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und bleichen Mr. Grey zeiat, einsam aus semem Postament thronend. Neben ihm befindet sich ein Abbild Vcktor Emanuels mH der Aus- schritt: „Ehre c\ab ich für Geld!" Diese aanze Abteilung ist umso stimmungsvoller, als der sie bergende Raum früher den Dorf- schweinen als Stall diente. Auch künstlerische Münzen sind m dieser Galerie nicht vergessen : eine Dopvelvlnkette zeigt in Wilhelm Busch* Manier Peter von Serbien und Nikolaus von Montenegro, ote bösen Bnbett vom Balkan. Darunter liest man den schönen Vers: „Wer Hammel stiehlt, gehört verhaun, auch kann ,nan dem dann nicht inehr traunDie „russische Dampfwalze" und em kunstvoll modellierter Japs ergänzen die Ausstellung, deren Abschluß ein leeres Mauerloch bildet, das als „Ruhestätte der Joffre-Ossizrere bezeichliet ist — iveil nichts dahiiiter ist. Neben diesen kunttlenschen Genüssen erfreut sich die Ausstellung aber auch einer „Boches-Brer- stube beiin borstigen Barbaren" uiid eines Ausstellnngscafes, das sich in Gestalt einer von neuem Grün umwachsenen Laube an o,e rauchgeschwärzte Giebelmauer eines TrüinmerhaufenS lehnt, ^ie Aiisstellungsniiisik ivird von den Geschützen besorgt, m deren donnerndem Bereich der ltuvenvüstliche deutsche Soldatenhumor ein so originelles Plätzchen gefunden hat.
"Zur Geschichte des f r a n z 5 s i f ch e n S t a h l h eI m s -
Die moderne Kriegführung hat nicht nur die neuesten Waffen uno Kainpfarten bedungen, sondern auch mancherlei Rustzeug zu erneuter Bedeutung gebracht, das bereits als altmodisch unb langst abgetan erschienen war. Besonders die Reche der im Weltkriege in Verwendung stehenden Verteidiguiigs- und Schutzmittel weist eine Anzahl voll Kriegswerkzeug auf. desseii Herkimit bis auf die Zeit des Mittelalters, ja selbst der klassische,i Röiner und Griechen zurückgeht. Hierher gehören die Panzerschilde, die vor den Maschinengewehren ausgestellt 'werden, die Brustplatten, die französischen Kürassierpanzer und - als die gebräuchlichste Neuerscheinung in der französischen Armee — der horizontblaue Stahl» helni der französischen Infanteristen, dessen abgerundete Form die Projektile, wenn nicht mckhalten, so doch in günstigen Fällen seitwärts abgleiten lassen soll. Eine Zusammenstellung der interessantesten Daten über den moderiien französischen Stahlhelm findet sich im Lalleiiu äes armSes. Der Helm, der 1 X A Kilogramm wiegt, besteht im wesentlichen in der Kopfform aus Aluniininm, die mit Tuch und Schafleder gefüttert ist, aus dem stählernen Ueberzug und dein Kinnband aus Ziegenhaut. Zur Herstellung des Helmes werden 52 verschiedene Werkzeuge gebraucht, die einzelnen Teile werden in drei Großen verfertigt, damit die Helme jedermann passen. Es wurden zahlreiche Werkstätten eingerichtet, die Arbeit wird zum Teile von Frauen besorgt. Tie Tagesproduktion soll sich neuerdings aus 50 000 Stück belaufen. Bisher wurden 3 600 000 dieser Stahlhelme fertig gestellt. Jeder Tell wird besonders verfertigt, und dann werden die einzelnen Teile zusauuneugestellt. Wenn der Helni auf diese Weise seine endgültige Gestalt erhalten bat, wird er in die Beumlungswerkstätten geschickt, wo man ihn mH graublauer Farbe anstreicht. Der Anstrich wird in einer Temperatur von 135 Grad innerhalb drei Stunden gehärtet und getrocknet. Bei der bisherigen Herstellung von 3 600 000 Stahlhelmen wurden 3 600 000 Kilogramm Stahl verbraucht, 36 000 Kilogramm Aluminium, 50 000 Kilogramm Farbstoff, 72 000 Ziegen- häute, 800 000 Schafhäute, 300 000 Meter Stoff, 400 000 Kilogramm Papier zur Verpackung. Wenn man die 3 600 000 Stahlhelme in eine Reihe legen könnte, fügt der „Temps" hinzu, würden sie eine Linie von 1!0O Kiloineter bedecken, was ungefähr einer Linie quer durch Frankreich von Calais nach Marseille entspräche. Das Leder würde, in Strecken geschnitten, aneinander gebunden ein Lederseil darttellen, das — wie der „Temps" mit einem Stoßseufzer bernerkt, von Paris nach Berlin und wieder zurück reichen würde. Zur Versendung der Helme au die Front waren 76 0OO Kisten erforderlich. Wenn diese Kisten aufeinander gestellt würden, müßte ihre Höhe der des Eiffelturms gleichkommen. . . Diese Ausführungen sind ebenso stolz wie interessant. Nur schade für die Franzosen, daß selbst der so ausführlich geschilderte Aufwand iucht imstande ist, die Erfolge der Deutschen, die sich ohne diese wunderbaren Stahlhelme behelfen müssen. zu verringern.
