erfolgen, um den Stahl nicht zu enthärten und wieder in gewöhn­liches Eisen zu vernnmdeln. Für die neuen Scheidemünzen genügt die Einwirkung während lverüger Stunden; die Stärke des Legie- rimgsüber-uges ist abhängig von der Dauer der Sherardisierung, die jederzeit nach Bedarf unterbrochen werden kann. Sie hat 'zudem gegenüber der bisher gebräuchlichen galvcmisä>en und der Feuerverzinkm:g den großen Vorteil, daß ein Metallverlnst der Münzen selbst nicht entstehen kann. Außerdem ist die Legierung gegenüber der einfachen Verzückung viel widerstandsfähiger, so daß eine Rostgefahr völlig -ausgeschlo-ssen ist, der Ueberzug müßte denn schon zuvor durch Saurem oder starke mechanische Zerstörung stellenweise oder ganz entfernt sein. Die neuen Geldstücke stehen den Nickelmünzen in Bezug ans ihre Haltbarkeit durchaus reicht nach, Bedenken dieser Art sind daher völlig ungerechtfertigt.

"Antike Größe. I,: seinen Kriegserinnernngen aus dem deutsch-französischen Kriege berichtet General v. Liegnitz eine er­schütternde Begebenheit. General v. Dianstern, der Führer des 9. Korps, hörte nach den Schlachten voll Wörth und Spichern, daß sich in St Ingbert Verivuudete d«S 77. Regilnents, bei bem sein Lieblingssohu als Hanptmann ftmib, befänden. Er ging mit Major v. Bronsart durch die Häuser uub salld aiict) bald einen 77er^chwer verwundeten Unteroffizier. Der General fragte:Kei,i:e,: Sie den Hallptmalln von Manstein?" Ter Unteroffizier erwiderte mühsain mit wert allfgerissenen Augen:Jawohl, Exzelle>,z, mein ftom- pagniechef!" General v. Ataiisteii: fragte langsam weiter:Wissell Sie. >vie es ihm geht ?* Die Antwort lautete:Es geht ihin gut, er ist als Held gestorben 1" Der General gab den: Unteroffizier die Haild lind sagte:Es freut inlch, daß Sie baä aussprechen, er war m ein Sohn!" General v. Liegilitz fügt hinzu:Die Szene in ihrer Einfachheit und Größe wurde dem Plutarch zur Zierde gereicherr; ein Held des Altertums hätte nicht großartiger seinen Verlust anffaffen können."

* Deuts che Landwirtschaft in Mazedonien. Das Terrain, ans welchem sich gegenwärtig die Kämpfe zwischen den Bulgaren und Franzosen abspielen, so schreibt uns ein Mitarbei­ter. ist auch für uns Deutsch von besonderem Interesse. Denn in dem Raume zwischen Krivolack, Rosoman, Kavadar und weiterhin bis in die Nähe des Borderdurchbruchcs Demir Kapu haben sich schon seit Jahrzehnten deutsche Landwirte angesiedelt, deren Betriebe vorbildlich für ganz Mazedonien geioorderr sind. Das be­deutendste und größte Gut, in dem Umfange mm mehr als 2500 Hektar, ist dasjenige des aus Siiddeutschlcmd stammende:: Herrn Zeißet, Palikura. Die Deutschen bauen hier arrßer Mais, Weizen und Tabak insbesondere Mohn zur Opiumgewinnung. Das Opium wird an chemisch-pharmazeutische Fabriken (zum großereir Teile in Deutschland) abgesetzt und bringt in guten Jahren sehr reichen Ge­winn. Der Tabakbau war in den letztem Jahren der türUschen Herr­schaft infolge der Schikane:,. der namentlich in den Händen der Franzosen befindlichen türkischen Tabak-MonopolverwalUrng lnehr Und mehr zurückgegangen, doch hatte mau dafür Mohn gepflanzt. Die deutschen Landwirte haben im Laufe der Jahrzehnte sehr schwere Zeiten dirrchgemacht, namerrtlich t>ei den uneter holten Auf­ständen in Mazedonien. Auch unter dem Komitatschi-Unloesen hatten sie viel zu leiden. Sie waren genötigt, den Geheimkvnntees sehr beträchtliche Abgaben zu entrichten und mußten auch ein Auge zudrückeu, wem: ihre Leute zu einem Zuge gegen die Gegner der Kvmitatschis requiriert Hunten. Trotz alledem kamen die deutschen Laichwirte dank ihrer Tüchtigkeit voran, und insbesondere Herr Zeißet errang sich ein derartiges Ansehen, daß er von der Bevöl­kerung als der Fürst von Mazedonien bezeichnet wurde. In den: Feldzuge der verbündeten Balkanstaaten gegen die Türkei litten die deutschen Güter in Mazedonien nur wenig. Dagegen wurden sie in dem Kriege Bulgariens gegen die Serben und Griechen stark in Mitleidenschaft gezogen, da in der Nähe große und erbitterte Kämpfe ftattfmchen. Noch mehr aber haben die Güter seit Beginn des Weltkrieges zu leiden, zumal ihre Besitzer genötigt waren, nach Saloniki zu flüchten, um nicht in den serbischen Konzentrat tionslagern interniert zu werten. Die Felder blieben zum größeren Teile unbestellt, und wo dies auch der Fall war, geschah es zu­gunsten der serbischen Regierung. Am Vieh, Mobiliar, Ackergerä­ten und an Baulichkeiten wurde außerdem ein enormer Schaden! angerichtet. _

