,Zch kann die schtvereu Schinken nicht ruiruerh-Peu," seufzt das Fräulein Bülder, „da, Halit ihr ft mal."
Einer - ztoei — drei. Vier bleiben häugeri. „9ro jo, mit vier koimuen wir ja auch aus, - mit all dem Dürrfleisch und Speck und der Wurst "
Das sind Schinken. So sch:v?r, das; die zwei rid>.ij zu schleppen haben. — Das Fräulein Bülder kommt hinterher, murmelt und schimpft über den Bruder, der sie da bei nachtschlafender Zelt beraussprenAt, und >oas das nun wieder herben soll.
Der Hannesten-Hannes wartet schon vor dem Ochse«. — „So Ihr Mancher! Jedevejns einen Schinken in der Hand und den Nr, 3 zwischen Euch getragen."
Erstaunt schaut das alte Mädchen der Verauslallung zu. Was is denn nu das? Wo der Hannesfen-Hannes dabei.ist, da ist doch immer eine Eulenspiegelei im Gange. Und ungewiß trollt sie hinter dem Hannes her.
Die Tür der Wirtsstube stößt der Hannessen-Hannes mit Gepolter aus. Geht feierlich aus den Herrn Bülder los und meldet militärisch: „Mit drei Schinken zur Stelle, die die Bettelmädcher geholt hau. Bier sin noch da. Das Fräulein Schwester bau ich gleich mitgebracht, daß sie es bezeugen kann. Mir Gewalt is mx gen^acht worden."
Dem Herrn Bülder fällt - rack - die Pfeife aus dem Munde. Die beste Sonnlagsuachmittagspseif! Er schaut den .Hannes an, als ob er der große Elefant in der Menagerie wäre: „Wa—<»—at?"
„Die Bettel mädcher h-an die drei Schinken gehockt — vier sind noch in der Räucherkaminer," wiederholte der Hannes stockernst.
Der Herr Bülder springt aus, als ob ihn was gestochen hätte:
„Mein Schinken --, mein Schinken! Datt gilt nit! Datt
is gestohlen! Datt leide ich nit! Watt haste denn gemacht, Lies?"
Das alte taube Mädchen versteht nicht, was vorgeht. Hilflos starrt sie ans den erbosten Bruder. „Watt k>aste gemacht?" schreit der ihr nochmals ins Ohr. „Watt is mit de Schinken ?"
Endlich versteht sie und versteht auch gleich, daß man ihnen einen gehörigen Schabernack gespielt hat: „Die Volker! Die schlecht Stücker! Du hältst sie geschickt, hau se gesahd! Ich sollt mitgiehu, Han se gesahd ! Esu en Gesellschaft — fu en Völker!"
Und wie sie nicht mehr kann, fängt der Herr Bülder wieder mi. Droht mit Gendarm, Polizei und Gericht.
„Oho, Biller," sagt da einer von iftn Alten. „Mach langsam! Mir sin all Zeugen, daß du gesahd hast, watt über vier Schinken wären, könnten die Madcher holen!"
„Ja, ja! So loar et!"
„No also! 9ht bis ganz still. Gieh heim und schlaf dich aus. Stoch et en rmd sag ,gar nix mich. Datt is dir sehr gesund, datt do. Bor lauter Geizlgkeit d.'htste dick) am liebsten selber offessen, wann de nur kimntst. Die Schinken bleiwen do. Do Han mer morgen en schönen Wagen voll! Die schmecken unfern Berioundetcu extra gut. Du has dich jo immer daniit gebrüft. datt su schwer klrnd su zart wie dein Schinken keine im Dorf wären. Datt pulst lunsern Zaldateu danrr extra gut. Gieh heim un verschlos deinen Äerger!"
# Ja, was bleibt dem Herrn Bülder anders übrig. Gegen die Stimme des Dorfes ist nichts zu machen. Dagegen gibt es auch weder Gendarm, noch Polizei, noch Gericht. Das weiß er wohl.
