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merkt, wie in seinem Herzen die Sehnsucht nach dem Lande derFeinde" da drüben brannte; wie jener Schmerz sich des Nachts auf dem harten Lager zwischen den Kameraden in heimlichen Tränen lüste und den Todmüden nicht schlafen ließ. Tenn in Deutschland war er Kind gewesen; dort lag das Paradies seiner Jugend, lag alles, was ihm teuer war: die Mutter, der Vater, den die Sehnsucht seines Alters in die einstige Heimat zum Sterben zur üctge führt; und dort lag auch der Traum seiner eigenen Heimkehr, wenn er noch ein paar Jahre der Arbeit hinter sich haben Würde da war dieser furchtbare Krieg gekommen . . .

Oben im eisigen Wirrd stand er reglos, halb erstarrt, das Gewehr im Arm, den Blick dein feindlichen Graben zugekehrt. Nichts sah noch hörte er, außer den ächzenden, schwirrenden Lauten des Windes im Stacheldraht. Waren wirklich Feinde dort drüben? Die harte Erde schien sie verschlungen zu haben. Keine abgerissenen Laute wie sonst, kein gelegentliches, kurzes Auflachen, kein halblaut gepfiffenes Lied. Wie in bleiernem Schlaf lag alles. Und ein toter Himmel spannte sich sternlos über die Grabesstille... Es war die lähmende Stille vor dem Sturm . . .

An diesen Sturm aber dachte der kleine Müller längst nicht mehr. Die Welt des Krieges um ihn her war vor seinen Sninen versunken. Und in der nachtstillen Einsamkeit blühte über btejer vergessenen Welt die andere auf, die ihm teuev war: die Welt seiner Heimat. Die Kindheit wob ihre Bilder wieder in fein Träumen hinein, und was weit da drüben, jenseits der zerstampften Erde voll Ruinen und Gräbern lag, das deutsche Land, fühlte er ruhen um sich herum unter den Schleiern de>- Nacht. Glocken klangen; in das Silber rieseln­den Schnees strahlten helle Fenster Glück und Freude hinaus; sanfte Mutterhände breiteten sich auf den Scheitel des Kin­des; vom Himmel kam's wie ein schönes Singen . . . Stille Nacht, heilige Nacht. . .

m der kleine Müller zusammen. Er hatte ein

Geräusch von Stimmen gehört. War's drüben der Befehl -um Sturm gewesen? . . . Atemlos lauschend stand er da. Sein Auge mühte sich, die starre Nacht zu durchdringen, etwas zu entdecken von dem, was sich dort vorbereitete Aber vergebens Nur ein schmaler Lichtstreif zog sich jetzt kaum sichtbar über die unterschiedlose Fläche der Erde hin . . Wein Zweifel, sie trafen drüben die letzten Vorbereitungen. Auch das Stimmengeräusch schwoll manchmal an, starb wie-

? e Jv ® n Ll n - b c ?l te Schweigen; Schatten glitten durch den hellen Streif auf der Erde ...

Müller wagte sich nicht zu rühren. Das Gewehr mit den froststarren Händen umspannt, stand er noch immer atemlos, nnt laut pochendem Herzen, jede Sekunde des Auf blrtzens der ersten Leuchtrakete, des Hervorbrechens der Deut scheu gewärtig . . .

Aber nichts kam. Und da auf einmal hallte es voll und die angstvoll schweigende, lauernde Finsternis Stille Nacht, heilige Nacht . . .

Der kleine Müller lauschte betroffen, ergriffen ein Weilchen; dann stürzten ihm jäh die Tränen hervor. Er weinie laut wie ein Kind. Und ein wildes, verzehrendes Sehnen nach deutscher Heimat kam über ihn. Unbewußt tat Schritte dem deutschen Graben zu, woher die Akkorde so heilig in die Nachtstille klangen . . . aber dann blieb er wieder stehen, lauschte weiter dem Singen. . oh lbr »ft 1 lbm J e6t >ene Heimat so nah! ... wie hätte er sich Schritten in die Arme werfen können! Das Sehnen war ihm wie die brennende Qual einer Wunde.

C I biE 'p°" s'ch werfen? Hinübergehen und A.^,rhmt mich auf, auch ich bin ein Deutscher laßt Mich teilhaben an eurer Weihnacht . . .? B

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. ^tsckstossen blieb er stehen wo er staub, bauschte weiter h^h n3eih J a ^ ^V 1 Lichtst^" drüben im Graben Heller SnTet ijatta? * m «bäumen, die sie jetzf an-

plötzlich ein beistes Verlangen Wer ihn ^Chrnstbäume zu sehen. Wieder tat er ein paar Schritte ^ük^ ^n KU; doch oer war zu tief, als daß man auf diese !Etwas in ihm hätte sehen können. Sich näher heranschleichen? Da^u hätte er erst den eigenen dann den deutschen Drahtverhau zu passieren. Und der Posten

drüben?M>, man würde gut auf der Wacht sein, wenn matt auch Weihnachten feierte!

