Donnerstag, den 2». Januar

tsm

Um toten Lee.

Noman von NobertKohlrausch.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

nU h,ur J )e rot . r Bo ^ Acrger. fast mehr noch über sich,

für fas ܰAe ja doch selbst nach Beweisen

nun^/di^ 3 ' ul flucht und gefragt, und

^? nmbe Segen s,e von kundigster Sette ein ihm unverständliches Gefühl ihn zum

rr nrrf n 4 barlnn fcft tn bie Zügel nehmend, zwang

süs?üb?r»ur Ruhe.Jurist und Nichtjurist werden ^chtrgtert eines persönlichen Eindrucks immer schwer einigen, gab er mit möglichster Gleichgültigkeit zu- '&f ben ? aI P liegt mir nur an voller Wahrheit, und

Aber tarnt, h«« bQ iL U * e ?l^ ett ' bi " > Ihnen sehr dankbar. <K*,w en T ? üon Ihnen über die Schuld der Baronrn bisher gehört habe, schon alles ist"

' l ü °^ c ^- Die Motive sind^ wie stets, auch

rn diesem ^lle das Beachtenswerteste. Und es ist keine Frage: der Baron starb seiner Frau Gemahlin sehr gelegen.

oefornrfW N ^ von ihrer früheren Theaterkarriere Vergessen >Lre nicht, was es für eine Dame vom .Beater bedeutet, durch eine Heirat in die gute Gesellschaft ^geführt zu werden, ein sorgenloses, in diesem Falle sogar Dasein mit einem unsteten Zigeunerleben zu ver­rauschen. Und «all das soUte nnnmrt einemnval m Cm de sein.

das Ehepaar stand vor der Scheidung. Aber das wissen Sie vielleicht noch nicht, daß der Baron'die Absicht hatte, ein früher zugunsten seiner Frau gemachtes Testa- ^bnt, das ihr im Falle seines Todes sein ganzes, sehr be- rrachtliches Privatvermogen sicherte, durch ein anderes zu

&iaateamvaU? mtn ' to0 * cr Sie ba5 erfahren haben, Herr

. 7?^ r cn öet ^- ? er Verstorbene hat mit einem Rechts- anwalt in Be^in darüber konferiert, und von ihm ist dem Gerichte diese Mitteilung geworden. Noch wenige Tage, und dav neue Testament hätte bereits existiert."

. war stehen geblieben mid starrte vor sich auf

den Boden, woder Sonnenschein die Fenstersprossen ab- zelchnete. L>eiN Körper bewegte sich ungeduldig hin und her, scheuUch^br den Zähnen murmelte:Es ist ab-

,Mas meinen Sie, Herr Baron?"

Verzeihen Sie wenn ich auch <m mich selbst einmal Sache. Ich sehe mich da in einer ganz ab- Durch den unerwarteten Tod meines Vetters brn ich Herr dieses Majorats geworden, ich habe ore Frau, von der wir eben so viel gesprochen haben, nur er)t ganz fluchtig, ganz formell gestern bei der Trauerfeier begrüßt. Heute fordert es der Anstand von mir, daß ich zu ihr gehe, ihr meinen Besuch mache. Wie soll ich ihr

gegenübertreten, wovon soll ich mit ihr sprechen? Soll ich ihr von Teilnahme reden, wenn sie meinen Vetter vielleicht hat ermorden lassen?"

^Sie müssen da wohl ein wenig Komödie spielen."

Bassow richtete sich hoch empor: sein Gesicht rötete sich noch mehr.Das kann ich nicht, Herr Staatsanwalt. Ich

* ein Komödiant. Ich bin ein ganz einfacher Landmann dis heute der einen guten Boden von einem schlechten unterscheiden kann, zu gesellschaftlichen Finessen habe ich me gebangt. Und ich habe in meinem Leben ünmer nach einfachen, klaren Verhältnissen gesucht. Ja, wenn Sie mir einen unumstößlichen, bündigen Beiveis gegeben hätten für dre Schuld dieser Frau" er schlug mit dem Rücken stiner linken Hculd leidenschaftlich auf die flach ansgestreikte .-rechtedann wäre die Sache in Ordnung, und ich wüßte, ^ Z-u tun habe. Dann ginge ich hin zu ihr und sagte: Du bist eine Kanaille scher' dich fort aus dem Hanse, rn dem ich nun der Herr bin.'""

Das wäre sehr einfach, aber vorläufig ist es doch Wohl nicht gut Niö-glich. Uiid ich habe die Pflicht, Ihnen auch zu sagen, was für die Unschuld jenes Wmödiautenl und gleichzeitig für die der Frau Baronin spricstt. Er hat erstens kernen Fluchtversuch gemacht, sondern ist ruhia nach fernem bisherigen Wohnort zurückgefahren: er hat ferner den Zettel, der: die Baronin chm geschrieben hatte. Nicht vernichtet, obwohl er ihn schwer koinpromittierte, und endlich har man aiich nicht das geringste von den geraubten Gegenständen bei chm gefunden. Also"

Also ist die Sache noch verwickelter und unklarer als vorher," sagte Bassow mißlaunig- säst heftig.Sie ver- dachtrgen diese Frau und sprechen sie frei in einem Atem. Mach aber stürzen Sie damit in immer größere Ver­wirrung."

Der Staatsamvalt stand ans.Es tut mir leid, Herr Baron, wenn ich-diesen Effekt erreicht habe! Mir muß es aber genügen, meine Pflicht getan zu haben. Und weil Sie nun Herr rn diesem .Hause sind, möchte ich vor dem Ab­schied noch sagen, daß die Untersuchung an Ort und Stelle hier jetzt als beendet gelten kann. Das Arbeitszimmer Ihres Herrn Vetters braucht nicht mehr verschlossen gestalten zu werden, vielleicht aber nehmen Sie dann doch zur Sicher­heit gleich die Briefschaften und sonstigen Papiere, die auf dem Schreibtisch liegen, unter Verschluß."

Vassows Gesicht erhellte sich ein wenig.Das ist gut das ist ern Punkt, worüber ich mit ihr sprechen kann.".

Der Staatsanwalt lächelte.Diese Sache scheint Ihnen mehr am Herren zu liegen, als alles andere. Nun ich empfehle mich."

Ich enrpfehle mich," antwortete Bassow zerstreut und starrte wieder auf den Fußboden hinab, während Sieglitz Mr ^ur ging. Als er sie fast schon erreicht hatte^ raffte Bassow sich auf aus der tiefen Versonnenheit und ging mit raschen Schritten ihm riach.Verzechen Sie, Herr Staats­anwalt, daß ich so zerstreut bin. Sie sehen, wie schwer es