verfolgte ihn «her selbst bis in die Arg-onnen. Denn in den Konserven der Heeresverrvaltung, die man ihnr als leibliche Atznn- vorsetzt, findet er in fünfnnsiebzig von hundert Fällen: — — Rindfleisch mit Gräupchen.
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vermischter.
* P h a n t a f i e m o d e n i n: französischen Heer. Die französische Uniform ist im Laufe des Weltkrieges au einer „Multiform" geworden. Die Durchbrechung des Vorschriftsmäßigen begann bei den Stieseln und zwar bereits in den ersten Krisenlagen int Juli 1914; die Reservisten stürzten sich damals in die nächsten Schuhhandlnngen und kauften, was ihnen unter die Hände tarn, und fo sah man Leute ins Feld rücken, die in eleganten Damen- stieselchen einhermarschierten. Dann kanr die Mode der Wickelgamaschen auf, die eigentlich auf die Offiziere beschränkt bleiben , sollte; man ließ sie sich in allen möglichen Farben Herstellen, trug blaue oder schwarze und giirg dann, als die Zusammenarbeit mit den Engländern begann, zur Verwendung von Khakigamaschen über. Natürlich konnte man nun aber die von der Intendantur gelieferten langen Beinkleider nicht mehr tragen, weil sie zu heiß waren, und so schnitt man sie teilweise zu einer kurzen Reithose ab, ohne daß die unentwegten Anhänger des langen Beinkleides gleichzeitig veranlaßt wurden, ebenfalls Wickelgamaschen in Gebrauch au nehmen. Inzwischen hatte fich die unten begonnene Revolution in die höheren Schichten fortgesetzt und feierte in der Verweisung des zmn roten Käppi gelieferten blauen Ueberzuges wahre Orgien. Der eine befestigte den Schutzüberzug in vorschriftsmäßiger Welse am Ra,lde der Kopfbedeckung, der zweite zerrte ihn über den Schirnr hiilweg, Dritte liefen sich endlich Extraüberzüge aus Wachsleiuwand Herstellen. Als das gedlildet wurde, gerieten die zahursteu Geister in phantastische Wallungen: man ließ sich aus den Uniformrock teils eiegante, teils bequeme Taschen aufnä'hen; der größte Teil der Offiziere vertauschte den Waffenrock mit der ALarense", der Liteivka, rvährelld junge Leutnants im langen Rock des einfache,: Soldaten an die Front gingen. Im Oktober wurden dann himmelblaue Stoffe eingeführt, die aber bald ne,ltraler uingefärbt mürben, da man behauptete, himmelblau sei in der Nacht zu weit sichtbar. Damit war die Zahl der Neuerungen und Aenderungen jedoch noch lange nicht erschöpft: je nach dem Regiinent hatte man am Rock eine oder zwei Knopfreihen; lnancher Oberst fand es praktisch, Lederklappen für die Patronentaschen einzuführen, ein Regimentskommandeur bestimmte, daß seine Leute steife Kragen zu tragen hätten, der andere trat für Klappkragen ein. Mangel an Eleganz wurde Trumpf. Später schien allmählich der einreihige Rock mit Klappkragen durchzudringen, eine Einheitlichkeit besteht aber heute noch nicht. Bei Anbruch des Winters fand das Hinunelblau krn grünen oder gelbgrauen Samt einen gefährlichen Nebenbuhler. Die Leute, die in den Depots ihre Ausbildung genoffen, wurden fast allgemein damit bekleidet, lvährend die hinter der Front befindlichen alten Mannschaften „aus besonderer Gefälligkeit" beinahe allsraugierte blaue und rote Kleidungsstücke erhielten. Was den Mannschaften recht ,var, das war den Offizieren billig, und so ließen sich die einen au? ihre blauen Beinkleider die vom General Boulanger erfundenen schivarzen Streifen fetzeil, andere stinunten für bcn amtlich eingeführten gelben Paspel, eine Zeitlang erwärmten sie sich sogar für gelbe Spiegel l,ach deutschem Muster, die aber mit der Zeit wieder verschwanden. Am ausschweifendsten spielte die Phantasie mit den Litzen, und besonders waren es da die in der Garnison Paris verwendeten Hilfesoldaten und Generalstabssekretäre, die in abenteuerlichen Neuerungen schwelgten; da sah man marineblalre, himmelblalle, khakisarbeile Liteivken, lange u,,d kllrze, blaue und rote Beinkleider, blaue »lud rote Käppis, rote und weiße Blitze au? den Vorstößen, die bei jungen Dainen die Täuschungen euveckten, als hätten sie es mit einem leibhaftigen Flieger zu tun. „Kurz und gilt," bemerkt der „Mercure de France" dazli, „mir wohnen anscheinend der Gebllrt einer neuen Militär- tracht bei."
