Ausgabe 
21.2.1916
 
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®eitnMtwmim $>abe mich orihibltd) uitb füt Lebenszeit idiibet» orientiert in heimatlicher Richtung. Brief von dort gelesen, möchte ihn aber noch behalten zur weiteren Gedächtnis- und L>erz- stärkung. Da de auch nicht den erste,! Grub nach Amerika gesandt, sondern nach Deutschland, wo man heute nicht au Maskenspiele und Künstler feste denkt, aber an den Frühling den herrliäM Fruh- lüdg, der kommen will und kommen muß. Schon fühlen wir ferne Nähe!" _

. vermischtes.

Berlin zur Zeit des Großen Kurfürsten. Noch war Kölln an der Spree die Residenz, Berlin ein gar geringer Ort An den hölzernen, baufälligen Häusern mit Stroh- ,u,d Schindeldächern standen volllandige Bäume, rankten Wetnstöckc sich hinauf. Wer einen dieser Bäume imb Weinstöcke beschädigte, dem wurde die rechte Haiid abgehaiien. Auf den uu gepflasterten, kotigen Straßen liefen ganz ländlich Schweine ,md aridere Haus­tiere ilmher. Die Straßen waren so kong, daß befohlen wurde: ..Jeder Boiler, der z,i Markte kommt, soll rückwärts euie Fiihre Kot mstnehmen." Für die Erweiterung und Verschönerung Berliiis tat der Große Kurfürst viel. Das halbverfallene kurfürstliche Schloß wurde repariert, wüste Baustellen augcbaul. Eine steheride Garuisoll belebte die Stadt, die Eiriivoh'ierzahl stieg von 6000 auf 20 000. Friedrich Wilhelm baute ein zierliches Lusthaus und legte dabei einen darnals viel bewruiderlen Lustgarten rrach holländischer Art an Bon ihm imd seiner zweiter, Gemahlin Dorothea sind drei neue Stadtteile angelegt worden: Friedrichstadt, Friedrichs­werder und Dorotheenstadt; sie bildeten die Hauptteile der künftigen Residenz, die nun mächtig zu ihren. Glanze arlfstieg. Zur schöiien Liiidenallee pflanzte die Kurfürstin Dorotbea den ersten Baum. Seit 1680 wurden die Ltraßeu nachts erleuchtet. Anfangs ging die Beleuchtnng die Reihe herum. Immer aus dem dritter, Hause >nußte eine Laterne mit eurem brennenden Lichte nach der Straße z,i ausgehäugt werden. Erst einige Jahre später setzte mau die Straßenlaternen auf hölzerne Pfähle. Es erschien eine Straßenordiumg, in der es hieß:Wer arrs den Höfen und Ställen der, Unrat auf dre Straßen würfe, dein solle er vom Gassenmeister wieder ins Haus geworfen werden." Jeder Haus­besitzer mußte vor seinem Hause die Straß' bis zur Bütte der­selbe i auf seine Kosten pflastern lassen. Wir sehen hier rrn kleinen, was die Hoher,zollern dem Staate im großen gewesen sind. Sie haben den Staat aus dem Zustande der Uufuttur und partikula­rist ischen Zerrissenheit herausgehobeu, aus einem Kor,glou,erat von Sonderlandschaften eine staailiche Eirrheit ceschaffen ur,d derselbe!, einen Geist einzuhauchen verstander,. Welcher Anteil dem Großen Kurfürster, daran gebührt, sagte seu, großer Nachkomine, wenr, er am Sarge desselben ausr,ef: ,Meine Herren, der hat viel gelai,!"

