Jede Minute ioar kostbar. Das Gewehr war chm »meder sehr hitchcrlich. Dabei dachte er: „Wenn ich den Mantel des toten Soldaten genommen hätte, könnte ich ruhig vorbermarlaneren.
Voir oben hörte er nmr deutlich Stimmen. Es waren Mannschaften. die den Wald absuchten, sich gegens-eitcg Zeichen gaben. Neben den Zelten war ein Feuer, um das cm Paar Soldaten sahen. Auch Pferde standen da. Der ganze Zwischenraum lag rnr Lichtschein. Er konnte nicht durch. Von oben waren sre wie vunae hinter ihm her. Er kroch jetzt den Hang hinan Er mußte ub« die Straße und jenseits hundert* M^er rin Graben vonvartS kommeir, dann wieder überqueren, und dann war brellercbt ern! neues Hürdcrnis da. . .
Als er oben war, schien es ringsum ruhig zu sein. Aut allen vieren ging er hinüber. Kaum 1v>ar er in der Mrtte, als das Auto von ober: zurückkam. Wie 'ein Stich fuhr es ihm durchs Herz. Ein Sprung und er lag jenseits im Gestrüpp. Eure Staude hatte ihm die ganze Wange aufgeritzt. Zugleich fühlte er: „Sre haben mich gesehen." —
Schon glitt ihm auch der Lichtschein über das Gesicht . . . aber der Wagen sauste bergab. Eine Minute lang glaubte er, daß ihm der Kopf zerspringe. Er war nicht mehr, fährg, ernsnl Gckanken zu fassen, aber er mußte bergab. Der Rücken tat rhm jetzt so weh, daß er aufrecht im Gesträuch marschrerte.
Da kam ein Ha.ua. Es war alles ganz drrnkel. Er rutschte hinunter. Jetzt erst fühlte er, wie ihm das Blut loarm übeck die Wange rann.
Da war fünfhundert Meter vor ihm der Bahndamm. Er fühlte sich zerschunden, zerschlagen... aber er mußte vorwärts... Fernher tönte eine Krrchturmu.hr. Er glaubte, daß es unge^ fahr drei wäre. Oben glitt das Licht eines Scheimberfers den Hang entlang. Er legte sich in einen Graben . . . jetzt suchte man mit denr Licht die ganzen Wiesen nb. Es dauerte wohl eine Viertelstunde. Dann ilberkroch er den Damm.
Da war zur Linken ein vereiirzelter Hof mit Licht. Dort war »sohl ein Konnnando. Er drückte sich östlich davon vorbei. Wre etwas Himmlisches kam es ihm vor, daß er bis dahin gelangt' war. Dreihundert Meter oberhalb der Brücke mußte er in den Fluß. Auf der Straße gegen V. sprengten Reiter. In der ganzen Gegend wurde es unruhig. Der Lärm pflanzte sich fort, den Berg hinauf. Vöan schien fieberhaft zu suchen. Nun glitt eck ins Wasser. Er hatte das Gewehr am Ufer versenkt und den Rucksack vor die Brust gebunden. In den Gliedern hatte er fast kein Gefühl mehr. Die Beine wurden ganz steif. Der mittlere Pfeiler der Brücke war beim Rückzug von der Marne her schon, einmal angebohrt worden, aber die Sprengung hatte nicht mehr vollzogen werden können. Langsam trieb er darauf zu.
ZU beiden Seiten sah er die schwarze Silhouette eines Postens stehen.
Bis $um Hals war er drin und fühlte den Krampf in den Waden. Dabei hatte er immer noch das Käppi auf. Lautlos kam er unter die Brücke, glitt um den Pfeiler herum. Ringsum war es still. Er konnte kein Geräusch wagen. Mit beiden Händen zog er sich hoch Und fand noch die Bohrlöck^r. Die Ladung war, herausgenommen. Er zog die Lydditbombe heraus, die aussah roic eine Weinflasche, und steckte sie hinein. Dann zog er das Uhrwerk auf, das an der Zündung war. Der Zeiger ivar scholl gestellt. Er glitt jetzt ins Wasser zurück. Sah die Silhouetten der Brückenbogen wieder in der Nacht verschwinden. Er war schon weit weg, und immer zeigte sich noch nichts. Er hatte das Ge-i fühl, als ob seine Beine jetzt gefrören. . . Wie ein leiseck Schmerz ging es durch sein Gehirn: „Wenn alles umsonst ge* wesen wäre. . . wenn die Explosion nicht erfolgte . . Er dachte an die beiden Posten, die links und rechts von der Brücke svanden. Die Leute taten ihm leid ... Er wurde zusehends müder. . .
Da ging vorn eilte weiße Stichflamme hoch. Eine starke Detonation. . . mehr war in der Nacht nicht zu sehen.
Er fühlte, wie sein Gesicht siedend heich War und seine Glieder ganz starr. Er hatte noch eine Stunde im Wasser zu treiben, bis ec zu dieser Stelle kam, die von Jägern besetzt loar, wo er ans Land kriechen konnte. Würde er es aushalteu... Es lvar ja auch fast gleichgültig. Er sah wsieder die Augen seines Obersten, der ihn etwas traurig und kunrmervoll ansah und darauf sagte: „Dann versuchen Sie es . . Er dachte: „Der hat auch die ganze Nacht nicht geschlafen." Es war, als ob das alles schon Jahre her sei . . . Langsam trieb en inr Wasser weiter. . . halb im Trailm hörte er Kanonenschläge. Das lvar ein Zeichen zum Sturm aus die Höhen vor S.
YNchertlsch.
