des die Almwiese umgebenden Zaunes ztvei schwarz braune Trere mS Auge. Tie Kinder hielten die Tiere für Kül-e, öffneten den Zaun und gingen zu ihnen hinaus. Wie die Tiere merkten, daß dre Kinder sich nahten, begann das größere unter ihnen das kleinste Kind auf eine Fichte zuzudrängen. Dort brachte es das Kind dazu, sich nreder- zulegen, während das Tier selbst sich in der Nähe wie ein Beschützer lagerte. Als das Kind sah, daß das Tier sich niedergelegt hatte, ging es zu ihm, legte seinen Kopf in seinen zottigen Pelz und begann es tüchtig an fernem Pelz zu zausen. Die anderen Kinder standen, während dies vor sich ging, ganz ruhig wenige Sa>rrtte entfernt, bis dem ältesten Kinde plötzlich der Gedanke kam, das mußten Bären sein. Natürlich bekam es einen großer: Schreck und lief von dannen. Das kleinste aber, das nach wie vor bei seinem Bären lag, blieb weiter ganz unbekümmert ans seinem Platz, Nach einer Weile erhob es sich und begann Blaubeeren zu psücken, die es dem großen Bären reichte. Der nahm auch ohne Bedenken die Beere,: aus der Hand des Kindes an. Das Kind brach sodann einen Zweig ab und reichte ihn den: Bären, der ein Stück davon abb:ß und den: Kinde den Rest reichte. Endlich kam nun die Frau aus der Almhütte herbei und sah mit Schrecken, was vor sich ging. Das Ende des Abenteuers war, das alle vier Kinder, ohne :rgend e:nen Schaden zu nehmen, zur Almhütte gebracht werden konnten. Frölich klingt die Geschichte ein ivenig nach den: bekannten Jägerlatein, aber n:anche Erlebnisse ähnlicher Art, die gut verbürgt sind, lassen das, was die schwedische Zeitschrift erzählt, als gar nicht so unglaubwürdig erscheinen. . . r .
'Wie der Krieg die englische Jug e n d verd : r b t. Die Ueberhanduahme von Jugendverbrechen ii: England ist charakteristisch für die zun: Teil höchst unheilvolle Wirkung, die der Krieg auf die Moral der ärmeren Bevölkerungsschichten Englands ansübt. In welch bedenklichen: Maße die Zahl vor: Vergehen Jugendlicher sich seit Kriegsausbruch in England — namentlich in London — gesteigert hat, läßt sich aus den: Bericht eines Lou- douer Polizeibeainten ersehen, dessen Anssührnngen in der »Daily Mail" veröffentlicht ,verden. „56 Verurteilungen von Kindern an einem Tage," erklärt der Beainte, „sind durchaus ken,e Seltenheit mehr. Und dabei nimmt die Zahl solch beklagenswerter Fälle fast täglich zu. Seit dein Beginn des Kruges haben die Berbrechei: und polizeiividrigen Vergehen Jugendlicher in Gro britannien um nicht weniger als 50 Prozent zugencnnmen. In den meisten Fällen handelt es sich um Kinder, deren Väter als Soldaten in: Felde stehen. Die Hauptursache dieser Zustände ist zweifellos die Zügellosigkeit und Trunksucht der Mutter. Vor: dem bändigenden Einfluß der Männer befreit, ergeher: sich die Frauen tu mehr oder weniger bedenklichen Ausschweifungei: verschiedener 'Art, und so überschreiten sie die Greiizeii, die sie in Anwesenheit ihrer Männer zu achte,: gezwirngen ivare,:. Die ständige Besorgnis, vorn Alaune überrascht zu werden, hält viele Frauen davor zurück, das Nippen an Wein oder Bier zn einer Gewoh,:heit iverden zu lasse,:, d:e n,it der Zeit schlinnne Forinen ainnnnnt. Heule aber sind alle Frauen unbeobachtet, sich selbst mit ihrer: Fehlern überlaßen. Dazu kommt noch, daß vielen Frauen, besonders m den Arbeiterkreisen, durch die staatliche»: Kriegszuschüsse jetzt n:ehr bares Geld zur Verfügung steht als früher. So verbringe,: sie den halben Tag mit Trinken, Schwatzen und Nlchtstilii. Der Haushalt ivird vernachlässigt lind die Ki,:der »verden von dieser schlechten Lebens,veise angesleckt. Völlig »»nbeaiüsichtigt, in verhärignisvoller Freiheit, treibt die Jugend sich auf den Straßen umher. Es entivickeln sich Vereinigungen, und