Ausgabe 
2.12.1915
 
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fu&eit dürfen MiV ja, altes Würde er immer dürfen Wo gibt noch solche Freunde? Das Geschäft mußte s,ch machen lassen.

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Tie drei Freunde ivaren in dem kleinen Separatz immer der Magic Lautern versammelt. Lombard sah sehr schlecht ans Er hatte die drei lebten Nächte überhaupt nicht mehr geschkafen 7ind war nicht zu Hause gewesen. Da ivar es gekommen, daß Ruhard ihn nicht angetrosien hatte. Richard ging es nicht viel deIIer: überdies schien er an cinifm schweren Entschluß zu kauen Angelo stierte in sein Ginglas, so das; sein Gesicht nicht zu sehen war; Ta trat Isabel ein. Tie jungen Herren standen ans, begrüßten sie Und der Kellner brachte ein Glas Tee mit Rum.

Als die vier wieder allein waren, sagte Isabel:Nun meine lieben Freunde, wem darf ich meine Hand reiche»?" und ste sah Angela dabei an. Lombard zog seine Brieftasche und zahlte sieben Werbescheine aus den Tisch.Sieben," teste er,das Nt alles. Es ist noch keine Stunde her, daß ich den Siebenten abge­liefert habe." ^ .

,/Acht." sagte Angelo und zählte seine Scheine vor sich ans den Tisch.Und Du, Richard/' fragte Isabel.

Wann willst Du heiraten. Isab-el? Morgen, übermorgen ? sagte er und zählte: ein. zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn. Zehn Werbescheine für Kitchener, gestempelt und Aber," sagte Isabel,was ist denn das? der zehnte Schein ist Nicht unterschrieben."Wie?" fragte Richard,ist er noch nicht unterschrieben? Ich werde dem Kellner fefjetfeu, daß er Träte und Feder bringt." ^ , _ ,

Was, Richard, das wolltest Tu für mich tun?' Isabel war vor Erregung aufgesprungen.So viel Größe soll ich an D»r bewtlndern können'?"Es ist ein schlechtes Geschäft für mich, aber ein denkbar braver Handel."

Richard," rief Isabel und ihre Augen glänzten,ich werde dem Kellner schellen!" Der Kellner kam, ging, kam wieder mit Tinte und Feder und ging wieder. Und Richard nahm die Feder zur Hand. . _ .. _ ^

Halt!" rief Angelo. Schreibe nach nicht, bis Du drei-e r^rage beantwortet Imst. Zahlst Du sechzig Pfund für einen Ersatzmann, den ich Dir stellen will?"Sechzig Pfund," sagte Richard,das ist eine hohe Summe."Richard," rief Isabel,was wirst Du tun'?" Und sie blickte mit glänzenden Ängen über Angelo zu Richard aus. '

Selbstverständlich werde ich die sechzig Pfund zahlen. Ein Tommy, der nicht Richard B. Dastard heißt, ist eben auch ein Tommy."Gut," sagte Angelo, so schreibe einen Schein, daß. Du mit Deinem Namen für sechzig Pfund mir gut bist."

Lächelnd schrieb Richard das Papier nnb Angelo setzte seinen Namen unter den Werbeschein. stand auf, verabschiedete sich von seinen Freunden, reichte Isabel die Hand und sagte:Wenn ich das Gsorgskreuz habe, Isabel, schreibe ich Dir aus Flandern" und ging. 4

Isabel blickte nach der Tür, durch die Angelo eben ver­schwunden war; es war ihr, als sei plötzlich etwas in ihr gerissen. Da Richard nicht wußte, was er besseres tun sollte, siel er Isabel um den Hals, küßte sie und sprach:Liebst Du mich auch wirklich, Isabel?"Wann werde ich nicht mehr Isabel Wunstord, sondern Isabel Dasbach sein'?" fragte Isabel.

Vermischte».

* Die P h o t o g r a p h e n - A b t e i l u n g der franzö­sischen Armee. Zu den während des Krieges entstandenen Neueinrichtungen der französischen Militärverwaltung gehört die Photographen-Abteilung, die vor vier Monaten begründet wurde. Die photographische Abteilung der französischen Armee soll, nach einer eingehenden Besprechung desGaulois", gleichzeitig dreier­lei Ziele verfolgen. Sie soll die Propaganda im Ausland unter­stütze, beim Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Ge­bäude von Knnstwert Dienste leisten und schließlich das grund­legende Material für ein französisches Kriegsarchiv liefern. Die Ab­teilung, die einen Geschichtsprofessor ,md einen Baufachmann zu Ratgebern hat. ist in Paris im Staatssekretariat der Schönest Künste untergebracht. Das Unternehmen verfügt über einen Stab von Photographen, die ablvech.sel.nd die Front bereisen und auch den Armeen der anderen Alliierten Besuche abstatten. Diese Photographen stehen im aktiven Militärdienst und haben unter Umständen auch in der Feuerlinie zu arbeiten. Denn auch die Aus­nahmen einzelner Kampfoperationen gehören zu ihrer Tätigkeit. Die betreffenden Kampsbilder, die vorläufig geheim gehalten wer­den. sollen erst nach Friedensschluß zu allgemeiner öffentlicher Ausstellung gelangen. Die Platten und Films iverden verschlossen nach Frankreich gebracht und erst in den Pariser Räumlichkeiten des Unternehmens entwickelt, abgezogen, zusammengesetzt, geklebt und vergrößert. Um die Geldmittel zur ständigen Unterhaltung dieses Betriebes zu schassen, wurde eine staatliche Berkaallsstelle ein­gerichtet, die alte von der Zensur freigebliebenen Bilder in den Handel zu bringen hat. Diesem technischen und kaufmännischen Apparat ist der Die»,st des Archivs angegliedcrt, das die Photo­

graphien zu begutachten und e'urzureihen hat. Bisher soll das Archiv 20 000 Bilder in seine Sammlung ausgenommen haben. Das Archiv arbeitet auch selbst als Zentralstelle und überwacht die Jllnstratiousveröffenttichnngen der Zeitungen und Zeitschriften. Die ganze Abteilung untersteht dem französischen Oberkommando in allen Fällen als der ent scheuenden Instanz.

