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Mütter, Hin ein Gtas ^iu trinken. Aber sie zahlten alles. Nur Wenn sie manchmal sechs Flaschen getrunken hatten, stellten sie ganz verstohlen eine unter den Tisch. Eure Tante Berthe, die ein fixes Mädel war, sah es aber gleich und holte die Flasche wieder vor. Tann lachten sie alle, aber gezahlt haben sie doch." Tie Nungen hatten rhm mit großen Augen zngehört, und zum 'Schluß, Mußte er immer noch von Onkel Albert erzählen, der sich bei. den Franktireurs hatte anwerben lassen. Da »vurde ein Offizier im Walde erschossen gefunden, und Onkel Lllbert wurde nngeklagt. Ter Bürgern!erster stand für ihn ein, und man schickte sogar nach Meziöres zum Platzkommandanten. Es half nichts. An einem' Morgen wurde er an der Stelle, die hieß:Languc de chat"/ erschossen. Und vorher hatte er noch selbst das Grab graben Müssen.

Diese Geschichten hatten sich Bahus Jungen von Jugend aus erngeprägt und ihm selbst standen sie hell im Gedächtnis. So i 1 r!?, c ", Deutschen jetzt 44 Jahre später wieder

ins Dorf gekommen waren, aus Bahus Hof kein Schuß fiel, Mtt grimmigem Glesicht war er ihnen entgegengetreten, aber er hatte ihnen ohne Arg angeboten, was in Küche und Keller war, wnd sich im ganzen nicht schlechter mit ihnen vertragen als seine! Mütter dazumal.

Nur etwas Merkwürdiges war in seinern G>ehirn eingetreten. Seinem politischer Denken nach war er leidenschaftlicher Repw- vttkaner, imd wenn ihin jetzt der Major aus der Zeitung die deutschen Erfolge übersetzte, machte er eine Faust und sagte: ,,0H ee cochon, il a foutu la France Par terre . . .!" Er meinte den Kaiser Napoleon. Die Eindrücke seiner Jugend waren stärker gewesen als die heutigen. Für ihn hatte damals das Unglüct begonnen . . .

Was seine Söhne anbettaf, hatte er für Ferdinand und Robert wenig Sorge, trotzdem er nie mehr etwas von ihnen gehört hatte. Das sind verfluchte Kerle," pflegte er zu seiner Schwiegertochter sagen,die werden wiederkommen, aber für den Kleinen habe rch Angst, der hat keine soliden Knochen . . . aber nun ist ja alles gut . . ." schloß er jeweils seinen Worttag ab.Hungern wird er ja wohl müssen, aber mit Wasser und Brot hält man's lmrge ans, und nachher wollen wir rhn schon wieder heraus-' füttern." Tenn, daß es in Deutschland nichts zu essen gab, oSn 1 ? 1 *?? T Überzeugt. Und es gab sich auch kaum jemand Mühe, ihn vom Gegeirteil zu überzeugen.

Wenn er mit dem Major sprach, sagte er immer Exzellenz -w!d brackste ein einziges, für ihn lapidares Moment vor:Aber England läßt ja nichts durch," und dazu lächelte er ganz pfiffig. Tann hatte er vor fünfzehn Jahren einmal einen Knecht gehabt, der ihm erzählt hatte, daß er in seiner ganzen Jugend nur Kar- tofseln und Heringe.Er wohnte da oben irgendwo am Meer," Earte Bahu Seiner Exzellenz und fügte hinzu :Was glauben Eure Exzellenz, daß diese Leute im Krieg essen, wenn sie im Aaeden schon nichts zu nagen haben . . Dabei sah er lächelnd über }eme fetten Wiesen hin. Für ihn war Deutschland ein armes und Frankreich ein gesegnetes Land. Daran ließ er nicht rütteln. Sonst war er ein guter Kerl.

Er sah jetzt etwas besorgt über die Hoflnauer weg, nach den Wiesen int Norden des Dorfes: Gegen Abend begann gewöhn­lich das Bombardement, und französische Schrapnells hatten ihm schon vier Kühe getütet. Das hatte ihm den Humor nicht ver- dorben ^ ^Unsere Leute schießen gut,' das sind unsere 75-Milli- meter-Ge|chütze, die machen saubere Arbeit," hatte er mit einem vergnügten Augenzwinkern gesagt und die vier Tiere der deutschen Etappenkommandantur verkauft. Er hatte dabei nickt schlecht gelöst.

