.

Mensch, gib meinen Hasen 'raus!"

Deine st Hasen.?"

Jawohl, ich muß ihn mopsen, hörst du, ich muß ihn mop­sen und habe mir schon eine Katze zurechtgemacht!"

So, ünd meine Katze hängt schon oben, und den Hasen bekommst du nicht. Wer bist du eigentlich?"

Ich bin Schippke, der Bursche von Leutnant B. Und du?"

Ich bin Sauermann, der Bursche vom Stabsarzt DK. Niemann, und ich muß unbedingt den Hasen haben."

Ausgeschlossen! Wir wollen den Hasen ausknobeln!^

Nee, da Hab' ich immer Pech. Also leg dich in deine Kapsel Und träum dir einen Hasen. Servus!"

Aber Schippke hielt ihn zurück:Kamerad, wir wollen den Hasen teilen. Dafür gebe ich alles, was wir zum Braten brauchen. In meinem Quartier ist schon alles bereit."

Damit erklärte sich nun Sauerwein einverstarrden, und so trollten die beiden Burschen querfeldein bis zur Wohnung Schipp- kes. Da war in der Mchft fichon alles wohl viorbereile:!: Butter. Sahne, Gewürz, und bald durchzog ein gar liebltckies Tüftlein die Küche. Und als nach langem, langen! Harren der Braten weich und gar, da Huben die beiden ein Kosten an, und das war das gute Recht der Köche.

Verteufelt, das schmeckte gut!! Noch ein Stückchen und noch ein Stückchen fand seinen Weg in die verhungerten Burschenmagen, und nach einem Viertelstüudchen unüberlegten Schmaulens er­kannten zu ihrem Schreck Schippke unfc> Sauermanu, daß das Häschen voll und ganz einen Stellungswechsel vorgenommen, eine Umgruppierung, aus den! Pfännlein in die Magen, und das Pfännlein war leer.

Mer auch jetzt ward Rat. Schippke schielte in die Küchen­ecke. Dort lag ein unglücklich .Haustein, sein Tauschstück, jene Katze, die er, gleich seinen Kameraden, am Nachmittag erlegt, um sie an Stelle des Hasen dem Bürgermeister unter das Fenster zu hängen. Und er sagte zu Sauermann: Du, in den Witzblättern liest man immer, daß Katze an Stelle des Hasenbratens gegeben wird. Katze schmeckt gerade wie Hase, wenn man'ö nicht weiß!"

Und Sauermann nickte, und so ging es wieder an ein Ent­häuten und Entweiden, an ein SchMorgeln und Braten, aber jetzt ward nicht gekostet. Als der Morgen graute, war der falsch« Hase fertig, war geteilt, und Sauermänn zog höchst befriedigt ab mit seiner Hälfte.

Just zur selben Zeit, als das Hafenpsännlein zum zweiten­mal ein enthäutetes Wesen in fkfr ansnahm, stand beim Bürger­meister wieder einer unter dem Hasenfenster und wunderte sich! baß, daß man ihn! die Sache so bequem gemacht und sogar schon eine Leiter hinzugetragen! Es war Prohibus, des Bataillonssührers Bursche.Oder sollte etwa gar schon ein. schlechter Mensch dagewesen sein und vor mir den Hasen gemopst haben?!" dachte er voller Bangen, als er die schwanke Leiter empörstieg. Aber nein, da hing ja noch das gepelzte Tier. Zwar sehen konnte er­es uicht, aber er fühlte es mit der Hand,lilnd nun sollst du, geliebter Bürgermeister, auch dein Kätzlein, allerdings in einem etwas weniger lebhaftem Zustande, wiederbekommen!" murmelte er und hing die geborgte und enthauptete KUtze an Stelle des» beschlagnahmtenHasen". Tann stieg Prohibus talwärts und entsleuchte. Ta er nicht die Küche seines Quar-trers ver- Unsaubern wollte, häutete er im Feldraine denHasen", schlug ihm im Dunkel der Nacht Kopf und Füße ab und trug das Tier heim, und nun Hub auch in des Bataillonsführers Küche ein Braten an, daß es nur so schmorte und duftete.

Am andern Tag.

Leutnant B. rüstete sich zum Dienst. ..Herr Leutnant kommen doch pünktlich herm heute Mittag? Ich habe nämlich ein seines Brätchen?"- . . _

Jong, Jang, mach mir den Mund nicht wässerig! Wirklich mal keinen Ziegenbraten?"

Nee, Hase, Herr Leutnant, een wirklich fernes Häschen." , ,,

Höre, alter Freund, du hast mir doch nicht etwa. ...

Aber, Herr Leutnarrt!"

Du, wenn das der Hase vom Bürgermeister rft, dann rg ihn wur gefälligst selbst!" #

Herr Leutnant, ich schwöre, dap der Braten, den ich heute Mittag für Herrn Leutnant habe, nicht der Bürgermnster-Hase ist!" beteuerte Schippke und machte dabei,, gewiß mit vollstem Rechte, das ehrlichste Und treuherzigste Antlitz der Welt.

Auch beim Stabsarzt wurde das seltene Mittagessen schon früh verkündet und Sauermann mußte schwören, daß das Häschen keinesfalls der Küche des Bürgermeisters entstammte. Und auch er schwur mit dem besten Wissen und Gewissen.

Und Prohibus? Er sagte vornweg garnichts, sondern über­raschte einfach seinen Herrn mit dein dustenden Braten.

Nanu, Prohibus, was ist denn das?" rief der Häuptling und schob seine Nase fast in die Brühe.

Hase, Herr Hauptmann!" Das war der glänzendste Augenblick in Prohibusens bisherigem Bnrschendasein.

Hase? Wo haben Sie den bloß her?"

Den? Ja, was der Hase ist, Herr Hauptmann, das war nämlich so: Ta war da een Hase und da l>ab ich gedacht der täte Minen! Hauptmänn vürleW ooch schmecken, und da hah ich mir