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bar feit der Früchte. Bor End-e September ivber Mns'ang Ok­tober soll man Winterobst, welches zur längeren Ausbeloah- rung bestimmt ist, keinesfalls ernten. Der häufige RiLben- geschlnack bei nvanchen Birnsorten hat hauptsächlich seinen Grund irr der zu frühen Ernte. Gr.

vermischtes.

' Der Kadett. Uns wird geschrieben: .Der Professor der Geogravhte P. Z. in Budapest war zu Beginn deS Feldzuges als Reservekadett zum X. Infanterie-Regiment eingerückt", so lesen wir in einem öflerreichtschen Blatte. Tte österreichische Militär- spräche weist viele Ausdrücke aui, die der deutschen Militärsprache fremd sind oder in dieser eine andere Bedeutung haben. Daß Wort einrücken", das so viel wieetntreten" besagt, kennt man in dieser Bedeutung in Deutschland nicht. Auch daS WortKadett" wird in Oesterreich-Ungarn in ganz anderem Sinne als in Deutschland gebraucht. Während bei uuS nur die Zöglinge der für den Ofsi- ziersberuf vorbereitenden KadettenanstaltenKadetten" genannt werden, bezeichnet das WortKadett" in Oesterreich einen Dienst­grad, der zwischen dem Range des Fähnrichs und des Feldwebels steht. Es gibt in 5er österreichisch-ungarischen Armee nicht wenige Kadetten, die schon weit über die Jnnglingsjahre hinaus sind. DaS Wort Kadett ist französischen Ursprungs' es wurde bei unseren westlichen Nachbarn früher ausschließlich zur Bezeichnung für jüngere Söhne vorwiegend adliger Familien verwandt. Daß altsranzösische Wort capdet, das cmS der mittellateintschen Verkleinerungsform von espnd (Hanv!) hervorgegangen ist. bezeichnele im Gegensatz zum ainö (entstanden aus ante natns, früher geboren) den jüngeren Sohn einer Familie. Die jüngeren Söhne der adligen Familien in Frankreich wandten sich fast ausschließlich der OfsizterLlaufbahn zu. Ludwig XIV. bildete aus den eaäets besondere Kompagnien, in denen sie bis zu ihrer Ernennung zum Offizier Dienste taten. Aus diese Weise wurde das Wort eadet in Frankreich zur allge­meinen Bezeichnung für einen Jüngling, der sich aus die Osfiziers- lausbahn vorbereitet, und gelangte in dieser Bedeutung in die übrigen Armeen. In Deutschland, namentlich in Preußen, wurden bekanntlich besondere Anstalten errichtet, in denen die Kabelten so­wohl wissenschaftlichen Unterricht erhielten, als auch im Waffen- gebrauch ausgebildet wurden. . . In Rußland wird eine Partei der RetchsdumaKadetten" genannt: diese Partei, die heute Partija üarodnoi swobody (Partei der Volksfreiheit) heißt, nannte sich ursprünglich Partei der Konstitutionellen Demokraten; aus den Anfangsbuchstaben der Parteibezeichnung K. D. wurde das Wort Kadett" gebildet, und diese Bezeichnung wurde auch beibehalten, nachdem die Partei ihren Namen mit dem heutigen vertauscht hatte. Diese russische Parteibezetchnung hat also einen ähnlichen Ursprung wie die in Deutschland bekannte Bezeichnung Hakatisten. Rät diesem Namen werden noch heute vielfach die Mitglieder des Ostmarkeuvereins nach den Anfangsbuchstaben der Namen der Be­gründer des Vereins: Hansemann, Kennemann und Tiedemann belegt.

