die Mutter sagte immer „von Friedel". Da aber tvurde eines! Tages der Kranke ernst.
„Mutter, l?at Friede! soviel zu tun, vast sic gar nicht einmal heraufkommen kann? Warum sendet sie mir nicht meine Lieblings- blumen, Meißen Nieder?"
Tie Mutter erschrak. Was sollte sie darauf antworten.
„Sie ist doch, verreist," sagte sie.schnell. Ta sie aber den Mick des Kranken auf die Blumen gerichtet sah, empfand sie das Mckogische ihrer Antwort und setzte deshalb schnell die Worte hinzu:
„Tie Blumen hat sie hier schriftlich bei einem Gärtner bestellt."
Ms sich Fred hiermit zufrieden zu geben schien und den Kops ruhig in die Kissen drückte, mußte die Mutter hinauseilen. In g-roßer Menge rollten ihr die Tränen über die eingefallenem! Wangen.-Sie schämte sich vor sich selbst ob der Notlüge, die sie nun täglich gebrauchte.
Auch in Fred ging eine seltsame Veränderung vor. Bisher hatte ec die Blumen immer für einen Liebliugsgruß seiner Friede! gehalten. Böller Inbrunst hatte er daher dre duftenden Blüten an seine Lippen gedrückt. Jetzt hatte er erkannt, wer ihm in Wirklichkeit die Blumen brachte: die liebe Mutter, die ihm den Kummer ersparen wollte, den der Zurücktritt Frredels ihm bereiten würde. Tenn das eine ivar ihm min so klar geworden, das; Friedel sich von ihm losgesagt hatte. Gewiß ivar das eine bittere Erkennt-' uis, aber er war auch noch der mitfühlende Mensch, der sich eingestand, daß es anders gar nicht sein könnte. Wohl hütete er sich, seiner Mutter von dieser gemachten Entdeckung Mitteilung zu machen. Brachte sie ihm Blumen, so freute ec sich, wie er sich ehemals gefreut.-
Das. Ende kam überraschend schnell. Ms eines Tages die Mutter ihm gerade frischen Flieder in die Hände gedrückt hatte, erfaßte der Kranke in einem plötzlichen Impulse die Hände der Mutter und drückte einen Kuß darauf, dami sank sein Kops zurück in die Kissen.
Die Mutter mußte ihrem Sohne die Augen Andrücken.
Aus dem Gesichte des Toten lag ein freudiger Schimmer.
„Er ist mit dem Gedanken hinübergegiitteu. in das andere Reich, daß ihm seine Friede! die Treue bewahrt hat."
So dachte die nun recht unglückliche Mutter.
Hätte sie gewußt, daß der Kranke selig entschlafen war ick dem Bewußtsein, eure so treue und aufopferungsvolle Mutter zu besitzen, die er so frühzeitig verlassen mußte, so lväre ihr das gewrß eine frohe Genugtuung gelvesen, aber eine bittere Enttäuschung.
Vüchertisch.
— Handbuch der Kunstwissenschaft. Herausgegeben von UniversilätsprosessorDr. Fritz Burger, München, in Verbindung »nit den Universitätsprofessoren Tr. Brmckmann-Karlsruhe, Enrtins- Erlangen. Egger-Graz, Grtsebach, Herzfeld. Hildevrandt und Wnlff- Berlin, Iantzen-Halle, Diez und Aeuwirth-Wien, Pinder-Darm- stadt, Graf Vitzthum-Kiel, Wackernagel-Leipzig, Weese-Bern, Willich und Oberbibliothekar Leidiuger - München. Mit ca. 50')(> Abbildungen. In Lieferungen zum Subskriptionspreise k Mk. 1,50. (Akadennfche Berlagsgeselkschast, Nenbabelsberg.) Lieferrmg 20 . Burger, Deutsche Malerei der Renaissance. Hest 8 . Ties ist tatsächlich das Unioersalhandbuch, das zum ersten Male eine Ueber- sichl über das gesainte Gebiet kunstgeschichtlichen Forschend gestattet. Keineswegs sind nun in diesem großartigen Werke allein mit Bienenfleiß Ergebnisse ans Ergebnisse gebucht und registriert, so,:- deru die ganze Materie ist subjektiv durchdrungen, geformt und wird meisterhaft mit iinauldrmgljchem, feinfühligem pädagogischem Verständnis frei von jeder Einseitigkeit donnerten Forscher-Selhst- bewtchtsems vorgetrageu. Der Leser vernmg die Eraebnisse fast selbit „achzuprüfen; denn das Werk bringt die Objekte, die im Mittelpunkt der Abhandlungen stehen, in so zahlreichen Wieder- gaben, daß man sich nicht entsinnen kann, einen so »lngeheuren Schatz wertvoller, schöner Abbildungen beisammen gesehen 511 ha Herr. Tabei herrscht eine Ordnung im Chaos, die nicht nur äußerlich ist, sondern die geiltoollflL Durct>dringling der sprödesle»r Stoffe verrät Burger, der verdienstvolle Herausgeber des Handbuchs, hat in der vorliegenden Lieferung das 8 . Heft seiner großen Abhandliinq über deutsche Malere, erscheinen lassen. Er beschäftigt sich darin mit njicm ebciiso interessanten ivie vielinnstrittenell Gebiete, mit der Malerei von Tirol und Voralberg.
