„Wenn ich 'sage 4900, sc» bleibt es dabei, äere ApoAeker Gitschin," sagte Kot:ml-esf mit einer Kopföewegun^ in die L>mbe hinein, „Si-e werden doch nicht sagen wollen, datz >L>:e s:ch ern solches .Haus .und eine solche Einrichtung leisten können und mcht 4000 Eichel für Ihre Exzellenz übAg haben? Wer wie
mir «ist es gleichgültig. Dann lassen wir die ganze Geschichte." — , ^ . .
Gitf-chin schstukte ern paarmal, daun sagte er:
„Als-o girt, 4000 Rubel, Herr Sekretär. Darf ich bitten, mrt in mein Duraon -u kommen?"- . r
Einige Tage später erschien ein kleiner rothaariger Mensch mit schwarzen blinkenden Mattenangen int Sekretär zimm-er des Generalkomnvandas, stellte sich als Gehilfe des Wothekers Git- s-cliin vor und s^te, er käme wegen der Mäuse. Sekretär Swmka führte auf KotoalefsS Geheiß den Gehilfen in das Zimmer des Generals, tos der kleine Rothaarige einem Bittet einen krümlickien Teig enlitahm, den er mit einer merkwürdig sicheren .Handbewegung in kleinen «r»cken unter die Möbel schleuderte. In einigen Mr- rrulcn war er fertig. Swinka hatte interessiert z-ngesehen.
„Gist?" fragte er. . ^
„Starkes Gift," antwortete der Rothaarige nnt heiserer Stimme, „die Mäuse werde:: sich wundern." Und damit Lnrpsahl er sich twcier.
Nach emigcir Wochen sagte der General Graf Dunitreff,^ während Kowaless mit einer Unterfchriftsmappc vor ihm stand, plötzlich:
„Hören Sie mal, mir fällt da was ein — Sie sollten doch diese verdammten Mäuse beseitigen lassen?"
„Ist geschehen, Exzellenz," beiuerkte Kowalest, „ein Fachrnann besorgt bas jede Woche pünktlich."
„So? Na, weniger scheinen es nicht geworden zu sein, etjer mehr — die Biester sitzen schon in allen Schränken."
Kowaleff machte ein bestürztes Dienstgesicht und verließ das Zimmer. Er war fest entschlossen, sich nun nicht mehr mit dieser alberne,: Mäusogeschichte yu befassen.
Aber als -er die Schublade seines eigenen Schreibtisches auszog, fand er. daß die Mäurfe eine Liste zerfressen hatten, an der er einen Morrat laug gearbeitet hatte.
Nun empörte er sich sehr und ließ den Apotheker komme::, dem er im Nomen des Generals die heftigsten Vorwürfe machte.
Der Apotheker tat seinerseits sehr bestürzt und versprach, seinen „Gehilfen" zur Verantwortung zu zielen:.
Als er zuhmrse au kam, sckxickte er sein Diensdnädchen fort und lieh den angeblichen sGehilseu, in Wirklichkeit einen armseligen Kammerjäger, holen.
Der kleine Rothaarige mit den scheu hermnflackeruden Augen erschien unk nrußte sich von dem erzürnten und ängstlich um seinen Schern besorgten Llpotheker die heftigste,: Worte sagen lassen. Der Kammerjäger zuckte die Ll-chseln und erklärte, das verstände er nicht, denn so ein Gift, wie sein Gift, gäbe cs in ganz Rußland nrcht wieder.
Ms der Kammerjäger in seiner Wohirung weit draußen in der Vorstadt <mla:rgte, wartete schon seine Frau, eins verschüchterte Klein büigerStochter, angstvoll auf ihn.
„Was »wollte denn der Herr Apotheker von Dir?" fragte sie Ungeduldig.
Der Rothaarige Ivarf seinen Hnt ans den Tisch.
