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Ein weißer Zaun umschloß ein rührend schlichtes Gärtlein mit einem Pflanzenbeet in der Form des Enernen Kreuz^V. Mit den letzten Blumen des Herbstes, mit Strandaitern und reuten, die schon matt Dom ersten Frost waren, harten die stader den Elwenfriodhos geschmückt. Kein Soldat lag darunter, aber für jeden Gefallenen des Dorfes »var em Blumenstrauß un dunteni
^^Jst^'dieser Ehrenfriedhos nicht ein besonders schöner Ausdruck für den Willen der Menschen, in Gemeinschaft mrt den l)eldeiihatt Gesiorbenen zu bleiben? Wo ist das ferne Grab ? Niemand sieht es, niemand kann hingehen, um es zu sckpnücken, niemand wertz, tvie es ausfieht, irgendwo ist es in der dtmklen Ferne, un^grauen- voll Unbekannten, von wo es so schrecklich hernberhallt. Da lchaf- fen sie ettvas, das viel schöner ist ünd einen vrel treseren ,Smn> hat als ein Denkmal aus Stein und Metall: einen Friedhof ui der Heimat. Die Seelen der Gefallenen schweben um dieses liebevoll geschmückte Grab und grüßen jeden, der mit einem stillen und rnnr- gen Gedanken vor ihm steht. . , ^ .
Ich sah die Mutter des Gefallenen, von dem der Pastor gesprochen hatte, vor diesem Ehrenfiiedhos s^hen. .Aus ihrem weißen, gesenkten Scheitel lag das Gold der Sonne. Es war selttam ergreifend. Ich glaube, es war der alten Mutter ein wunderbarer Trost, vor diesem Grabe zu stehen, das den Körper deU Sohnes nicht barg, das nichts enthielt als Erde und Blumen . . . aber ihre fromm gesammelten Gedanken schienen zu spüren: die Liebe der Heimat holt die Seelen der Gefallenen von deut Schlachtfeldern heim und läßt sie nicht mehr bos.
Die kleine Kirckjeng locke rief den Mittag aus.
Mir war, als riese die helle Sonntagsglocke durch das Dorf, durch die VLarsch und durch ganz Deutschland die schöne Botschaft von der ewigen Liebe des deutschen Landes zu den Helden, die in der dimklen Ferne das Vaterland gegen alle frtmtbe schützen.
vermischtes.
• Was d ie Venezianer dem König z u n, G e b u r t S- tage ge'chenkt baden. T,e Venezianer ha en stch eine ebenso sinnige wie oraktilcbe v eburlstaasoabe dir Viktor Emannel a..S- getaut. Sie hoben ihm ein Album mit ewer Unterschriften- Sammlung be> Büro er der Stadt Benedlg riberreirtt. Natürlich tragt das Buch das fernste Ledergewand, auf dessen Borderserre der Eavaviiche Aol r und au> besten chstckieite der Löive van San Marco zu leben ist. Aul dem ev'eu Blatt bringt Benfig dem König seine Hnldrgun, zum Gebnrtstaae dar, „dem Könige, der da? erhabene Shmdol des UnteriiebmenS i'l. das die dianon im Aegriff stebt. zu vollenden" »Tre Seiten, die m der ganzen Stabt ve keilt wurden*, lo erzäblte der „Eorrtere della Sern", Eitlen sich mit Unterschri ten, und obgleich der Entschluß etivas spät gefaßt wurde, land er so allaeminen Bestall. da« nian . nnehme-r darf, am ll. ^tooember ützuOo llnterschristen biilaimueu z», haben. Um die Huldigung zugleich zu et en, p.'lriotts > en und n 'blichen Werke zu gestalten. wußte für ;ede Unter,chri t ein Brtl ag oon 10 Eenlesiint gemblt werden. Tie Einnahme ioll zun» Einkauf von Wollgegeiiständen für die venezanftck e>' Soldaten an der Front verwendet werden. ..." So sind geschickt drei fliegen mit einer Klavve geschlagen. Ter Benezrauer ,vird stolz 'ein. fei «e Unterschritt im Album des K5>ngS z» wißen. derKöuii hat ein stnntgeS Geschenk und die Soldeteir veko innen endlich ivolleue Snüntve.
