Sieckes frnmtteu öitkctfer Kameraden in die Heintat einzieht. Auch er frat seinen Mann gestanden, und wenn unser Volk seine braven Krieger mit Lorbeeren begrüben wird, so soll es auch für den Armnerungssoldatcn den rvohwerdienten Zweig nicht vergessen. (Genehmigt vorn stellv. GenevalkonrNrando des V. 9lrrneekorps.)
sie so spät zu ihm gekommen wären.* Auch heute stehen die Bot* schaster und Gesandten Englands aus „schwankem Grunde", aber etwa« bester werden sie doch behandelt. Und da- ist wenigsten- ein Trost für sie.
vermischtes.
*DerHoch>heimcrDomde ch a n t Hochheims kostbarstes Weingelände ist die Domdechanei, ein Weinberg, der seltsamerweise zu den jüngsten der Hochheimer Wingerte gehört. Einst war die Deckmnci eine sumpfige Wiesenfläche von 6 Morgen Umfang und denr Hochheimer Amtsschultheißen als Besoldungsgut zugewiesen. Als 1685 der Mainzer Domdechant Rudolf von Stadion die Gemarkung besuchte, sah er mit Kennerblick die vortreffliche, am Südhange sich ausbreitende Wiese. Schon im folgenden Jahre ließ er unter Aufwendung vor: 1000 Reichstalern das Sumpfgelände zu einem Weinberge umwandeln. Der Weinberg erhielt nach seinen! Entdecker den Nanien „Domdechant"; er lieferte ein Gewächs, das an erster Stelle unter Hvchhcims Erzeugnissen stand und heute noch steht. Des Domdechants Feuer, das auch in diesem Kriegsjahr ganz besonders heiß und „glutig" zu werden sich anschickt, begeisterte den Poeten zu folgendem Hymnus (im Bremer Ratskeller als Wandspruch):
„Willst kvic ein Kind du fröhlich sein,
So saug' Liebfrauenmilch brav ein.
Quält dich des Durstes Höllendrand,
Such Hilf' und Trost beim Domdcchant!"
Erst neuere Forschungen haben den weinkundigen Rudolf von Stadion als Schöpfer dex Hochheimer Domdechanei festgestellt. Aber auch als geistlicher Würdenträger erreichte er eine hohe Stufe. Er starb 1700 als dreifacher Probst vom Dom- und St. Albaus- stift zu Mainz und vom St. Bartholomäusstift zu Frankfurt a. M. Als 1802 das Mainzer Kurbistum aufgehoben wurde, ging der Domdechanei-Weinberg in den Besitz der Fürsten zu Nassau- Usingen über, um dann 1866 preußisches Domänengut zu tverden. Unter seinen verschiedenen Besitzern und Schützlingen hat der Weinberg eine Größe von 10 Morgen erreicht.
* Kriegspioniere Im Altertum. Wie in allen modernen Kriegen, so hat auch schon im Altertum das Uebcr- schreiten von Flüssen beim Bekämpfen eines Landes eine wichtige Rolle gespielt. Daher kam es. daß sich große Feldherren schon früh mtt der Lösung dieses Problems beschäftigten. Die „Cultnra Moderna" ern'.nert daran, daß Alexander der Große der erste war. der mit einem groben Heere kunstgerecht einen Strom, den Indus, überschrltt. Er bediente sich dazu kleiner Kähne, bte in zwei Teile oder mehr zerlegt »verden konnten und von Saunnieren getragen wurden. Auch war er es, der als erster statt der schweren Boote Flöße von Fellen, die mtt Stroh oder trockenen Blättern gefüllt waren, benutzte. Julius Cäsar war der erste römische Feldherr, der den Brücken einen verunnftgeknäßen Ziveck gab. Er verwendete Brückengerüste aus Baumstämmen oder Weidenruten, die »nt Fellen überspannt waren. Das Gewicht und die Widerstandssäbigkelt der Bohlen war dem des GerüsteL-angepaßt. Diese Brücken ermöglichten den Legionen Eäsars den Uebergang über die Donau.
* Die englische Gesandtschaft i m M a st k o r b e. König Georg und der Zar sind heute bekanntlich große Freunde und der heißumworbene Geldgeber England darf beim ossiziellen Rnß- laud stets Respekt erwarten. Einst aber ist der größte der Romanows, der bei aller Brutalität der russischen Halbkultur den deutschen Lehrmeistern dankbar blieb, mit dem „stolzen Albion" ganz anders umgefprnngen. Eine wenig bekannte, vom Herzog v. St. St,non erzählte Episode ans PeterS dcS Großen holländischem Schiffbauerleben sei hier als interessanter Beweis wiedergegeben. Der Zar Beter lebte damals zwar inkognito, beanspruchte aber alle ihin zukommenden Ehren, freilich aus seine oft originelle Manier, imb war höchlichst entrüstet, daß ihn die Engländer, die doch nur einen Katzensprung weit überm Kanal wohnten, liicht alsbald in Holland durch eine Soudergefandtschaft begrüßen ließen. Endlich tr-asen die britischen Königsboten des Oraniers Wilhelm III. etm Peter ließ sie erst peinlich lange aus den Empfang lvarten und de« stimmte dann als Andienzlokal einen etwas ungewöhnlichen Platz: ein großes holländisches Schiff, das er gerade besichtigen wollte. Tre beiden Gesandten mußten sich darein fügen, protestierten aber energisch, als sie den Zaren hoch oben im Mastkorb schaukelnd fanden und den Befehl erhielten, stch gleichfalls in die luftige Höhe hinanfzubemühen. Sie suchten dem Tyrannen klarzumachen, daß sie. obgleich Söhne des schon da,„als flotlengewaltigen Albion, keine „Seebeme hätten und den Strickleitern nicht recht trauten, und was die Rot des Augenblicks ihnen sonst für Ausflüchte eingab. Als aber Peter unerbittlich blieb und schließlich mordsmäßig grob wurde, was ihm nicht schwer fiel, mußt-en die beiden englischen Herren schon nach seiner Pfeife tanzen imö „krabbelten hinaus- in die Mars. „Ans diesem so beschränkten und lustigen Terrain empfing sie der Zar mit ebenso viel Majestät, als wenn er ans dem Throne geseffen hätte. Er hörte die Ansprache an. äußerte sich in verbindlichen Worten über den König und die Nation, „rächte sich dann über die Furcht lustig, die sich aus ihren Gesichtern inalte, und gab ihnen lachend zu erkennen, das sei die Strafe dafür, daß
vuqerttsq.
