Ausgabe 
11.11.1915
 
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rtr&tPH weiß: »Ich bekoin den Einjährigen von Bismarck zum Vordermann. Sein freundliches, kameradicba thches Wesen, ge- paart mit forsche»», schneidigem Auftreten, machte ihn bei allen Jägern bclieli* Außer tlnn qnl> es nur noch einen (Miijäbrineii, einen Studiosus, der mein Nebenmann war. Mute März kamen wir eines Tages von einer Schießübung he m und begegneten zurückkehi enden Störchen Meinen Nebenmann, den erivälmten Einjährigen. wandelte die Lutz an, eine Probe seiner Schi'tzserNg- feit abzuleqen, und gesagt, aetan er schon, und ein Adebar fiel tot zur Erde. Dies bemerkten mehrere m der Nabe be­schäftigte Landbewoh er und erhoben ein großes Lmnento. In­folgedessen kehrte der ctivas voranfgeaanaene Leutnant ^zurück, um fetzzutzelleu. wer den Schutz abgeaelen Hude. Seme Frage nach dem Attentäter blieb eriolgloS, so da,; er sich gezwungen sah, die Büchsen zu revidieren. Als er mit der Untersuchung des eruen Gliedes, in denr Bismarck stand, durch ,var, verlaniclne legrerer schnell seine Büchse mit der des hinter ihm stehenden Attentäters, so daß auch die Unteriiidninq des zweiten Gliedes fruchtlos ans­fiel, trotzdem das erpus delicti, der Storch, vor aller Augen dalag. Der Leutnant erklärte also kaltblütig und kurz: »vier hat keiner geschosse'i." Man kann wohl sagen, datz jemand, der in solchem Falle treue Kameradschall hielt, eS auch vor dein Femde bis auf den Tod aetan halte, denn aar so ge-ahrlos ,var dieser Büchsen- ivech'cl ivohl nicht. Wäre er heiuevft mor£)en, l-ättc bevfctmLMhiqeJOcl'ei Helfer des unzeitgemäßen Schützen wo l eine recht hartes trase erhalten.

» Die Empfindungen eines Verwundeten während der Schlacht. Einen interessanten Beitrag zur Psychologie der Verwundeten während des KanipseS bildet der folgende, in der .Gazette de Lausnun " veröffentlichte Feldvotzbrres eines russischen Ossi-ierS: » . . . Plötzlich haue ich das Ee-uhl. als erhielte ich einen Hamn'crichlag iu den Nucken. Ter Ltoß n'ari mich z»t Boden, eigentliche Schmerzen emo and ich aber nicht. Und ich kraote mich erstaunt, was denn eigentlich geschehen sei. Es war, als trügen ineine Schultern eine sehirere "atz, und ich dachte, dag eine Granatenexplosion in der tlmgebrmq »nich mit iZrde und Sand überschüttet habe. Ich i erfurhte mich zu erheben, aber es ging nicht. Etire leise Uebelkeit befiel inrch, und ich blieb liegen. Tie Uebelkert wurde stärker, meine Schultern schiene» zl, brennen. Ich rührte mich nicht von der Stelle und wartete die Ereignisse ab. DaS Säulen der Granaten und Schrapnells nahm zu. Es gelang mir, eine.» Sack unter meinen 5voi>> zu schieben. Ich empfand Furcht: we,m plötzlich ein neues Geschoß inich t eilen würde? Ich hob den 5ro»s: die Granaten platzten in ziemlicher Entfernung von mir. Einige Soldaten läge,» regungslos auf dein Erdboden aus- gestreckt. Durch Zufall fei mein Blrck aus meine Sande: "e wäre», voll von Blut, ebenso meine Brun und die eine Schulter. -Ich bin verwundet,- dachte ich obue Ueberraschrmi, »ich kann ni > t weiter." Un» »»ach diesem Gedanken wurde es völlig ruhig in mir. So blieb ich zehn Minuten lang ohne Gedanke,!, ohne Emv- fnduiigen Dann, als der Schmerz an Heftigkeit zunahm und im,er brennender wurde, umkrampfte ich den Lack und schleppte mich mitblatti dahin, bis ich aufgeiunden ivürde."

