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und magern zusehends ab. Eine andere Klasse bilden die Patienten, bei denen eS sich um Druckstellen, hervorgerufen durch Sättel und Geschirre handelt und deren Rücken und Flanken viele eiterige Wunden aniweisen. Als Heilmittel werden in den Pferde« lazarelten Ernährungskuren, Licht- und Lustbäder verordnet. Ruhe und gutes Futter spielen dabei natürlich die Hauptrolle. Die Tiere sind in gut erwärmten und durchlüfteten Ställen unterqebracht und erholen sich dann bei sorgsamer Psiege sehr rasch. Gutes Futter und Wasser wirken da manchmal Wunder: man hat Fälle gehabt, daß'körperlich völlig zusaminengebrochene Pferde in etwa 14 Tagen bis 150 Pfund an Körpergewicht zunahmen.
Vücherlisch.
— S t e i n s G e s ch i ch t e des Weltkrieges. Die beste Kriegsgeschichte für Jung und Alt mit 20 Kunsttafeln unserer Heerführer, zum Teil in Farbendruck. In Prachtband gebunden Mt. 4,—. Verlag von Hermann Montanus, Siegen. - Der bekannte Herausgeber des so erfolgreichen dreibändigen Kriegsbildwerkes „Um Vaterland und Freiheit* entbietet der derltschen Jugend und dem deutschen Volke rechtzeitig zu Weihnachten diese volkstümlichste Geschichte des Weltkrieges. Einen besonderen Reiz enthält das Werk durch die Wiedergabe zahlreicher Feldpostbriefe, die dem Verfasser von allen Seiten, vorzugsweise von jungen Streitern zugegangen sind und die Stimmungen und Gesinirungen dieser Tapferen auis trefflichste festhalten. Der Oberbefehlshaber der 10. Armee, Exzellenz v. Eichhorn, nahm die Widmung deS Werkes an; unsere ersten Feldherren, von Bülow, von Mackensen, von Kluck, von Heeringen, von Beseler, von Mudra, von Emmich und von Francois gaben dem Kriegsbuche tiefempfundene Geleitworte mit auf den Weg.
— Fritz Müller. Fröhliches aus d e m Krieg. Mit zahlreichem Bildschmuck von Ludwig Berwald. Auf Feder- leichtpapier gedruckt. (.Der Eichenkranz* Band 1). In vor- nehme,n Geschenkband Mk. 1.50. Verlag der Deutschen Dichter- Gedächtnis-Stiitung in Hamburg-Großbdrstel. — Dieser Krie^ gehört zum größten, was über unsere Erde ging. Und jede echte Größe war noch stets durchädert von Humor. Ob der Verfasser nun schildert, warum die Luise die Russen nicht gesehen hat, oder uns den ersten Ausgang eines Verwundeten mit seiner Krankenschwester miterleben läßt, ob er uns zu der Urgroßmutter führt, die 21 Urenkel im Felde stehen hat — i nun er erwärmt er uns das Herz, zeigt uns, wie groß d,eser Krieg vo,n deutschen Volke ge- tragen wird — und läßt uns zuweilen herzlich lachen, wie in der Erzählung »Wenn . . in der ein echter Münchener aus dem Volke schildert, wie alles anders gekommen wäre, w e n n der König Ludwig II. von den Schongauer Bauern im Schlosse Schwanstein bewacht worden wäre, statt nach Schloß Berg über- führt zu werden. Ludwig Berwald hat das Buch mit prächtigen Zeichnungen versehen.
— S p e in a n n s K u n st - K a l e n d e r, der sich in kunstliebenden Kreisen freundlichste Sympathien erworben hat, erschien soeben für 1916 (Spemann, Stuttgart, 2 Mk.). Neben den alten Meistern bringt der mit Geschmack und Sorgfalt redigierte Kalender ahlreiche Reproduktionen von Werken lebender Künstler.
— EManuel Erespels Reisen in Kanada und Schiffdruch bei der Rückkehr nach Frankreich. So lautet der Titel des 25. Bändchens der von W. Tiehl heraus^ gegebenen Hessischen Volksbücher. Ter Held desselben war ein Onkel des bekannten Rats Crespel, des Freundes Goethes, welcher in Laubach sich anbaute und dort starb, und dessen Namen noch heute dort genannt wird und durch Tr. 'SU. Röschens Veröffentlichungen neu ausgefrischt worden ist. Und daraus hat K Esselborn das Recht hergeleitet, die Briefe des Peters Emanuel Crespel an seinen Bruder in Frankfurt m neuer, glatter Ueberselwng aus dem Französischen in den Hessischen Volksbüchern erscheinen zu lassen. Und der Inhalt des Buches rechtfertigt vollauf die sonst etwas gewagt erscheinende Verknüpfung. Tenn hier werden uns so abenteuerlich-schaurige Ereignisse in schöner Sprache und herzlicher Weise erzählt, daß sie sich würdig den Robinsonadcn anreihen und Phantasie und Gemüt mit unwiderstehlicher Kraft packen. Monatelang sausen die unglücklichen Schiffbrüchigen auf einer öden Insel in Schnee und Eis, im Kampf gegen Kälte und Hunger ihr Leben von spärlichen geretteten Vorräten fristend, mit Mut und Gottvertrauen um ihre Existenz ringend. Bon 54 kommen schließlich nur 6 mit dem Leben davon, von Indianern gerettet. Ties der kurze Umriß des auf etwa 100 Seiten Erzählten, das, erschütternd und doch wieder befreiend wirkt, weil über die Grütze der Leiden die Seelengröße und Glaubensstärke der Leidenden triumphiert, vorzüglich geweckt und gestärkt diirch Peter Emanuel Crespel. Eine Einleitung, die auch über den Ursprung der Familie Crespel fl!°rdfrankrci'ch> Sluskmft gibt, und Aumerkiingei! am «lflutz machen das Büchlein besonders wertvoll, dura) denen Herausgabe sich K. Esselborn wirklich ein Verdienst erworben hat' so daß die bedeutungsvolle Nr. 25 der Hessischen Vo-.woucher damit einen würdigen Inhalt bekommen hat. Der Preu» ist auMr- ordcntlich niedrig: 70 Pfg. für das ungebundene, 1 Mt. für da*
gebundene Exeiftplar. Zu beziehen von dem Herausgeber, Prof. I). Dr. W. Diehl zu Friedberg, der gern auch 'Abonnements auf die Hessischen Volksbücher zu 3 Mk. das Jahr entgegennimmt. Druck und Ausstattung sind, wie wir's an den Hessischen Volksbüchern, um die uns manche Landschaft beneidet, die aber bei unS scheints immer noch nicht die rechteWürdigung gefunden haben, nicht anders gewöhnt sind, sehr gut. Das Buch ist mit Kopfleisten von Mathilde Sittmann geschmückt, ^deren erste ein Bild des Paters E. Krespel nach einem alten Stich gibt, deren letzte daÄ Haus des Rats Crespel in Qaubach darstellt, das jetzige Gräfliche Stift.
