Ausgabe 
11.10.1915
 
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neu Gottes. Mubnkr Shehu von Bvriru, Sohn des Shelm Jdra- hii'l. Sohn des Sl>el)U Umar, Sohn des Shehu Mohaman tano Kmremi. Ich. Shehn von Bonru, ciMesetzt durch d,e Macht des Königs von England, schreibe an den Vertreter des KönrgS von E'nal-and. den GonvernQir Lngard, die ergebensten Grütze. iBtc haben die yc'achricht erhalten, datz Gott dein König von England Sieg geschenkt lyat Mer die deutsche Kraft. wrsere Herzen sind rnit Freude gefüllt, Drei Tage haben wir deir öfscntlrchen Lustbar­keiten aeloidinet. MS imscre Freuden beendigt »oaren, riet rch meine Ratgeber Musammen. Wir sagten, datz die Summe von 8500 Pftind, die wir durch den Miund von Zulkaadah spendeten, nicht tt-emm war, lim den König von England, unseren Herrn, zu kräf­tigen, damit er seine Feinde Misessen möge. Ter Kanzler Lrmarc Mnsami suche Ul mir:Oh, Shehu, wenn du auch Geld' und Vieh gesandt hast, bedenke, dies ist nicht genuq." Ter Lchatzmeist^ Mallanr Muktar sagte m mir:Es ist kern Mangel rn unserer heimatlichen Kasse. Bald werden auch dre Steuern bezahlt wer­den " Aus diesem Grunde haben ich und Imeine Ratgeber deschloisen, 1000 Pfund zu senden. Mr bitten Gott, daß er dem König von England ein laiiges Leben schenke. Grütze! Geschrieben am Mittwock» dem 17. Tag von Shaaban, im Jahre der Hura lööö.

Bei den französischen Verwundeten der E h a m p a g n e s ch l a ch t. Ter Berichterstatter des .Journal schildert irn Folgenden daS Einbringen der Verwundeten aus der Champagneschlacht hinter der Feuerlinie:In langen Rethen Und die Tragbahren aufgestellt. Ti« Männer, die hier liegen, bleich und blutig, kommen soeben aus dem mörderischen Feuer. Es smd die ersten Schwerverwundeten aus dein tödlichen Gewühl der großen Offensive. Unser SanitätSwesen hat sich gebessert, den Grad der wünschenswerten Vollendung hat es allerdings noch immer nicht erreicht. In den meisten Abschnitten unfern AngriffS- front in der Champagne einzelne Ortsbezeichnungen zu nennen ist mir nicht gestattet werden die Verwundeten des Tages ein» gesammelt, so datz sw bis Mitte,macht in den Lazarettstationen ein» geliefert sind. Eine Kette von Pflegeposten verbindet den Verband­platz mit dem Bahnhof. Die Bahnhöfe sind eilig zur Ausnahme der Schwerverletzten eingerichtet. Bet Tag und Nacht muffe», Aerzte und Pfleger bereit sein. In einem Wartesaal liegen vierzig Schwerverwundete, einige scheinen zu schlummern. Ein großer Junge von 20 Jahren diktiert einer neben ihm knienden Schwester röchelnd einen Brief. Einige Verwundete unterhalten sich mit - schwacher Stimme. »Wa« hast Du? 1Ich bin am Bein ge­troste»». - »Ich im Rücken durch eine Granatexplosion. - Leise raunt, ein Murmeln des Schmerzes durch den Raum. »Tut'S weh?" »ES gebt. - Zwei Soldaten derselben Kompagnie hat der Zufall nebeneinander gebettet. »Wo bist Du gestürzt? -Bei den Drahtverhauen. -Der Leutnant ist gefallen. - »Und unser Unter­leutnant auch.- »Ach ja. . ." Und wieder senkt eine dumpfe Stille sich über den Raum herab. Die beiden Kameraden schweigen. Der eine läßt müde die Augenlider zusallen, der andere starrt schmerzhaft ins Weite. .. -