— Rüstige LLetterarbeit auf allen Gebiete», der Musik be- wie'cn aberiuals .B r e i t k 0 p s L H ä r t e l s M i t t e t l »i n g e n" oru de.ien soeben Nr. 118 erschienen ist. An der Spitze dieser .tn'.iuner wird eine neue instruktive Aiisgabe von Joh. Seb. Bachs Lriavterwerken augekündlgt, für die Ferruccio Busoni als Heraus- ge<'cr lnw Egon Petr, als Mitarbeiter geivonl,er, ftub. Wolst im
' 50. Geburtstag ll. April 1916) veranstaltet
ore -l--.nl ig-.haudlmlg iwch eine besondere Gesamtausgabe, indem sie aue »eine in 25;ähr'.ger Arbeit cutftaubcneu Bach-Arbeitei, in <> Va.i .eii darbieret. Ferner wird H. Zilchers Deutsches Polks- 1 1 cc ci • t'. ■ f nugckundigt. Das Werk, dessen Widnutirg der Kaiser " C:1 bat, oe reinigt 16 deutsche Volkslieder ails „Des Knaben die u» ihrer Gesamtheit ein Abbild deutschen Wesens 3 11 ^ eui scheu K > iegs- und L-oldatenliedern und mit neuem,
ze tgeinaßem Text versehenen geistlichen Gesängen gesellen sich allerlei billige Ausgaben der Volksausgabe Breitkops & Härtel, in bie jetzt Auch ein Franz Abt- Album mit 16 seiner beliebtesten einstimmigen Lieder und zwei Gustav Merkel-Nlavieralbums aufgenomiuen sind. Wichtig ist auch d,e angekündigte Volksausgabe von' Rich. Wagners einstimmigen Liedern, darruiter nenn bisher nnbekannte.
.f 7 ,.^ongs i l l u st r t e r t e K ri e g s g e s ch i ch t e „Der Krieg 1914/lb in Wort und Bild". 63.-65. Hekt. (Preis je 30 Pfennig.) Deutsches Berlagshaus Bong L Eo., Berlin W. 57 , Potsdarner Straße 88 .
- ^ ^ ^ c r G e b u r t e n-^l ll sg l e i ch rr a ch d i e s e in K r i e g e. Das Gesetz auf den selbstgeivollten Knaben. Friedrich Robert. Verlag für Bevölkerungsfragen, Berlin W. 35. Preis 60 Psg.
Grctzener Hansfrauen-Berein,
.Es werden noch immer, besonders in letzter Zeit, wo die Steigerung der Fleischpreise mancher Hausfrau Herz neu beschwert,, viele Klagen laut über die Knappheit des täglichen Brotev. Wir möchten deshalb auch an dieser Stelle aufs dringendste empfehlen, kein frisches Brot zu perbrauchen.
alter das Brot ist, desto mehr gibt es für uns aus, desto b/kommllcher ist es auch. Eine gute sparsame Hausfrau sorgt stekv für erneu Vorrat von uichrereu Broten, der so zu ord- nen ist, daß das früher gebackene zuerst verbraucht wird. Zn emem geregelten und sorgfältig geführten Haushalt darf es remerlci Schwierigkeiten machen, das Brot loenigstens suns Tage alt werden zu lassen, bevor es angeschnitten wird. W 0 ch e n - K ü ch e n z c t t e l.
„ v j? n ^: Fleischbrühsuppe mit Sago, gekochtes Ocksten-
fleisch, Wrrsrnggemüse, Kartoffelschnce.
Montag: Suppe von der übrigen Fleischbrühe mit Gerste, Schwarzwurzeln mrt Klößchen, Salzkartoffcln.
Dienstag: Weißkrautsuppe, Reisbrei, gekochtes Dörrobst. Kartoffelbrei^' Bohnensuppe, Rotkraut ohne Fett gekocht,*)
... ^ 0 nnerstag: Suppe von Suppenivürfeln, Krauskohlge- nrust, Kastamen, Salzkartoffeln.
Freitag: Haferstockensuppe, Fisch (vom städtischen Fischmarkt) m der Düte gekocht, Senftunke, Kartoffeln.
Belicchm'rohes Obst ^ ^ Kartoffelsuppe mit Zwiebeln, nach
Kochanweisungen.
Das Rotkraut, lute üblich vorbereitet, wird mit etwas Wasier, ^ott, aufs Feuer gesetzt, mit Salz, Essig, Zucker und rcüch- versehen, aljo mehr Acpfel als nwn gewöhnlich nimmt, ^st.das Rotkraut fast gar gekocht, so werden 1—2 rohe Kartoffeln darüber gerieben, und dies zusammen iroch etivas kockien lassen. Auf dresolbe-Werse läßt sich auch von Weißkraut bayerisches Kraut kochen. Berdes kann sehr empfohlen werden, es wird niemand das Fett vermissen.
*) Siehe Kochanweisung.
Schach Ausgabe.
Bon H. Brede.
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Weiß jetzt mit dem fünften Zuge Aiatt« Auslösung m nächster Nummer.
Auslösr tg des Zitatenrütsels in voriger Numme'kr Das schwere Herz wiid iricht durch Worle leicht.
^^n.llcimug: Aug. Goetz. RotalwuSdruck und Verlag der Brühl'icben UnwersitätS-Buch- und- Ste»»rdruckerei, R. Lange, Gießen.


