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verwundern, daß die Heiratsattionen der Bühnenwetblichkeit in Amerika so hoch stehen, daß die Theater sich nicht allzu lange ihrer Kräfte erfreuen können und immer häufiger gezwungen werden, sich nach geeignetem Ersatz umzusehen. Wie der amerikanische Impresario Zigleld im Rückblick auf seine langjährige Tätigkeit aus- Mhrt. sind die Heiratsaussichten der Schauspielerinnen fortdauernd im Steigen begriffen. Er selbst hat auf seinen BerukSreisen der Hochzeit von nicht iveniger als 1440 Schauspielerinnen belgewohnt. Die Choristinnen üben ihre Tätigkeit meist nur zwei Jahre lang aus. Nach dieser Zeit sind sie - wenigstens die hübschen — fa l immer schon unter die Haube gebracht Tie Solistinnen heiraten noch schneller, die Zeit ist um so kürzer, je größer die Berühmtheit der l>etreffenden Künstlerinnen ist. Zwar stehen die auf der Bühne notwendigen Talente mit der Begabung, einen Ehemann glücklich zir machen, in keinem direkten Zusammerihang; aber die (SrUclfcu der Männer ist stärker als ihre Logik, ganz besonders im Reiche der Reklame. Tie besten Heiratsaussichteu haben die Schauspielerinnen, die sich einer jligendlichen und möglichst schlanken Gestalt erfreuen. Neigiing zur Fülle ist oft ein schwer zu beseiliges Hindernis. Als das beste Alter wird das Zwischen 17 urid 20 Jahren bezeichnet. Schauspielerinnen von 30 Jahren finden viel selrener einen Mann, 40jährige nur in Ausnahmesüllen. Das Aller van 21 Jahren soll zehnmal so viel Aiissichten haben wie das von 2b. Was die Größe betrifft, so ist Mittelgröße ain begehrtestem Nach Ansicht ilild Beobachtung des Jnipresarios sind 50 Ir? bis bb kg genau das gewünschte Gewicht, lieber Farbe der Augen sind die Meinungen verschieden Dagegen schwärmen 7 iinter 10 Mäiinern für Schauspieleriniien mit gerader Nase. Ganz besonders aber zieht man die Schöiiheit der Zähne in Betracht. Die naiven Scharsipielerinnen erhalten den Vorzug. Tragödinuen dagegen heiraten meist alte ausländische Vriiizen und russische Fürsten. Die Choristinnen heiraten niemals Leute vom Theater. Dafür ziehen die Choristen es wieder vor, überdaiipt ledig zu bleiben. In den letzten Jahren ist die Zahl der amerikariischeii Bühiieneben nach Ansicht des Jnipresario derart gest'egen, daß man gegenwärtig von einem Rekord auf diesem Gebiete sprechen kann.
* Explosionen im Pflanzenreich. Eine Anzahl Psiaiizen werden direkt als Explosionspflanzen lLxploäiflorae) de- zeichiiet. Wir witerscherden Explosionen an Staubfäden imd an Samenkapseln, bezw. a,i Früchten. Voii ersteren ist ein bekanntes Beispiel die Brenneffel (Urtica dioica', und wir raten llnsereli Lesern, eine männliche Brenneffel-Pflanze einmal in eineni Glase Waffer an die Sonne zu stellen uiid selbst diese Kanonade im kleinen zu beobachten. Von explodierenden Früchtei, bietet ein großartiges Beispiel der S a n d b ü ch s e n b a u m (Hura erepiLans). Seine melonenförniigeil Früchte springen zur Zeit der Reife mit lautem Knalle auf. Unser bekanntes Kräutlein Rührmichnichtan führt als Nebenbezeichnung noch den Namen Springkraut, weil eben die reisende Kapsel elastisch anffpringt t>nd die Samen von sich schleudert. Aehiüich liegen die Verhältnisse bei Cyclonthera, welche direkt den botanischen Beinamen ^eiploäsas" führt, weil ihre Fruchtwand explosiv zerplatzt und dabe, die Samen aus- schleudert. Zu derselben Familie gehört a»rch die Spring- oder Epritzgurke. Ihre Heimat sind die Länder um das n,ittellä„dische Meer herum, doch wird sie hier und da auch in Deutschland, eben ihrer Explosionsfähigkeit halber, als Merkwürdigkeit kultiviert. Die bis zu b Zentimeter lange Frucht gleicht einer kleinen Gurke. Ztlr Reisezeit löst sich der Blütenstiel aus der Fruchtwand heraus und die Samen werden nebft dem Fruchtsafte aus dem entstandenen Loche auf mehrere Meter Entserriung hm ausgespritzt. In der Tat eine Ueberraschung für den nichts ahiiendeil Besucher des betreffenden Gartens. — Co sehen ivir Exvlosionswirtiingen im Pflanzenreich, die mit den Schrapnells und Mmen moderner Heere wohl zu vergleichen sind. Jrn Gegensatz zu diesen aber, welche auf Vernichtung des Lebens hinzielen, dienen diese Explosionen im Pflanzenreich der Fortpflanzung und Erhaltung der betreffenden Arten. ——
Vüchertisch.
