assili grinst Lnd reitet daraus z'ü.' geht auf Abend. Häuser sind güte Fackem.

... der Stickluft des nie gelüsteten -Zimmers hockt Sergej iager seines SohneS. Fedor wälzt sich im Fieber, und der zieht ihm immer wiä>er die Kecke bis über den Kopf, das kann helfen und die Heiligen. Ml ihre Bilder hat er Fedors Lager versammelt. Mit teilnachmlosm Gesichtern, flicken sie auf den Fiebernden. , _ ,

Im offenen Kamin liegt ein Feuer. ' Rauch füllt die Stube! 'UUd läßt die kahlen Wände noch enger zusammenrücken. Sergej hetet für seinen Sohn. Nun liegt er schon vierzehn Tage und das Fieber will nicht Nachlassen.

Unter dem schmutzigen Verbände, der Fedors Kopf umhüllt, eitert eine Wunde, die er sich in den Karpathen geholt hat. Sie hatte:: ihn als geheilt aus dem Lazarette entlassen und er hat sich durch gebettelt, bis er wieder zu Hause war. Nun fiebert er vom Kampf mit Gebirgen und Menschen.

Sergej betet. Auch er weist nicht, was draußen vor sich'geht. Er weiß vom Kriege nur durch das Fortgehen seines Sohnes und aus den wilden Sätzen seiner Fiebertraume. Aber einen Hast hat er aus ihnen gelernt gegen jene, die seinen Sohn so zugerichtet haben: die Deutschen.

Da fliegt die Türe auf. Wassili steht auf der Schwelle. Er flucht:

Raus mit euch Pack! Wollt ihr warten, bis' euch die Deutschen Mit Haut und Haaren aufgefressen haben? Raus, sonst brennt euch das Dach überm Kopfe zusammen."

Sergej starrt ihn stumpfsinnig an. Er versteht nicht, was der .Andere will.

Wassili wird ungeduldig. Er geht auf den Kamin zu und mit der Säbelscheide wirst er die Gült nach allen Seiten ins Zimmer. Eine flammende Kohle fällt auf Fedors Bett.

Da stürzt Sergej dem Kosaken zu Füßen:

Schon uns, schon uns, wir sind ja keine Inden. Fedor, mein Sohn, hat gekämpft, wie du."

Wassili grinst übers ganze Gesicht. Kleine Flämmchen züngeln überall hoch. Brandgeruch steigt auf.

Weiß ich, Väterchen, muß aber sein," höhnt er.Sieh nur zu, daß dein lieber Sohn nicht verbrennt. Seine Decke stammt schon. Mein ichs nicht gut mit ihm, .Väterchen?"

Mit einen: wiehernden Gelächter geht er hinaus und schwingt sich auss Pferd. Sein Werk ist getan.

Sergej reißt in wahnsinniger Angst die brennenden Decken von seinem Sohne weg, zerrt ihn hoch und schleppt ihn aus der Hütte. Hinter :hnen prasselt das erste Holzwerk.

Fort sollen sie, wohin? Fedor ist durch die Flammen ins Delirium geraten. Er steht in der Schlacht. Er sieht Deutsche und will auf sie zu. Er ringt mit seinem Vater aber er ist so schwach. . .

Als die beiden im Strom der andern Flüchtlinge untertauchen, steht eine Flammengarbe mehr am Abendhimmel.

Ein Hügel mit verkrüppeltem Waldbestan.de trägt drei, Vier- Hütten. Bei dieser kleinen Siedlung haben die Flüchtlinge Halt gemacht. In den Hütten liegen die Kosaken und ihre Pferde. Sie haben kaum Wachen ansgestellt und braten am offenen Feuer das Fleisch einer Kuh, die sie den Bauen: weggenommen. Die Deutschen sind ihnen zwar nahe aus den Fersen, aber bei dem Gelände werden sie zur Nacht nicht angreifen und morgen, noch vor Tagcsanbruch geht es weiter.