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Interessant ist der im Nachwort des Herausgebers, der Sammlung, Prof. D. Dr. -Diehl, geg ebene Rückblick auf die ^ersten 25 Bändchen. Danach umfassen diese insgesamt 2959 Seiten, aben 27 053 Mk. Herstellungskosten verursacht und sind in 2 007 Exemplaren abgesetzt worden, wovon ein volles Vierteltausend unfern Feldgrauen im Felde und in den Lazaretten zu- gckommen ist. Diese Zahlen zeigen, daß bei der Auswahl der behandelten Stoffe guter Blick und geschickte Hand dafür gesorgt haben, dfe Sammlung zu wahren Volksbüchern zu machen und daß des Herausgebers Hoffnung, auch das Erscheinen des 50. Bandes zu erleben, jkaum trügerisch sein wird.
Gietzerrer Hausfrauen-Verein.
Auch hier möchten wir, wie in der letzten Mitgliederversammlung, auf die M ie s musch e l aufmerksam machen. Sie ist nahrhaft und wohlschmeckend und bietet an fleischfreien Tagen einen willkommenen Ersatz für Fleisch. So z. B. „gedämpfte Muscheln", die wie folgt zubereitet werden.
Die gereinigten und gewässerten Muscheln werden mit einigen zerschnittenen Zwiebeln und einer Prise Pfeffer ohne Wasser in einem zugedeckten Topf auf ein lebhaftes Feuer gesetzt. Der Topf darf nur etwas über die Hälfte gefüllt sein, da die Muscheln sich öffnen und dann mehr Platz einnehmen. Während des Dämpfens schüttele man den Inhalt des Topfes häufig tüchtig um. Wenn alle Muscheln sich geöffnet haben, nimmt man sie mit einem Schaumlöffel heraus, tut etwas gehackte Petersilie darüber und ißt sie aus der Schale.
Wochen kttchcnzett el.
S o n ,n t a a : Tomatensuppe mit Reis, Schmorbraten mit Rosenkohl und Kartoffeln, 'Pudding von Puddingpulver.
Montag: Gerstenflvaensuppe, Fleischklöße üud Kartoffelbrei.
Dienstag: Gemüsesuppe, Kartoffelnudeln mit Tomatentunke, Reis mit'Aepfel.
Mittwoch: Kartvffelsuppe, Krautwürstchen oder gefülltes Kraut mit Salzkartoffeln.
Donnerstag: Grünkernsuppe, Sauerkraut mit Kartoffelbrei und Leberklöße.
Freitag: Fleischbrühsuppe, Kardofselklöße von gekochten Kartoffeln mit gekochtem Obst.
Samstag: Fleischbrühsuppe mit Gerste, Rindfleisch nnd Kartoffel gemüse.
Backwerk.
Nußmakaroni: 2 Eiweitz, 125 Gramm Puderzucker, 125 Gramm Haselnüsse, 1 Messerspitze Zimmt. Die zu Schnee geschlagenen Eiweiß werden mit dem gesiebten Puderzucker und Zimmt i/ 4 Stunde gerührt. 2 Eßlöffel dieser Masse lässt man zurück und vermischt das übrige mit den geriebenen Haselnüssen. Mari formt Kugeln, legt sie auf ein eingefettetes Blech und gibt auf jede! Kugel etwas von der zurückgelassenen Masse. Die Makronen werden bei schwacher Hitze mehr getrocknet wie gebacken.
5cherzräL?el.
Ich kenne ein Haustier mit glattem Fell,
Das ist wohl gar manchem im Wege.
Wenn's schlummert, da ist's ein gar lieber Gesell, Da scheint es so sanft und so träge.
Ein gräulicher Rachen ist seine Wchr Und fürchterlich sind seine Zähne.
Trotzdem wwd's geneckt, nun ergrimmet es sehr, Nun zeigt sich das Lamm als Hyäne.
Ich glaube, vom Zahnweh gepeinigt wird Das arme Geschöpf, denn urplötzlich,
Wenn jemand ihm unsanft die Hauer berührt,
Da heult es oft ganz entsetzlich.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Strom, Stroh.
Aug. GoeU. - Rotationsdruck nnd Verlag der Brühl'fchen UniverfckätS-Buch- und Cteindruckerei, R. Lange. Gießen


