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jtotjfcübe Lebeirden erreichte er in gerader Richtung den einsamen
— Mas war das? Tönte da nicht ein gedämpftes schleifendes Geräusch, wie von schleichenden Schritten?
freite hielt den Atem an: beim heiliger Himmel, eine Wffichtbare Gestalt näherte sich der Tanne!
Da es dem überraschten Gefreiten nach blitzschneller Ueber- legung weder ratsam noch zweckentsprechend schien, sofort zu schießen, erstens vermochte er im mächtigen Nebel nicht zu zielen, zwertens hätte er sich durch die Schußrichtung dem unsichtbaren! Ankömmling auf allzu deutliche Werse verraten und drittens hatten die alarmierten Franzosen sofort ihr Feuer auf ihn gerichtet — begütigte er sich damit, den Revolver zu ziehen, sich ganz fest auf den Erdboden zu Pressen und im Flüstertöne zu rufen:. „Halt! Wer da??" i
, Und da tönte es zum fassungslosesten Erstaunerr des Gefeiten Meyer rn einen: eberifalls zu vorstchtigein Flüstern ge- dainpften Baß zurück: ,Halt! Wer da?"
. In der nächsten Sekunde stießen die beiden „Gegner" aneinander: und der Gefreite Meyer erkannte in dem vermeintlichen Nnnd — ben Gefreiten Müller aus dem Bayerischen Graben, m JSfc ble ^)den wackeren Krieger sich schweigend von ihrer Verblüffung erholt batten, entwickelte sich zwischen ihnen — nachts auf freiem Feld, mittwegs zwischen der deutschen und der französischen Lrnre — das folgende kurze, int leisesten Flüstertöne gehaltene Gespräch:
„Mensch, du bist woll uff den Kopp jefallen?"
„Wos treibst denn du do, varruckter Nazi?"
„Ick hol mir 'n Weihnachtsbaum."
„Mkrat dös selbige tua i aa."
Einen 'Augenblick lang blieben die beiden sonderbaren Weih- nachtsengel stumm und starr. Hierauf reichten sie sich schweigend die Hände. Dann gingen sie in unausgesprochener, selbstverständlicher Übereinkunft ans Werk. Mit äußerster Vorsicht sägten Ne den Baum ab, schnitten ihn brüderlich mitten durch in zwei gleiche Telle und jeher schleifte behutsam und lautlos, wie er gemurmen ivar, die Trophäe in seinen Graben.
Jeder verschwieg den Kameraden gegenüber das Menteuer der Begegnung und erklärte das amputierte Aussehen des Baumes bamtt, daß chm der ganze Stamm! ,u schwer gewesen wäre.
. . Heiligen Mend aber, als in den beiden Gräben unter feierlichem Schweigen die Lichter an der Tanne angegündet wurden, kannte das gegenseitige Staunen keine Grenzen.
verständnisinnigb^b^b Hetzer und der Gefreite Müller lächelten
Sie allein wußten, wie aM einem! Weihnachtsbauni zwei ge- worden waren ... "
Rückblicke auf das welttriegsjahr J9,5.
Der westliche Kriegsschauplatz.
1. Stand am Jahresbeginn.
Mit kühner Harch hatte die deutsche Oberste HeereslMttta gleich nach Kriegsausbruch das Netz, das unsere Feinde umstns hatten, an seiner schwächsten Stelle zerrissen Ett^ der rn dm Kriegen aller Zeiten tau selchfach erprob ten Wahrheit, daß der Hieb die beste Parade ist, begann der Feldzug b ^ ,en ^genannte Neutralität von unfern Feinden Lfe ^ ae ^ mehr als Anhäumschtld für ihre Veruichtungs-- Ä. e W^..Es benutzt wurde. Bier Wochen rrach Ki iegsaus^ bruch schwerste dre Vorhut unserer Reiterei im Borgelände von Dann tcher kam der Rückschlag cm der Maure uri Sf T ^slen, welche, trotz aller dort erzielten Waffen-
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N^?b§^^en Angriff nach dein Osten, während sie sich iNi Westen Ä ^bhauptung der bis dahrn eroberten Lgrrdstriche: „Belgien on orneii schmaleil Streifen und von Nordostfraiikreich etwa m.^Eometer" beschrünkte, ivobei Gel Lege Sem SrÄ"e 9 Ä; buchen besonders
Kzn ber
dieser Beziehung sind wahrend des ganzen Jahres restlos aba&= [dtiageTt worden.Ten ersten Durchbruchsversuch großerr Stils
SSW- SrSftÄ s«
2 'af! m ^J e bis zur Loretto^SchlachL (Mitte Mai).
