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Jöa? binnen und!brc Kühe Wer die Felder laufen, und Jsamie, die letzt «oben in den Wehen lag, jammerte, daß man ihre Stimtnve auf der Stiege hörte. _
Er ging föffber hinein. Oben, kam ?lnne-Marie auZ Joannes Kanmrer lrmd lief in die Küche um> trug heißes Wasser hinauf. Tonr Alten zitterten die Knie. Er ivvr kein mudtoser Mann, aber jedesmal, wenn seine Frau gebaren hatte, tvar ihm dasselbe Eirtfetzen in die Glieder gefahren. Er stieg jetzt die Treppe lnmmter und wandte sich gegen ben Statt. Während er matten auf dem Platz stand und kaum atmen kannte, kam ein Sausen uou Süden, ats ob der Sturm den Wald wegsegen wollte. Mio ein Blitzstrahl fndr es hundert Meter vor der Hofmauer Ln die Wiese. Wie jwenn ein tvcißer, grellbleirdendor Stern vont Firmlament gefallen wäre, gleißte es auf, und dann zerstob dieser Stern in Millionen Atome.
Bahn war aus den Boden geworfen worden ltnb rang nach Duft 3n btefcni Augenblick fuhr das Automobil des Stabsarztes in den Hof. Bahu kroch auf die Seite, um nickst unter die Räder zu kommen. Ter andere stürzte ins Halls. Bahu blieb vorerst liegen. Es lvar ihm, als hätte er alle Glieder gebrochen, und als nahte seine letzte Sttmde. Allmählich kroch er an die Mauer und saß dort halbaufrecht. Bor sich hatte er die Blendlaterne des Automobils, und er mußte die Augen schließen. Lange lag er so und wartete apathisch auf das, was kommen trurbe. Das Schießeii hatte allmählich aufgehört.
Vonl Walde her kam jetzt ein Zug von Menschen, die sich dem Hofe nahten. Es waren Leickst- und Schloervcrwmwetc. Manche trug man auf einer Bahre. Sie nahten sich und traten in d?n Hof. Der Unteroffizier, der sie führte, verlangte Milch.
Man rief Anne-Marie herunter. Sie ging mit ihren klappernden Holzpantoffeln über den Hof und in den Stall. Dort standen die Kühe herum und brüllten in langgezogenen und klagenden Lauten Anne-Marie setzte sich unter das nacktste Trcr, und wahrend sie den stopf an das warme Fell der Kuh drückte, weinte sie mit zuckenden Schultern, -indes die warme Mlch in den Kessel spritzte.
Bahu lvar nun aitdb heruntergekommen und hals die Milch hinanstragen.
Als draußen die Soldaten tranken, ging oben das Fenster auf. und der Stabsarzt riei. als ob es ihm Freude machtez „Es ist ein Junge ..."
Da faltete der alte Bahu die Hände. Die verwundetet^ Soldaten aber, die blutend und in zerfetzten Uniformen lund mit von Schmutz schwarzen Gesichtern dastanden — sie iKitten seit Monaten nur Blut und Tod gesehen, und alles, was Leben lvar. lvar in ihren Gedanken schier allsgelöscht gewesen —, sie, die aus denk Qualnc und den Schmerzen einer zehnfachen Hölle kamen, hörten dieses Wort wie die Botschaft aus einer andern Welt, und erst allmählich begriffeu sie das Wunder: es war ein Kind geboren worden. _
vermischter.
• Unter aller Kanone. In einer Zeit, in der die Kanonen das Wort führen, dürfte der Ursprung der Redensart „unter aller Kanone* gewiß interessieren. Mit der Kanone steht sieht sie aber in gar keinem Zusammenhang, vielmehr scheint sie auS der friedlichen Welt der Schule herzustammen. Wenigstens stellt Professor Dr. E. Schivabe in einem interessanten Aufsatz der ^Zeitschrift für den deutschen Unterricht* diese Hovothese auf und erzählt dazu folgende Anekdote: Tie Schüler einer städtischen Lateinschule in Sachsen waren im 18. Jahrhundert im Latein besonders verwahrlost, und das erregte den berechtigten Ingrimm der studierten Väter der Stadt. Auf ihre Veranlassung hin ließ der Oberpfarrer in sämtlichen Klassen ein Exploratorium nach Art des an Fürstenschulen üblichen „Rektor-Extemporale* schreiben, die Arbeiten einsordern, und machte sich dann an die Korrektur. Das Ergebnis war sehr unbefriedigend, denn in dein Berichte an den Stadtrat teilte er mit, daß er sich einen Canon von fünf Zensuren gemacht optime, bene, sic satis, male, pessime), daß aber leider viele der Arbeiten so schlecht seien, daß sie nur als _snd omni canone“, als unter allem Canon stehend, bezeichnet werden dürften. Canon war also die Zensurenstaffel, und aus der lateiiiischen Redensart wurde dann die scherzhafte deutsche Verdrehung.