* F a s a n e n w a d e r u n g e >,. Tie kürzlich erfolgte Te nunq der Faianenjagd lenkt unseren Blick aut dies dankbarste Ein- Hei,iiung4ob,elt der Neuzeit. Mau kann wohl behaupte», datz dieser »Kleiuasiate' nicht allein schon über die E mbeunung binauSgedieben ttz. sondern als beimücheS Wild genommen werden kann. Dem­gegenüber mich es betreiben, datz man es not) immer ui bt sich selbst und der Eigenentivickluna überlußt. sondern in folgsamer Verwahrung »lud Bewahrung hält, mit anderen Worten, daß man es geradezu zähmt Tie Freiheitsbeschränkung, die damit verbunden i k ge'ällt de», Vogel aber nicht, er mu» wandern. UeberaU, >vo eS unter zureichender Deckung geschehe,, kann: Ctrauchivuchs. Gräben, Ackerfurchen, betzandeues Feld, ändert er häufig seinen Aufenthalt. Zu dieser seiner Neigung, umberzuwandern. koinmt noch eine andere Veranlassung, die ihn untzät macht: eine gewisse Leckerhastigkeit. Eigentlich i't er einAlles'rener", ober dabei gebt ihm die Abwechselung in der Versorgung über alle« Doch der Egoismus deS Atenschen hält ihn mindestens in der »halbwtl en Zähnnnig-, anstatt ihn »vild werden z»> lasse»,. Tab die Jägerei fenten Eudes da lei am schlechtesten fährt, fangt schon allmählich au zii dämmern, denn bei der andauernden ZSH-nung beginnt der Fasan, der üderhcu.'t schon etwas dumm veranlagt ist. tinmer ^dümmer- zu werden. waS auch nicht wundern kann. Infolge der Bewahrung und Versorgung durch Menschen kennt er den »Kamps tuns D sein- nicht, der auch tm T,erleben die Intelligenz u>ecft; ihn» werden weiter die Eier genommen, und die Aufzucht der Jungen wird ihm versagt,- was bleibt ihm noch vom LebenS- zweck? Ein »Zuhause- iu, eigentlichen Sinne hat er nicht, er geht dahin, wohin ihn Leckerhaitiqkeir und Zufall treiben. Ter Vogel tut daiuit auch da- Klügste, d. h. er sucht sich frei zu machen Von einer Bevor,nundunq, die schließlich die Erhaltung seiner Art nicht am wenigsten auch durch Inzucht bedroht und

gefährdet. --

Büchertisch.

Fleischlose Küche. Speisezettel für alle Jahres reiten und Diätetüche Präparate. Von Elfriede Beetz. Preis 90 Psq. (Poitzo I» Psg.) Verlag E. Abigt, Wiesbaden, bringt für den PitvathanShalt, Sanatorien und Pentzonale «iw. in sachgemäßer

Zusammenstellung ein kleines Handbuch für die diätetische Küche, das überall als Ergänzung der allgemeinen Küchenhandbücher wertvoll itz. Der geringe Preis genauer jedermann die An- schäum,q, und da man m teiirer Zeit vielfach den Fleisct genutz ein- schränkt es geltz auch lo recht aut so werde» abwechslungs­reiche Küchenzetiel ohne Flei! > gerichte recht willkommen sein, ,vo mau im Haushalt? sparen will und mutz!

AuS der Mappe einesKriegsberichterstatterS. Im deutschen (trotzen Hanvtguartier und bet der Wenarmee. Bon Julius Hirsch, Kriegsberichterstatter. Zweites Bändchen. Leipzig 1915. Hesse L Becker Verlag. Kart. 1 Mk Das zweite Bändchen des WerkesAus der Mappe eines Kriegsberichte'natterS- enthält wt dcrum eine Fülle ieffelnder Berichte. Hirsch, der eimtae österreichische Kriegsberichterstatter bei der Wetzarmee, erzählt ungemein anschaiiltch und leb ndig. Wobltiieud berührtes, datz er dem Leser zumeul srelmdliche Bilder zeigt, also auch d,e Poesie des ZtriegeS zu inrem Rechte kommen läßt. Hl.sch er,veitz sich auch als geschickter AuSirager. Was er beim Herzog Albrecht von Württemberg, bet Erzellenz von Bistznq., dem General» goiineriieur von Belgien, und beim Senator Strandes, dem Prä­sidenten der Kaiserlichen Zioiloerwaltung für die Provinz Aut« wcrpeu. er ahren hat, itz von büchtzern Interesse. Dasselbe gilt von den Abiclm'tten über bte Tätigkeit der Kriegsberichterstatter, über das Leben in Lille, über Antiverpen, über B üg,e us>v.