te £ französischen Offensive von Mitte De*
U^ber bis Anfang Januar u,ch die dadurch hervoraeruferie
Ge^KßeO h Feindes veranlaßt an brei SEm starke deutsche
Januar. Im östlichen Teile der Argonnen Unkerneh^ men wrr am 8. einen erfolgreichen Sttrrmangriff. Mit den Nach-« rümpfen der drei nächsten Tage ist das Gesamtergebnis: Weg-i ^nes französischeii Sttitzpunktes, eiiliger Geländegeivinn, TvJO ^fa^ene, etwas Kriegsmaterial. Blutige Verluste der Frawi roseil wertere 3500 Mann: unsere Verluste gering. ^
12— 14 ; Januar. Schlacht bei Soissons. s^-^^-^^inec Breite von 12 bis 15 Kilometer durchf-i 4 Kilometer vor. Die Franzosen verlieren das rechte Aisne-Ufer und damit die volle Verfügung über die Bahn-, ™ Paris. Ihre blutigen Verluste betragen 20 000
An Gefangenen neben sie über 5000 Mann ab; an Ge^ nnd 17 leichte, ferner Revolverkanonen, zahl-, reiche Maschinengewehre kund sehr viel Geschütz-, und Gewehre mnnitton. ,
Craoruie^^O' ^ aituor - Gefecht bei HUrtbise (auf der Hochebene voll
- ^^r^ntag der Sachsen. Deutscherseits begonnen, um den Frau* zofen die sehr geräumige Höhle bei Creitte zu entreißen, weil nneil vorzilglichen, unbedingt bombensicheren Unterknnsts- ranm für starke Reserven bildete. Die Deutschen erreichen genau -drei, sie durchbrechen auf einer Fwntbreite von,' die drei französischen Verteidigungslinien und koni-- ^^amit m den sicheren Besitz der für den Stellungskrieg sehr wuchtigen Höhle. Dre Franzosen verlieren 1200 Gefangene, 8Ma* '^bngewehre em Pwnierdepot und viel sonstiges Material, außerdem erleiden sie stärkste bluttqe Verluste.
E^bruar bis 10 März. Winterschlacht in der CharnpagNe. o- -, den dem Wunsche, ernen Durchbruch durch die deutschen Erzielen, von dm Franzosen in der Msicht begonnen, den m der Winterschlacht m Mdsuren (7.-9. Februar) vernicht Elagenm Russen Erleichterung zu bringen uiid die Deich, Ttiippenentzielymgeir vom Osten her zu veranlassen, ttres 10 breiten Fwnt Souain-P^
Ä~^ ea i r ^ I,ou r aiif **" in deutschem Besitz be- Iose!i ^ migesetzt. Nach und nach setzen die Fran-
e Armeekorps em, denen nur 2 deutsche unter Generaler^ Emem gegenuberstehen. Nennenswerte Erfolge er- Franzosen an keiner Stelle, ^hre Verluste betragen h^r (darunter 2500 unverUundete Gefangene), die
der dnttschen nicht mehr^wie ein Drittel dieser Zahl. *
13. Marz Schlacht bei Nenve-Chapelle.
-vc." kS* r em sescherterten Durchbruchs versuch der Franzosen in bei Äv? die Engländer ihrerseits eineir solchen
m ^ TiS Trotzdem fte hierzu eure fast zehnfache Uebcr- , nracht bereitstellen, gelingt ihnen lediglich die Eroberuna des genannten Dorfes, während die beiderseits daran anstoßenden Schuvmssraben fest m unserm Besitz bleiben. Englische Verluste Ära « US 20 000' deutsche allerhöchstes ein Drittel!
Md M^sest Französischer Dnrchvriuchsversnch Mischen Ma!aH
r r. ^ fibern die Fv-mMen wahrend des Winters die Anssichts, lasigkert rnn frontaler Angriffe genügend kennen 'gelernt i E
Taktik, indem sie in die deutschen :n Maashöhcn zunächst von beiden Flanken an-< greifen und d-m Stv-ß 'gegen die 'Mitte erst Nachfolgen lassen Vorteile erzielen sie Nicht, schwächen sich in drei- ^bchElichen Kämpfen aber derartig, daß die Deutschen am 24
bSäSSÄS' ÄBS“’* 3""-"'""»'
,l 2 * 4 -“ 2 r 8 -. Deutscher Vorstoß bei Ypern. ’
rrv.vF gleichen Zeit wie zwischen Machs und Mosel gehen bis !Tent,chen auch der Ypern zum Angriffe über. Er hat vollen Erfola 2?. et X c Breite von 9 Kilometer wird der Feind zurückgedränat^
Be Steeusttate und Het Haas der Kanal überschritteu ^und bergen Ortschaften besetzt (später wieder aufgegeben) °t\t ? Tagen werden 6000 Gefangene gemacht Uiid neben vielem sonstigen Kriegsmaterial 63 Geschütze erbeutet ^
La Bassäk " ^ai. Loretto-^hlgcht. - Bei Arras Unh
V>.bevum waren es die Verhältnisse im' Osten (Dunaier-, beginnender Rüc^ug Und Zerfall der russischen Armeen LZe Esere Fernde im Wefteii zu einer- neuen ^v^zweiW nötigten. Sie ziehen zu diesem Zwecke zu den ^ .^kelle immer vorhanden geweseneii Kräften nach und nall) 4 wertere volle Armeetorvs berirn W. c ?
MgehÄ?Opf^ “ ^ed« verloren geht, erkauft durch
3. Sommer!l915.
Frühjahi-skämpfe unserer Feinde im Westett b^len nicht nur curßerordentliche Menschenopfer gekostet
aeffbwäcbf 1 ^^rgl und Angriffslust in erhebliche,n Maße
Mchwacyt Dazu kam ern sich immer schärfer gelte ich machende,' alles verhinderte für die Feinde im Unternehmungen, urch fast u^ bom gewalttgen Drama, das sich im Osten afe fi.telte und ihre Hoffnungen von dieser Seite her vernichtete^