Vüchertlsch.

D i e Karikatur im Weltkriege von E r n st Schulz-Besser. 106 Seite,: mit 1l5 Abbildungen. Preis Mk. 1,80. Verlag von E. A. Seeinann in Leipzig. Die Kari­katur spiegelt die Empfindungen und Leidenschaften der verschiedenen Völker, ihre Svmpathien und Antipathien wider, und es ist eine alte Wahrheit, daß die Kultur, oder oft die Unkultur, nirgends nackender sich ausdrückt als im Spottbilde. So erfahren wir in den: bei E. A. Seemann erschienenen, vorzüglich illustrierten Buch Schulz-Vessers, wie im treulosen Italien, schon viele Monate, bevor es aktiv in den Krieg eintritt, mit feindlichen: Gelde neue Witz­blätter gegründet werden, die sich die bedeutendsten Karikaturisten zu sicher,: wissen und die Aufgabe haben, zum Kampfe gegen Deutschland und Oesterreich zu Hetzen. Wir sehen, wi» in den Ver­

Schrlstleltung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Br:

einigten Staaten uitter den beispiellosen deutschen Siegei: die zu- nächst rein deutschfeindliche Stnniuung selbst in antideutschen Blättern allmähllch vernünftigeren Anschauungen weicht und wie statt häßlicher Karikaturen aus die führenden Männer dieselben Künstler, die eben noch bissige Spottbilder gegen das Deutsche Reich veröffentlichten, nun Hindenburg, Mackensen und anderer, deutschen Heerführern restlos ihre Bewunderung im Bilde zollen. Das alles wird mit Humor und Geschmack vom Verfasser vorgetragen, und in den 115 Abbildungen bekommt der Leser gleich eine ganze Karikaturensammluilg über den Weltkrieg aus allen Ländern, bis nach Japan!

Dr. Dessauers Hausarztkalender 1916, Be­arbeitet von Dr. Orlowski. Würzburg, Verlag von Kurt Kabitzsch. Preis Alk. 1. Zum zweiter: Mal liegt uns dieser nützliche Kalender vor,jnit mancherlei Verbesserungen versehen und in: ärzt­lichen Teil gründlich durchgearbeitet von Spezialarzt Dr. Orlowski, der die Fortführung übernommen hat, nachdem Dr. Dessauer auf den: Felde der Ehre geblieben ist. Treffliche Leitsätze, ärztliche Ratschläge und Verhaltungsn,aßregeln für Erkraukuugsfälle soivie gesundheirliche Winke werden aus jedem Kalenderblatt voi: eurem lebenserfahreneu Arzt geboten. .

