So beten sie alle — alle die aniteu Mütter — Frauen — — und Bräute, und dann gehen sie getröstet all ihre Arbeit.
„Gelt mai Büble!, das wird der liebe Herrgott scho mache."
„So wie's.ihm recht is!"
„Grad so!!",
«Armes verlassenes Weiblein —!
Ter Postfcanzel drückt ihr ein eiliges Papier in die Hand —- und rennt weiter . . . che sie fragen kann, was das soll.
-Wie ihr nur glei is! fie kanns net lesen . . . so merkwürdtz zittrig . . . sind ihr die Beine-. c r ,,
„Geh' schau Peterl kumnr mal daher . . . ivas da steht —!
Er liest nach Kindcrart, laut und langsam:
Grenadier Huber — — Zustand sehr ernst! Hafenlazarett Hamburg. —
„Büble! Kleines ! er is krank dai Voder--!
Sie wimmert, geirrt-ein Weilchen. Aber na! so gehts
doch niunner — mrd das wird der liebe Gott ihr doch netz alltun!
Sie must dem kranken Mann das. Büble bringen . . . dann wird er gesund.
Ob's auch die Doktorsch'nur richti machen .... er rst h-rlt gar so eigen der Huber-.
So fährt .das arure Weib mit allen t sechs Kindern ... ohne Aufenthalt nach Hamburg. Ihre einzige Nahrung ist das Brot in der grosten Ledertasche. Sie halten schon auS den Durst . . . lind das Büble — das Kleine hat ja feine Kost. . .
das Beste was e 7 gibt . . . und was es ohne einen Blick auf die
Mitreiselcken wohlich in sich aufniinmt.
Es ist halt lang, so eine Reise, denkt die Frau, die nia über die Grenzen des Dorfes hinaus gekommen . . .
Llber, sie fahren ja zum Vater, den sie gesund machen Iviollen . . . und einmal hats ja doch ein End. — —
Endlich! nach tagelangem Fahren, stehen sie müde, durstig, aber dock freudig, vor dem Lazarett, das den Vater birgt.
Das Weib taumelt . . . n>as das irur is, ivas da driuns so merkwürdig ist ... in der Brust ... an der das Büble sei
flaumiges Köpfte birgt. So merkwürdi — —! Ja, und wie
nur die Leut da drinne . . . auf sie und die Kinder schaue! Und . . keines weist genau Bescheid . . zuletzt einer . . der )veiß es . . Und er sagt es zögernd . . mitleidig.
Sie 'versteht nicht ganz, drum sagt sie: „Lassens mi nur zu dem Huber, wann er auch sehr krank ist, das Büble . . . daS Kleine, mach ihn schon gesund —!"
Da sagt ihr's der Mann . . . ivas iirut selbst das Herz abdrückt, angesichts der Frau mit all den Kindlein . . . und er will sie halten, daß sie nicht fällt. Sie aber starrt . . . immer nur grad ans . . . dann stammeln die Lippen Worte . . . abgerissen:
„Huber . . . du mai arm's Ludersch!" Dann will fie ihn sehen den Mann und läßt sich mit den Kindern zu ihm führen.
Es ist ganz füll dort bei dem lieben Vater-und sie
sind es auch.
Das Weib kniet inmitten der fünf Kinder vor der Bahre und hält dem stillen Schläfer das Büble bin.
„Franz'l wird sind da . . . und dahier das Büble —
Und das iBüble. . das Kleine. . . lacht über die blitzenden Kerzen und die bunten Blumen.
Dann nehmen sie Mschied . . für immer.
„Leb wohl mai Franzl . . und . . . nimms net so Harb . . . wann i di net zur Erd bett . . . i must halt spore . . für die Kinner . . und für das Büble . . . das Kleine!"
Vüchertisch.
- Jo s e p h A u g. 2 u x: F ranz Schuberts L e b e n s- l i e d. Ein Roman der Frenndichait. Geh. Mt. 3,50, geb Mk. 4.50. (Verlag von Grethlein & Eo., G. in. b. H., in Leipzig.) - In den letjten Jahren ist mancherlei über Schildert erschienen, die eine oder andere Episode seines Lebens wurde Gegenstand sentimenta- lischer Schilderung; aber gerade dadurch ward das Verlangen nacl) dein bisher noch fehlenden eigentlichen Schubert-Roman all- gei'nein rege, der die Züge des Genilts tveit erlaßt. Diesen Roman hat nns Jos. Aug. Lux beschert. Der echt Wienerische Schubert ist in dein Bache, das bcn Genius glücklicherweise frei von aller krank- hafien Sentimentalität zeigt unb vor allein frei von der if)nt fälschlich aligedichteten Trunksucht, die in bein uon seinei'. Tuzfrelliiden gelegentlich gebrauchten imb allzu betonten Spottnamen „Schwammerl" ivie ein altes, immer wiederholtes Unrecht liegt, mit denr einmat auißeräumt iverden must. Lnr war ivie fein anderer dazu berufen ; er hat hier ein blühendes Werk geschaffen, darin er zugleich die österreichische Seele und insbesondere seine Wiener Heimat erklärt. Der echt Schuberlsche Grlmdtoil ist in dem Blich, Wieiier Heiterkeit mit einem Zug tiefer Melancholie verwebt und veredelt. Es ist die Stimme des 'Wiener Genius loci, die heule noch -ortklingt in den stillen länbt;cf)eu Borstadtgassen und Winzerhäusern an: Fuße des Kahlenbergcs, der Heimat des Autors, in benfelbeu Worren unb Nedewendiuigsn, ivie sie mrs beu Hebert ieserungen der Schnberlzeit uub ihres freundschaftseligen Personenkreises hervor- tö'nk. Das edelste, unsterblichste Wien, darin sieh der trauni-
hä'llptige Wienenvald, das sonnige Weiilland und die blaublickende Doiiau zu einem llncnisgesuilgeneii Dreiklang verinählen, zu einer echt Schilbertscheii Weise, >i,achte der Dichter als ein unverlierbares Stück österreichischer Seele dein deutschen Geist darbringen — diese Note darf in der kommenden Eiltwicklttl'.g nicht fehle;:: denn detltscher Geist und österreichische Seele gehören unlösbar zusaulinen. _
Gicherrer Hausfrauen-Berein.
