festen Entschluß und ließ sich durch nichts irre machen. Er habe Luft dazu und würde es schon noch zu etwas bringen, daß seine, "studierten" Brüder sich seiner nicht zu schämen hätten, sagte er lachend. Die Mutter aber fühlte wohl, mit welcher Anstrengung sre sich mühte, das Geld für das Studium der beiden älteren Brüder aufzubringen und wollte nicht neue Lasten zu den alten häufen.' Schon verdiente er als Feinmechaniker ein schönes Stück Geld und wußte der Mutter manche Erleichterung zu verschaffen, da brach d-er Krieg aus und die drei Brüder gehörten zu den ersten, die sich stellten und freiwillig mit hinauszogen für's Vaterland.
Tapfer hatte sich Frau Wiegand gehalten, als sie einen nach dem andern von sich ließ: Ich weiß, ihr zeigt euch eures Vaters würdig, behüt euch Gott zu tausend, tausend Malen. Dazu ein fester Händedruck und ein Blick so voller Liebe und Kraft und Verstehen, daß alle drei nimmer diesen Blick aus Mutterauge vergaßen — das war ihr Abschied gewesen. Dann war sie zurückgegangen in ihr einsames Haus, hatte sich still hingesetzt und Trane auf Träne war auf ihre festgeschlossenen Hände gefallen, bis es schluchzend von ihren Lippen brach: Sie sind dein, die du nur gegeben hast, du mein Herr und Gott, aber ich bitte dich, ich flehe dich an, laß diesen Kelch an mir vorübergehen! Nimm sie m deinen Schutz, führe sie zurück und laß sie in Frieden wirken zu deiner Ehre — nur diesen Kelch, Herr, laß an mir vorubergehen!
«-.Sie konnte nicht hinzufügen, Herr nicht mein, sondern dein Wille geschehe — nein, sie konnte es nicht! Ihre heiße Mutterliebe lehnte sich dagegen auf ! Im Geiste ihres Heimgegangenen Gatten, rm steten Aufblick zu ihrem Gott hatte sie sie erzogen, ihr Leben hatte sie ausschließlich in ihren Dienst gestellt, ihre Seele hatte sie ihnen gegeben. Nicht weichlich und haltlos, nein, oft mit heißem Rmgen, Mit kräftigem Anpacken hatte sie sie zu guten, Willensstärken, tüchtigen Menschen erzogen. Nützen sollten sie der Menschheit, ein Legen werden wie ihr Vater — nur wieder- tthren mußten sie, die ihres Lebens Inhalt, ihrer Seele Trost und Freude waren.
Frau Wiegand schaffte sich Arbeit. Sie war geschickt im MbN und bald hatte sie Aufträge von der Militärbehörde. Fhre alte treue Marie machte die nötigste Hausarbeit und kam
niwf Cernn ö*" Hilfe. Ihre beiden Maschinen rasselten, die Gedanken flogen zu den fernen Lieben. So ging es die ganze Doche, nur am Sonnabend arbeitete Frau Wiegand nicht für Erwerb. Dieser Tag war dem Roten Kreuz gewidmet, da wurde
u f n ^ und sie war glücklich, wenn sie wieder ein
Paket guter Lachen abliefern konnte. v
An jedem Abend aber um 7 Uhr machte Frau Wiegand Schluß mit der Arbeit und der Rest des Tages gehörte ihren Jungen.
o* a 1 » C * C ? nur fe, angestrengt, um ihren Söhnen möglichst viel Liebes antun zu können. Und nicht nur diese erhielten ibre regelmäßigen Lendungen; manches Paket wunderte außerdem ins Feld für solche, die von daheim nicht mit Liebesgaben bedacht jjertg. ftmntet. Und manch treues Mutterwort trugen ihre
Her,'"stärkte" ^ baä i&Ken ben Mut hochhielt und
. .°bcr teilte Frau Wiegand ihre Zeit zwischen
ben Verwundeten im Lazarett und ihren Söhnen Während der
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ocnt gewaltigen Völkerringen, was ihr Herz erbittern
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sn chrem Hause verkehrt hatte, war schwer verwundet hierher H '£l e r r .^wach erwies für den Weitertransport
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lieben Augen sich für immer schlossen, da gedachte Vvynen erspart bleibt, was, du hier einer Mutter Sohn hast er-
^den sehen? Und angstvoll, aus geMtertem Herzen rang e- sich empor flehend und innig: Laß diesen Kelch an mir vorüber gehen!, und dann mit einem Blick auf den lieben Toten: Herr, so du willst, laß diesen Kelch an mir vorüber geheil!, und stammelnd, zagend fügte sie hinzu: doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! —
..Mt Tage darauf hatte sie alles zum Empfang ihres Gert gerüstet Morgen mußte er cintrefsen, aber der Morgen verging und er kam nicht. „Er wird noch nicht haben abkommen können, E?. tvrrd emige Tage später kommen," tröstete Marie, „das ist oft so. Inzwischen erhielt die Mutter Briefe von Franz und Walter. Der er ne stand in Rußland, der andere in den Vogesen Ergreifend schilderten sie oft ihre Erlebnisse und Ein- orucke, dazwischen kamen packende, kurze Schilderungen der vergebenen Landesteile, die sie berührten. Aus allen Briefen aber sfwach fester Wille und gute Zuversicht. „Jetzt wirst Du unfern „Beniamin bei Dir haben," schrieb vor einigen Tageil Franz, „noch em paar. Monate, und Walter und ich werden zu kurzer S einkehren. Ach Mütterchen, wird das schön sein!
