habe es dir ja heute wirklich gar nicht schwer gemacht, du wilder Jager. Wie du mit den Löwen umgegaugen bist, da wäre es ja doch ein vergebliches Bemühen gewesen. Warum sind wir so schwach?"

Da drückte er ihr brennende Küsse auf den roten Mund und lachte.

Weil die Löwen starker sind wie die kleinen Ga zellen!"

Und dann wollte er zu ihrer Mutter. Aber Ilse hielt ihn zurück.

Warte, Liebster, Lotte Wölflin ist wohl schon ge­kommen. Sie hat Trauer und ist im Schmerz. Warte bis morgen. Ich will erst mit ihr sprechen."

Lotte war noch nicht gekommen. Aber Susanne sah ihre Freundin seltsam an, und Ilse lachte, halb selig, halb betreten.

Ihr habt was gehabt, Ilse? Ei ei bald werden wir gratulieren."

Ilse war geflüchtet, und Susanne sah ihr ernst nach. Als dann Lotte Wölflin kam, zog Susi die Freundin beiseite.

Ich glaube, wir können Herrn v. Schmettau gratu­lieren, Lotte. Ich müßte mich sehr täuschen, wenn Ilse nicht schon langst mit ihm einig ist."

Lotte Wölflin zuckte leicht zusammen. Langsam und matt erwiderte sie:

Es tut mir leid um Erich."

Da war es Susanne Rothkirch, als wenn das Parkett -u zittern begann. Mit MM hielt sie die Tränen zurück und flüsterte:

Es kann auch ein Irrtum sein, Liebste. Komin!

r Schweigend gingen sie zu den andern. Am Flügel fte Ilse mit Schmettau stehen, die Augen voll Selig- Nun wußten sie, daß es kein Irrtum war. Sie steuer- ten auf das glückliche Paar zu und machten nicht viel Ums­tünde. Das Gratulieren schwirrte durcheinander, der alte nothkirch Malt auf Friedrich!, der doch wissen nlüßte, was ür einen Festakt dieser Art im Weinkeller liege, und Pro- Ladenburg war ein wenig außer sich über die Selb- tandigkeit der modernen Kinder, denen die Alten anscheinend gar Nichts mehr zu sageii hätten. w die Kelche aneinander klangen, stand Dietrich von Rothkirch neben Lotte. Ganz unvermittelt sagte er:

Ich erlaube mir, mit Ihnen anzustoßen: Auf Wieder­sehen tut Frühling auf Bronin?"

Das jit^lge Mädchen lächelte kaum merklich.

Darauf muß ich wohl oder übel anstoßeil, Herr Leut­nant, obgleich es noch recht weit bis zum Frühling ist. Und wer ioeiß es"

Da unterbrach Dietrich sie fast ärgerlich:

Sie werden uns doch nicht »och das bißchen Frühling ranbcn, gnädiges Fräulein? Ja gewiß, das wäre es, ein rrch ger Raub, den Sw uns antäten. Ich falle ja aus den

'achten sagte Papa, das wäre so gilt wie selbstverständlich, und heute"

Aber Sic gehen in Ihrer Galanterie doch wohl arg k mt'hnrf;® eL ' Sichling auf Bronin, wie ich A ,mh s et und >st doch schön, ob Sie und

(ffh . bA ,,bc <£ ^ wäre nicht wenig

^'c»A m, r e Frühling nach meinem Belieben

dann gäbe es auf Erden überhaupt nui Frühliiig, Frühling für alle. Wo bliebe aber da das der FriMe und das Kräftesammeln für das neue Jahr? Sehen Sie, das kommt davon!"

'Ir der Frühling, mein gnädiges Fräu-

. ei " e n l \ W,C NEassung schon denen über- ^ ^ die ev glaiiben. Uich nrck)t wahr, Hand aufs Herz

iinfprir nl" e ^ll Gläubigen, oder sagen wir einmal: biefen ^^Olaubischen, doch gewiß nicht an, daß Sie uns den Früh­ling so mit Absicht verderben, direkt verderben? Gelt Sie kommen wieder nach Bronin?"

Schmettau und Ilse, die leise näher getreten waren hatterl lächelnd zugehört. Wie aus einem Munde sagten sie- Wer kommen muß, der kommt!"

Und rasch setzte Schmettau hinzu:

fntmi'/f! m ÄV n ^ verbessern: Was kommen muß, das m . w kommen lLic nur, meine Gnädigste ans meine Verantwortung!" '

Zum erstenmal sah Lotte auf dem Abend den alteil ^^v^vthar v. Rothkirch. Die Exzellenz war sehr zurück- ;f?end^sast Mu,. nahm aber doch Gelegenheit, mit Lotte

früher wie die andern ging, sah ihn Lotte noch einmal int Mantel. Da kam ihr seine Gestalt bekannt vor. Sie sann nach. Wo hatte sie diesen alten Herrn scholl einmal gesehen - Es war sicher schon recht lange her.