• Von der Schi eibfe der. Alan ist in unieren Taget, härifig noch der Ansicht, daß man in der guten alte»! Zeit lediglich mit deir, Gänsekiel geschrieben bätle, uird daß die Aleiall'eder eine Erfindluig der Neuzeit sei. Aber schon m ipätrömiicher Zen bediente man sich zuii» Schreiben erner Metalsteder, die aus Bronze hergeslettt war in,d freilich insofern vor» imfereu modernen Schrelb- werkzeugei, abwich, als Halter und öeder aus entern Jstucf her- genettl waren. Ter ruitde Halter lief iutten in eine Spitze aus, die geitau ivic honte ditrch emeii Sckmitt in zwei Teile gespalten ivar. Kostbare silbetne Federi, machte matt sich zun, Geschenk, aber sie lauchlen nur sehr leiten auf, da sie lür den geivöhnlichen Sterblichen zu teuer roareit. Noch im Mittelalter wrd eine ftli eme Feder als Rarität erwähnt. Ko'ibares Gold zlir Herstelluiig von Federti zu verweudeti. daran dachte noch iuetuaiid. Tie Gäirse- feder kam erst im 7. Jahrhundert bei den Römern aus. Das Mittelalter verivandte >toch die Rohrieder, dereii sich schon die alten Aegypler bedienlen, um ihre Schritt au' den Pavyr> S a,lf- zutrageu. Tann trat allerditigs d:e Gänsefeder ihren Siegeszug an iliid bl,eb herrschend bis in nitiere Zelt, da sie ivieder von der Metallfeder verdräiigt ivirde, d>e niemals ganz verschollen war.
• Der elektrisch beleuchtete S ch n tz m a n w Die Loiidoner. dre diirch die dichten Winternebel seit jeher gebörig an ent gewisses ,Duster- getvöbnt waren, fei en sich nunmehr mfol >e der Zepvelinangst allabetldli.si einer fast äguptschen FmstelniS aegennier. Ile mit der sibivebr von Lnttangtissen beau't>aote Bert l^igiinch Londons hak die -naßenbeiene! tunq in solchein Alaße ernrckt, daß die Svallen der Blätter sich inuner >nebr mit den Be- ttdifen über Strgßenunfäl'.e füllen. Um nun diesem liehet wenigstens etnigerinaseu a ztthet en, bat n<an in London eine neue Er'cheinuirg ,n4 Leben gerufen, nämlich den eletr»is » beleuchteten Schutzmann. Wie ai:9 emem Bild in den ,Dailu NewS* zu e leben ist, t'aien
die Londoner Schutzleute auf den' Rücken eine elektrische Latiipe in Gestalt eines kleinen Scbeliiiver erS. Od die eleltrische 'Beler.chtung der ^chuii e»te den aeivuus > ten Er'olg haben wird, erfebetnt mehr als zwei elvalt. da Waoenunfolle sich ja auch dor, ereignen können, wo gerade f in Schutzmann veht. Zeüen'alls aber werden die in London fenr zahlreichtN Tascheiidiebe durch die leurt.tenden Schug- lente weui.ier übecrascheild de» ibrer dnttklea Tätigkeit gestört werden tonnen. --
vüchertlsch.
— Die deutsche Frau im Weltkrieg. Emblickc und Ausblicke. Bon Thea von Harbou. Leipzig l.916, Hesse u. Becker Verlag. 144 Seiten. (1.50 Mk.) Thea von Harbou bo- handelt in dem vorliegenden Buche die überaus wichtige Frage, welche Ausgaben der Weltkrieg den deutschen Frauen und Mütter» gestellt bat. Ohne jebe Lobliudelei rühmt sie den Opsernrut, die Liebestatigteil mrd die Anpasiungsfähig'eit der Frauen, weist ohne Rechthaberei aus die Unsitten hin, die sich vor dem Kriege eingewurzelt l-atten, se^t sich in vornehmer Weise mit den Gegner» Bhrer Weltanschauung auseinander .und bezeichnet es als das rvichtigste Amt der deutschen Mütter, das neue. Heranwachsende Gesästecht für das Vaterland zu erziehen und zu ^erhalten —- oder, tuie die Verfasserin sehr hübsch sagt, die jungen Söhne hera»- zuziehen zn einer Wacht am Rlicin.