„Der Geizhals", keifte er, „er schimpft mich cri:s, daß die Mäuse dem: General ttod) nicht wog sind. WaS denkt er sich denn für feine paar lumpige Rubel, Inas?" —
„Hast Du denn nicht ordentlich Gift gelegt?" fragte seine Frau.
„Gift gelegt?" schrie er sie an, „denkst Du. ich bin verrückt? Meinst Du, ich werde die Zunft der Kammerjäger schänden? Wenn ich Gift lege, sterben die Mäuse doch — na, und wenn sie sterben, Nvvon leben dann die Kammerjäger?"--
VNchertisch.
=> LebenSsrucht. <• cjmm us.mbe der Gedichte Friedrich L i e n h a r d 4. Greiner &. Pfeiffer, Stnttga,t 1915, ES hat sich viel krili'che Unzulänglichkeit an Fritz Lieuhaid berangeiraut und ihin Evi«onentum und gestaltm'gsschiva-he Meünnuugstüchtlgkeit aninkreiben versucht. Welcher Platz Lienhard in der Gegenwartsdichtung gebührt. darüber kann man sich aus eigener Ueberrengunq kein besseres Urteil bilden, als wenn man den eben erschiennen Semmclband .LebenSlrucht^ zur Hand niinint, der ein unüber- treülicheS ^laterial «ün'utidzivanzi ijährigen dichterischen Schaßens zusammen aßt PS kann in dielen wenigen Zeilen nicht der Verinch ge-acht werden, Lt-nihards poetische Senkung au4 leinen Werken Hera 4 berznletlen und zu begründen. Aber »vec den t^edichlband zum G'gennanö der Beschäitlgunq in Stunden des RachdeukenS wollte. der wird wißen, ivohm Lienhard gehört: Tiefer deulscheile Dichter steht an bewußter Sendung über nlanchen,, den wir zu un! re» grüßten zahlen, an Gestallungskrast und poetilchem Gefühl würdig neben ihnen.
— Das trautste Marjellchen. Eine Erzählung von Agnes Harder: niit zwöli Zeichnungen von Heinr. S u l e m i h l. Be> lag Friebrist. Andreas PerlheS. ^l.-G., Golba. - AgneS Harders trautste- Marjetlchen lst von den 'Büchern, welche das E, loben unserer Zelt dein jugendlichen Gemute nadeznblinqen verfuchen, eines der nach Form lind Gehalt anzieliend'len. Tie unterbattende Erzählung, d,e ziiglerch eine uuau'dringliche, doch feste erzieherische Wirkung ausübt, ist geivissenhaiteir Eltern und Erzieherin als Ge» schenk (besonders auch zu Weihnachten) für zem- l iS z,vol'sä!irige Kinder sehr z» empfehlen. Es ist die Geschichte eines kleinen o'l- preu&i ctieii AiädchenS, daS mit seiner Mutier vor den Außen flüchit-n muft und dessen SchtUsal sich nach »nancherlei Bedräng« nisten und Verlusten schließlich doch noch zun: Gilten ivendet. Tie Berlasteiln hat seiner Ta!t davor behütet, ohne doch der Farblosigkeit anhetinzulallen, die schrecklichen Vorgänae zu siark zu ullterstreichen und so daS kindliche Gefühlsleben einer Verletzung auSzuseyenr
— T e u b n e r s kleine S v r a ch b ü ch e r. I. F ra nzöf i lch. Seeons äs framjais. Kurze Anleitung zun: raschen >>nd sicheren Erlernen der iranzosiichen Sprache^ Für den mündlichen und schriftlichen freien Gebrauch von Professor Tr- Otto Bo ern er. 3. Aust. Mit einer Karte .von Frankreich, einem Plane von Paris und ei er sranzösischen Münzta'et (VIH m:d 2bö S.) geb. Alk. 3.4". II. E >i g l i s ch. Eiiglinh Lewin.