* D e r s ch l au e R u s s e. Tie folgende Episode ist dem demnächst im Verlage Georg Mütter erscheinenden Buche eines polinsche», Legionärs,Mit den polnischen Legionen in den Karpathen", entnom­men: »Eine Patrouille von zwei Legionären schleicht durch den Wald nach Molotkow. Plötzlich sehen sie: vor ihnen tm Walde schim- inert es graubraun . .. Ein Russe sitzt da und verbindet sich mit der größten Seelenruhe das Bein. Der Karabiner lehnt an einen: Bauinstamnr. Unsere Jungend schleichen sich von zwei Seilen an ihn heran und erklären ihm feierlich, er sei gelangen Ter Russe nimmt diese Erklärung mit Gebühren entgegen, das aus Trauer über die Gefangennahme nicht schließen läßt. Sie gehen also zusammen weiter durch den Wald ... Ja, jetzt haben sie sich verirrt! Sie wissen nicht mehr, wo die Ihrigen, wo die feindlicher, Positionen stehen. Eine unangenehme Lage! Stolz und glücklich über ihren Gefangener,, wissen sie jedoch nicht, wohin sie ihn absühren sollen ... Sie schließen also mit ihm einen Vertrag: alle drei geher, mit den, Gewehr in der Hand; wenn sie aufs russische Lager stoßen, darrn soll der Russe sagen, er hätte die Legionäre gefangen genommen; wenn sie auf polnische Vorposten stoßen, dann sei eben er gefangen und sie frei. Der Vertrag wurde feierlich abgeschlossen und der Russe soll die Führung übernehmen. Nach krrrzer Zert erblicken sie in der Ferne die Vorposten der Legionen ... Ten, Russen ist ein Stein vom Herzen gefallen .. . -

' Ein Engländer über die modernen Londoner Frauen. Die neuen Steuern, die sämtliche Luxus» und Haus­halt,»»,gsgege»,stände in Großbritannien außerordentlich im Preise steigern, sowie das unpatriotische, verschivendungSsüchlige Benehmen der meisten Londoner Frauen veranlassen einen Engländer zu folgender, in derDaily Mail" abgedrnckten temperamentvollen Auslassung: »Die außerordentliche Teuerung des Zuckers, die unseren Frauen als Vorwand für die phantastischste», HaushnltnngS- geld-Forderunge», die»»t, könnte durch größere Sparsamkeit in, Ver- bra»»ch von Kakao und Schokolat e veriuindert »verden. Aber nichts Ist meiner Meinung »,ach scha»,dbarer als die lächerliche Weise, in der die modernen Londoner Jraue», der Mittelklassen sich ihrer Schokoladenliebhaberei hingebe»,. Unmrterbrochen trinken oder kauen sie Schokolade, und es ist nachgerade ein verderbliches Laster gervorden. Tausende englischer Frauen scheine», keine», höhere»,

Begriff von Pflicht »ind Berg»»ügen zu haben, als mit schokoladen- gefülltem Munde und starre», Auge», in irgend einem Kino einen blödsinnig-sentimentalen Film zu be,vundern. Dann, wenn daS letzte Filmbild verfluumert und das letzte Scbokoladenbonbon ver­schluckt ist, gehen sie nach Hause und verlangen von de», Männern mehr Haushaltungsgeld. Da» ist nicht der Geist, mit dem Krieg, gewonnen »verden."

D t e sentimentale Periode 'der englischen Krtegspo st karten. Tie englischen Kriegspostkarten haben eine für die Stimmung in der Bevölker»,ng vielleicht bezeichnende Wand­lung durchgemacht. Wie die »Ta»ly News - feststellei», sind die Karten lange nicht inehr so haßerssilll und siegeStr»»'iken »vie in den ersten Kriegsmonalei», Bor einem Jahre waren Karikaturen schärfster Art auf Deutschland besonders begehrt, jetzt aber ist eine etwas be­scheidene Sentimentalität in der Kartenindustrie vorherrschend. Zwar gibt eS noch in,mer verschiede»,eHabkartei, - , doch sind sie durch die schnell beliebt gewordenen neuen Drucke ganz in den Hintergr»n,d gedrängt. Das englische P»»blikun, hat, wie das Lon­doner Blatt meint, sein Interesse am Haß ei»»gebüßt. Dafür »vächst dir Zahl der sentuuentalen und lyrischen Bllder von Tag zu Tag. In jedem Schaufenster erblickt man denAbschied des Soldaten" und dieHeimkehr des Kriegers - . Tie »»,eisten Karten sind auf die sogen. Kino-Rührseligkeit zngeschnitten. So sieht man einen jungen Soldaten, der als Silhouette vor einem Zelt auf Wache steht, und über ihm, z,vischen den z»ehe»»den Wolken des Himmels, erscheint geisterhaft daS Gesicht eines jungen Mädchens. Taru»»tcr steht: »Denkst bu auch manchmal an mich?" . . . Sehr beliebt sind auch pathetische Serien n,tl schluchze»,den Sch»vestern, »veine»,de», Müttern und den Schmerz verbeißenden jungen Leute», in Khaki»»»,isorii,.