— Cap Trafalgar. Eines deutschen Hilfskreuzers Glück und Ende. Bon Fedor von Zobeltitz. Mrt zahlreichen Abbildungen imcf) Photographien. Stuttgart, I. Engc-lhorns Nachs. Schon geheftet Preis 2 Mark. Vor ungefähr Jahresfrist ging die Nachricht durch die Blätter, daß der Hilfskreuzer „Eap Trafalgar* m sudalnerikanischen Gewässern im Kampfe mit einem englischen Kriegsschiffe irach heldenhafter Gegenwehr seiner Besatzung der Uebc-r,nacht erlegen sei. „Eap Trafalgar" war erst bei Beginn des Krieges als Hilfskreuzer arniiert ivorden. Er war der letzte '* a fltobampfrr, der für die Hambnrg-Südamerikanische Dampf« Im j r erbaut worden war, und halte Anfang März
1914 seine erste Reise nach den: La Plata angetreten. Diese Fahrt gewann dadurch an Bedeutmig, daß Prinz und Prinzessin Heinrich von Preuße»: mit einem kleinen Gefolge an Bord waren; eS handelte sich freilich auch für das fürstliche Paar nur um eine Vergnügungsreise — immerhin ivurde die Tatsache, daß der Briider rmseres Kaisers die panamerikanischen Staaten besllchen wollte, von der englischen, sraiizösischeri »nid amerikanischen Presse sofort in tendenziöser Weise ansgcbeutet. „Cap Trafalgar" hat nur noch eine zweite Ansfahrt ilnteriiehmen könne,!. Bei der dritten ereilte das schöne, mit raffinierter Technik erbaute Schiff das Verhängnis : ba§ ganze letzte Kapitel ist dem Kainps und Untergang des „Eap Trafalgar" gewidmet und bildet ein ehrendes Zetlgnis für unsere Atarlne. Sehr hübsch sind auch die eingestreuten „Erzählungen am Rauchtisch", meist Geschichten exotischen EharakterS, in denen neben dem Roinandlchter auch der Weltreiscnde zu Wort konnnt. Das Buch ist mit zahlreichen Abbildungen nach Photographien geschmückt.
® °,m »V L l ke r kr i e g" (Verlag Julius Hoffmann in Stuttgart, Preis deS HesteS 3) Pfg.) sind Nimmehr die Heste 45 und 46 erschienen, in denen die Behandlung der Ereigniffe an der Westfront von Mitte Januar b-.S Mitte Mai 1915 fortgesetzt wird, -wie bedeutendsten der dargestellten Kampfhandlungen sind der Verlust und die Wiedererobernng des vielgenailnten Hartman,isweiler Kopse« und die deutsche Offensive bei Ypern von Ende April bis Mitte Mai. Die Oertlichkeiten ,verden dl.rch Pläne und Schilderungen, die Dinge durch Bilder anschaulich gemacht; dann stellen sich die jeweils besonders Sachkundigen mit ihren Vorträgen ein, die nicht nur die Kämpfe selbst, sondern auch wichtige tecbuische und taktische Einzelheiten betreffen; es werden im Anschluß hieran spannende und stiminnngsvolle Episoden erzählt, Besuche in den Schützengräben, den Quartieren und an Orten, ,vo der Krieg besonders enrdrllcksvolle Spuren hinterlassen hat, ge>nacht. Von solcher Art sind die Aussätze von Hermann Klirz über die zweite Erstürmung des Hartmaiinsiveiler Kopfs, von Eugen Kalkschmidt über die Vogesenwacht der deutschen Schneeschuhtruppe; die zahlreichen trefflich ausgewählten Einzelschildernngen ans den erbitterten Kämpfen um Ypern, von denen wir die Erzählimg eines Teilnehmers am Uebergang über den Ypern-Kanal als herzerfrischendes Bild einer deutschen Soldatenstlinmunq in Kampf und Drang besonders hervorheben; ferner die düsteren Bilder ans dem zerstörten Flandern und die interessanten Ausschlüsse über die weit hinter die setndliche Front reichende Tätigkeit unserer Flieger und der immer noch in rätselhaftem Dunkel stehenden Geschütze, die nach Dünklrchen schießen.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Arithmogriphs in voriger NuntMLrl L^oge - Orgel — »eine — Lger — «sonne — Oeologtr — ILHetn — Lgel — «irl; Loh eng rin.
kchrlstleitung: Aug. Woch. - RolalwnSdruck und Verlag der Brühl',chcn UiilverMlS-Vuch- und Etelndruckcrel. R> Lang«,


