„Der Hundertmarkschein ist Ihr Eigentum. Ich danke Ihnen, «Schwester Barbara."
Sic trat nahe an den Tisch, magnetisch an gezogen von dem blauen Schein; aber sie zierte sich noch ein wenig. „ Jtü), Herr \3ai*ott, das ist ja viel zu viel. Ich tveiß gan nrcht, ob Ihnen die Schrift irgendwie dienen kann. Sie war doch nun einmal geisteskrank."
„Geisteskrank — wer?"
„Das heißt, nicht eigentlich geisteskrank. Sie lvar in reiner Anstalt und konnte frei Hern machen. Es genässte, dast eine Pflegerin bei ihr war, und so bin ich denn zu ilrr gekommen." 0 r
„Sic sprechen von der Verfasserin dieser Aufzeichnun- S^^^t wahr'? Sagen Sie mir nun endlich, um wen sich S handelt, und wie sie hieß."
das will ich gern tun, Herr Baron," sagte Sch mster Barbara und schob, während Bassvw einen ernsten, nuchngen Blick ans die auseinandergefalteten Papiere warf den Hnuderlinarisclp'in behntsain in ihre Kleidertasche. „Sie huj; Lunnue '.UviibcdF und war die Tochter uon einem reichen Knopfsabrrlauten in Augsburg. Das heißt, ihr Vater war sa>ok, lange tot, und sie selbst war ja damals auch nicht
^ aö<c 511 n ” r ' f ie lln ^ re achtnndvierzig, aber Jüti sie starb, kam es heraus, daß sie acht Jahre zu wenig
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Ubh seit ihrer Jugend in Augsburg, und so hat sie dort auch den Herrn non Breitcnbach kennen gelernt."
Ueberrascht scl)ante Bassow sie an. „Breitenbach,— mcmen jetzigen GntSnachbar? Um den handelt sich"s? Wie kam er nach Augsburg?" ' r ^
Aarbaraim Besitz des Geldes war, lu'tfür A^ON Met von ferner zaudernden Langsamkeit verloren. znc gab nt einer scheinbar gleichgülttaen aber
"1$* hUf&n 0 J, torfimbcn „Weise die gewünschte Auskunft. „Ja, btifctbc. Wenn er nämlich Erich mit Bornamen heisch öatte damals ein Gut in der NA-e von Augsburg kam
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dem Herrn Baron so ganz genau nicht ^,6^ . lvctß nur, daß das Fräulein Neubeck so <ruu »uic fernen andern Gedanken hatte! als ihn. So wütendere damals aud) war. Aber tvenn ich es arossprechen dürfte Är lagen, daß die Liel>e zu chm sie verrückt §e- woltte.^ ^ man ÜOTl ^rrncktheit bei ihr spreckjen
„'vie scheinen sie nicht dafür angesehen zu lwben k°nn dm Wichtigkeit fein. Halten sl'l /Ä glanlchait, lvas hier aufgezeichnet steht?" ^
muri*! ® ci ' r .? rtm P*Wt mich zu viel. Sie war ru, weilen klar, zuweilen oerloirrt. Und das Gericht bat sie^a nicht für glanbl-aft gehalten." } * ,ie iü
bricht? Ist es zwischen den beiden zu einer Bei Handlung vor <55^ricl>t gekommen?" ^
. gewiß. Das war es doch gerade tvas das ^ l'.rch bar ansregtr, und wcShaib sie auch das bi-k nir^
„Handelte sich's um Geld?"
„Natürlich; sie belMiptete doch, sie batte ihm d.^ oa .rs
niemals bekommen hätte er das Geld»
„Das hat er getan?"
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bei t^8mte?' r lf * ^ tr Ö0 " dEnbach noch einmal ipnen^Und "so ttmtti7es'mr fischen
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ÜLÜ^ Weg, während Barbara mit ihrer Lamp«
7rUV.Troppnigelander stand und einen Lichtschein hin- in das kohldnftende Treppenhaus. Tmrchein- anderschießeilde Gedanken bedrängten ihn, die Papiere chm ailf der Brust. Gr hielt seine Hand auf sie wahrend er rm Automobil, das ihn erwartete, ^ ging er gleich auf sein Zimmer, w. m Wem kommen, ruckte sich den Tisch unter
die Glühlichter des Kronleuchters.