ineist sind einige jugendliche Anführer für die Streiche der ganzen Baiide verantivortlich. Dabei handelt es sich bei den Diebstähle», durchails nicht bloß um Egwaren oder lltaschiverk. Meist suchen diese verdorbene», Kinder Geld zn stehlen, um sich Eintritt in die Kinematographentheater zu verschaffen. Hier sehen sie alle möglichen Abenteuer, Dramen und Gaunergeschichten, die sich in ihren Köpfen z,> gefährlichen Phantastereien entivickeln. Sie bewundern die Helden in den Detektivstücken und koinmen so iminer ,nehr an? die schiefe Bahn. Man ,nüßte eine strenge Filmzensnr einsetzei, und a,lch Frauen, die das Kindergeinüt an, besten verstehen, als Zensoreil anftelleu. Bisher ist es trotz aller Bemühungen noch nicht gelungen, den, bösen Treiben und der Entwicklung der Kinder zum Schlechten Einhalt zu tun. Tie Mütter sorgen sich nicht um sie, so werden sie dem Hanse entfremdet, leben auf der Straße und koinmen mit den schlechtesten Elementen in Berührung. Wenn nicht rechtzeitig und energisch eingegriffeu wird, können diese durch de», Krieg bewirkten traurigen Zustände allmählich zu einer bedenkliche,! Verschlechterung der Votksinoral führen. .
* Der Kenner. „Kannst du dir mein Entsetzen yorstellen,
als ich gestern in meine Wohnung koimwe, finde ich den siebenjährigen Sohn meiner Wirtin eifrig bannt beschäftigt, »neine selbstverfaßten Gedichte, die ich unborsichtiAerweffe auf meinem Schreibtisch liegen gelassen hatte, in winzige Stücke zu zerschneiden." — „Unglaublich!.. . Kann denn der kleine Franzose schon so gut deutsch?" (Liller KriegszciUmg.)
* Der rechte Genuß. „Wenn doch endlich mal wieder anständiges W-etter wäre!" — „Warum denn? Jetzt, wo wir unfern Unterstand so fein hergerichtet haben, daß wir uns keine bessere Wohnung wünschen können, muß es noch viel toller regnen, dann hat man doch erst den rechten Genuß von seiner Arbeit."
(Liller Kriegszeitung.)
vüchertisch.
— In das Reich des friedevollen Stillebens führt uns der Aufsatz über den Münchner Maler Rudolf N i s s l im Märzheft der „Kunst, Monatsschrift für freie und angewandte Kunst" (F. Bruck- mann A.-G., Münckien). Man mag über die Stilleben-Malerei denken wie man will, Nissls Bilder Haber: federn etivas zu sagen. Ob nun der Maler Schnitzereien und Skulpturen in: Bayerischen Nationalmuseum oder der Glyptothek in München schildert, oder aber sonnige Jnnenräume mit allerlei Hausgerät oder Getier gibt oder auch feine Akte vor schöngestimmten Hintergründen, aus allem spricht höchste künstlerische Kultur und starkes Können. Mit einem „Sesam öffne dich" beginnt sehr bezeichnend ein zioeiter Aufsatz, der Max Sie Vogt als Schwarzweiß-Künstler beha,:delt. In der Tat ist es eine Schatzkammer, die sich hier vor uns öffnet, in die — wenn man einmal eingedrungen ist — man immer wieder zu ausgiebigem Genießen zurückkehren möchte. Julius S e i d l e r , ein Münchener, Hausplastiker, betitelt sich ein weiterer, sehir reich illustrierter Aufsatz. Was wir hier sehen, ist eckte Münchner Kunst urwüchsig, humorvoll,' zu Herze:: gehend, und man bemerkt mir Vergnügei:, daß diese Kunst bereits weit über das Weichbild der Stadt München hinaus — sogar bis hinauf nach Bremen — gedrungen ist. Aus den: übrigen Inhalt des auch dieses Mal wieder außerordentlich reichhaltigen und anregende:: Heftes seien noch hervorgehoben: sehr lebendige Bilder von der Front von Arthur Kampf, ein monumentaler Fabrikbau von Hermann M u t h e - sius, das reizvolle Ausstellungshaus, welches die Keksfabrik Bahlsen für die Kölner Werkbund-Ausstellnng errichtet hatte, sowie eine Anzahl aus dieser Ausstellung gezeigter Erzeugnisse deutschen Kunstgewerbesleißes. deren Abbildungen dem Jahrbuch des Deutschen Werkbundes 1915 entnommen sind.
