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Vermachtes.
• Die 51 u ö m a f cli i n e zur Bekämpfung von Waldbränden. Eine neue und anscheinend recht zweckinäßtge Verwendung suchet die Flnglnaschine t»»» amerikanischen Staate Wisconsin, und zwar in dem großen Waldbezi^ke, der sich um den Big Trout-See erstreckt. In dieser Gegend wird nämlich die Flugmaschine dazu verwandt, die Entsteh,mg von Waldbränden, die dort häufig und oft von den verderblichsten Folgen begleitet sind, zeitiger jur Meldung zu bringen, als das ans andere.Weiie möglich wäre. In den bergigen Teilen grober amerikanischer Waldbezirke bat man Feuerwarten aui Hölsen errichtet, von denen aus wette Teile des Waldes unter Beobachtturg gehalten und die Entstehung von Bränden rechtzeitig geiucldet werden kann. Diese Warten sind aber der Natiir der Lache nach in ebenen» oder nur leicht hügeligei»» Waldgelände nicht vecwendbar Ta bot nun die Flngmaschine w»llkon»n»e>iei» Ersah. Ein bekannter ainerikalllscber Flieger, L. A. Bilas, stell c sich und sein Bsasserfliigzeiig srenvillig in den Dienst der giiten Sache. Jeden Abend gegen 6 Uhr steigt Bilas vom Big Tront-^ee au^, schrailbt sich binnen wenigen wli- nulen zll einer Hohe von ZOO Metern empor nnd kann auf diese Weise ein Gelä»»de von etiva 200 000 Acres Wnldlaich überschauen. Wo er Rauch bemerkt, das »neidet er soort ai» das Waldbezirk- anit. Wie tu dem Fachblatte „American Foresir»)* berichtet ivird, hat BilaS ii» emeu» Falle wirklich schon einen Waldbrand entdeckt und gemeldet; und es stellte sich dabei heraus, das; er Ort und Entfernung deS Brandes ganz zutreffend geschätzt hatte.
Vüchertisch.
— Heinz StirlinqS Abenteuer als Kriegsfreiwilliger. Ein Buch für die Jugend von Fedor v. Zobeltitz. Mit Bildern von Fritz Koch-Gotha. Perlag llllstein & (So , Berli»»- Wien. (3 Mk.) Dritten in den Weltkrieg führt Zobeltitz in diese,i» neuen Abente»>erb»lch den helläugigen Heinz Stirlmg. Ueber Herbes- thal trägt den tapferen Jungen und seine Ka>»»e»aden der AOlitär- ziig hinein ins belgische Land. Durch das stolze Brussel konunt Heinz Stirling. burct) Alecheln, Llntwcrpen, Gent und Briigae. Er fällt an der ReSle für ein paar Stunden in die Hände der Belgier, schiebt tn Flandern einen Zirkustiger, liegt bei Armentbres m Schützengräben, wird für einen tolltiihnen Erkunduuasnang nut dein Eiserne^ Kreuz erster Klasse ansge;eichi»et und vollbringt im elektrischen Schloß des französischen Atargins eine grobe Heldentat. Dann kämpst er in R»lßland, »vird gefangen und s blägt sich als russischer Hausknecht und chinesischer Kuli anS Sibirrcn in die Freiheit durch. Milten in der spannenden Schildermig der ernüen Zeit fehlt es nicht an humorvollen Eoisoden. die ein Gegengewicht bieten, wenn den» einen oder anderen Leser die Abente»ier gar z»» sehr über den Kopf wachsen.