— Das neueste Heft der reiche Abwechslung bietenden Familien- zeitschrift „Das Buch für A l l e* (Union, deutsche Verlags» gesellschast, Stuttgart) bringt u. a. „ein ärztliches Gutachten aus ruhigerer Zeit", das in unseren Tagen, in denen den Nerven, zumal denen unserer Feldgrauen, ganz anderes zugemutet wird, recht erheiternd wirkt i Tie erste Eisenbahn m Deutschland, die zwischen Nürnberg und Fürth verkehrte, wurde am 7. Dezember 1835 eröffnet. Die bayerische Regierung ersuchte kurz vor diesen, Ereignis das Sbermedizinalkollegium um ein Gtitachren über die schädliche oder unschädlich« Wirkung, die dieses neue Verkehrsmittel aus die Gesnndheit ausüben würde. Dieses Gutachten, das sich noch im Nürnberg-Fürther Eiienbahnarchiv befindet, ist im Hiirblick aus die heutige Zeit mit ihren vielseitigen Verkehrsmitteln sehr lesenswert. ES tautet dahin, „daß der Fährbetrieb mit Dampswageu tm Interesse der öffentlichen Gesundheit zu unterlagen sei. Tie schnelle Bewegung erzelig. unzweifelhaft eine Gehirnkraiikheit bei den Paffagieren, welchr eine besondere Art des vellriaw kariosam darstelle. Wollten mm d,e Passagiere schon der Gesahr trotzen, so rtlüffe der Staat wenigstens für den Schutz der Zuschauenden ein- reten. Ter bloße Anblick eines rasch dahiniahrendeu TampftvagenS
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erzeuge genau dieselbe Gehirnkrankheit; man muffe deshalb verlangen. daß der Bahnkörper zu beiden Seiten mit einem dichten, entsprechend hohen Bretterzaun umgeben werde "
— „Hollands Interesse an Deiitschlands Sieg" sind die beachtenswerten Ausführungen des Anisterdanier Professors S. Rild. Steinmetz überschrleben, mit denen dieser bekannte holländische Gelehrte in der soeben erschienenen Nmnnier 3789 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" in temperamentvoller Weise für die Gerechtigkeit unserer Sacke eintritt nnd vor allem die Bedeutung der von unseren Feinden und gewissen Neutralen so heilig befehdeten deutschen Kulttrr für die ganze Welt beleuchtet. Weitere bemerkenswerte Artikel behandeln die Frage emes deutsch-öster- reichlsch-ungartschen Wirtschastsbüudnisses, den Verlauf des Seekrieges im Jahre 1915, den Wiederaufbau Ostpreußens (reich illustriert), das briefliche Testament des Kriegsteilnehmers u. a. m. Der bildliche Teil des Heftes ist nicht niinder intereffant.
