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fragt. Sie hatte heimlich gelacht ob seirrer Fxage. Nun verstand sie. Er hatte ihr einen heimlichen Gruß gesandt, der Blick und Kuß, überdauern sollte. Sie stand vor den Blüten, die sie wie ein lebendiger Gruß von ihm vertrant anlachelten, und kostete noch einmal die letzten kurzen Augenblicke des Zusammenseins mit ihm.
Die Blumen standen blühend Tag für Tag und füllten ihr Zimmer mit schwerem süßen Atem. Sie betraute sie mit ängstlicher, mütterlicher Sorge. Als sie welk wurden, sammelte sie j^es verdorrte Blütenköpfchen zärtlich wie ein heiliges Andenken.
Eines Morgens trat sie ins Zimmer und erschrak. Ein frischer Nelkenstrauß mit prallen leuchtenden Blütenkerzen stand auf ihrem Tisch. Das Mädchen berichtete achselzuckend, daß er abgegeben worden sei. Sie nickte und lächelte. Ihre -bleichen Wangen färbten sich, mit einem zarten 9%ot vtor Glück und Erregung. Obwohl sie ihn fern in Flandern wußte, war ihr doch, als weile er bei ihr in diesem Zimmer. Sie empfand durch sein Blumengeschenk seine Nähe körperlich und seelisch und Sorge und Angst wich still von ihrer Seele.
Sie hegte die Blumen mit doppelter Sorgfalt, denn daß es ein Grnß von ihm war, wußte sie mm, da er es ihr brieflich nicht geleugnet hatte.
Sie ivar kaum überrascht, als nach Monatsfrist wieder ein frischer Strauß ihr Zimmer schmückte, und dennoch war ihrs wie eine Bestätigung ihres GlüM, sie nahm es als süße, lebendige Kunde von ihm, der nun schon lange, so traumhaft lange von ihr fern war.
Seine Briefe las sie mit dürstender Seele, nrit innerer Verzagtheit und schmerzendem Mitleid. Sie waren so anders als er. Oft war ihr, als habe sie eine fremde Hand geschrieben. Seine Blumen aber, die ieden Monat kamen, begrüßte sie mit innerem Jubel, als habe er jede Blüte selbst für sie ausgewählt, und war doch fern, tief in Feindesland.
Mit einem Male blieben feine Briefe aus. Sie wartete iwn Tag zu Tag. Nächte hindurch wachte und meinte sie. Die Blumen welkten im Glase,' wie, wenn er keine frischen mehr senden würde. . .
Und mit fiebernder Spannung erwartete sie den Tag, an dem sre auf seinen^ lebendigen Gruß hoffen dursie. Durfte sie denn, Uoch hoffen? Sie lächelte bitter über ihre kindische «Erwartung. Seit anderthalb Monat war keine Zeile von ihm gekommen.
^ Müde schlich sie zu ihrem Zimmer. Als sie die Tür öffnete, blreb sie mit bebenden Knien am Pfosten gelehitt. Da stand ein frischer Strauß von ihm. Sie strich sich über die Augen. Sie betastete wie im Taumel die Blüten. Wie ein Zauber lüsten sich Schmerz und Qual von ihrer Seele. Mit sieudezitternden Fingern druckte sie die Blumen an ihre Brust. Das Bewußtsein des sicheren glücklichen Ueberwindens schlug in ihr Wurzel. Noch Lebte er, noch grüßte er sie. Mochte er nicht schreiben, sie wollte nicht fragen, warum. Dennoch, er lebte. Sie war seiner sicher. . .
Sie war seiner sicherer als je. Sie hörte nicht das Raunen! tun sich, 006 sich nun um sie erhob. Sie sah nicht die verhärmten Gesichter der Mutter, der Verwandten, sie hörte nicht die wvhl- mmnenden Trostworte der Freunde. Fernsichtig war ihr Geist geworden.
lebt," lächelte sie sieghast, aber sie verriet nicht das Geheimnis ihres Wisiens, sie gab es nicht preis. Genügte es nicht, daß sie es wußte?
Nelkenstrauß, der inzwischen wieder im ge- schliffeMn Mast wie von selbst erblüht war, schien ihr zuzulächeln: mcht beirren, glaub uns, nicht ihnen
S-e br-ubtm ihr die V-rluArsten. Ta st-nd sein Name, sein Regiment und dahinter: gefallen.
Sic schüttelte den Kopf. Sie wußte es besser.
yy ****** ** fre, ßhwarze Kleider anzulegen. Sie ließ sie alle lächelnd gewahren. '
m <Kwarzen Kleide steht sie vor ihren siisch leuchtenden Nelken. Ihre werßen Lippen küssen die verblühenden Blumen und hauchen: er lebt, er wird wk-ederkommen ....
*
tot 1 ™ 1 sw aufhören, diese Nelkensträuße in das
Haus der xungen Wttwe zu senden?"
„In einem halben Jahre, solange bindet mich die Verpflich- Ä ^segnete der Blumenhändler, „die Blumen sind damals im voraus bezahlt worden.
viichertisch.