— „Leipziger Illustrierte Zeit nn g." Der heldenmütige Widerstand unserer österreichisch-unaarischen Blindesgenossen gegei» de»» vielsach überlegenen Ansturm der Italiener bildet emes der bedeutsainsten Kapitel des Weltkrieges. Eine Rewe interessanter Illustrationen von Aiigenzengen dieses gigantischen Oitnqens bringt die soeben erschieneiie 9tun»mer 3775 der leipziger »Jllusirie, teil Zeitung" Tie für das Blatt an der Isonzosront und in Ti'ols Berginelt als Krtegszeichner t itigeu K»u»'l»taler Adolf G. T dring, A. Nelch und Bro essor A. Ratscbtller sind die Schöpfer dieser Bilder. AuS dem reichen übrigen Inhalt dieser Nummer seien noch hervorgehoben die doppelseitige Zeichnung von Schivorinstädt „Alls der Konimandobrücke etiies Unterseebootes^, die der beliebte Illustrator als künstlerische Fr»lcht einer nächtlidien Kreuzfahrt tn der Nordsee nlitgebracht hat, die farbige Skizzenscrte Paul öep'S von» »vesilichen Kiiegsschanplatz, die fesselnden Alotnentvildern anS Flandern von Boppe FolkertS und Fritz Grote»ner)er, foivte die Wiedergabe einer französischen Karte über die Kru'gSz,ele dcS Bierverbandes. Im vorltegeiiden Hefte sind ailberden, etiva 30 Photoaraphiei». z»»m Teil in sehr groben Formaten. »viedergegeben. Llnch m textlicher Hinsicht sieht diese« Hefl der „Illustrierten Ze.ttlng", die Im Biertel- jahreSabonnement 9 Alk. kostet, auf der alten Höhe.
'Wer b e h ä l l C a l a i S. d e n „S ch l ü > s e l zu m K a n a l" ? An die Tatsache, dab sich britische Begehrlichkeit und Machthunger schon im Mittelalter nach dein Besitz der kanalbeherrsche»»de»» Hafenstadt allSgestreckt habe,», erinnert die Bibliothek der ll n t erhalt l» n g und deS Wissens (Union, deutsche Berlagsgesell- schaft, Stiittgart) im soebei» erschienene,» dritten Bande ihre eser. Iin Ialrre 1343 ,v»>rde di^ Stadt von einei»'. englischen Heere unter König Eduard III. belagert, der schon mit st'infzeljn Jahren durch eine von seiner eigenen Mutter angezettelten Berswivörnng au» den Thron gekommen war. nach einjähriger Verteidigung die
Lehen-mittel vollständig anSgingen und bei einem "A »»Stall der An- si'lhrer verwundet in Gefangenschaft gerate»» »var, lieg inan sich mit den Engländer» in KavitnlatlonSnnterhandlungei» ein. König Eduard stellte als erste Bedingllng, unter der er der tapferen "Besatzung freien Abzug gestatten »volle, das; die Stadt sechs ihrer vornehinlten Bürger ihn» ..zur verdienten Strafe" auöliesire. Um weiteres unnützes und aussichtsloses Bliitvergteben z»» verh»»»der»»,
CII h | 1 ^ sofort nach Eröffinlng der Bedtligungei» durch de>» eng- tiichcil Unterhändler der neue Kommandant St. Vierre iu»d vier
setiier Verivaiidte»», »vährend der letzte Bürger a»»S einer Anzahl Freiwilliger durch das LoS gezogen iviirde. In» Lager des Sieger- wurden die sechs sofort .als Sühnop'er" zun» Tode ver»»rte»lt. Vergeblich legten sich einige Ritter für die mutigen Männer in- Alittel. Alle Bitten, selbst die seines Sohnes, des „fchlvarzerr Prinzen", schlug der englische Küi»ig ab. Ter zufällig tut Lager weilenden Königin e»»dlich gelang eS, die arrnei» sechs Opfer britischer Herrschsucht und Gefü llosigkeit von» Tode zu retten. Calais blieb dara»»s über zivet undert Jahre tn ei»glischem Besitz. Der Herzog Franz v. Guiie eroberte eS 1558 wieder zurück. Heute sii»d es nicht bloß sechs Bürger vor» Calais, he»rte liefert sich blindlings ga,»z Frankreich in »vahnlvttzigen Revancheträumen den» »vesenSfrerndel» Briter» a»»S. ES »vird e»»r bitteres Errvachen kommen.
