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aller Hinterlist der Feinde unser Brot. Wir haben Ehrfurcht vor unserem Brot. Wir wissen genau, daß Brot ebensogut eure Wusse ist wie Schwert rurd Kugel.

Wir haben unser Brot? Wohl dem, der diesen Sah sagen kann. Wohl dem, der nicht weiß, daß gerade in diesem Kriege für nmnchen Kamerad audj einmal der Tag, die Sturrde da war, wo er nichts hatte, seinen schneidendsten Hunger zu stillen, wo es immer lauter und verzweifelter in ihm schrie: Brot, Brot!

Es war in Russisch-Polen. In einem Frühling, der mehr Winter als Sommer war. In Scheunen, deren Wände handbreit auseinanderklasstcn und die messerscharfe Wut der Weichselwinde und der Weichselkälte hereiuließen. Nächte, in denen wir fern iedenr Schlaf und Traum starr und steif dalagen, aus denen wir uns dennoch krampfhaft rissen, zu neuem Tag, zu neuem Tun an unserer Aufgabe: Weichselstellung II. Unsere Heere standen da­mals noch weit von Warschau. Weichselsteftung II, ntan erzählte sich von Hindenburgs Absicht, die Russen hier über den fast einen Kilometer breiten Fluß, zu locken und ihnen dann herab von den

Höhen von E_das furchtbare, vernichtende Bad zu bereiten.

Berge wurden abgetragen, um sie ait einer anderen Stelle wieder auszuhügeln. Wiildcr verschwanden, um eine Woche später linis oder rechts als Macken für die Feldgeschütze wieder ausgebaut zu werden. Unsere Aexte schlugen schmale Schneisen für den eisernen Flug der Maschinengewehre durch das Dickickit der jungen Buchen und Fichten. Harte Tage, besonders hart, lvenn einmal das Kommißbrot ausblieb und wir auf das Knabbern der eisernen Zwiebäcke angewiesen waren. Das bißchen heiße .Hafer­slockensuppe, mittags aus irgend einem Misthaufen oder am Straßengrabenrand gierig hernntergelöffelt, siegte nicht über den Hirnger.Morgen vielleicht wird es tmeder Brot geben.!" Dieser Trost Mußte uns das Abeirdefsen ersetzen, denr wieder^die Nackt folgte und die Kälte und der Wind, nicht aber der Schlaf und der Traum. Und am anderen Abend war dann wieder statt des Brotes nur der nackte Trost'für uns da:Morgen vielleicht wird es wieder Brot geben!" Morgcn, morgen, nur nickt heute!

Eines Mittags war das Gerücht da, das Gerede, der Jude, der Krämer, dessen niedrige Stube mit den paar kleinen Päckchen Salz, Zucker, Streichhölzer, mit den paar kleinen Flaschen^ jun­gen Bieres man kaum einen Laden nennen konnte, habe Weißbrot, Weißbrot, das Stück für sechzig Pfennig, aus einigen weit von der Straße liegenden Dörfern zusammen ge kauft und. wer schnell laufe, erwische gewiß noch einen Laib. Unsere Korporalschast hatte das Gerücht, das Gerede, ein wenig zu spät erfahren oder vielmehr fast ein wenig zu spät, denn, ganz genau gesagt, ent Kamerad es war ein junger Maurer aus der Nähe von Frank­furt an der Oder hatte noch das namenlose Glück, das letzte Brot, das allerletzte Brot zu erlangen, für sich, für uns, so dachten wir.Für mich!" so dachte jeder einzelne für sich: Korporal- sckurst Kameradschaft. Jeder einzelne hätte gern den zehnfachen Betrag für einen Teil des Brotes hingegeben. Mochte der eine, der so viel schneller als wir anderen gelaufen war, verdienen, viel verdienen!

Bitte, gib mir von Deinem Brot!" Hier ist Geld! Zwei, drei Zoll von dem Brot genügen mir schon!" schrie der Hunger aus meinem hüpfenden Magen empor, dem anderen entgegen, dessen Messer schon hastig durch die knusprige Kruste säbelte.