Am andern Tage fährt der Hannessen-Hannes mit einem extra schweren Wagen voll Liebesgaben in die Stadt. Er knallt durchs ganze Dorf wie besessen mit der Peitsche Und alles kommt an Fenster lind Türen. Aha! Da fahren dem Herrn Bülder seine Schinken. Und der Hannes ruft dazu mit der heiseren Stimme, die der Ausrufer an der Kirmes-Glücksbude immer hat: „Ansgepaßt, meine Hörrschaften! Jetzt komnren die Schinken! Die größten Schinken der Welt? Die besten Schinken dec Welt! Dem Herrn Schinken-Bülder seine Schinken! Jmnrer ausgepaßt, meine Hörrschaften! So 'ne Schinken wie den»-Herrn Schinken-Bülder seine Schinken, so 'ne Schinken, hat's noch nicht gegeben, so laug das Dorf besteht!"
Ja, wer den Schaden hat! Der Herr Bülder lauert hinter feinem Laden. Und der Hannes knallt und schreit doppelt laut: „Dem Herrn Schinken-Bülder seine Schinken!" und der weiß: wenn lange nichts mehr von ihm da ist, nicht ein Knöchlein mehr aus dem Friedhof, dann wird im Dorf noch die Geschichte erzählt. Die Geschichte vom Herrn Schinken-Bülder seinen Schinken. Denn für so »vas hat das Dorf ein gutes Gedächtnis.
Vermischtes.
*-Gin Oberst als Wachtposten. Bon dem im Jahre 1900 als General der Kavallerie verstorbenen Alex. p. Wartens- lebeu wurde das folgende Geschichichen in Offizierskreisen erzählt, das wohl jetzt Interesse erregen dürste. Als der Genannte komr Acmdeiir der 7. Dragoner in Saarbrücken war, verließ er eines ' Tages sein Hans, vor dem natürlich ein Wachtposten des Regiments stand. Der Oberst hatte die Absicht, einen Besuch zu machen, tras vor der Tür eine Terme, die zu seinen Angehörigen wollte, und n 3 er sich kaum von dieser verabschiedet hatte, bemerkte er, Lag er ferne Zigarreutasche oben hatte liegen lassen. Selbst nrochte
er nicht mehr zurückgehen, um die Tanke nickst noch eÜH mal zu treffen, so wandte er sich an den Tragonev, der vor der Tür aus Posten stand imd befahl ihm, daß er die Zigarrentasche: hole. Der Dragoner, -der vielleicht nreiute, er solle aut die Probe gestellt wcrd'n, sagte seine Instruktion her: er dürfe unter keinen Umständen, nur bei drohender Lebensgefahr, die andere betritt, feinen Post.,» verlassen Und sein Oberst nahm mit Befriedigung diese Entgegnung des Postens ans: kurz entschlossen, löste ec aber den Posten selbst ab. Er ließ sich d>en gezogenckl- Säbel des Mannes geben uns stand Posten, bis dieser mit der Zigarreutasche herunterkain. Und bis das geschah, prüfentierbs der Oberst vorschriftsmäßig vor einigen Offizieren, die zufällig vorbei kamen und fick nicht genug darüber ttmudern und amüsieren konnten, wie ein Oberst seine eigene Wohnung bewacht.
Vlichertisch.
- B o u g s i l l u st r i e r t e Lk r i e g s g e s ch i ch t e „Ter Krieg 1914 16 in Wort nüd Bild". 66.-66. Heit. (Preis je 30 Pfennig.) Deutsches Bettagshaus Bona & (io., Berlin W. 57, Potsdanrer Straße 88.
— Band Nr. 1052 von Kürschners Bücherschah: Leska. Roman von E. Pely. 112 Seiten Nmiang. — Preis 20 Psg. — Hermann Hillgcr Verlag, Berlin W 9, Potsdainer Straße 124/125.
