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findet. Der preußische Gen-eral Graf Henckel v. Tonnersmarck, der im Jahre 1610 zu Verhandlungen seiner Regierung mit Nw- plileon I. in Paris wellte, berichtet Liber ein interessantes Erlebnis^ das er dort hatte, folgendes:Eines Tages aßm wir der Cambaceres (Napoleons einflußreichstem Minister), bei welchem, ein M. d'Egrefeuille, dem dasJournal des Gvurmands" dcdiziert' ist, einte «Art von Hofmarschall machte. Ich saß zwischen 'ihm nnd loenr l>elmhmten bayrischen Minister Grasen v. Monteglas. Zum Dessert kamen auch kleine Tassen, »voraus sechs bis acht Rüben lagen. Ich fragte d'Egrefeuille, was das tväre, uird er sagte mir:Tel- totver Rüben?" Ich konnte nicht unterlassen, ihn zu fragen, wo Teltow läge, und er antwortete mit einer Miene, welche seina Verivnnderung Liber meiire Beschränktheit ausdrückte, und die.Hand aus Mitleid vvrbaltend, damit meine Unwissenheit nicht ans Tages­licht käme:In Amerika." Es inuß dem zweußischen General, der ansgerechnet aus der Heimat der Teltotver Rüben nach Paris gekommen war, nicht leicht gefallen sein, seine Heiterkeit ob dieser überraschenden Aufklärung zu unterdrücken. Auch bei den englischen Feinschmeckern werden die Teltotver Rüben sehr geschäht. Während des Krieges können diese selbstverständlich nicht von Teltow direkt nach Frankreich und England versandt werden; ihre Pariser nnd Londoner Liebhaber werden also iit diesem Kriegsjahre wohl aus ihren Geirnß verzichten nrüssen.

* London während des letzten Zeppelin' Angriffs. Der Kriegsberichterstatter des New Port An»erican, der sich zur Zeit des jüngsten Zeppelinangriffs in London aufhielt, fetibet feinem Blatte einige interessante Aufzeichnungen: »Die eng­lische Zensnr hat es unmöglich gemacht, die einzelne», Gebäude, die von den denlschen Luftschiffen überflogen wurden, näher zu be­zeichnet!. Daher will ich nur sagen, daß eine große öffentliche An- slalt nur durch einen zufälligen Abstand von einigen Fuß vor dem Feuerregen der Zeppelinbomben bewahrt blieb. Es gäbe mehrere solcher Fälle zu nennen, in denen große Bauten knapp den Bombelllvürfen entgingen. . . Folgende Geschichte erzählt inan sich von den» bekannten Ncgerboxer Jack Johnson, der gegenwärtig in eilten» englischen Revuetheater anftritt. Als der Zeppelinangriff »vahrend der Vorstellung geilteldet >var, ivurde Johnson vor den Vorhang geschickt, um demPublikum* in ..beruhigender" Weise von de,»» Ereignis Mitteiltmg zu tt»aehen, »»ms er denn atich mit den Worten tat: »Es hätte keinen Sinn, Sie alle 31 t belügen. Viellei.l t fliegt jetzt etn Zevvelin über unser Theater. Aber es iväre iticht gllt, »vem» 0ie sich ansregen wollten. Es ist bester, hier z»l bleibe»,, statt hinauszngehen nnd Wirrwarr zu inachen. .

51 i*c() in den anderen Theatern Loi»do»»S »vnrde an jenem Abend den Vorstellungen ganz plötzlich d»trch die Zeppeline ein Ende bereitet."