* Eine Zeitichriit f ü, K r i e g s p r o p h e z e i ung e n- Das netteste Produkt der Knegszeil in Frankreich ist die Gründung einer prophetischen Zeitschrift, die den tüftucn NamenLes pro- pttetiea- da mois tragt. Absicht und Zweck der Zeitschrift ist, die Wel l eren t wi ckl m, g des Krieges in mouallichen Prophezeiungen ztt erläutern. Wie der bereits erschienenen ersten Nummer zu ent­nehmen ist, sind eine große Anzahl von Genies der Hellseher krmst als Nsitarbeiter tätig. Wenn »narr dern Inhalt des Heftes Glauben schenken darf, werden die Franzosen im Jahre 1916 über alle Gegner und Wider,oärtigkeiten glorreich triumphieren. Eil» anderer ^Spezialist der Geister" null wißen. daß die letzten Schlachten in, Monat März statlsinden werden. Die KriegHgemugenen »verden im Mai oder spätestens im Juni in Freiheit gesetzt lverderr. Eine Dame von sonderbaren seelischen Fähigkeiten sagt den Fral^osen eine hübsche Anzahl siegreicher Schlachte», voraus. Aber auch die Verstorbenen beteiligen sich sehr rege an dieser Wunde rzeitschrckt. Ter »Geist Drvidja" beruhigt die von den Balkanereignisfen wenig erlernten Alknerten, mden, er verspricht, ihnen trotz allen,ganz sicher" Konftantmopel zu schenken. Am belustigendsten ist der Artlkel eines Astrologen, der für die Zeit vorn 24. bis 30. November 1915 einen »ungeheuren Sieg" der Allneteen weissagte. Daß diese Ver­kündigung, »vie wir heute beruhigt sestftetlen können, nickst ein- getrossen ist, hat natürlich wieder die barbarische Rücksichtslosigkeit der Deutschen verschuldet, die sich durchaus nicht schlagen lasten »vollen. . . .

Viicherlijch.

Deutsche Kriegs Weihnacht 1915. Weihnachts­gruß für Deutschlands Kriegen Bon v Otto Everling, Berlin- Nikolassee. Berlu, W 35, Verlag des (rvange!ifck>eu V»rüdes. Preis sinkt. Feldpost-Briefumschlag) 20 Psg. Ern warmherziger Gruß alt unsere Krieger im Felde von v. Everling, den, Vorsitzenden des Evangelische», Bundes ; Wechnachtegedichte, Bilder, das Weih- nachtsevangelium; ein Aussatz von Pro». D. Schi a^r in Gießen, Das Fest der Liebe", der sich vortrefflich in d,e Seele unserer draußen stehenden Kämpfer hineinversetzk; zuletzt eine Geschichte Die Muschel" von Anna Schieber, der Weihnachtserzählerin unseres deutsche»» Volkes.

»Füngierchen Feldgrau". Deutsche Jugend von gestern und heut'. Erzählung im° junge Mädchen von Luise Glaß. Mit Bildern von M. Heydenbluth. Preis sein geb. Mk. 3.. Verlag von Georg Wigand, Leipzig. Diese Kr,egs- e,Zählung für junge Mädchen dürste sich viele Freunde enverben. Sie schildert, wie das ungeheure Erlebnis des Krieges aus unsere Mädchenfugend einwirll und auch sie mit lortreißt u»,d ihrem Lebe»» neue Gestaltung »nid Inhalt gibt. Die liebenswürdige Heldin des Bucbes ist die Tochter eines reichen Fabrikanten, die im Kreise von sechs Brüder», aufgeivachsert ist. Sg fchwärrnt »vie so viele junge Mädchen für mancherlei Ar,slä»»discdes, das sie in einem sranzösischei, Pensionat besonders schätzen lernte. Als der Krieg herembricht »md auch ihre Brüder und sonstigen Verwandten mit sich fortnnnmt, erwacht aber auch in ihr das deutsche Herz. Sie will an ihren, Te»le auch mit hellen zu dein großen Siege und verwa»»delt sich mit einem Schlage in ein auiopierungsvoüeS werk­tätige- Persönchen, das aus eiurnal ungeahnte Ausgaben entdeckt »»d sich ihnen mit frohen, Ecker hingibl. So kämpit auch sie, wenn auch dahein, bleibend, mit und entdeckt, daß freiwillig über- non,»neue Pflichten höhere und reinere Freuden zu gewähren ver­mögen, als spielerisch sorgloses Dahinleben. Der gemütvolle Ton des Ganzen empfiehlt das Werk bestens.

Logogriph.

Es stand in, Waldnt ö, da kan,

Ein Mann, der ,h»n das Leben nah»»,; Er n,achte au- dem ö ein u Und wandte sich dem Wasser zu.

Ta läg's noch he»,t', wenn's »richt mit ä Gewesen wäre in der Räh'.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Geographischen Berschiebrätsels in voriger Nummerl

Schlesien Grr»z Bernbürg Maikanck Jülich

Bilm Tr, oft Hage»

Kebrsttleitung: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversitätS-Buch- und Steindruckeres. R. Langem Greben