Ausgabe 
9.9.1915
 
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QdüDi Jen cn Sachen, den offen steh enden Kleid er schrank, die zerwühlten Schubladen. Er biß die Zähne zusammen. Ein unnennbares Granen kam ihn an

Das war eine Flucht, Hals Wer Kopf. - Armes, a rin es Kmd!

Nach einer halben Stunde schrieb' er ein paar Zeilen öii Adalbert v. Saar auf Bronin. In die Ecke setzte er die dreimal """bedingte Diskretion!" und unterstrich es zwei

24. Kapitel.

Mit größter Bestürzung erkannte Erich Wölflin ans dem kleinen Kuvert neben dem Poststempel oie Schriftzüae ferner Schwester. Wie kam Lotte nach Wiesbaden? Er riß den Umschlag auf. Nur wenige Zeilen, in Hast hingeworfen, der schiedene Wörter durchgestrichen und wieder hingesetzt.

Lieber Erich! Verzeihung von Euch allen, daß ich Psmgsten nicht m Bronin bin. Es kam so plötzlich. Mit ^ v . e i ^'b^wnen mache ich me Studienreise nach Frank- reich ich brauche es notwendig. Bleib gesund und grüße alle Bronmer. Deine Lotte."

1 Erick faßte sich an den Kvpf. Was sollte das heißen? Zm Handumdrehen eine Studienreise? Eine so große Plan- anderung von henke auf morgen? Und diese Jnhalttosigkeit und Kärglichkeit, diese fremde Kälte in den paar Worteti? Solange er sich erinnern konnte, hatte Lotte noch nie eineil solchen Ton gefunden.

unruLlg. Sein erster Schritt war zu Roth^ ^ mußte seine Schwester dort entschuldigen. Auf ^b^.^^nda fand er Frau Nataly und Susanne. Sie waren Nicht weniger befremdet. Die Baronin fixierte den. Bau Meister und jagte langsam:

**j*f"?^ ^fuhl, Herr Wölslin, als wenn Lotte

Nlcht kommen will. Wer hat ihr etwas getan?"

Mutti, wer soll Lotte etwas tun? Das sind doch Phantasien. Es ist doch sehr einfach. Lotte geht in ihrem Studien gehören dazu. Sie ist alt genug und braucht nicht zu jeder Reise erst um Erlaubnis zu fragen, wie unsereins. Nicht wahr, Herr Wölslin?" ° schüttelte verneinend den Kvpf. fomt mich dem gnädigen Fraulein leider nicht ganz anschlteßen. Mer auch Ihre Ansicht, Frau Baronin kann ich nicht teilen. Wirklich, wer sollte wohl Lotte etwas getan haben?i Aber ich finde auch keinen andern sammenhang. Ich stehe vor einen: Rätsel" aTTÖern **

Er telegraphierte sofort nach Wiesbaden mit Rück.

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lch im stillen auf Lottes chmer-zlich enttäuscht, lvie

Wrt auf Bronin war. Er hatte

Kommen gefreut und war nun so umw;t*uw enuminivr wip

find In seiner Aufregung fa ste er i so festen der

Hand, daß ,,e leije aufschri^ 1 '

Hier'ßlüoak utchtln OrLkL *>* ^

Susanne sah ihn starr an.

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n» K ,we " ,nl «"» '» W, hix ^ben sie dir getan? ^ Und niemand, der

^ .Lu ohnmächtigem Zorn ballte er die Häiide und irrte Emen Augenblick kam ihm der Gedanke an 6§ iüar llur flüchtiger Schatten Dietrich

S'ÄKSS *"»«'*« »< <*«»«»»

Mit gesenktem Kopf kam Erich Wölflin zu seinem Gartenhaus zuruck, als von ungefähr Herr v. Saar auf th7l stieß. Es war Erich lieb, daß er mit dem c JVirpftnt* zusammen traf, der ihn seit einigen Wochen mit auüer- vroentlicher Artigkeit behandelte und ihm gefällig war wo er nur konnte. Gerd Labenburg war nach Berlin ae-

mit Tschammer in die nächste Nack barschast. Es war der ztoeite Psingsttag. m ®

Morjen! Probieren Sie mal die neue Miste. Frische Importe von meinem Hamburger Vetter"

^ »Ae rauchten die großen Havannas gn und setzten sick tn die Korbsessel vor dein Pavillon. ^ m