Tüt nur leid," entgegnete jener hart.Ich habe auch Hunger. Viel bleibt sowieso für mich znm Abend nicht mehr übrig oder für morgen früh und morgen mittag und morgen abend denn wer weist, ob wir morgen abend wirklich wieder Brot bekommen."

Ich sprach kein Wort. Ich mochte meine Bitte nicht wieder­holen. Ich ging tvieder an meine Arbeit: Rasen stechen, Rasen tragen für die Brustwehr des ansgeschachteten Schiitzengrabens. Ich weiß nicht zu sagen, ob jener einem anderen Kameraden die­selbe Antwort noch gegeben hat. Ich sah nur, wie jener sein Brot o, es war noch nicht um ein Viertteil kleiner gewor­den ! in den nächsten Unterstand wie einen kostbaren Schatz trug, den er erst zum Vesper, sich zum Geirusfe, uns anderen zum Leide Und Neide wieder l-ervorholen würde. Die Arbeit wollte im§ für diesen Nachmittag so recht nickst schmecken.

Vesper. Der Korporal pfeift. Zwanzig Minuten Pause. Man geht in den Unterstand, den Brotbeutel nach einer letzten Zigarette, Nach einem allerletzten Stück Schokolade, nicht aber man loeiß, das ist vergebens !- nach einem allerletzten Stück Brot dnrchf- zuwühlen.

Der Maurer aus der Nähe von Frankfurt Ml der Oder tritt kurz vor mir in den Unterstand. Ec weiß, was er finden wird. Ich weiß nicht ganz genau, ob ich wirklich noch ein Stückchen Schoko­lade finden werde. Man ist ein wenig wirr geworden durch die letzten schweren Tage, durch die letzten schweren Nächte. Man ist Zwischen der Arbeit nur immer um den einen kreisrunden Gedanken h erum gelaufen: Brot, Brot! . . .

Ter von irgendwo da um Frankfurt an der Oder stößt plötzlich einen Fluch aus. Etwas Großes, Braunes, Quiekendes, Vier­beiniges ist ihm aus dem angeschnittenen, jetzt ganz ausgehöhlten und zerknab betten Brot, das bei der Berührung in einige nnansehir- liche Brocken zerfällt, herausgesprungen: eine Ratte, eine große rundgesressene Ratte, die. schon wieder irgendwo zwischen dem nassen Sande verschwunden ist.

Einer sluckft. Einer wirft angeekelt die letzten Reste eines Schatzes fort, an dem er sich erfreuen wollte, jetzt, heute abend wieder, nrorgen friih vielleicht noch einmal. Ein anderer lacht. Mehrere lachen. Ich kann nicht lachen. Ich kann nicht sprechen. Ich denke an die Legende der Heiligen Pharaildis: Brot in Steine verwandelt, Brot in Staub verwandelt, jedenfalls Brot ist nicht mehr Brot. Ich erlebe eine Moral. Die gibt mir einen bit­teren Geschmack aus die Zguge. Der von irgendwo da um Frankfurt % mi der Oder herum sieht mich ganz groß und , starr an. Er erwartet von mir Hohn, Schadenfreude, ein triumphieren­des Lachen. Ich muß mich stumm abwenden.

Ms wir abends zurückkommen, heim in unsere Scheunen am Räude des polnischen Waldes, ist Brot da, viel Brot, frisches Brot, Brot für uns alle. Aber auch die Feldpost ist gekommen, Pakete von den Eltern und von den Freunden. Wir haben Wurst mrd Schinken, wir haben wieder Schokolade und Zigaretten. Ganz oben jedoch ans den Paketen, die unsere eben noch so müden Arme jetzt ach wie gerne heimwärts tragen, liegt das Brot, unser Brot. Und ein Rauschen kommt uns ans denk Walde ent­gegen wie eine Stimme, die da spricht:Nehmet hin und esset Unsere Herzen sind voll vom Gesang....

Gietzeuer Hansfrarrett-Berem.

Der Vorstand des Vereins nimmt alle für die gegen­wärtige Zeit geeignete Rezepte in der Geschäftsstelle .dankbar entgegen.

W och en- chenzeite l.