— Georg Wegener, Ter Wall von Eisen und Feuer. (Ein Jahr an der We'ckcont.> Leipzig, F. A. Bvockhmls. 1915. 192 Seiten. 1 Mart. — Der Verfasser ist als Geoaraph und Forschungsreiseiider, als Berater und Begleiter des Kvon^ Prinzen aus ferner Indrenfahrt, als gründlicher Kenner von Land u.'td Letiten in allen Winveln der Erde, als gnüretdjer Plauderer und Bvrtragsmeister dem deutsckren Publikum längst vorteilhaft bekannt. Seit Beginn des Weltkrieges nxnü er im Hauptanartteo des Westens, lrnd seine Erlebnisse und Eindrtlcke an der Front von» Meer bis zu den Bogeseti faßt er in einem Buche zusammen, das als ein Denkmal deutschen Heldentums in trotziger Wehr aegeu Westen bei allen Leserrt im Feld und dal-eint einer gimstigM Llufnahme gewiß sein darf.
— W i k i n g - B ü cki e r : Wilhelm Schner, Der Schatz im Moor. lVerlaa der W king-B wer. Leiockg.- Zn Lemen l Mt.
Ter Roman zählt zu den gerevten Gaben, mit dene,i itns gerade niederbeutfsie Kunst in ben legten Zähren Mcbeuft hat. Er fuhrt uns in das Seelenleben eines Kitaben. der als ^ oh», eine# GnißbengerS auf der vätei li' en Scholle 'eine emen Iabie ueiv lebt, dann in Bremen am der Schule den Wert des WinetiS neben der bürgerltchen Arbeit schauen lernt, der dann lelb't als jnnaec Menssi den vat«' lfcheii Ho< übernimmt und in Al he uns wirbelt zun, Man'-e erstarkt Eine Liebesae chi site aebt daneben der. in der sich viel Gemüt o?^e ibark. Ar tbnr Za vv, Im Lande der L ü a e. Roman ans den Taaen en ltf ver Schmnch. ^ Zavo schil ert in feinem Werke, daS in En tanh, zum . roßten Teil in London,'fpielt. die Schicksale etni,er Dentichen, d«e sich nicht rechtzeitig vor der btitischen Willkür und'Ntedrigkett in Sicherheit bringen konnten.
- Vom KrteaSschauvlatz. Feldpost'ri^ie »md andere Berichte von Alilkämvfern und Auaenzenqen. Zweiter Band. Mit Betlrägen voi, Biörn Björnlon. Eornelins murl ll, Wilbeim Lenne- mann u. a. HeranSgegeben von Karl Ottenzel. Mit Btldbetgaben. Le orig Heile L Becker Verlag. 112 Seil n. In steifem Um« schlag 1,50 Mark. ■ —
Rätsel.
Wer mich mit N als Lv>elze>ig iväblt.
Den bab' ich graxf >m o t geguält,
Und dosi, wo eine Wunde klaßt,
Hab' sietS ich guten Rat geschaßt.
Jetzt siebst bu mich mit T im Haupt.
Da ist mem Getßelbieb erlaubt:
Er fuorm zu bess'ren Tatet, at».
Ein Tor, wer's ntiut vcUraaen kann.
Raubst du tnir nun des vatiptes Zier,
Verbleiben wir der Zeichen vier.
Einst herrscht' ich kühn auf Burg und Schloß,
Sn;' heut' noch gern aul hoben. Roß.
Wenn du mein Wort mm rückwärts lieft,
Em märchenschöneS Weib dich grützt.
t u ihr verzehrte sich in Sebneu er Weitet,Herrscher der Hellenen. (Aufl. in nächft.Nr.)
Auslösung deS Kreuzratjels in voriger Nummer: Z 8 K o c l
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Z o b e 1 p e 1 e S chlepper Klftppho r n e p o ler z r a
Schriltleckung: Aug. Goey. - Rotationsdruck und Verlag der Bruhi'schen UnrversitälS-Buch- und Ltemdruckere^ R. Lange, Grebe»