- Das große Welt-Panorama (W. Spemann, Stuttgart) bringt als diesjährigen Hauptjchlager eine höchst lebendige Erzählung aus den, Großen Krieg:Mit Emden und Ayesha" mit zahlreichen lebenswahren Photographien und packen­den ^ Originalzeichnungen von Künstlerhand. Der auch in seinen übrigen Beiträgen reiche und ungemein stattliche Band wird bei Jung und Alt zweifellos wieder freudigen Beifall finden.

Original - Tagebücher kriegsgefallener Gegner. Bearbeitet und herausgegeben von Willy Norbert. (Vita, Deutsches Verlagshans, Berlin-Eharlotteirburg. Preis eines jeden Bandes geheftet Alk. 1.50, gebunneu Mk. 2,.) Band I: T o m m y's Tageb u ch. Allfzeichmuigen eines gefallenen Eng- länders. En: typischer englischer Söldnersoldat spricht, ein nach- deuklicher Naturbursche, weit herumgekou:n,en und herumgestoßen. Warum er Soldat wurde? Es war das bequemste, seine Haut zu verkaufe::, und so ziemlich gefahrlos ivar cs ja auch. Krieg, wirklichen Krieg, gegen ebenbürtige oder gar überlegene Feinde? Die grbls ja gar nicht, u»id ivo sie es gäbe, würde Old England es schon verstehen, andere gcgei: sie vorznschieben. Band II: Passioi, el' S Tagebuch. Auszeickvrungen eines geialleueu französischen Landwehrmannes. Jil Passionel's Tagebuch tritt uns ein Franzose entgegen, der auf ©runi> seiner hohen geistigen Fähig­keiten sich früh in die fi'lt>renben Kreise seines Volkes empor- zuschwingen vermochte. Die Grundlage seiner Erfolge bildete der fanatische Haß, der auf die Spitze gelnebene Chauvinismus gegen Deutschland. Seine Erinnerungen lesen sich wie eur aufregender Rornan.

Blockade, Roman von Meta S ch o e p p (Verlag Ull­stein & Co., Berlin-Wien). 3 Mk. Dieses Buch von Meta Schoepp wird durch ein Vorwort ein^leitet, das einen Dlaitag des Jahres 1912 schildert, de». Tag, an den: im Hamburger Hasen als sichtbares Zeichen unserer Kraft und Einheit der stolzeIn,Orator" vom Stapel Ite*. Den Traum von Deutschlands See»iiacht, der danmls herrlich veravirtlicht ivar, zeigt der Roman in: Lichte des ersten deiltschen Frührots. Er spricht vom Jahre 1848, da Georg Heriveghs Lied vom Meer allen Patrioten teuer war und in der Paulskirche *u Frankfurt die Nationalversammlung eine deutsche Kriegsflotte jn gründen beschloß. Der jungen deiltschen Helden ge­denkt die Dichterin, die im Kampf gegen die Dänen, auf den Schanzen des Danevirken, ihr Blut hiuströmten, des schimpflichen Vertrags voi: Malmö »>nd des Sieges bei Eckerniörde, dessen Rach- richt der Klang der Osterglocken durch das den Frühling er­harrende Deutschland trug. Sie zeigt Hamburg und Breme»: unter den: Druck der Blockade, den Stillstand der Schiffahrt, die kühnen Hosfurmger: der Floitenpartei, die begeisterte Tätigkeit des Prinzen Adalbert von Preußen, Englands Doppelspiel und die Hemmungen, die der Kleinstaatjammer den: großer: Werk bereitete. Durch den Roman geht ein starker Ton, der Ton eines vaterländischen Gelöbnisses.

Magisches Vuadrat. ^

In die Felder nebenstehenden Quadrats sind

_die Buchstaben A A B E E ö ö I I II Rßß

T T derart eil,zutrage,:, daß die wagerechten u.

-senkrecht.Reihen gleichlautend folgendes bedeilten:

1. Wünscht sich mancher Jüngling. -3. Ein Gesangsstück.

3. Schweizerischen Gebirgsstock.

4. Ist beim Bäcker zu finde,:.

.Auflösung in nächster Nummer.

r ____ &

Auflösung des Gleichklangrätsels in voriger Nummer:

Die Hefe.

'schen Universitäts-Buch- und Cteindrnckcrer. R. Lange, Gießet