— „D i e Heimkehr" (eine neue Halbmonatsschrift, Preis vierteljährlch 1,20 Mk., herausgegeben vom Fürsorgeverein für deutsche Rückwanderer, Berlin W. 35 Schöneberger Ufer 21) ist für unsere deutschen Brüder bestimmt, die unter der brutalen mosko- witischen Geivalt schon vor dem Kriege schwer gelitten haben und jetzt vollends dem Untergänge nah»>gebracht sind. Zum Teil könne«: mir sie jetzt nicht erreichen und werden erst nachher blutende,: Herzens erkennen müssen, ob nbecha:rpt und was noch von den einstmals blühende,: deutschen Kolonien im Innern Rußlands erhalten ist: zum Teil sind sie aber, dank dem siegreiche!: Vorsturm deutscher Heere im Sommer 1915, brüderlicher Hilfe erreichbar, sei es, daß der Russe sie ans Polen und Wolhynien nicht mehr mit fortschleppen konnte, sei es »das; sie kriegsgefangen sich in unserer Haich befinden. In welchem Kriege hätte bisher nicht deutsches Blut gegeneinander kämpfen müssen. Sehr wertvoll« Kräfte deutschen Volkstums, kernige deutsche Bauern, die sich seit Generationen ihre Eigenart inmitten fremder Völker bewahrten und sich in schwerer Arbeit behauptet haben, gilt es hier, wieder in die alte Heimat emzuwurzeln, sie als Bauer, Handwerker, Land- und Industriearbeiter anzusiedeln und sie mit deutschen: Leben :md deutschem Recht und Gesetz bekannt zn machen. Diesen Zwecke!, dient die neue Zeitschrift, die zugleich eine Verbindung Herstellen will zwischen den erwähnten Elementen und den mehr als 60 000 deutschen Rückioandrern, die schon vor Kriegsausbruch durch die Tätigkeit des Fürsorgevereins für deutsche Rückwandrer, der Ansiedl'ungs- kommission und anderer Gesellschaften eine neue Stätte in der alten Heinrat fanden. Wir verweisen besonders ans die in der ersten Nummer erscheinenden Aufsätze von Tr. P. Rvhrbach: „Die Auslands-' deutschen", von Professor Dr. Wygodzinski „Deutsche Landwirtschaftliche Gesetzgebung" und von dem .Herausgeber A. Borchardt „Tie Zukunft der deutschen Kolonisten in Rußland". Pastor Althansen und Lic. Fauve, die der „Heimkehr" das Geleitwort auf dem Wege gegeben haben, waren selbst lange Zeit — Pastor Alt- hausen fast ein Menschenalter — imter den deutschen Kolonisten Wolhyniens tätig. Ihre.Beiträge führen, ivie die treuherzigen! Berichte und Briefe der Ansiedler selbst, mitten in das eigenartige schlichte Leben dieser abgesprengten Deutschen hinein.
— Kleingärten a l s Förderer der Krieger- Heimstätten von Harry Maaß. Sondcrabdruck ans dem Vortrupp, Jahrgang 1916 Nr. 4. Halbmonatsschrift für das Deutschtum unserer Zeit, herausgegeben von Dr. Hermann M. Popert und Hans Paasche. Verlag von Alfred Janssen, Hainburg.
Logogriph.
Billig «lnd nahrhaft mit L., auch durchsichtig, dann aber teuer: Wähl' ich zum Hauptschmuck ein B., siehst dn im Wasser mich stehn. (Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr — Treff, p — Pique, o — Eoeur, car — Carreau trB --- Treff-Bube, pA = Pique-Aß, cD — Eoeur-Dame usw. In, Skat liegen p9 und carD
Vorhand (V.): pA, pch cA, c9, c8, c7, carK, car9, car8, carT. Hinterhand (H.) erhielt den Rest. — Verlauf des Spieles:
1. V. oA M. cD H. carA - - 25
2. V. c9 Nt. cK H. p2 => - 14
8. H. trZ 33. pA M. trA = — 32
Sa. — 6l Augen.
Schriftleitung: 3lug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießen,