Die rasierender, Pariserin,, er,. Nach dem Matin" ist ein großer Teil der Damen aus der besten Pariser Gesellschaft in nicht geringer Verlegenheit. S'e stehen vor der Endprüfurig als Krankenschwestern, sollen an einer Prüfung auch ihre Fähigkeiten im Rasierer, und Haarschneiden vor ben Examens­herren zeigen, wissen aber nicht, wo sie die rrnglücklicheri Objekte arrftreiben können, an deren Häupter sie ihre Härtde in dieser Fertigkeit üben könnten. Ja, eine schreibt einen ganz trostloser, Brief:Mein Mann weigert sich mit aller Energie, mir sein Haupt anzuvertrauen. Ji, der gleichen Lage befinden sich auch die anderen Damen. Kinder habe ich nicht. Meme Portierleute habe», nur eine Tochter. Mein Dierter steht an der Front. Ich rvandte rnich au meinen Friseur, der rnich doch seit Jahren kennt, aber er wagt es nicht, mir die Köpfe seiner Kunden anzuvertrauen/ Nun ist sie ganz verzweifelt, und in ihrer Trostlosigkeit ivendet sie sich an der,Matin" um Rat. Das Blatt antrvortete:Wurden Sie es nicht richtig finden, sich vertrauensvoll au die Zensur zu wer,den?" Fast will es schemerr, als sei um dieses Ratschlages willen die Verlegenheit der Pariser helfenden Darner, erst erfunden worden. Denn ,ver sollte besser schneiden können als die französische Zensur?

Der größte vorweltliche Fleischfresser. Im Arnerican Museum of Natural History ist nach einem Berichte der WochenschriftPrometheus" unlärrgst das Skelett des größten bisher bekannt gewordenen Fleischfressers aufgestellt worden, ein T y r a i, n o s a u r i e r" von 16 Bieter Länge und arrfgerrchtet 6 Bieter Höhe. Es ist ein Dinosaurier, der gegen Ende der Kreide- zett lebte. Nach Größe und Bau war er ein Extrem seiner Art. Derartige größere pflanzenfressende Rtesenreplilten wurden schon in Amerika und Ostcstrsta in älteren Jurafelser, ,tnd der früheren Kreide gesunden; dagegen sind die bisher bekannt gervesenen Fleisch­fresser bieierJMtt etwa ein Drittel kleiner als das jetzt ausgestellte Tier. Das Skelett bildet eu,e Flgur der vauptgruppe in der Kreide- Halle des New Parker Museums, die drei Skelette umfaßt und eine Kampfszeue aus dunkler, ferner Vergangenheit darstellt. DerTyrau- nosaurier war ein äußerst mächtiges Tter, lebhaft und schnell in seinen Bewegungen. Er zeigt ferne Berwarldschast mit Eidechsen, Krokodilen und Vögeln. Wie bei der, Vögeln sind seine Knochen hohl; ebenso erinnern seine Hintergliedrnaßen in Form und Bauart a n der Vögel. Die langen, kräftigen Hinterbeine hatler, den

Körper aufrecht, wobei er durch den langen Schwanz gestützt wird. Die Vorderbeine, die nicht mehr zur Fortbewegung benutzt wurden, sind rndiinentär und verkünunert und dienen zum Fassen und Halten. Der massige Kops ist ausgerüstet mit 13 dolcharttgen Zähnen il, jedem Kiefer, die irnmer von neuem nachwuchser,, sobald einer abbrach; der größte ist etwa 12 Ztm. lang. Der Tyranno- saurus mar irnstande, den Karnps mit jedem Tier seiner Zeit aus­zunehmen, und war anscheinend der Herr seiner Zeit. Die Fund­stelle der Skelette ist in Montana in der Nähe des Missouri, wo durch Zufall bei der Jagd mehrere große Knochen gefunden wurden. Eine Expedition in dtese Gegend brachte das erste derartige Skelett zutage, das mit Dynamit aus hartem Sandstein gesprertgt werden mußte, und später wurde in derselben Gegend auch ein weiteres Skelett gesiutden. _

Vüchertisch.

Der Kunstfreund. Zeitschrift der Bereinigung der Kunstfrennde. (Herausgegeben und verlegt von der Bereinigung der Kunstfreunde, Ad. O. Troitsch, Berlin-Schöneberg^) 3. Jahrgang. Nr. 1/2. Inhalt: Zehn Jahve nach dem Kriege 1870/71. Theodor

t eufr: Die Politik. August Döppner: Der Roman. Hermann ienzl: Das Theater. Hugo Tnfftter: Die Musik. Robert Breuer: Die bildenden Künste.