.. . vierzehn Tagen macht Schmettau Hockzeit ^d^S-edas, daß kein Rothärch Wei sL>. wiA DE .ind der Alte und BcrnwardZ Kater Regimen,tsramcrcide,^

r>Ach denke, Fräulein Susanne sährt hin^

... ^Allerdings sie bestand darauf. Aber der Muck hak sich wohl auch da gedreht. Sie hat ebenfalls abgesagt. Nw- ^.ruch mit großen Erklärungen^ die in meinen Augeir bloße Ausreden smd."

v Saar^" ^ allerdings recht sorrderbar, Herr

Ti ^uichtim geringsten. Mir ist das och^ selbstverständlich. Schmettau heiratet also bürger- aUiance "" dieser Leute natürlich eine fatale Mes-

Wer? - Was?"

Erich Wölslin sah ihn erstaunt au.

Das ist doch nichts Neues, mein lieber Bauiucister. Da kann ich ^hnen noch ganz andere Geschichten erzählen. 5 j. c ^ede Nicht gern über anderer Leute Sachen und Gesinnungen Sehen Sie- unsereins - alter Name im r\£ U !m Tn, r über im Gewerbeschein schlecht und recht bürger- uch. Man lebt von der Arbeit seiner Hände. Da ist es nichts bsonderes und auch kein Verdienst, daß man modern denkt drüben U ^/ r beia " e * ' unhaltbare Begriffe hinwegsetzt. Aber

Er deutete nach dem Schlosse.

. rJ} od) .wurzelechtes Mittelalter, auf Ehre! Ich

Aube, der Me wird verrückt, wenn Dietrich oder Walde- Schmettaus Spuren treten wollten. Na Geht uns ja schließlich auch nichts an. ?ruß mit sich selber so gut fertig werden, wie er von ^utter Natur und Bruder Dunkel kann., Der Tobak ist Nicht schlecht, was?" ^

spielmi' Iie ® ^ bU ^eißblaüen Wölkchen um Mje Na.se

dickte nur höflich, aber er sagte kern Wort.

^ Direktor warf einen hermlirl>en Seitenblick auf den )lmgen Mann. In seinen Augen blitzte ein Trimnph. Dan:: frng er ein neues Thema an. Darum war er nie ver- legen. Je mehr er ern bestimmtes Ziel verfolgte undl sicki <^g,Tter festbiß, desto tveiter schweifte er in gleicht Mtilgen Dingen ab, um beit Partner arglos zu macken wer chn aufmerksam betrachitete, der enipfand sofort' Rothkirrch, sch>on längst heraus hatte, daß Saar srch jedes Wort zurechctlegte. ^ ^

. sich Ihre Fräulein Schwester? Wir dachs-

s^ Mngsten ;n Bronin zu sehen. Ja, Kuchen!"

Er sagte das leichthin, beobachtete aber Erich scharf SarnÄ® m# ' mie bn ' d-nlmeister bei dieser Kqj

,Jch> danke für die freirndliche Nachfrage. Offen aesaat ^ weiß momentan nicht einmal, wo sich, meine Schwester aufhalt. Wabrfcheinlich schon in Frankreich."

mir?" UeUb UOd)l m<Ü E machen wohl Spaß mit

.Warum?i Es ist so, 5)err v. Saar. Ich war nickt Leise Plötzliche Entschluß W einer W

(Fortsetzung folgt.)

Pioniere.

Novelle von Alexander Castelh

last feilt Geräusch in der Nacht Der Mnnd ftrmK eine schmale Sichel Neben einem Hausen geballter SsJIFet nm ^mrtntef. Tie Kanonade hatte wie alle Abmde von zelm bis elr gedauert aber es war fein Nachtangriff gefolgt. ° tu Landers kroch, jetzt langsam im Bachbett aufwärts

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. 1? ^atte vor zwei Tagen noch geschneit, aber der Sämee mnr

E .Regen der vorigen Nacht wieder a^cfcolin n 5 t Bach Ging zwilchen dem Gesträuch ziemlich doch äo V ' f langsam iin Wasser vorwärts. Er hatte das GeÄ schnsb?!-Ä Z «ne Drahtschere seitlich Bi.- ÄtS

b m!» b J b T ie ? Rucksack auf den Rücken ge chnaltt

Rmgs war es dunke-l, nur seitlich <n>s

gebrochen Er hatte die äußerste Linie der feindlichen Posten schwn Siveiten XHü und minuten^n^Wst^rV!°Las°Ich!neche