— „B n h n e und Welt". Monatsschrift für das delltsche Kunst- und Geistesleben, hcransgegeben von Will). Kiefer. Februar- best. Inhaltsverzeichnis : „Die' Botschaft des Grals" - Professor Dr. L. Huber; „Festliche Kunst" — Hans vor» Wolzogen; „Zu Gustav Falke's Tod" — Ernst Ludwig Schellenberg; „Germanisch- dichterische Moitnnientaltuttst" - Paul Schulze-Berghof; „Ter Fall Genüna-Boie — Viktor Eckert; „Grabbe's Scherz, Ernst, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" — Professor Tr. Hiigo Dinger; „Das Schicksal der deutschen Kunst* — Sebastian Krafft; ^Der Weltkrieg und die Weisheit der Wohltemperierten" — Dr. Eugen Kilian; „Die Berliner Bühnen im zweiten Knegswinter" - Dr. E. Th. Kaentpf; „Mein deutsches Vaterland" — Michel Georg Eonrad; „Kampf hinter der Front" - Pros. Tr. Ed. Henck; „Ein Briet aus Amerika" — E. von Zigesar; „Aus der Modeschmt" — E. A. Greiner. - Preis des Einzelheites 60 Psg., Halbjahres bezug Mk. 3,50; durch jede Bttchhaitdlung, die Post und den Verlag „Buhne und Welk", G. m. b. H., Hamburg 36.
Gietzener Hausfrauen-Verei».
Ein Mitglied schreibt an den Verein:
Spar t a uch an a tka r t o f fe l n! Voraussichtlich wird sich auch in diesem Jahre eilt Mangel an Saat- kartofseln bemerkbar machen: ich möchte daher folgendes empfehlen: Es lassen sich sehr gut Kartoffelschalen, natürlich von gekeimten Kartoffeln, dick geschält, verwenden. Am besten eignet sich dies Verfahren bei einem Acker nicht weit vorn Haus. Man gräbt die frische Schale täglich ein imd bereitet sich gleich die Furche für den nächsten Tag vor. Ans diese Weise weiß man, wo man schon gelegt hat, und wird nicht irre. Man wird erstaunt sein, welch' guten Ertrag auch Kartoffelschalen zu liefern imstande sind. Zu dick dürfen die Schalen nicht gelegt werden, sondern man rechne ungefähr immer das Doppelte an Schalen, was man sonst an einzelnen Kartoffeln gelegt hätte, also ungefähr die Schale von l 1 /* bis 2 Kartoffeln für sonst je eine Kartoffel.
W o ch e n - K ü ch e n z e tt e l.
Sonntag: Krebssuppe aus Suppenwürfeln, Rinderbraten in der Düte, Winterkohl, Kartoffeln.
Montag: Brötchensuppe, Sauerkraut, Kartoffelbrei, Leberklöße.
Dienstag: Bohnensuppe, Gemüsesülze, Kartoffeln.
Mittwoch: Reissuppe, Wirsingkottlett, Bohnensalat (aus eingemachten Bohnen), Kartoffeln.
Donnerstag: Griesfuppe, Fisch in der Düte gekocht, Kapern- tunke, Kartoffeln.
Freitag: Erbsensuppe mit Sauerkraut, Nudeln mit Obst.
Samstag: Kartoffelsuppe, Fischsülze (aus Resten vom Donnerstag), Kartoffeln.
verfteckrätsei.
Man suche ein Sprichwort, dessen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „au" in „Wanderer*. Keilschrift — Edeltanne - Antwerpen — Ehrenwort — Meisterwerk — Taucherkunststück — Weinkarte — Neger-Häuptling — Antonius — Wortspiel.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung deS Logogriphs in voriger Nummer. Linse. Bnrse.
Schriftleituna: Aug. Goetz. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lanae, Dießen.