Hannibal und der Bierbankstratege. ES gibt befanntlicf) Leute hinter der Front, die weit klüger sind als Hinden- burg. Ja, einige von ihnen besitzen die Keckheit, ihn mit schrift­lichen Ratschlägen zu plagen, wie er die Russen eigentlich noch viel besser zu Paaren treiben könne. Solche Bierbankstrategen hat eS schon im Altertum gegeben und auch damals sind sie von einem großen Feldherrn zuweilen, wenn sie allzu aufdringlich wurden, scharf abgesertigt wordem Z. B. steigerte sich in Griechenland der Sophistenhochmut derartig, daß man zu behaupten wagte, Alexander der Große habe seine ganze Feldherrnweisheit, von der Einteilung des Heeres in die verschiedenen Waffen bis zu den Grundsätzen seiner Strategie, samt und sonders in der Philosophenschule des Aristoteles gelernt. So war es tu Hellas auch allgemeiner Glaube, daß Hannibal seine Siege hauptsächlich griechischer Belehrung zu verdanken habe. Man erzählte, er sei aus seinen ersten Feldzügeit von zwei spartanischen Strategen begleitet gewesen. Ja, die Griechen waren von ihrer unfehlbaren Weisheit auch gegenüber diesem hervorragenden Manne so durchdrungen, daß der Peripa- tetiker P h o r m i o n dem Hannibal, als er in der Verbannung am Hose des Antiochos lebte, einen pedantischen Vortrag mit Stift und Zirkel zu halten wagte, um dem Sieger von Cannae klar zu machen, wie er eigentlich seine Operationen hätte aussühren müssen. Als Hannibal die Sache endlich zu arg wurde, stand er auf und äußerte: er habe schon-viele verrückte alte Herren gesehen keiner sei jedoch so verrückt gewesen wie Phormion . . . Diese Abfertigung saß. Von Stunde an nannte man im Altertum Leute, die über Tinge redeten, von denen sie nichts verstanden,Phormionen".!

'Der Maler Dalbono und seine Katzen. Vor kurzein ist der durch eine Reihe seiner Werke auch in Deutschland bekannt gewordene italienische Maler Edoardo Dalbono im Alter von 72 Jahren gestorben. Dalbono war Neavotttaner unb Schiller von Dkarchetli und Morelli; mit besonderent Glück schilderte er daS Fischerlebeit in den Gewässern feiner neapolitani- id)eu Heimat. Aber eS waren nicht nur feine künstlerischen Schöpfungen, durch die Dalbono bekannt geivorden ist; fast noch bekannter war er wegen seiner fanatischen Liebhaberei für Katzen.

Er bewohnte das fünfte Stockwerk eines alten Palazzos auf Monte- oltveto und hielt sich dort dreißig bis vierzig Katzen, die er persönlich betreute und aufs rührendste verhätschelte. Fretlicb waren seine Nachbarn damit nicht ganz zufrieden, denn Dalbonos Atelier bildete den regelmäßigen Ausgangspunkt kühner LiebeS- und Beutefahrten, die sie nicht immer bei gutem Humor ließen. Dazu kam, daß seine Lieblinge in der Nacht und namentlich, wenn es recht mondhell war, herzzerbrechende Konzerte anstimmten und den Schlaf der Umwohnenden aufs empfindlichste störten. E- wlrd sogar erzählt, daß der klägliche Hidigetgei-Ehor einmal so steinerweichend wurde, daß ein verspäteter Wandler in dem Glauben, in Dalbonos Atelier werde jemand ermordet, schleunigst zur nächsten Polizeiwache lies. Ein andermal sandte die Fürstin della Gandara, die Dalbono mit der Ausmalung des Palazzo Strignano betraut hatte, einen ihr bekannten Prinzen Radziwill zu ihrem HauSraffael, um diesen persönlich kennen zu lernen und einen Einblick in seinen originellen KatzenhauShalt zu tun. Als der Prinz die Treppe htnansüteg, schallte ihnt von oben ein kläg­liches Gewlnsel entgegen, daS der Maestro fluchend und begütigend zu dämpfen stichle. Entsetzt machte der Prinz kehrt und verlieb daS HauS; wie sich nachher herausstellte, hatte oben gerade Dal­bonos Lieblingskatze geworsen unb der Künstler hatte Hebamnte gespielt . . .