Sonntag: Suppe von Knochen mit Grießeinlage, Rotkraut und Kartoffeln, Rinderbraten in der Bratendüte gemackst.

Montag: Suppe von Maggiwürfeln, Fleischpudding von Bratenresten mit Kartoffelgemüse.

Dienstag: Hafersuppe, Kartoffel-Pastete?)

Mittwoch: Rindfleischsuppep, Wirsing-Auslauf?)

D o n n e r s t a g: klebrig geblieben? Rindfleischsuppc, Suppen­fleisch mit Meerrettichtimke.

Freitag: Reisauflauf mit gedämpften Aepfeln.

Samstag: Suppe von weißen Bohnen, Graupen und Kar­toffeln mit Fett geschmelzt.

Kochamveisungen.

1) Kartoffel-Pastete. Von 200 Gramm. Mehl, 1 Kilo­gramm geriebenen kalten Kartoffeln, 100 Gramm zerlasse­nem Fett, einer kleinen geriebenen, im Fett gar gedünsteten Zwiebel, etwas Salz mrd geriebenein Käse wird ein derber Teig gewirkt, den man, nachdem er etwas geruht, 1 Zentimeter dick ausrvllt. Man legt Boden und Rand einer vorgerichteten Auf­lauf form danrit aus. Jetzt füllt man ein fertiges Rosenkohlgemüse Innern, legt einen Tergdeckel darüber, so daß die Ränder gut schließen. Bestreicht die Oberfläche mit Eiersatz und backt die Pastete. Als Füllung nimmt man auch Wirsinggemüse oder Rot­kraut mit Aepfel. Sehr heiß anrichten.

2 ) W irsing-Anflauf. In Va . Liter Magermilch nebst 60 Gramm Fett rührt man y* Pfund Mehl und kocht da- oon, kräftig rührend, einen dicken Teig, den man erkalten läßt. Zwei Köpfe Wirsing kocht und hackt man fein, rührt 34 Eier (Eiersatz) in den Teig, dann den Kohl und Eierschneo (Ersatz), würzt nach Geschmack mit Pfeffer, Salz und Muskat, füllt die Masse in eine vorgerichtete Form rmd backt die Speise IV,ly» Stunden, dazu Salzkartoffeln.

Einfache Tunken, für in T ü t e n bereitete Speisen geeignet.

M e e r r e t t i ch t n n ke (ohne Fett): 2 Eßlöffel Mehl rührt man mit Vs Liter kalter Fleisch-- oder Knochenbrühe glatt. So­dann gibt man das Deiglein in 3 A Liter kochende klare Fleisch­brühe und läßt den Beiguß 15 Minuten kochen. Inzwischen schabt und reibt man eine halbe Stange Meerrettich, freit man, in bicj Mehlsoße gegeben, mit dem nötigen Salz, etwas Muskat und Zucker gewürzt iwch J-0 Minuten kochen laßt. >

Selleries u n k e: 1 Sellerieknollen, 150200 Gram nt

schwer, svird -geschabt, gewaschen und in Vs Zentimeter große Würfest- chen geschnitten. 2 Eßlöffel Mehl rührt man mit etwas kaltem Wasser oder Milch glatt imd läßt das Teiglein in 1 Liter klare kochende Knochen- oder Fleischbrühe einlauscn. Nachdem mack deir Sellerie dazugegeben hat, wird die Soße Va Stunde gekocht. Nach Geschmack gesalzen, reicht man die Tunke zu Ochsenftcisch,

Fisch und dergleichen.---

Logogriph.

Glücklich erscheinst du dir selbst, sobald du mit a mich gefunden Schwachen gebühr' ich mit u, schattängig bin ich mit ü.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung der Königspromenade in voriger Nuinmexl Großer kein Herzeleid,

Als in der Noseineit Einsam verkümmern.

Lieber von Menschen iueit Im Alter verwimmern,

Als in der Rosenzeit

Einsam vertu mauern. Martin Greif.

Schrtstleitung: Aug. Goetz. Rotattousoruck und Verlag der

Brühl'schen Universitäts-Buch- und Slemdruckerei, R. Lange, Gießen.