Der Duft des gebratenen Fleisches breitet sich behaglich aus. Und die Kinder der Flüchtlinge wimmern nach Brot.

Die Gichtbrüchigen stöhnen. Mte Weiber hocken um einen sterbenden Greis und sprechen laute Gebete. Das Elend und der Jammer haben bei diesen: letzten Trupp alles Mast überstiegen. Die meisten finden keine Klage mehr und starren stumpfsinnig vor sich hm.

Sergej hat seinen fiebernden Sohn gebettet, so gut er konnte. Er kauert neben ihn: und betet.

Da setzen sich drei Männer in seine Nähe. Zwei sind Bauern, der dritte ein verkrüppelter Sttldent aus Warschau. Der bengt sich zu dem Kranke:: und schüttelt den Kopf. Er zeigt auf den Soldatenrock und fragt: >

Ist die Wunde neu?" ' '

Oh, Panje, er hat sie aus den Kartrathen heimgebracht. So haben sie ihn ans dem Lazarett heimgeschickt. Oh, die verfluchten Deutschen."

Der Student schüttelte wieder den Kopf. 1

Die Deutschen sind nicht so schlimm, wie diese Hunde, diese Kosaken und die oben bei der Regierung. Die Deutschen hätten deinen Sohr: gepflegt. Mer diese Mordbrenner vernichten ihr eigenes Volk, stecken ihren Brüdern das Haus überm Kopfe in Brand und lassen ihre Soldaten im Elend verkominen. Brüder, ich sage euch. gut, daß ich dieses gesehen habe. Ich gehe nach Moskau Und werde der Kläger eurer Not sein. Diesmal haben sie sich selbst das Hans überm Kopfe in Brand gesteckt. Diesmal werden sie die Flammen der Revolution nicht ersticken, wie 1905. Dafür will auch Ich sorgen."

Und in den sch warzen Aug en des Studenten glühte der Wider­

schein des Lagerfeuers wie eine Feuersbrunst, .die sich langsam aus der Tiefe heraussrißt.

Sergej hatte nur den Anfang seiner Rede begriffen. Er nimmt den Studenten bei den Händen und beschwört ihn:

Panje, ist das wahr, daß die Deutschen meinen Sohn pflege:: würden?"

Es wäre sein Glück, wenn er in ihre Hände siele, aber es müßte bald sein." ,

Sergej küßte die Hände des Studenten.

Sergej kennt den Sumpf weit unb breit. Er ist in ihm groß geworden. Er hat auch eine Richtlinie: seine brennende Hütte, die ihre Funken bis in den Himmel hinein stiebt.

Sergej läuft auf einem schmalen Pfade. Manchmal versinkt er bis über die Knöchel ::nd leine gelbe Brühe spritzt ihm bis über den Kopf. Er setzt über Wasserlache:: hinweg, stolpert über Schlinge- Pflanzen. Mer er komntt Wetter. Der Sumpf gluckst und murrt,

' Sergej treibt die Angst um seinen kranken Sohn. Ta täuscht ihn keine Nebelschwade imb keine falsche Fährte. Fedor soll ge­rettet werden. Und wenn der Kosack dabei seine Strafe findet, so ist es ihm recht. Ihn haßt er jetzt mehr, als den Deutschen. . ,

Hans Weber, ein Rheinlandssohn, reißt sein Gewehr an die Backe und ruft:Halt!"

Tie schwankende Gestalt im Nebel kommt jetzt langsamer heran. Als sie ganz nahe ist, wirft sie sich auf die Knie und fleht:!

Oh, Panje, Panje!"

Hans Weber kann kein Russisch. Er ruft einen Kameraden- herbei, der führt den Mann zum Leutnant. Waffen hat er nicht bei sich, aber es könnte ein Spion sein. Bor den Russen ist mau nie sicher.