'Eine a m e r i k a n t s ch e F a r m »m i t a l l e m K o m s o r t der Neuzeit". Ein amerikanischer Farmer, EharleS Ferguson, hat sich in seinem im Staate New Port gelegenen Dorfe mit Hille eines kleinen Wasserfalles eilte elektrische Einrichtung geschaffen, die ihm fast alle Bequemlichkeiten der Großstadt bietet. Seine Wasser­kraft besteht att3 einem Fall von drei Metern bei einem Quantum von 400 Litern in der Minute. Ein einfaches, selbst konstruiertes Wasserrad setzt ihm diese Kraft in eine viertel Pferdestärke tun, die er mit Hilfe einer Dynamomaschine und einiger Akkumulatoren seinen häuslichen Zwecken dienstbar nrnchte. Er führte LeitungS- drähte überall im uitd am Hanse entlang, fo 'daß er von den^ zahl­reich angebrachten Schaltstetten mittelst Stcckduseit überall Strom entnehmen kann. Die Einrichtung liefert ihm die Belettchttntg innerhalb und außerhalb des Hauses, eine elektrische Nähmaschine kann jederzeit in Betrieb gesetzt tverden, ebenso das elektrische Bügeleisen tmd sonstige Behelfe in der Waschküche. Daneben be­treibt Ferguson eine Hühnerzucht mittelft elektrischen Brutofens, bei Reparatureit Hilst ihm ein elektrischer Lötkolben, und wenn er sich erkältet hat, tritt der elektrische Bettwärnter in Tätigkeit. Die Krone de8 Ganzen fiub aber die Einrichtungen für den Frühstücks- tisch. Hier wird der Kaffee elektrisch gekocht, daS Brot elektrisch geröstet, und sogar die Eier werden elektrisch gebratett. Daß er sich seine Zigarre mit dem elektrischen Zi'mder in Brand seht, ver­steht sich demnach von selbst. Voit Hause ans in technischen Sachen bewandert, hat Ferguson alle Leitungen usw. selbst angelegt, die Reparaturen besorgt er selbst, und wenn auch die Anschaffungen einiges Geld gekostet haben, so hat er doch den Betrieb so ßut wie umsonst und braucht nicht immer ängstlich an beit Zähler tutb cm die Zahlungen zu denken. _

Vüchertlsch.

Die int 44. Jahrgangs erscheinende I u r i st l s ch e W o ch e it- schrift, heransgegeben vom Deutschen Anwaltverein (Verlag W. Moeser Bnchhandluitg, Berliit 8. 14) hat beit durch den Krieg geschaffenen Verhältnissen in umfassender Weise Rechnung getragen. Sie widmet den netten Gesetzen und Verordnuttgeit wissenschastliche Aufsätze aus ben Federn der angesehensten Fachkeniter tmd ntacht ihre Leser mit der Rechlsprechmtg dttrch sorgfältig au3 dem reich­haltigen Stoff gewählte Beispiele bekamtt. Jede Nutitttter der Juristischen Wochenschrift enthält überdies eingehende Besprechungen der neuen Literatur. Als wertvoll ist es ztt begrüßen, daß Schrift tu nt und N e ch t s p r e ch tt n g zum KriegS- prozeß recht" vott Justizrat Dr. Adolf Heilberg uttd Rechts­anwalt Dr. Hatts Schäffer ln einer Sondernummer zusammen­gestellt wurden. Allntottatliche Berichte sollen diese Uebersichteit ergänzeit. Diese Sottdertttmtnter enthält ferner von Rechtsanwalt Klaus Mentter einen Artikel über Auslättder im Jnlandprozeß tntter befonberer Berücksichtigung der Rechtsprechung der jetzigen KriegSzeit.

«B i s m a v c! § K o l o n i a l p o l i t i k" und .BtSmarckS Sozialpolitik". Ztvei Aufsätze von Kcufl R a t h g e n tut 12. Hest desBisntarck-IshreS". (HerauSgegeben von Lenz unb Marcks. Verlag Broschek & Eo., Hamburg.)

Telearaphenrälsel.

Die Striche sind dttrch Vokale, die Punkte durch Konsonanten

zu ersehen. .--..-..,

. 1 " » . .. .. . *»,

-Schiller

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger NumnMr Flocken, Glockctt, locken, Locken.

Kchckstleltung: Ang. Goetz. - RotattoitSdrttck uttd Verlag der Brühl'schen UniverfltätS-Buch- und Steindruckerei, R. Longe, Gichtig