— Großer Bilderatlas des Weltkrieges. Zweite Liefert,ng: Frankreich 1. Bis zum Beginn der Stellungökämpfe. München. F. Bruckmann, A.-G. Folioformat. Preis 2 Mark. Schilderte die erste Lieferung dieses großen Bilderwerkes den Auftakt -um Kriege, fo führt unS die soeben erschienene z,veite Lieferung
mitten hinein in die ersten Kämpfe tn Frankreich. Nach emer kurzen Darstellung der KriegSvoriereitungen und -Stimmungen in Frankreich, wobei merkwürdige Dokumente und Maueranfchläge zum Vorschein kommen, ist der größte Teil der Lieferung den. Vormarsch der deutjchen Heere in Nordwestfrankreich bis zur Marne gewidmet. Mir erbltcken die Stätten, die unsere Truppen in unwiderstehlichem Siegeslauf durcheilten, sehen in ausgezeichneten Porträts die charaktervollen Züge ihrer Führer und erleben noch einmal im Bilde den gewaltigen Feldzug vom August und Sep- tember vorigen Jahres, der die Spitzenreiter unserer Heere bis an die äußersten NordiortS von Paris führte. Die zweite Lieferung mit ihren 180 glänzend wtedergegebenen Bildern, Karten, Doku- menten und Porträts weist inhaltlich gegenüber der ersten eine merkliche Steigerung auf.
— »Der V ö l k e r k r ie g*. Ueberraschend ist es, mit welcher Kraft und Festigkeit die Türkei die roeitläufigen Anschläge ihrer mächtigen Gegner zunichte macht. Tie innere Sammlung und äußere Regsanckeit, womit ste dies bewerkstelligt, schildert uns der »Völkerkrieg" (Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart) in Heft 39 in übersichtlichen Zusammenstellungen und anziehenden Aufsätzen, von denen besonders das seierlich ernste Bild von der Eröffnung des türkischen Parlaments und die mit frischer Unmittelbarkeit wirkenden Erzählungen von der ebenso kühnen als planvollen Tätigkeit der türkischen Flotte (wobei wir von „Gäben- und »Breslan" Erfreuliches hören dürfen) bis Ende Februar hervorzuheben sind. — Der neue folgende Abschnitt »Rußland während deS ersten KriegShalbjahrs" . will unS den richtigen Maßstab zur Beurteilung der inneren Kraft dieses Gegners in die Hand geben. Ein sehr sorgfältig bearbeiteter, ausführlicher Aussatz unterrichtet über bte für die Weiterführung des Krieges so wichtige Frage der wirtschaitlichen und finanziellen Verhältnisse Rußlands. Als Ergänzung hierzu bringt Heit 39 sachklmdtge AuSführuugen über »die Lage von Industrie, Handel und Landwirtschaft". - Sodann eröffnet Heft 39 die Darstellung »Der Seekrieg bis zur Erklärung der Unterseebootsolocknde gegen England" mit einer glatten, aber gleichwohl einwandsrcien Rechnung über »Englands Aussichten auf die Vernichtung der deutschen Flotte". Die Vorstöße deutscher See- und Lustslreitkräfte an die englische Oslküste und daS Seegefecht an der Toggerbank werden nach Quellen von beiden Selten eingehend geschildert: der Handelskrieg in der Nordsee mit Einschluß der deutschen Blockadeerklärnng liest sich heute, ,vo wir auf eine» geraumen Zeitabschnitt des Krieges der deutschen Unterseeboote zurückblicken. mit ganz andere,n Verständnis als früher. - Tie Vorkommnisse in der Ostsee und die Leistungen der österreichischen Flotte i»n Mittelmeer schließen die ivohlgeordnete Darstellung dieser weitläufigen Vorgänge. — Von den Bildern, die wieder in reicher Folge alle besprochenen Ereignisse begleiten, rede»», namentlich verschiedene, russischen Dingen gewidmete, ihre eigene deutliche Sprache.
— Aegypten, von Georg Steindorfs, Sammlung »Männer und Völker" (Verlag Ullstein & (£o.). Der neueste Band der Ullstein'jchen SamnUiing „Männer und Völker", den Proiefsor Steindorfs in Leipzig verfaßt hat. gilt emer der Weltfragen dieses Krieges: der Entjcheidrrirg über die Zukunft Aegyptens. In lebensvollen Skizzeir schildert der hervorragende deutsche Forscher das Nilland, den Haien von Alexandria, Kairo mit seinem Merrschen- qeivühl, seinen arabischen Bazaren und Moscheen, das Pyramidenfeld von Gise mit den ungeheuren Pharaonerigräbern, die Strom- schnellen des oberen Nil und Luxor, das Ziel der Reisenden, wo neben viodernen Prunkhotels die alten Göttertempel sich erhebell. Die ivechsclirden Schicksale AegyptenL stellt ein groß angelegte?, mit der kühnen Expedition Napoleon« beginnendes Kapitel dar. Mit denr Erwachen des ägyptischen NationalismriS und denr Vormarsch der Türken gegen den Suezkanal schließt Steirldorsfs Buch, das reichste politische mrd historische Erkenntnis vermittelt.
Magisches vreieck.
In die Felder nebenstehender Figur sin^ die Buch staben a, c c, g, h h, k k, 11, n u, a a a derart einzutragen, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten, Reihen gleichlautend folgendes bedeuten;
1. Einen Komponisten.
2. Nebenfluß des Rheines.
3. Raubvogel.
4. Abkürzung römischer Vornamen.
5. Einen Buchstaberl Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Schach-Aufgabe in vorige Numureri Weiß. Schwarz.
1. T e 4 — e 3. b 6 — b 6.
2. P c 4 — f 4 f K d 6 — c 5.
3. D f 4 — c 7 f und Matt.
ßchriftleitung: Ang. Goeß. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindrnckerel. N. Lange» Gießen