vüchertisch.

Zeugnisse zum Deutschen Ausstieg 1750 bis 1914. Ei», Lesebuch für den Deutsche»,. Nach Karl L a m p r echtS gleichnamiger Schritt herausgegeben von Dr. Al'red Hönger. Preis gebunde», 2 Mark. Verlag Friedrich A»,drea3 Perl b es, A.-G. Gotha 1915. Vor seinem Tode hatte der nimmermüde Historiker Karl L a n, p r e ch t in seiner Schrift »Deutscher Ausitieg - zum deutschen Volke und desse», bewegter Gegenwart noch einmal seine weitgehörte Stiinme erhoben, dem Jetzt seine Fundamente und Tragevseiler in der Vergangenheit ausiveisend und helle und freudige Ausblicke in die Zukunft gewährend. J»,dem er so die Quintessenz von mehr als eineinhalb Jahrhunderten auf we»ckge Seiten z»»sam»nengedrängt hatte, schien es ihm nützlich und sörder»,d kür das geschichtliche Verständnis- und die Wünsche der Leser seines »Ausstiegs - begegnete», sich darin mit de»,, seinen die Gedanke»,gänge seines AncbeS durch Quellen, bnrcf) U rkunde n und Dokumente der Zeit selbst belegen zu lasten, sozusagen de», BeiveiS und konkreten historischen Hintergrund gegenüberzustellen. Tie Arbeit wurde noch vor, ihm selbst vorbereitet und ihre Ans- sührrmg von ihn, in die Hände seine« früheren Schülers Al'red Hönger in Dresden gelegt, der, von Lan»precht aufs eingehendste unterrichtet, daS Auch jetzt vorlege», kann. Das B»»ch bietet Schrift­stücke von zum Teil ehrwürdigem Ansehen, allen Zetten deutscher Kulturgestaltung entnonnnen, welche die Wandlungen des geistigen und materiellen Lebens und sein Höher,verden a»»szcigen und damit eitlen Bruchteil des unergründlichen Reichtums deutschen De»»ke»»S und Wollens voriühren. Eine ganz besondere Bedeutung besitzt es jedoch für den Schulunterricht zur Belebung und Ergänzu,»g des Unterrichts in der neuere», Geschichte, die ja nach dein neuen Erlaß des preilßtschen Uterrichlsmi»»isterS endlich eine höhere Ae,vcrt»»ng i», der Schule finbe», »vtrd. Möge das Buch als rechtes Volksbuch erkannt, bewertet und verbreitet »verden l

Kreiurcitfel.

I», die Felder »iebenstehe»»der Figur sind die Buchstaben & a ft a, b b b b, c c, d d d d, o e e, ! f, h h, iiiiiiiii, li n, rirr, ssss, ttt, uu derart einzutragen, daß die senkrechte», und »vagerechten Reihe», gleichlaute»,d folgendes ergeben:

1. Männlichen VoriMmen.

2 . Uebersetzer von Shakespeare- scheu u. Moliöre'schen Stücke»»

3. Eine», Landschaftsmaler. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des BnchstabenvätselS in voriger Nummer: fiiriseldi» «lstei- 4-stend« Naal» Kernse»; Georg EberS.

Kchristleltung: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Cteindruckerei. R. Longe, Gießen