Nr ~ 58 n C 1 w» J ** V n 11 "A e '' b er Universal-Bibliothek. C™,M 58 s 12 ; In russischer Gewalt. Selbsterlebtes aus dem Begum des Weltkrieges. Bon Carl von Maixdorf. Mit einem Bildms des Verfassers. (160 S.s In Leinen 80 Mg. J>l packender
seine zu Anfang des Krieges unter der b n % I^onageverdachts vollzogene Gesaiige.niahme m
Sg? ™ e V t %8lT\^ ? e ‘, ,ri s rf,en ? h “ terä iaI)rclnn « ?°w,rk. Srr'cr cn ,S £* "6 ln oelde. Heuere und ernste Kriegs- erlebniße. Bon Oskar Kilian. 2. Band. (IGO S.) Inhalt • Prosit Neuiahr l Der erste Treffer. Der Spio.i. Kameradschaft «W!
freiwillig. Zrvischen den Feuerlinien. Burschenwitze. Auf Vorposten. Maulwurfsarbeit. Auf Urlaub. — Nr. 5314. Berichte aus d e in Großen Hauptquartier 1914/15. Heraus- gegeben von Karl Wilke. 3. Band. (101 S.) — Nr. 5815. Musiker.Biographien. 34. Band. Zelter. Von Georg Richard Kruse. Mit Zelters Bildnis. (99 S.) Der Berliner Altmeister, tiiisterblich geivorden durch den Briefwechsel mit Goethe der Lehrer einer ganzen Mnsiker-Genercrlion, ans der Mendelssohn,' Meyerbecr, Otto Nicolai besonders hervorragen; der vorbildliche Organisator der Singakademien und Liedertafeln und der Schöpfer zahlreicher zum Teil noch heute in seiner Komposition volkstnm- licher Goethe-Lieder, entbehrte bisher einer znsainmensaffenden Lebensbeschrelbimg. - Nr. 5816. B er n h m t e Kriminal- falle. Nach dem Neuen Pitaval und anderen Quellen. Herails- gegeben von Dr. Max Mendheim. 10. Band: Ter Pfarrer und Magister Turms. ein Raubmörder aris Büchersammelwut. Bearb. von Ernst Arnold. (96 S.> — Nr. 5817. Die Heidelerche ! i ü? A n ö rv e f e , heitere Geschichten. Von Maria Stona. (101 S.) Inhalt: Die Heidelerche. Der sterbende Tarda. Ter Lanzer. Die Fräillln Fintschl aus Kleppersdorf. Großmutters Geburtstag. Das erste Bad. Das Modell. Diese buMorislischen Erzählungen spielen zumeist in der österreichisch-schlesischeii Heimat der durch ihre Lyrik bekannteri Verfasserin. — Nr. 5818. Der ^ E 0 1914/15. GesaniNielie Berichte von Geiieralinajor
v. Loebell. 2. Band: Von der Einnahme von Lodz bis zur Be- sreunrg vo.i Le.nberg, (92 S.) - Nr. 5819. P n p v e n t h e a t e r. Fon Sranz Poeci. Mit einem Vorwort und Fiirgerzeigen für die Aiiffilhrmig herausgegeben von Max Eickemeyer. 3. Band: Kala- strts, die Lotosbliime, oder Kasperl in Aegypten, und Kasperl in der surfet (44 8.) — Nr. 5820. D i e schöne C u r z o l a n e r i n. Novelle. Von Adolf Gerstmanii. (96 S.) Die von den blauen Fluten der Adria umspielte Insel Ciirzola, das dalmatinische Küstenland und der Bord eines öüerrerchlsch-uiigarischelt Panzerkreuzers — das sind die Schauplätze dieser Novelle.
Gietzener Hausfrauen-Bereirr.
^Der Verein beabsichtigt von nächster Woche an Koch- vorfnhrungen rm Hanse Neusäa-dt 61 zu veranstalten. Es soll zunächst das Bruten ohne Fett in der Düte gezieicst Näheres wird bekannt gemacht an unseren Anschlagtafeln und im Anzeigenteil des „Gießener Anzeigers^. Wachen-Küchenzettel.
Rindsbrate«, Gelbe Rüben mrt
M-pknnü BOn ben ^'^n°chen, gedickt mit Sag«,
Dienstag- Erbscnsuvve. Kartoffelpsaankuche«. Aepfelbrei. , ^"ttmoch: Ftelichbriibiupte mit Reis, Ochscnfleisch, Wciü- kr-autgemuse (znbereitet wie Wirsing», Kartossela
Bokmenbraten, nad) Frau Priesters Koch- wtwei ung, Rotkraut, durchgedrückte Kartoffeln, Milchreis (im Brätchen gebacken ).*}
SÄl* ton gekochte»
KarFfftln i^Äs iZt^ enfUm ' 9t&a *“ e &&er ' Seßfatot '
Kochanweisungen.
? rc lr? liebacken): In eine mit etwas Fett
JoAllanschussel kowult eine Obertasse Reis mit m ^ l } e ( ^ CIC v' v' Simile, stellt diese, nicht zugedeckt, m den Bratofen und laßt, den Reis 1—1^ Stunde aufziehen, hellbraun
^ckMst"Ob^da'l« reiche ^ ^ ® eMBt fattn malt
‘) Siehe Kochanweisung.
Charade.
Das Erste hat stets kaltes Blut,
Doch schätzt man seine schwarze Br>it.
Das Tritt' und Ziveile nach Hader utrb ^anf Begrüßt der Gerechte mit innigem Dank, Dagegen zu freveln hat Mancher geivagt,
Doch bitter hat er sei,: Schicksal beklagt.
Zinn inindesten ward er zu gnlertetzl Mit „Eins-zwer-drei" vo, die Türe gefetzt. (Auflösung in nächster Nummer.).
Auflösung des Magischen Qiradrats in voriger Nu min er:
Schrrftleituna: Aug. Goetr. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl
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sehen UnlverNtäis-Buch- und Skemdruckeret. R. Lange, Gießen.