* Kriegslisten der Tiere. Von den geschickt angewendeten Kanrpsmitteln, deren sich die Tiere häufig gur Ueber- listung des Gegners bedienen, weiß die Perseveranza einige bezeichnende Beispiele mitzuteileu. Mit ganz besonders verschlagener Umsicht gehen die Wölfe zu Werke, um sich ihre Beute zu sichern. Wenn z. B. eine Herde nur von einem einzigen Hunde bewacht wird, so unternimmt ein einziger Wolf den Angriff. Aber das ist nur eine List, die den Wächter täuschen soll, der sich auch wirklich meift hinters Licht führen läßt. Während sie miteinander kämpfen, kommen andere Wölfe herbeigelaufen, die die Schafe wegtragen. Der Wolf, der den Kampf begann, flieht im gegebene,: Allgenblick zll seiileil Genossen, um mit ihnen die Bellte zu teilen. Sehr souder- bar ist es, mie Wolf und Wölfin cjemeiitfam aus Raub allsgehen. Wein: sie ein geeignetes Opfer entdeckt haben, nähern sie sich ihm leise schleichend. Plötzlich stürzt der Wolf auf die Bellte los, versperrt ihr beu Weg und zwingt sie au? diese Weise, nahe au dein Ort vorüber zu laufen, an den: die Wölfin wartet. Wem: also das von dem Wolf verfolgte Tier halb erschöpft dort anlangt, so folgt ihm die Wölfin mit frischen Kräften in schnellem Lauf auf der
Ferse, während der Wolf ft.fj ausruht und meist erst wieder herbei- eilt, ,venn es gilt, sich feinen Teil an der Beute zu sichern, die auf diese Art bis zur völligen Erfchöpflmg den Verfolgern unrettbar verfallen ist. . . Auch im Reiche der Wassertiere finden sich wirksame Kampfmittel, die dazu dienen, dem Gegner die Verfolgung zu erschweren oder einen Beutezug recht erfolgreich zu gestalten. Ueber eine richtig ausgebildete Schützenkunst veriügt z. B. der Toxotes, der sich von: Golf von Bengalen bis nach Nord- Australien im Meer in der Nähe des Ufers findet und eine große Vorliebe für Landinsekten hat, die er geschickt erlegt. Weil« er eines in der Nähe erblickt, nähert er sich so gut er kann dem Lande, scheint einen Aligenblick die Entfernung adzuschätzen und füllt sich mit Wasser. Dann spritzt er auf sein Opfer ein paar Tropfen Wasser. Das Insekt fällt heuinter, wird in das Wasser herabgespült, wo es der gefräßige Schütze verzehrt. Es wird behauptet, daß der Toxotes ein so sicherer Schütze ist, daß er feiten sein Ziel verfehlt.