* Kriegsaberglaube i»» Frankreich und Eng­land. Der Krieg hat n»it all seil»ei» Nebenerscheinungen de»»» Aberglailben zahllose »»ene Anhäirger zugeiührt. Ganz besonders verbreitet und geschätzt sind die vielartigen Kriegsannilette und Kriegstalismane bei den iranzösischei» und englischen .Soldaten. Einige interessante Einzelheiten über den Aberglauben in den Armeen »verden in einem Artikel der »Daily Mail" berichtet: Noch nien»als »var die Herrschaft des Aberglaubens so stark verbreitet, n>tc in diesen» 51riege. Tie vielbesprochene Erscheinung der Engel von Mons, die englische Soldaten vor einigen Monaten in» Westei» erblickt ztt habet» beschworen, ist ein typisches Beispiel kür das durch die Kämpfe »vachgerrisene Trttgspiel der Sinne. 9lnch ini»erhalb der sranzösischei» 9lrn»ee rvar »vähreild dieses Krieges bereits inehr-- sach von übernatürlichen Erscheinungc,» die Rede. Eine alte, oft befolgte Tradition der Franzosen besteht in den» Bra»ich, daß jedes- n»al, bevor ein Regime>»t atts seinem Lager ii» die Fcuerlinie ans- rückt, die RegiinentSinustk ein Stück au» derWeißen Ta,ne" spielen n»»»ß. Die? soll einer A»»rnftn»g Jeanne d'Arcs z»»»» Schlitze der Soldaten Ausdruck verleihen. Die Läden tu London nnd Paris sltrd gegenwärtig mit den verschiedenstcl» An»nlelten nnd Talismanen ungestillt. Diese Gegensläi»de sind an? Holz, Metall oder Stein verfertigt, manche auch atts alle»» drei Materialien. und werden meist als Fingerringe, Armreilen, Kelten und Anhänger verkauft. Es gibt Steine und Hölzer, deren Berührung Glück bringen nd vor Verwundung bewahren soll. Das i,» England popnlärsle Holzcnnulett hat die Gestalt ei,»es mit einer Khaki-Dienstnrütze be­kleideten Soldatenkopfes mit große»,, weitgeöffncten Angen, die nach der Gefahr atisspähe»» nnd vor ihr warnen solle». Bisher wurden IV, Millionen dieser a»ts Eiche,»Holz geschnitzten Köpfe verkauft. Fast jedes Regiment, jedes Bataillon, jede -Kompagnie, überhaupt jede Einheit besitzt einen Talisman, der »»eist ins Feld mitge­nommen, manchmal auch bloß in der Heiinat als Wahrzeichen behütet wird. Co gibt es Hunde, Katzen nnd Esel, die die ein­zelnen Transporte als auSerivählter Talisman begleiten. Ein eng­lisches Regiment besitzt sogar einen lebendigen Glücksbären. Auch in den russischen Armeen ist der Abergla»,be von großer Bedeutung.

So heißt es, daß die Vision eines »veißen Ritters, die einzelnen Soldaten erscheinen soll, Glück in der Schlacht bedeutet.

Altpapier. Zn den Tugenden, die uns der heilige Krieg wieder und iinmer »vieder predigt, gehört auch die Sparsauckeit, jene Eigenschaft, die unser Vaterland stark geinacht haben soll, die aber mehr und mehr dein reichen Erben ans der Erinnerung ge-