* ' Gewebte Feiisterscheiben. Unsere Fensterscheiben sind lust- iind staubdicht, haben aber den Nachteil, daß sie, ivenn sie zur Lüftung geöffnet werden, iiicht nur der Außenlust, sondern auch dem darin enthaltenen Staube Zutritt geivähren. Aus diesem Griinde scheint für die Wohnungshygiene der tu den Vereinigten Staaten neuerdings sich einsühreiide Ersah einzelner Fensterscheiben durch Einsätze auS Hellem Baum,vollgewebe der Prüfung wert. Nach einein Berichte des „Prometheus" ist die Lichtdurchlässigkeit solcher gewebter Fensterscheiben bei entsprechender Auswahl de» Stoffes um so leichter zu erreichen, als er ja nur eine oder zwei Glasscheiben in jedem Fenster z»l ersetzen hat. Tie Lüftung aber der mit solchen Fenstern versehenen Räume ist ständig und gleich- inäßig und der Staubgehalt >nuß, da das Gewebe als Staubfilter wirkt, naturgemäß viel geringer sein, als in den Räumen mit offenen Fenstern. Dazu kommt »,och der Vorteil, daß fich bei beit
gewebten Fensterscheiben die Lüftung dauernd und ganz selbständig vollzieht, ohne daß, wie bei geöffneten Fenstern kaum vermeidlich ist, eine Zugivirkung entsteht. Dabei sollen die geivebten Fensterscheiben so wärmedicht kein, daß die Heizung der Räume im Wiliter keine Schwierigkeiten bereitet. Auch das Neinhalten des Gewebe» ist leicht zu erreichen, wem, man eS auf auswechselbare Rahmen spannt und gegen die Wirkungen eines Platzregens wird man sich durch entsprechende Imprägnierung schützen können.
Süchertlsch- -
— „Run st.* Das uns vorliegende September-Helt der »Run st", Monatshefte für freie und angewandte Kunst (Verlag Bruckmann, München) bildet den Beschluß des 16. Jahrgange» dieser außerordentlich schönen Zeitschrift. Dian sieht dem ab- geschloffenen Jahrgang in der Tat nicht an, daß der Krieg unsere reproduzierenden Künste in Mitleidenschaft gezogen hätte: die Zeitschrift hat ihren alten RuhincStitel, über ein in Fülle wie Schönheit unübertreffliches Bilderlnaterial zu verfügen, auch in diesem Kriegs^ jahrgange bewährt. Aber ln anderer Hinsicht sieht man ihr den Krieg an: mit glücklichster Hand hat die Leitung, soweit dies aus dem Gebiete der bildenden Kunst möglich ist, den gewaltigen Er- eigniffen Rechnung getragen: nickt beeinträcktigt hat der Krieg diese Monatshefte, er hat sie gefördert und befruchtend aus sie gewirkt. Zeugnisse des Hockstandes unserer Kultur ivie diese Zeitschrift verdienen auch in Zeiten >vie jetzt die volle Unterstützung des Volkes; jedem gebildeten Hanse sei also „Die Kunst* in ihrem neuen Jahrgang empfohlen, eine Fülle von Schönheit und künstlerischer Anregung wird es a,ls jedem Hefte schöpfen.
— D i e „L i l l e r K r i e g s z e i t u n g", die von Paul Oskar Höcker und Georg Freiherr v. Ompteda herauögegeben und ln Frankreich gedruckt wird, ist die bekannteste und beliebteste der Veröffentlichungen, die für Misere Truppen im Felde ins Leben gerufen sind: auch in der Heimat ist die Nachfrage eine sehr rege. Tie biSher»ersckielienen Nummern sind aber vollständig vergriffen und können nicht mehr nachgedriickt werden. Die foebeit im Verlage von W. Bobach & Co., Leipzig, erscheinende Buchausgabe der „Liller KriegSzeitnng* ist eine „Auslese a,ls Nummer 1—40 mit 50 Bildern* (Preis gebunden 4 Mk.i, die die Herausgeber der „Liller Kriegszeitung* veranstaltet haben. Diese Auslese wird allen denjenigen einen mtllkominenen Ersatz bieten, deren Wunsch, eine vollständige Ausgabe der bisher erschienenen Nummern zu erhalten, unerfüllt bleiben muß. Tie Auslese bietet ein möglichst genaues Abbild der Zeitung. Namhafte Schriftsteller, Künstler und Gelehrte, die im Felde stehen, einfache Soldaten und Offiziere aller Rangstufen haben sich zu reger Mitarbeit vereint. Schilderungen von Heldentaten, Kricgserlebniffe, humoristische und belehrende Beiträge, ernste und heitere Gedichte usw. reihe», sich in bunter Folge aneinander. So bietet die „Liller KriegSzeitnng" mit ihren herzerfrischenden Schilderungen der Celbsterlebnisse in großer Zeit ein anschauliches Bild des Lebens in und hinter der Front, und spiegelt d»e Stimmung wider, die unsere Heldeutruppen beseelt, die sie alle Strapazen srerrdig ertragen läßt und sie unaufhaltsam zum Siege führt.
Schach-Ausgabe.
Schwarz.
Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Arithmogriphs in voriger NunmEkk Schleie, Oelle, »keine, Eiter, Iris, Tisch, Vinte, .Ente, Natter, Plrntt, After, Racine, Trier, Iller, Ellipse; Schlitte npartie.
tzchrislleitung: Aug. Goeh. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und S1eindrncke«i. R. Lange, Gieße»