Es muß immer Mieder darauf h in ge w iesen werden^ welch eilt gutes, eiweißhaltiges Nahrungsmittel wir m den Fischen haben. Sind auch Schellfische, Kabliau usw. teurer g-eworden, so ist doch Klippfisch billig und sehr ergiebig. Klippfisch kanu als vollwertiger Fl et schersah aeltmt und sollte deshalb viel mehr Beachturig finden. Er tagt sich in mannigfacher Form besonders fnr beu Abendtisch verwenden.
Sonntag: Endiviensuppe, gerollter Hammelbug, Kümmet- kvant, Kartosfelflocken.
Montag: Sagosuppe mit Maggi, Eintopfgericht von toeißen Rüben, übrigem Hammelbraten mit Trmke und Kartoffelscheiben.
Dbenstag: Bicttcrmilch suppe, Kartofselpsannknchen, Heidelbeeren.
Mittwoch: Gelbe Rübmcsnppe, Dörrfleisch, Bntterkoht, Salzkartoffeln.
Donnerstag: Fisckstraict *), Pellkartofüln, Apfelkäse *), Vanille tunke von Magermilch.
Freitag: Kartoffelsuppe, He senklöste mit Obfttnnke.
Samstag: Gerstengrützsuppe, Karwffclblättchen mit roten Rüben.
Kochanwersungen.
Fischkrant: Sauerkraut wird tags zuvor wie üblich gekocht (2 Pfundp Va Pfund Klippfisch 24 Stunden gewässert, darnach in kochendes Wasser gelegt und ganz langsam Ih? Stunden mehr ziehen als kochen lassen. Eine ausgestrichene Austaufform mit Kraut belegt, darauf Frschstüctze und so abwechselnd, oben muß Kraut sein: dann mit einer einfachen Gemüsetunke begossen, obenauf etnms Wecklnehl gesirerct, Fettstöckchen darauf und im Ofen gebacken, für 5 Personen.
Apfelkäse: ly* Pfund Aepsel, 1 Liier Wasser, 14 Pfund Zucker werden gekocht, durch ein Haarsieb geschlagen, Säst einer ganzen, Schale einer halben Zitrone, 30 Gramm rote Gelatine dnrchgemischt, in eine umgespülte Form gegossen und erkaltet gestürzt, für 10 Personen.
»
Vackwerk.
E i n f a ch e Keks: 15 Gramm Anunottium loerdeu mit 4 Eßlöffel lamvarmer Milch ausgelöst, mit 3 Eiweiß und 2 Eigelb, einem Päckchen Vanillin, 75 Gramm Butter, 200 Gramm Zucker stark gerührt, dann mit Mehl soviel es annimmt (IY 2 —2 Pfund) gewirkt, ausgelvellt und mit einem Glas oder einer runden Form ausgcstochen und langsan: gebacken.
Wasserspringer: 1 Pfund Zucker, 150 Gramm Wasser werden 1 Stimde stark gerührt, 1 Zitrone, Saft und Schale, und 1 Pfund Mehl, das mit l 1 /» Pakete Backpulver gemischt ist, darunter gerührt und gewirkt, dann dm Teig ruhen lassen, bis ep steif ist, und in Anis so raren ausdrückm, über Nacht stehen lassen, und langsam backen.
Hon igkuch en: 1 Pfund Zucker, 4 ganze Eier. 2 Eßlöffel Bienenhonig 1 Stunde stark gerührt, 2 Messerspitzen Natron, 1 Messerspitze Zimmt, HZ Messerspitze Nelken, 1>ü Pfund Mehl. Nach Belieben nmh Zitronat und Ponwranzenschale. Ansgeivellt, mit viereckigen Lebkicchenfoeinen ansstechen und langsam backen.
*') Siehe Kochanweisnng.
Slat-rrufgadc.
Vorhand jagt Grand an auf folgencke Karle:
4-
I*S
t-t
i
4»
i-
J
O
<>
|
m
<> <> 0.0
_
lll®/
<>]
Vorhand benft, ihre vier Asse und zwei Zehnen heimzuknegen bekommt aber gar keinen Stich. - Wie mußte die Kartenverteilung sein und wie gespielt werden'?
Auslösung in N-üchster Nummer.
?luslösung des Logogriphs in voriger Nummer:
Föhre, Fuhre, Fähre.
Kchrislleitnng: Aug. Go-tz. - RolatioirSdruck und Verlag der Bn'ihl'schen UnirersitärS-Buch' und Stelndnickerei, N. Lange, GlcßrL