schwunden «var. Wir »»einen die Sparsamkeit nicht nur im Um» geben mit Geld nnd Geldeswert, nicht nur in der Verwendung koübarer Rohstoffe, sondern d,e Sparsamkeit, die auch das Kleinste achtet, die nichts ungenutzt fortivirft, und die jedes Ding daran» ansieht, ob es nicht doch noch an» geeigneten Platze einen Wert bekorntuen könnte. Wir haben in» papiernen Zeitalter Papier verschwendet, wir sind auch schon fparsaiuer geworden, seitdem das Papier teurer geworden ist. Wir müssen uns aber noch darüber hinaus daran gewöhnen, nicht nur mit dem noch unbenutzten Papier hauszubalten; »vir inüffen auch suchen, bedrucktes, be­schriebenes, zum Einwickeln bereits verwendetes, kurz, das sogen. Altpapier gn sammeln und der Verwendung »vieder zuz»rführen. Um den Sinn dieser Anregung verständlich ztt machen, »st eine kurze technische Erörterung erforderlich. Tie wichtigsten Rohstoffe der Papiererzeug,mg sind bekanntlich für die feinsten Papiere Lumpen, für die geringwertigeren Sorten Holz und Holzschliff (lnechantsch geschliffene Holznraffe) und Zellstoff (auf mechanischem Wege her- gestelltes Pflanzenfasernmaterial). Druckpapier ist beispiels,veise eine Mischung dieser beiden Arten von Holzinasse. Daneben wird vielen Papiersortei» Altpapier zngesetzt, das entweder in der Fabrik auf der Maschine und beim Beschneiden des Papiers abfällt, oder von» Händler bezogen wird, das dam» »gekollert" und dem Pavier- brei in» »Holländer" zugesetzt ,vird. Nun iverden die erivähnten Rohstoffe, Luinpen und Holzmnsse, vielfach knapp, weil sie selbst oder die zu ihrer Herstellling beniitzten Stoffe entweder für Heereszwecke Verwendung sinder», oder aus dem Auslande kommend überhaupt nicht »»»ehr oder nur » 1 » geringen' Mengen nach Deutschland gebracht iverden können. Infolgedessen greift die Papierinacherei in größerem Uinfange auf Altpapier oder Rohstoffe zurück. Beschriebene u»id »mbeschriebene Papiere tonnen leicht »vieder gebleicht nnd in Schreib- oder Druck- papier zurückverwandelt iverden. Die Bleiche bedruckten PapiereS und das Entfernen der Dr,lckersch»värze aus ihn» bereitet schon größere Schwierigkeiten. Alte Zeitungen finde,» deshalb Haupt- sächlich zur Herstellung gewöh»»licher Packpapiere m»d in der Pappensabrikation Verivendung. Es ist nur ein recht kleiner Bruchteil des benutzten Papieres, der für spätere Zivecke aus- beivahrt bleibt* Die bei »veiten» größere Dtenge wird »»»beachtet fortgeworfen oder verbrannt. Dieses Vorgehen ist tu gegenwärtiger Zeit ein schwerer Fehler,' ist eine Versündigung an der natio­nalen Wirtschaft. Zudem ist das Sammeln und die Verrvertung des Altpapiers sehr lohnend, weil hohe Preise dafür bezahlt werden. Also: Werst kein Altpapier fort, verbrennt »lud vernichtet es nicht, sondern sainnielt es und führt es weiterer Verarbeitung z»»!

viichertisch.

Artur Fürst: E n» i l 9t a t h e n a u. Der Mann und seil» Werk. (Vita, Deiitiches Verlagshaus, Berli»»-Eh.).

H »l d e r t der b e st e n Buche r. Jeder Band in Leinwand gebunden 1 Mark. (Verlag Delitsche Bibliothek in Berlin W. 66 ). Gerade in diesen Tagen, da unsere Feinde »ins nicht oft geling das WortBarbaren" entgegenschlender,» könne»», bringt die Deutsche Bibliothek den letzten Band ihrer Sammlung »hundert der besten Bücher* heraus. Unter den» TitelKrone des Lebens" enthält dieser Band eine sinnvolle Auswahl von Goethes Gedichten uifb Dr. Bruuo Wille ist deren Herausgeber. Her­vorragende delitsche Schriftsteller und Gelehrte habei» diese Samm­lung von hundert der besten Bücher z»istande gebracht und dainit in» ivahrsten Sinne des Wortes eine »Deutsche Bibliothek" geschaffen. _

Anthmogriph.

1 2 6 4 Platz in, Theater.

3 7 6 4 1 ein Musikinstrument.

3 4 8 5 4 ein Dichter.

4 6 4 7 Stadt in Böhmen.

5 2 5 5 4 ein Schmetterling.

64 2 12684 Name eurer Wissenschaft.

7 3 4 6 5 deritscher Strom.

8 6 4 1 ein Tier.

5 8 1 Fluß in Afrika.

123466785 Titel einer Wagner'schen Oper.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Nummer»

F B B r a i ins

Fried rioh Land» ssin Biers tadt i s a cid h n t

tzchrlstleltung: Aug. Goetz - Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lgnge, Gießen