Afrikanische Köpfe von K a r l Peter s. Sam«»» luugMänner und Völker- (V.rlag lllltzeiu & Co.i, 1 Mk. Diese Schrill von Karl Peters rt n itten hinein in die Alacht- iraoen unseres eit -lkers. deren Entscheidung durch den Weltkrieg bedingt i't. Tie Umivan lung des schwarzen Erdteils z»> europäi­schen Schutzgebtelen, ivie üe wahrend des >9. Jahrhunderts sich vollzog, ist der Gegensinnd des auch iu feiner Form ganz perfön- lichen BucheS. Es keunzeichuet mit der Wahr'eil des Lebens einige der Männer, die als Heirscher über große Reiche, als Eroberer oder Fors.ber in der Geschichte des neueren Afrika hervo,getreten sind: Paul Krüger, Eeerl Rhodes, Meneltk, Emin Pascha und Leopold, König der 'Belgier. D te Schicksale des Burensiaats vom Freilieitskampf gegen England bis zur Unterwerfung, von Krüger biS Bolha werden in einer packenden Zusammen' elluna dargetze- t. RhodeuaS Begründung wird geschildert, die barbarische Hobelt Meneliks, der durch die '1 ernicktung der Italiener bei Adua den Europäern ein valt bot, die Münsal Emin Paschas, des deutschen Gelehrten, der die hut sche Aeguatorialprovinz vor dem Mbadi-?- mils rettete, uub zuletzt die Schaffn'.ig der Kongokololiie. In allen Beru't Hungen wein 'Peters den Emllntz der Londoner Polttik nach, ihre Arbeit mit Hilfe von Pretzmtiiaen, ihre Mitzachliing inter­nationaler Verträge. Kühl spricht er über das England von heute, das er durch das Beismel des Deutschenfreundes Rhodes beschämt, und in fetzen Richtlinien g>bt er die Notwendigkeiten an, die das kommende Friedens,verk nns bringe»» wnd.

- Hess es Bolksbücheret. Nr. 1032, 1039, 1040, 1047 bis 1050. Preis jeder Nummer 20 Psg. Leipzig, Hesse & Becker Verlag. In HesseS.Volksbücherei^ sind ,nieder eiilige Bändchen erschienen, die sich vortrefflich als Liebesgaben eignen Nr. 1"33 bringt unter dem TitelTer Humor als Arzt- liebeusivürdiae Humoresken des Wiener Schriftstellers und Nervenarztes Wilhelm S t e k e l. Nr. 1039 gemütvolle Kriegs,lovellen von Lutz Wall ne r (Die Soldatenbraut-), Nr. 1040 vier Erzählungen der iHonia,iKi,irU»kr.ietin Erika Grnve' Lör ch e r, bereit Ge- sanittitrl »llms Eliaii" den Boden bezeichnet, auf dein sie sich ab- spielen. vir.!"47,Unser Hi denburg", ist ein vortreffliches Volks­buch, in den, Hans E. Schlüter alles Winensiverle über den Feldherrir veieinigt hat, 9lr. 10-18 (Aus HindenburgS Jagd- gründen-, eine Samnilung guter otzpreußischer Geschichten von Lo Lott, die dem Generaiieldmarschall v. Hmdenburg gewidmet sind. Eine Erzählung von G. Haufmn n n, »Ein Krtegs-- beschädigter" (Nr. 1049» schildert in echt volkstümlicher Weise die seelische Gesundung eines Schwerverivundeten und darf als em Trotzbüchlein für alle KriegSbeschädigteit bezeichnet und als ivlcheS ,varm empfohlen werden Nr. Io80 eublicb enthält Groteslsn und Humoresken deS bekannten Journalisten C. Äl. Bratter,.,Dcr KriegsfondS der Trommel-).

Diamanträtsel.

In d,e Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a aaabeeee ii kkllllrrrs8ttv derart eiuzutragen, datz die »vagerechten Reihen folgendes bedeuten:

1. Einen Konsonanten.

2. Älöchte n emand gern werden.

3. Terrtschen Fli,ß.

4. Ein Musikinstrument.

5. Ein Tier.

6. Babylonische Gottheit.

7. Einen Konsonanten.

Die senkrechte und wagerechte Mittelreihe ergeben daS Gleiche. Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Gleichklangrätsels in voriger Nummer: Ocker.

Schcistleitung: Ana. Goetz. - NotatiouSdrilck unb S^rlag der Briihl'schen UniversitälS-Duch- und Steindnickeret, R. Lange, Gießen