, „Der Wahrheit die Ehre in Etvigkcit — Amen," so begann die Schrift, um dann fortzufahren:
„Ich weiß, daß ich nicht lange mehr leben werde. Gott L'fsgewottt, - hat es gewollt, - hat es gewollt. O.
Ir* i^ ute öu mir hereinrufen könnte, die behaupten, es gäbe keme gebrocheneii Herzen mebr. Wenn
wie77 7^ ^ ru f t aufreißen könnte und ihnen zeigen,
ri sen' ~ ^rJL in lIjl ^lreht — zerbrochen, zertreten, zerrissen, rissen, — rissen, — rissen, — Amen.
7 mcil l Testament, aber ich vermache nur einem 7/7.7 L i;m ' l‘? b lcl) vermache nur eins. Meinen Fluch!!! 775^! dreimal bekreuzigten, dreimal gesegneten Fluch. Dir ^^6keit, Dir, Erich von Breiteitbach. Denn 2li bist eui Hund, ein Raubtier, ein Hund! Ich weiß was
Mcktersttrb ?^^ aüf b f 11 Ängsten Tag vor den V//^'tuhl des Allmachttgeu mtd Ewigen. Weil die Ge-
e i! r ff r ^*S 011 ioren und Blinden verwaltet werden urcht sehen köiinen, was Wahrheit und Irrtum ist Und ich werde vor ihn hintreten in meinem tveißen, -weißen- ^' ""d werde meine Hand erhebeii gegen werde sagen: da steht er, der größte Verbrecher
n°id)t a m ^ Vn ' Horr, a8er vergib diesem
r!t ' gekommen und bat mir seine Not geklagt und
mich gebeten, ich soll ihm helfen. Und ich habe ge-
U H b h bC gegeben, mehr als ich hatte geAnr dürfen. Er aber ]jat mich geküßt, - o, wie diese Msse noch heute auf meinen Lippen brennen, — wie sie brennen
^ WiQU V Si' sind aus d^r Hölle ge- weien, orese Ztuße, darum brennen sie so! Und er bat gesagt er will kommen und mich herraten, tvenn Xie blühen. Aber die Rosen haben geblüht imd sind verivelkt, und er ist nicht gekornmen. Und ich vermache ihm darrnn diesen dreimal gesegneten Fluch. Amen.
oy. - ^nd mrn kommt das Aergste, — hör' es Allmä/btttTpi'» Wblneid, Meineid im fürchterlichsten Grad.'' Ich habe^die -^^sShnkespeare wieder und wieder aelesen % ^Oegrtffen von meinen Händen, und das
Blatt ist vergilbt von meinen Tranen. Meineid, Meineid
sä'i'sä'i sgÄw» xt k
uumrals das Geld gegeben hätte,'das ich zurückfo?dert7 Und fte haben rbm geglaubt und haben mich abgewiesen'
Mein^b 4S ÖCTt an meinen Tod^ e s war
TrTrf.7 rf ein€ib im fürchterlichsten Grade!
Erich von Breitenbach, Dir vermache ich meinen
^vdertsachen, hundertmal bekreuzigten Flrich'^Gott' Äy e !F H^vd von Dir abziehen und möge Dich dem Teufel überantworten, zu dem Du gehörst, und er mS
ü. Ewigkeit"'Amen"^'' mü glühend«. Spieße 3 »
Bassow sprang empor; es duldete ihn jetzt nickt mehr
aarn, 77 t^SÄ- großen, gleichmäßigen Schritten be- 5J f m -. cr ^m Zunmer auf und nieder zu geben den gesenkt und seine Blicke unverwandt auf ^n Tevv ck deä Fußbodeiis gerichtet. Das alles was er oheu ntut * be t gedacht hatte, jtand ja nur indirekt in Beziebuna rn eigenen Forschungen und fielen Aber ? spulen
res. Bedeutsameres. Der verstorbeue Vetter Patte7i!k S^t
(Fortsetzung folgt.)