— D » e d e »»t s ch e n O sr s e e p r o v i n z e i». Von vr. Areiid B u ch h o l tz, Direktor der Berliner Stadtbibliothek. Ritt einer Starte und Bildern. 32. S. - 20 Pfg. (Berlit» W 35, Verlag des Eva»»- gelischet» Bundes.)
— Schwarz wald-Kalender 1916. Druck und Ver- lag von H. M. Poppen & Sohn tn Freiburg i. Br. Preis 40 Pfennig.
Hrretzcner Hausfrauen-Verein.
Veranlaßt durch das dringende Bedürfnis einer Einschränkung des Fleischverbrauchs soll unser heutiger Küchen- zettel zeigen, wie es sich mit einem etwas größeren Sonn-- tagsbraten — also mit einem einmaligen Fleischeinkanf — sogar die Woche durch auskommen läßt.
Sonntag: Suppe vo»r Suppenwürfeln, Schinorbraten. und Makkaroni.
Montag: Selleriesuppe, nochmals Schmorbraten (sorgfältig auf Wasserdampf erwärmt), Rotkraut mit Kartoffeln in der Schale.
Dienstag: Suppe von den Bratenknochen und dem Rückstand der Tunke gedickt mit Hafermehl, Vluinenkohlgemüse und Kartoffeln.
Mittwoch: Frikandellen von den übriger» Bratenrestcu, Gelbe Rüben mit Kartoffel»»; statt der Suppe gedämpfte Aepfel.
Donnerstag: Sl'artoffclsuppe, Apfelauflauf *).
Freitag: Suppe von GeiPtenflocken, Grünkorir-Koteletten *), Endiviensalat und Kartoffeln.
Samstag: Eine kräftige, echt deutsche Gemüsesuppe, nach Belieben noch Obst.
Kochanweisungen.
A p f e l a u f l a u f: Eine Auslaufform mit etwas Fett bestrichen, Boden und Rand mit in dünnen Scheiben geschnittenen Brötchen belegt. Geschnitzelte Aepfel, »oelche man bereits über Nacht einzuckert, mit gestoßenem Zimmt u»id kleinen Rosinen verwischt in die Form gegeben und sie weiter lageriweise mit Aepfeln und Brötchenscheiben gefüllt. Letztere nebst einigen Butterstückchen bilden den Schluß. Ueber das Ganze kommt Milch mit Zugabe von Zucker und Ei-Ersatz und z»oar so viel Milch, daß dieselbe erst bann sichtbar wird, wenn man die Form ^twas schief hält. Zum Backen iin Bratofen genügt eine Stunde.
Grünforn -Koteletten: Vs Pfurrd gemahlenes Grün- k o r n^wird in einen» halben Liter Salztvasser zu eine»»» steifen Brei gargekocht. Hierzu kommen 2 Eier, eine in ettoas Fett weich gedäinpfte zerschnitte»rc Znäebel und das nötige Gewürz. Diese Masse wird ii» kleine flache Koteletts geformt und in Fett braun gebraten.
Kriegst u che n (ohne Butter und Eier): y 2 Pfund braunen Shrup oder Kunsthonig, 1 Tasse Milch, 1 Loth Zimmt, 2 Messerspitzen Nelke»», 10 Pfennig Zitronat, 1 Pfund Zucker, 10 Pfennig Mandeln ii» Stückchen schneiden, I Pfuird Mehl,' 1 Backpulver. Der Kuchen »mrd in einer länglichen Form bei gelinder Hitze eine Stunde gebacken.
Siehe Kochanweisung.
Vechifsrir-Ausgabe.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Diamant-Rätsels in voriger Numnrerr
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Klavier 8 t i e r B e 1
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Schriftleitung: Aug. Goetz.
RotationSdrllck und Verlag der Brühl'fchen Un»versitälS-Buch- und Steindriickereh R. Lange. Giebel