In der vorigen Woche hätten die Geschosse beinahe in den eingeschllagen. Wohl sechzig Schrapnells waren an einem jAbend virett Untier den .Wald gefallen und hatten in einer Wiese eine Mnze Grube ansgebohrt. Seit ein paar Tagen aber Mitten sie sich mehr nach Westen eingeschossen.

Schatz," hatte er eines Nachmittags zu Seiner Exzellenz gesagt,daß das viele Material immer ins Leere geht . . "

Seine Azellenz hatte gelacht und geantwortet:Sieur Bahu, ich kann mich darüber nicht beklagen . . Im ganzen kamen sie Wirklich gut zusammen aus.

Man hörte jetzt vom Westen her wieder schießen.

ES waren deutlich dumpfe Und dann wieder hellere Artillerie- Wäge, mm War an das längst gnvöhnt. Das konnte so eine Stunde lang fortgehen.

Drinn«i rasselte wieder das Telephon. Zwei Offiziere kamen den^Wald^ Qm * m ' nw Reitpeitschen in der Hand, gegen

Nun kann es ja da auch bald wieder losgehen," sagte Bahu zur Schwiegertochter, die Wäfrig und müde in die Spät- Mlttmrsionne sah.Fühlst du dich nicht wohl?" fragte er sie. Sie sah haute wirklich) schlecht aus.

, .. ^ie zuckte mir mit den Achseln. Sie sprach überhaupt in der JjP* .^nig. e<te lebte ein dumpfes vegetatives Leben. Ihre Gedanken gehörten nicht dem Kn«g, nicht einmal ihrem Mann der letzt wett weg vielleicht im ZVamps, vielleicht verwundet J* lc Äfl *52* iimn ? ? u bas, was tu ihr wuchs, was in nfcww das ihr doch säpvarze und quälende

Mdanken machte. Sie pachte nicht warum, aber sie war trostlos

undmelancholisch und sprach off, ohne es zu wissen, ganz lmi-reS

. Dablt hatte erst gestern iwch zum Major gesagt:Exzellenz, meine «Lchwiegertochter rst manchmal nicht ganz ber Verstand..."

Wird schon wieder in Ordnung konimen," hatte Seme Exzellenz geantwortet.

Der alte Bahn horchte jetzt ins Zimmer hinein) Er verstand nicht, was die^Ofsiziere sagten, aber ihre hol)en Stimmen klangen erregt. Bon bilden her war jetzt Geschützfeuer vernehmbar. Fast zugleich begann es auch hinter dem Walde zu krachen. Trotzdem die Geschütze in einer Viertelstunde Entfernung eingegraben waren zitterten bei jedem Schuß die Fcnstersck>eibcn. Und bei jedem Schlag zuckte die schwangere Frau fast unmerklich zusammen.

Anne-Marie kam! jetzt mit den Kühen die Torfsttaße her- Irn zehnjähriger Junge lief mit einenl Stecken hinterdrein. Als ob die Tiere vom Krachen eingeschüchtert wären, gingen sie, die Köpfe fast zur Erde gedruckt, über den Hof. Kaum waren sie im Stall, ging südlich das Gewitter los. Tn kamen mich schon schwmze Punkte westlich über den Wald. Ter alte Bahu sagte:Sie schießen wieder ins selbe Loch hinein!" Man hörte den dumpfen ausschlagenden Lmtt der Grmiaten und fast zugleich die Explosion. Eine schwarze Wölke stieg von der Erde auf. Haushoch wurden Kot und Steine geworfen.

Ter Major war für einen Augenblick ans Fenster gekonimen Und starrte hinaus.Es wird ein heißer Abend," rief Bahu. Ter andere nickte. Er hatte einen merkwürdig starren Blick, wahrend er hmübersah. Man hörte jetzt auch das Trommeln von Maschinengewehren. Aber das mußte viel weiter südlich sein.