^ hljren von Deinen großen Jungen, und wie 2j. rö ™ tun, sich nach allem Schütze,igrabenleben ein wenig bekornmen^^"^ zu lassen." Becke hatten das Eiserne Kckenz
Gert aber kam nicht. Wieder vergingen acht Tage, dann kam tfrau Wiegends letzter Brief zurück mit dem Vermerk' ,Gert Wiegand vermißt". "
qualvolle Wochen. „Vermißt!" dies Wort, das f°ß h f eiten bestehen lagt und in seiner Qual und Ungewiß- doch oft grausamer ist als der Tod. Frau Wiegand scheute 16 ? aT ri te n . n bas Rote Kreuz, sie reiste nach f orschen, wohin man sich wenden, was man tun mrfrf,' X? nach der Lckiwkiz: der Oberarzt und Pfarrer
Ulrich, der ihrem Manne immer ein treuer Freund gewe'en wr zogen ihrerseits alle erdenklichen Erkundigungen ein — alles
Uht hnilf . ®= b - ld l' na f^ m bas arme Mutterherz alles dnrch- bt hatte, was in dem steten Wechsel von auffiacker-cke - Hoffnung uub trefer Verzweiflung liegt, traf voni Regiment die Nachricht ein fallen. ' festgestellt, daß ihr Sohn in der Champagne gL
nx + Butter kämpfte einen harten Kampf. Jh- armer
Gert, vielleicht unter Qualen verlassen und allein geworben ohne einen lieben Freund neben sich — ohne Hilfe — obne T oft' nur für an^er- gLt^für anL geiorsl nickt weites ' Ä 0 h lhr Herz, zerrissen würde, sie konnte ÜVr ! ~ "Siehe ich bin bei Euch alle Tage," tönte eine
leise Ltlmme aus ihrem Innern, aber sie war so zer cklaaen ihr war das Herz so weh und wund, daß diese leise Stimme in
an tt i& n Ohr en fSirH ie ^ Tröstungen der treuesten Freunde woyi an ihr Ohr schlug, aber Nicht in ihr tiefstes Bewußtsein dran^ Das war ganz ang-süllt mit Jammer und Weh
Mane umsorgte ihre Herrin in ihrer sticken Art. Sic batte fa alle drei Lohne aufwachsen sehen, sie hatte sie aus dem A m getragen und spater manchen dummen Streich der Jungen wieder gut gemacht oder ihn der. sorgenden Mutter verschwiegen Sck rhr eigenes Verhältnis zu allen dreien, hatte ihnen oft den Kopf zurecht gesetzt, wenn der Ueberinut es zu toll tr'eb a'er wehe, wenn ein Fremder etwas gegen „ih e Jungen" sagte Die
m - U f ° & raöe Buben hätten, we'terte ollt ™ llch boch chre eigene Briit ansehen, ob die es wobl Lusnähme mit solchen Staatskerlen." Aber war es nach dem
r m e3 ;= ^ errn gewesen für ihre Herrin
$ Li, x e /* nun mc I bc r n ' dieselbe so bald nach der angreifendcn Pflege des fungen Huber das schwere Leid traf um den e aene ?ohn? In ihrer Not wandte sich Marie an Franz und bat ch der Mutter zurecht zu Hel en, wie er es früher bei schweren ^lebm en -u tun pflegte. Franz antwortete fcÄ tb“
Meine liebe Mutter.
Ganz gegen Deine sonstige Art hast Du mir den Tod unsere verschwiegen, um mich zu schonen. Aber aus Deiimrr Zecken klang trotz aller scheinbaren Ruhe so viel Weh daß ick es ^ urc ^ den Tod meines lieben Huber nickt erklären ^"^e. Durch elnen Freund erfuhr ich von dem Geschick unseres u ü S l brellercht der beste von uns dreien so köftlick srisck und voller Freude an allem Schönen und doch tiefinnerlich voller ^ebensnns und Aufopferung. Du weißt es am besten was er Dir
machen mit Klagest "ns das Herz
?0U Walter und Dem en verschiedenen Schützlingen wird es das-, selbe fern: aus allen wirst Du den Eindruck gewinnen, daß das Le-- .^.Schützengraben längst nicht das schliminste ist daß es neben gemütlichen Stunden auch solche gründlicher Einkebr und Mo- mente höchster Erhebiing mit fid) brE fl t Wr Wen f* rrtrb Mer aSf fiel) selbst gestellt, er lernt es. sich Aus eigener Katt zu^üelÄ