Aber ohne sich dessen recht bewußt zu sein, hatte der klerne Dtüller schon sein Gewehr abgelegt. Schon lag er auf! der frostharten Erde, begann sich unter den Dornen des! französischen Drahtverhaus hmdurchzuzwängeri, Werwand es, kroch weiter, und mit jedem gewonnenen Stück Boden wuchs in ihn: die Sehnsucht nach dem Anblick des Weih^ nachtsbaums.

Das Singen drüben war längst verstummt. Jetzt war dort ein halblautes Lachen und Scherzen, jedes Wort deut­lich vernehmbar in der frostklaren Nacht. Und der kleine Müller hatte auf seinem Wege schou den deutschen Draht­verhau fast erreicht da tönte der Peitschenknall eines Schusses. Der Schmerzensschrei eines Merrschen folgte. Und dann ward es wieder ftiu wie zuvor.

*

Gegen 9 Uhr abends wurde aus dem Tvuppenv erbaute platz hinter den deutschen Gräben, wo sich noch Verwun­dete des letzten Kampfes befanden, ein bewußtloser Fran­zose eingeliesert. Sein Fall war schwer.

Doch eben hatte man ihn zur Operation gelagert, da schlug er die Augen aus. Ein lautes Stöhnen kam Wer seine Lippen, während sein Blick leer und angstvoll Wer die fremde Umgebung glitt. Schon schien ihm vom Schmerz ferner Wunde wieder das Bewußtsein schwinden zu wollen als plötzlich ein seltsames Leuchten in seine Züge trat. Das Auge belebte sich neu, und das Stöhnen verstummte, als seren jäh alle Schmerzen gewichen . . . oben, am Ende des Zeltes hatte der umherirrende Blick des Verwundeten den kleinen Christbaum entdeckt. Und auf dem ruhte er nun uu- verwandt, wie der Blick des Krudes auf schönen Sternen... Was er sah, war die Heimat.

Weihnachten drinnen und draußen.

Von Tr. K. Bernbeck-Gießen.

} at bm ^ ammWeihnachten" seinen entnommen, kerne außer der deutschen, i destpulswerse rst aus dem lateinischer: natalis Geburtstag) enttehnt, das englische Christmas. ist dem aus bfx laf. Kircheirspvache stammendenChristmesse" nachgebildet Wie kmnt deutschen Weihnachtens Das Althochdeutsche

I w r?'? noch nicht, wohl aber das Mittelhochdeutsche: wrhen nahten , also einen Dat. Ptur., vor den die Präposition ze oder zno gesetzt werden muß:Zu (in) den heiligen Nächten" (es war der Zeitabschnitt vom 25. Dez. bis 6. Jan.) Zwammen­gezogen wird aus dem Ausdruck unter Weglassung der Präposition-

^ iUge Nacht - Weichlachten! Wpa Ernen Schmelz, welch' erue Fülle von Wohllaut löst

dres Wort aus! Einerlei, wann wo und von wem es ausqe- Wrochen wird; glerchgultrg, ob des Kindes Rosenlippen es nur mit Much stammeln, oder der fahle Mund des au der Grenzscheide ^ e&Cn Un '^ angekonlmeuen Greises es zitternd her- burerler, einem Zauberstabe gleich verfehlt dieses SS' f F ^2 saften gehört welche die deutsche Zunge ge­prägt hat, ferne Zauberwrrkrmg nicht, nie und nimmer. ü ..^bten Endes geht diese auf den Doppel inn des Wortes züruck. Es steht mcht fest, irr welck-em Jahr, geschweige denn an welchem Tage Jesus von Nazara geboren wurde. Anmerkunas- nUC ^ aI * Geburtsjahr das Jahr 5 ode/tt

^ a ^ 0p0rt ~ ?' anzusprechen ist, also die

Zelt, rn der noch Varus, jedenfalls nicht Cyrenius, Landpsleaer von Syrien war. Für unsere Betrachtung schalten aber derartige StrettfvNen aus; für uns dreht es sick) nur darum, seit wann das Jesusgeburtsfest am 25. Dezember gefeiert wird. Sicherlich nicht ^u^hrhurrdert; die erste Urkunde hierüber stammt ^24. Vorher wurde, (und dies noch, im Jahre 358j das Geburtsfest Chttsti am 6. Januar gestiert.^Wie kommt es min, daß sich dre Kirche zu dieser Zurückverlegung verstand? Der Grund ist einzig und allein in dem Bestreben weltkluger römischer christlichen Feste deu besteheirden heidnischen zunächst zum mindesten zeitlich Sie waren sich bewußt Lk Seelen der jüngst bcMyvim oder noch zu bekehre- Völker leichter und sicherer erwerben würden, wenn sie deren

Sn S^fprfl 0 öI ? , tcgenb angängig, zugleich mitüberriälMem So lieferte nachgewresenerinaßen der Mithrasknlt Beiträge für ^^Veburtsfest, ferner lassen sich Anklänge an heümisch^ ^rmanische Brauche als unzweifelhaft Nachweisen. Das letzte Drit- ^ Zeit, in wacher man das Sonnen-, lüa l die Alten der Sonnen wandtag, fcShJiM» 1 ? 6 Q uiU großem Gepränge gefeiert. Es war in

unbesiegten Sonmmgottes: m ?bren zündete man aus Anlaß der Bunahine des Lichtes, das neue Hoffnung ins Menschenherz braäste,