Ter Leutnant kann ein wenig russisch, im übrigen httst der Dolmetscher nach. Beim Scheine einer Taschenlaterne geht das Verhör vor sich.

Sergej erzählt von seinem Sohne, seinem eingeäscherten Hause, von der Flucht, den Kosaken und wieder von seinen: Sohne. Daß er Hilfe braucht, um wieder gesund zu werde:: rmd daß die Hunde, die Kosaken, ihn elend sterben lassen.

Scharfe Frage:: werden ihm vorgelegt. Wo die Kosaken liegen, wieviele es sind, und ob der Weg durch den Sumpf gangbar ist.

Der junge Leutnant, mit seinem weichen Herzen, hat all das Elend der Bevölkerung mit ansehn n:üsseu, er war ja der nächste an: Feind. Galle hatte er geschluckt und Wut, wenn er an den sinnlos niedergebrannte:: Heinlstätten vorbeikam und -an jedem Halteplatz der Flüchtlinge die frischen Gräber der Frauen und Kinder sah, die an Not und Entbehrung eingegangen.

In seinen Mgen flackerte wilde Entschlossenheit.

Hierher hören!"

Alsbald hatten sich seine Leute Um ihn versammelt.

Leute, dieser Mann kon:mt zu uns, zu seinen Feinden und fleht um Hilfe. Die Kosaken haben ihm und seinem Sohne, einem Soldaten, der in ehrlichem Kampfe Mtt uns verwundet wurde, die elende Hütte emgeäschert und sie hinaus getrieben, wie eine Herde Vieh. Die Brandsttfter und Mordbube:: Liegen nicht viel mehr als zwei Kilometer vor uns. Der Mann weiß einen Weg durch den Sumpf, der einen Teil von uns ihnen in den Rücken bringen kann. Tie andern greifen von vorne an. Wer wagt den Weg durch den Sumpf? Freiwillige vor!"

Das hätten keine Rheinländer sein müssen, wenn sie sich nicht alle gemeldet hätten.

Ich danke euch. Vizefeldwebel Hahn. Nehmen Sie die Hälfte und führen Sie. Halten Sie den Mann scharf im Mlge."

Ter Leutnant gibt Verständigung nach rückwärts und geht langsam auf der Straße vor. Beim ersten Hurra der andern will auch er nrit seinen Leuten vorbrechen.

Indessen schwankt ein Zug schweigender Gestalten über die Sumpfdecke in den brodelnden Nebel hinein. Sergej geht voraus. Htttter ihm Vizefeldwebel Hahn mit gespanntem Revolver, dann der Dolmetscher und ganz ant Schluß der Kriegsfreiwillige Hans Weber.

Fedor greift sich taumelnd hoch und stiert freund um sich her. Das Stöhnen der Flüchtlinge erinnert ihn an das nächt­liche Wimmern der Verwundeten in den Drahtverhaue::. Wo ist er doch? Durch die Zweige leuchtete ein zusammengesunkenesj Lagerfeuer.

Schüttelfrost hat ihn befallen. Er friert. Das Feuer wird ihn wärmen. Langsam müht er sich darauf zu. Es ist verlassen. Kindisch stößt er mit einem Scheit in die Glut und wirbelt sie hoch.

Da fällt ein Schein auf etwas Blinkendes. Er kriecht hin, e# ist eine Karabinerpyramide. Einen davon nimmt er mit einem glückseligen Lächeln. Ein Soldat darf doch nicht ohne Gewehr sein. Er entsichert eS und legt es neben sich.

Tie Mteilung Hahn hat nach :nühsamcr Wanderung jenseits der Siedelung dm Knüppeldamm wieder erreicht. Sie sichert nach dem abgezogenen Russenhoeve zu und schleicht dann lveiter vor.

Eine russische Pferdervache bemerkt sie und gibt einen Alarm- schuß.

Nun Hurra und drauf!" ruft der Feldloebel. Ganz aus der Ferne ertönt das Hurra des Leutnants und seiner Leute.