G e tn ü s e b a u im Kriegsjahr 1916. So betitelt sich das soeben erschiene,te Kriegsflugblatt Rr. 4 der L a u d w i r t s ch a f t s k a ru m e r f ü r d a s G r o ß h e r z o g t ,t ni Hessen, bearbeitet von Obst- u>,d Weiubauustveklor F. P f e i' f e r, z. Zt in einer,, Darinstädter Lazarett. Dieses Flugblatt ist für alle geschriebei,, Landwirte und Gemüsezüchter, Laudsraum und Stadtfraueu, und ist geschriebei, in Berücksichtigung der durch den Krieg gegebener, Verhältnisse. Es zerfällt in einen allgemeiner, Teil, in welchem alle für die Kultur selbst wichtiger, Gesichts­punkte kurz zusammengestellt sind, und einer, rveiterer, Abschnitt, in welchem au Hand eines Gacteuplanes und zweier Verzeichnisse er­läutert wird, ivre man ein Stück Land richtig arrsnützen kam,. Es ist da angegeben, welche Gemüsearten und Sorten Beet für Beet zur Anpflanzung korurueu können, rvelche Düngung sie verlangen, wann und auf rvelche Abstände sie zu säen und zu pstauzeu sind und dergleichen rnehr. Das Flugblatt ivird kostenlos au alle Juteresseuteu durch die Lar,dmtrtschastskam>ner in Tarrustadt, Allee 6, abgegeben.

Kriegsschädei, und Kriegsschadenersatz. Von Hermam, Weck, Rechtsanwalt. Geb. 4 Mk. Osiland-Verlag, Eharlottenburg 2. Dieser Veröffentlichung darf inan ohne rveitcres zuerkennen: sie ist zeitgemäß. Alle Welt steht ja unter dein Ein­druck der ungewöhnlichen Leistur,qen, dre das Deutsche Reich in militärischer, finanzieller rrrrd organisatorischer Hrusicht vollbringt, trotzdem ihm durch d,e Lahmlegung serues Außer,Handels die Kräfte nicht unerheblich eutzogeu sind. Der Verfasser entrollt das gesauste Bstd dieser ruiltelbareu und all' der umuitlelbaren Schäden, die uns der Krieg verursacht hat, ivobei die Deutschen in den Schutz- gebielen und die Auslanddeutscher, nicht vergessen sind, auch nicht die Werte in, Ausland, die der, Deutschen in der Heimat gehören. Bei dieser Betrachtung und bet der Feststellung der Berechtlgung zum Schadenersatzanspruch (alle wichtigen älterer, und neuester, Gesetze und Verordnungen sind in, Wortlarrt eingefügt) vergiß, der Veriasser nicht, auch zu sagen, was das Reich und rvas die ein­zelner, tun müssen, um das etwa Wiedergewouueue für die Zukunft zu sichern; und rvas au den, bestehenden Landes- und Völkerrecht gebessert werden sollte, damit die Welt für alle folgenden Zeiten zuverlässig betreffs des Kriegsschadenersatzes unter,vresen ist. Es sind hiernach nicht nur die Kriegsbeschädigten selbst, die das hand­liche Buch mit seu,er ausgezeichueteu Stoffcmteilung begrüßen werden. Auch den Politikern und Volkswirten, wie der, Juristen wird es eine willkommene Gabe fein.

Sdjer^rätfel.

wei Worte nenn' ich dir inhaltsschwer, ärmst oit im Theater sie Hörer,.

Der Hausfrauen Festtag ist freudeleer,

Wenn des Kuchens Entwicklung sie stören.

Der Mägdelein Furcht vor den Worten ist groß, Auch sind sie der Buben gefürchtetes Los.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer: I ü P g r o u ü 1

Igaanodon Qrünunter Polonaise d t i

Schrrstleitung: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Uiversitäls°Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen,

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