* Dreißig Milliarden Paientgebühren! Ein Mitarbeiter des „Michigan Magazines" hat es unternommen, die Patentgebühren zu berechnen, die seit Einführung der Patente gezahlt worden sind; er hat dadei die Entdeckung gemacht, daß die Erfinder mit der Zeit den einzelnen Staaten rund' 30 Milliarden Mark gezahlt haben! Bis jetzt sind annähernd 2 1 / 2 Millionen Patente erteilt worden, eine Million entfällt davon allein auf die Vereinigten Staaten, und so marschiert Amerika natürlich auch an der Spitze der Patentgebührzahler; es hat bisher zmn Schutz der Erzeugnisse seines Genies nicht weniger als 16 Milliarden Mark aufgewendet; an zweiter Stelle erscheint Deutschland, an dritter Frankreich, an vierter England, an fünfter Oesterreich-Ungarn, an sechster Italien, an siebenter das lateinische Amerika, an achter Spanien und Portugal, an neunter Rußland. Allerdings haben die Patentgebühren nur irr den; wenigsten Fällen ergiebige Zinsen getragen,' ans einem Vergleich' der Patentkosten mit den aus dem Patent erzielten Einnahmen' ergibt sich die Tatsache, daß die EimrahMen der Erfinder aus! ihren Patenten nur zwei Drittel der von ihnen aufgewercheten' Gebühren betragen. _
vilchertisch.
— Ludwig Ganghofer, D i e Truhe vorrT r„u h - berg. Eine Geschichte aus arrno Dornini 1445. (Grote'sche Sarumlurrg vorr Werken zeitgenössischer Schriftsteller, Band 123.) Geheftet 4 Mk., gebunden 5 Bit. — Ludwig Ganghofers glänzende Erzählerkrnrst vertreibt im frischen Sturm jede Erinnerung an einen verstaubten historischen Ronran, vbrvohl sie in ferne Zeiten, tu die Mitte des 15. Jahrhunderts führt. Diese Zeit ersteht so lebendig und naturfrisch vor unserem inneren Auge, daß die alle Vergangenheit au köstlicher Gegenwart wird. Der Dichter hat seinem stimmungs- mid bilderreichen Buche den Sinn untergelegt, daß eir: rechter, fester Wille alles verillag und selbst über beu mächtigsten Feind obsiegt, und eriveist dies, indem in einer voir allen Seiten belagerten Bllrg den bedrohter: Insassen in einem geringen, verachteter: Knechte, der von dein rechter:, heiliger: Willen beseelt ist, der Bringer des Heiles und der Rettnr:g ersteht. Das ist ohne jede lehrhafte Art, in reiner dichterischer Darstellur:g, mit prächtiger:: Humor und reifer Weltweisheis gestaltet.
— W e i h u a ch t e n 1915. Eine F e st g a b e des „Daheim" für unsere Krieger. Verlag von Velhagen & Klasing in Bielefeld und Leipzig. — Einige arrziehende Erzählunger:, hochinteressante Schilderungen von Kriegsteilnehmern, persönliche Erlebrüsse, wie jeder sie gerne liest, ein Aufsatz über die vor: unserer: Truppen besetzten Lar:desteile in Belgier: ur:d Rußlar:d und ein gemütvoller Bericht, wie im vorigen Jahre im Felde das Weihnüchtssest gefeiert wurde, machen der: Inhalt des vorliegender: Heftes. Dazu kommt dam: eine ganze Flut vor: Bildern, die in ihrem bunler: Farbenschmuck eine rechte Weihnachtsslimmuug aufgehen lasser: im Herzen. __
Gleichklang-Rätse!.
Du triffst rnich meist, wo Kucher:,
Wo Bier es gibt ur:d Weir:.
Doch u:ich iru Volk zu suchen,
Soll nimmer ratsam sein.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzunger:: Ir — Treff, p — Pique, e — Eoenr, cur — Earreau, trB — Treff-Bube, pA — Pique-Aß, eD Coeur-Dame usw. Im Skat lieger: tr7 nr:d carZ. Mittelhand (Ai.): trB, pK, cZ, cK, cD, c9, c8, c7, carZ, carK. Hinterhand (H.) bekam die übrigen] Gang des Spiels:
1. V. earA. M, car8. H. earB.
2. H. pD. V. pA. M. pB.
3. M. cK. H. cB. V. cA.
4. H. pK. V. pZ. M. trB.
Mittelhand macht jetzt alle übrigen Stiche, weil sie nur noch Coeur und Earrearr hat. Vorhand ist also Schwarz geworden. ^
Schcistleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäls-Buch- und Steindruckerei. R. Lsnge, Gießet