- Uebcr Land und Meer. In den neuesten vier Nummern der hier schon oft genannten illustrierten Zeitschrift „lieber Land und Meer" (Deutsche Verlagsanstalt, Sttittgarl) muß e8 jedem tieserfchauenden Leser auffallen, daß er in den Heften auch von Dingen hört, die in anderen Blättern vielfach unbesprochen bleiben. Wir ermnern nur an Aussätze, wie: Kriegstechnische Phantasien, Deutsche Ruhniesnamen, Ter deutsche Ersindergeist im Weltkriege, DaS Zurechlsindeu im Gelände, Kriegs- und Handelsflaggen und andere. Solche Artikel, die jedem etwas bringen, sind ganz danach angetan, das Allgemeinwissen des Einzelnen zu erweitern, seinen Gesichtskreis zu vergrößern. Aiich aus anderen Beiträgen wie: Ter Moha,umedanisn,us in Indien, Wanderungen durch Alt- preußen, geht das beachtenswerte Bestreben der Schrislleftunq hervor, eigene Bahnen zu ivandeln. ungeachtet der vielen Zeitschriften, die seit den letzten Jahren ivie Pilze aus dem Boden aufgeschossen sind. Die Fanulienzeitschristen habe«, für ihre Kreise nur dann Werl, mein, sie sich voneinander in jeder Beztehilng unterscheiden, sowohl was Text und Bildschmuck aubelangt. Sonst brauchte eS ja nur eine einzige zu geben. „lieber Laiid und Meer" hat voii jeher daß Bestreben gehabt, etwas Besonderes zu sein - wer sich überzeugen will, ob Verlag und Schrutleitung in dieser Bemühung glücklich siiid, der mag die letzten vier Nummern (17/20) prüfen.
- Nene Frauen kleidun g und Fraiientultur. Organ des Deutschen Verbandes für Neue Frauenkleidung und Frauenkulmr. Schrfttleitung: Klara Sander, Elfe Wirminghaus, beide in Köln. Verlag der G. BrauiLschen Hochuchdrilckeiei in Karlsruhe. Jährlich 10 Hefte in Hoch-Quart mit zahlreichen Abbildungen und Zeichnnngei, aus Kunsidruckvapier, sowie Schuitt- musteroogen. Preis fürs Jahr 6 Akk., fürs Halbjahr 3 Mk. Probehefte unberechnet und portofrei. Aus den, Inhalt des Februar- Heiles: Theorie und Praxis. - Unter welchen Bedingungen kann der Staat die weibliche Dienstpflicht einsükren? — Fraueustudium.
— Einige Zuschriften zur deutschen Franenkleidung und was damit zusammeiihäiigt. — Bon Körperkultur. — Tie Vortragende Künstlerin. — Von deutschen Volkstrachten. - Eine kleine Geschichte von einem große,r Riß. — Verschiedenes. - Ueber Tuffahseidenstoffe.
— Bücherbesprechungeu. — Sprechsaal. — Vereinsmittellungen. — Beschreibung der Kleider. — Praktisches und Technisches. — Schnitt- musterboqen. — Beilagen: Mode und Technik der Frauenkleidung.
— Tie neue Nadelarbeit.
— W i e wir im Kriege leben. Unter diesem Titel veröffentlicht in einer soeben im Verlag von I. Engelhorns Nachs. in Stuttgart erschienenen Schrift Dr. Albrecht Penck, Professor der Erdkuilde an der Universität Berlin, einen aussühilichen Brief an Professor Theobald Smith tu Princeton, der als Anstauschprofeffor il» Berlin gelebt hat. In fesselnder Weise schildert er, wie wir während des Krieges leben: in unseren großen Städten und aus dem Laiide, was an den Universitäten geschieht. Der Brief ivird namentlich im Auslande Aufklärnng bieten über unser Leben während des Krieges. Aber er wird auch willkomniei, geheißen werden von beit Leuten an der Front ilnd insbesondere von der Beoölkermrg daheim. --
Buchstabenrätsel.
bo, e, es, for, gu, kl, II, Iuh, ne, no. o, PI, re, reus, sohle, lo.
AuS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangs» buchstaben von oben nach uiiten und die Endbuchstaben von umeu nach oben gelesen den Namei, emes vormals gefeierten Künstlers bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:
1. Person aus einem Schlller'schcn Drama.
2. Römischen Feldherrn.
3. Mythologischen Namen.
4. Einen Philosophen.
5. Ein Gestell,.
6. Stadt in Japan.
(Auflösung in nächster Nummer.)
.Auslösung der Techisfrier-Aufgabe in voriger Nummert O lieb', so laiig du lieben kannst,
O lieb', so lang du lieben magst,
Tie Stunde kommt, die Stunde konunt,
Wo du a>l Gräbern stehst und klagst. Freiligrath.
Schrrstteitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnioersitätS-Buch- und Steindruckerei. R. Lanae, Gießen.