Ki,rze praktische Anleitung zum raleben Erlernen »er englischen C vrache. Bon Professor Tr. Oskar T h i e r g e n. b. A ufi. Mit drei Einsichten und emeni Plane von Loildoil, zivei 2ext* kärtchen sowie einer Ntünztaiel. (VIIl und 251 L.) st. geb. OJif. 2.40, Bei lag von B. G. Tenbner, Leipzig und Berlin, 19l£>. - Ter lernbegierige Feldgraue in Feindes! nd betreibt seine Sprach- siudien in den iuelsten Fälle» ivobl nicht um ihrer selbst ivillen. sondern ans praktischen Grüliden und ein Lehrbuch, das vor alle«: d e en iliechnuug trägt, ist besonders degrüße,ls,verl. Darum haben sich ai,ch „Teubners Kleine Sprachbücher", die nur für den itu* inutelvar praktischen Gebraiich gectgnele Sprachstone für die Er- lerniuig der Sprache bentitzen, »vät)re«ld des iirieges zahlreiche Jrelmde er>vorben.
— Belgien sonst und jetzt. Ueber 200 Aufnahmen an4 dem Lande zwischen Maas nnd Schelde, nebst einer Ei> leitnug von Tony Kelten. T'liter Conderbaud von .Uni Vaterland u>id Freiheit". Verlag von vertnaun MontanuS. Siegen, Berlin, Leipz g. 1— 30. Tanseiid; kartoiilert 2, - Alk., geb. 2,st0 Alk. — Tic Montanas-Bücher haben dank ihrer Aeichhaliigkeit an wahrhens- getrelnii Aufnahmen ans dem gronen Völkerlr>eg und dank ihrer bei billigen Werken bisher kaum gekannten künstlerischen Ausstattung einen so groben Erfolg erzielt, daß man jedem weiteren Bande der Sammlung mit Spannung enlgrqensieht. Ter soeben ers aienene Bel teu Band dielet in mehr als einer Hinsicht Ueberraschung. Tiefer Band ist nicht eine der alltaali en Kriegsbildersammluiigen. Er zeigt in der ersten Abteilung belgische Stä te. belgische Land- schasten und belgische Naturschönheilen. Tie zweite dlbteilnug bringt die flämischen Baudenkmäler ruid die unslerblichen Weite der niederdeutschen Blei ter vors Auge und wird auf solche Weise daS Verständnis l ir das besetzte Land rnehrell und versöhnlich wirken bet den Beivohnern belgischer Städte. Tie Einleitung stammt a,lS der Feder deS bekannten Schriit eUers Tony Kelle-i, der als Llirem- bnrger sich seit vielen Jahren nnt Belgien beschäftigt hat, und denr w,r schon so manchen schätzenswerten Beitrag üd.r Lan> »nd L-nte in Belgien verdauten. Er hat es verstanden, in einer gedrä gien Tarstellnng das Wissens,verleite über Belgien sonst und jetzt in ansprechender Forin darznbielen.
Charade.
Eins, zwei und drei kreut ungemein Die Haus'rau, wenn es echt und fein.
Wer solches zum Geschenke bringt,
Der achte ivohl, daß nichts z^ripilngt.
DaS Vie'te ist bald schlank lind schmächtig, Bald stark und in den Formen inächttg. Am Nathans ist'S est hoch gestellt.
Beim Schachturnier eS metnalS fehlt.
Aus jenen Drei n errichtet, stand Das Ganze im Ehmescnland,
Wo es als Zierde eig'ner Art Zu Nanking einst beivundert ward.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Dechisfrier-Aufgabe in voriger Nummert Es gibt nur ein Glück!
Tie Psiicbt;
Nur einen Trost:
Tie Arbeit:
Nur einen Genuß:
Das Schöne. Earmen Sylva.
Kchrtstleitungr Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühi'schen Untversitäts-Buch- und Stelndruckereh R. Lange, Gießen