* Eine U b r e n h e m m u n g aus dem 13. Jahrhundert? Als das älteste bekannte Beispiel einer llhr mit Gewichten gilt gegenwärtig allgemein der Mechanismus, den Karl V. von Frankreich gegen das Jahr 1370 sür sein an der Stelle des gegenwärtigen Justizpalastes in Paris belegenes Schloß ausführen ließ. Tie Hemmung dieser Uhr war eine mit dem Steigrade; sie stammte von einem Württemberger, und die Ehre der Erfindung der Hemmung der Uhrwerke wurde daher bisher immer den Deutschen zugeschrieben. Aberbei den Franzosen ist es jetzt geradezu zu einer Krankheit geworden, aus allen Gebieten danach zu fahnden, wie sie deutsche Lorbeeren zer-reißen oder beschmutzen können, und so erfüllt es denn den „Temps" mit großem Triumphgefühle, daß er von einer angeblichen Uhrenhemmung ans dem 13. Jahrhundert, dem Werke eines Franzosen, berichten kann. In der jüngsten Sitzung der Pariser Akademie der Wissenschaften wurde nämlich eine Studie des Chemikers Ch. Frömont vorgelegt, worin entwickelt wird, daß sich ein Werk mit einer Henunnng bereits in einer französischen Handschrift deS 13. Jahrhunderts finde. Es ist dies das jedem Kunsthistoriker wohlbekannte Skizzeubuch des Baumeisters Billard de Honnecourt, worin dieser weitgcwauderle Künstler neben archi
tektonischen Zeichnungen und Riffen auch allerlei Merkwürdigkeiten der verschiedensten Art, z. B. auch seltene Tiere, wie Papageien, und automatische Spielereien, mit dem Stifte festgehalten hat. Unter diesen Zeichnungen findet sich auch ein Mechanismus, der auf vertikaler Achse die Statue eitles Engels sich mit einer solchen Geschwindigkeit drehen ließ, daß der Engel seinen Finger immer gegen die Sonne gerichtet hielt; dies wird durch eine Inschrift in pikardischer Muiidart unter der Zeichnung angegeben. Die Konstruktion des Mechanismus ist nun aus der Zeichnung allerdings nicht erkennbar, aber Herr Frömont hat viel Mühe darails ver- lvendet, ihr Prinzip herauszusinden, und er glaubt nun Nachweisen zu könnei,, daß mau diese Konstruktion des Billard voll Honnecourt als die älteste Hemmung niifehen niüsse. Sollte dem so sein, so ist es nicht die Art der deutschen Wissenschaft, einem Erfinder seine Ehre vorzuenthalten; zunächst aber darf man wohl abwarten, daß die Studie des Hern: Frömont iiachgeprüst und die Anwartschaft des pikardischeii Küiistlers auf die Erfindung der Hemuuuig näher untersucht werde. -
Bücherlisch.
— DieKä mpf e der,Bulgaren gegen dieEntente- truppen sindeli in einem Artikel voii Paul.Otto Ebe eine in* tereffante Darstellung. Es dürste wohl sür jedermann von Jntereffe sein, diese Kämpfe der Bitlgaren kennen zu lernen. Der wohl» imterrichtete Autor versteht es, »ms, uiiterstützt von Bilder>r und Karten, über dieseii Kriegsschauplatz aicks beste zu unterrichten. Wir finden den Artikel in den nettesten Heften 60/62 von Bongs illustrierter Kriegsgeschichte „Der Krieg 1914 16 in Wort und Bild" (Deutschrs Verlagshaus Bong & Eo., Berlin W. 57, wöchentlich ein Hett zum Preise von 30 Pfg.). Es schließen sich daran .weitere Aussätze, wie „Die Hölle von Görz", „Die Flucht der Serben durch das Jbartal", „Tscherkessenübersall", „Im Auto aus Dampsersuche", „Wie schützen sich Kriegsschiffe gegen Angriffe aus der Lutt und unter Wasser?", „Verpflegungsrequisition in Kamerun", Während diese und ähnliche Aufsätze dem z,veiten Teile „Der Krieg in Einzeldarstellungen" entnommen sind, bringt die Hauptabteilung, „Die eigentliche Kriegsgeschichte", den Abschluß der Offensive im Osten aus der Feder Wilhelm v. Maffows.
— Die soeben erschienene Nummer 3787 der Leipziger „Illustrierten Zeitung- ist offenbar als eine Art Fest- nummer ztlm Geburtstag des Kaisers gedacht. Darauf weist das wuchtige, einen kaiserlichen Standartenträger darstellende Titelbild Walter Hammers hin. Der bekannte Politiker Graf Ernst Reveutlow feiert den Kaiser als tatkräftigen Vertreter der hohen Ziele dieses Krieges: Freies Meer - Freier Orient! Theo Sommerlad kleidet den Dank des deutschen Volkes au seinen Kaiser in markige Verse, zu denen Haus Friedrich eine hübsche Umrandung geschaffen hat. Eine lebensvolle Szene aus dem Leben des Kaisers im Felde, die Verleihung des Ordens Pom lo m6rite au General von Stenben, den verdienten Führer in den verschiedenen Argouneu- kämpsen, schildert Professor Haus W. Schmidt in einer doppelseitigen Zeichnung. Auch sonst bietet das vorliegende Heft wieder viel des Interessanten, so eine Reihe Illustrationen von Olbertz von dem feldgrauen Leben und Treiben auf der Bühne des neuentstandenen Deutschen Theaters in Lille mit Begleittcxt von F. Merzenich, Faksimile-Wiedergaben au8 dem Argonucn-Skizzenbuch des Berliner Historienmalers Professor Georg Schöbet, Momentbilder aus einem deutschen U-Boots-Haseu von Karl Bössenroth u. a. m. -—--
Könfgspromena&e.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der Köllig ans dem Schachbrett — stets von einem Feld au« auf ein benachbartes übergeht.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflöfung des Sport-Silbenrätsels in voriger Nummer: Bennen - Ulnterrichtsloknl — Diplome — Ehrenmitglied — Begatt» — IVachzügler;
Rudern, Radeln.
Scbrittleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steiudruckerei. R. Lanae. Gießen,