Ter Ordonnanzoffizier war her aus gekommen. Er beobachtete mtt dem Feldstecher die. SchußwiSkung. Er sagte zu Bahu: Sie suchen uns . . . Sie müssen ahnen, daß wir in diesem Haus das Kommando haben, aber es muß wohl ein Fehler in der Karte fein, der Hof ist 30Q Meter m Weit westlich emgezeichnet ..."

Bahn fragte:Aber wenn sie doch herüberkämen , . . ?"

Tann wüßten wir ausziehen, wenn unsere Batterien sie nicht vorher All gemacht haben ..."

antwortete nichts. Als guter französischer Bürger dachte er:Wir wollen es nicht hoffen . . ." Der andere war iviedeq hineingegangen. Es begann zu däinmern. Deutlich sah man letzt die Feuer der platzenoen Granaten. Es war ein höllisches Konzert, dessen Donner unaufhörlich den Wald entlangrollte.

Ter alte Bahu hatte den Mund offen. Er konnte die Er­schütterungen der Lust gar nicht cmshalten. Aus dem Süden rollte das Getöie immer stärker herüber. Es muß ein scharfes Gefecht fern. Vom Dorfe her kam zugleich eine Ordonnanz auf dem Rad gesaust und bog in den Hof ein.

Bahn war eben aufgestanden, um einen Schal für seine Schlvie- gertochter zu holen, als direkt vor ihrem Haus eine Granate in den Wald emichlug. Eine grelle Flamme stieg zwischen den Banm- wipseln auf, eine furchtbare Detonation erfolgte, ein Geprassel von geknickten und stürzenden Baumwipseln. Eine zweite Granate fuhr fast zugleich in die äußersten Bäume. Die Lust war sofort voll von den Exptosionsgasen, die in ttüben Schwaden wie Nrbel in der Dämmerung herüberkamen.

Ter Major hatte das Fenster ausgerissen. Ms Bahn zur Besinnung kam und seitwärts sah, lag die Schwangere halb ohn­mächtig aus der Bank und stieß matte und. klagende Seufzer aus. Er hatte nur einen Gedanken:Sie gebiert. . Ter Maiov stand noch am Fenster, das Telephon rasselte unaufhörlich.

Bahn hatte den Schreck in den Knien und rief:Sie kommt nieder ... sie kommt nieder . . ." Ter Major streckte den Kopf aus dem engen Fensterflügel, verstand sofort und schrie dem Radfahrer, der eben ans der Türe trat, etwas zu. Der half dem alten Bahu, die Gebärende nach oben zu tragen.

Während sie noch im Hausflur standen, ging es wieder wie ein Blitz über den Hof. Bon dem Krach zersplitterten affe Scheiben. Anne-Marie lief wie eine Verrückte vom Stall her. Ta kam Balpt wieder von oben.Bind' die Kühe los, aber laß sie im Stall . . ." Dann klopfte er an die Türe, nahm den Hut ab und trat ein. Er zitterte und sagte:Exzellenz, es ist ihre erste Geburt, man sollte einen Arzt haben."

Der Major, der am Telephon saß, drehte den Kopf herum und starrte ihn an und schrie:Die Linie ist belegt, ich muß mit der Batterie und dem Abschnittskommando in Verbindung bleiben, schon zlveihundert Gefangene . . . Mer rufen Sie den Radler, er soll den Stabsarzt holen im Torf . . a "

Er lief ans Fenster. Der ganze Platz vor dem Haus war voll Qualm. Bahn brachte den Radler am Arm aus dem Gang herein. Der Major schrie ihm drei Worte zu, und der Radler sauste hinaus.

Bahn stand immer noch da. Tn sagte der Major:Wenn sie in den Hof schießen, dann müssen wir hinaus und ins Torf. Man muß auf alles gefaßt sein. In einer halben stunde Norden wir es wissen . . Er saß schon wieder am Apparat.Jawohl, Punkt 193 unter schweres Feuer gekommen . . ." Bahn war hin- ausgegangen, kam wieder zurück und gettaute sich nicht mehr hinein. Er dachte immer:Was werden wir mit Jeanne an- sangen . . ." Wieder schlugen zwei . . . drei Granaten fast gleich­seitig in die Bäume. Bei jedem Schlag zog der Mte die Schultern nn. ES mx ihm jedesmal wie ein Hieb ine- Genick. Er sah den