Beim Abschied drückte sie Susanne ein Papier in die Hand.

Der Autor hat gnädigst gestattet, seinen Brief an Susi Rothkirch zur Kenntnisnahme weiterzugeben. Aber nur an Susi morgen hole ich ihn mir wieder, lvenn du ihn mir Nicht bringen kannst."

Ladenburgs nahmen Lotte Wölflin mit nach Hause.

Heute haben Sie mir gefallen, Lottchen. Sie müssen wieder inehr unter Menschen. Ich finde, bei Rothkirchs tauen Sie immer noch am erstell auf. Es sind nette Leute."

SM reichte dein Professor die Hand und nickte ihm zu.

,,^o ist es, Herr Professor."

17. Kapitel.

Daß ein wilder Jäger und polternder Laiidedelmann zum zärtlichen Minnesänger wird, hat nran schon öfters er­lebt Aber die Umwandlung, die mit den^ rauhen Bernlvard v. Schmettau seit seiner Verlobung vorging, hätten seine nächsten Freunde nicht für möglich gehalten. Er fing an, seßhaft zu werden, und sein ganzes Dichten und Trachten drehte sich um seine Braut.

Zum Kuckuck! Was habe ich denn bisher auf Gottes Erdboden eigentlich getrieben? Jetzt erst weiß ich, wie schön die Welt ist!"

Er drückte Ilse mit seinen mächtigen Armen an sich, daß sie lachend sagte, man müßte beinahe Furcht vor seiner Simsonskraft bekommen. Jeden Tag machte er ihr zum Fest, und die beiden lebten in einem frischen Egoismus so für sich allein, daß Schwester Trude behauptete, sie würden noch blind für alles andere werden.

Als ein klarer Frost einsetzte und im Tiergarten die alten romantischen Eisbahnen unter den hängenden Baum­riesen eröffnet wurden, tummelten sie sich dort jeden Tag. Einmal zwangen sie Lotte Wölflin mitzukominen. Aber sie dachte bei sich: Einmal und nie wieder! Verliebte Leute können für die andern unausstehlich sein.

Schmettau sah sie ernst an.

Wir sind schreckliche Menschen, gnädiges Fräulein! Das wissen wir. Aber wir wenigstens ich für meinen Teil kann ich wirklich und aufrichtig Besserung ver­sprechen? Ich habe eine schlechte Kinderstube gehabt, und das ewige Herumtreiben in der Welt hat meine einsamen Manieren auch nicht gerade gebessert. Also tausendinal Verzeihung! Aber jetzt weiß ich, was ich zu tun habe. Dietrich Rothkirch quält mich jeden Tag:'Nimm mich mit! Raus aus der Garnison." Er will uns ja gar nicht lästig fallen, sagt er.Dann lauf' ich mit Fräulein Wölflin!" Hören©ie nur an. Er weiß iiicht, daß Sie ein so schreck­licher Stubenhocker sind, und denkt, ich bin ein netter Kerl und sorge brav für Ilses gute Freundinnen. Armer Junge toemt du wüßtest, wie hinterpominersch der Bernward schmettau immer noch ist! Also abgemacht - morgen bringe M Dietrich mit und seinen Intimus, den kleinen dicken Josias Sellerhofen. Und Sie und Susi Rothkirch topp, scylagen Sie nur ein. Da wird nichts abgehandelt! Sie sind morgen meine, hm, unsere Gäste!"

Ilse hängte sich in Lottes Arm und schmeichelte sich an.

sh^' uiüßt alle beide mit! Wenn du wüßtest, wie rot die Rosen auf deinen Wangen sind, die der Frost dahin gemalt hat. Also ihr kommt."

äfften Tage kam Schmettau mit Susanne und Dreirrch Rothkirch und holte seine Braut und Lotte Wölflin ®£ lI . e , rl & 0 fen war schon auf dem Eise. Sein Vater saß eine.Meile von Bronin ans Dubienko. Der kleine Josias

fu v duzten sich von Jugend auf. So gruppierten

sich die Paare von selbst.

Der Husar war mit Lotte Wölflin bald allein.

(Fortsetzung folgt.)

paar Morte zu wechseln. Als der Ministerialdirektor

Der Tornister.

Kulturgeschichtliches zur Soldatensprache.

.Von Dr. I. Staujek.

. Im Leben unserer wackeren Feldgrauen spielt der Tornister eme ganz hervorragende Rolle. In ihm tragen sie alles mit sich herum, was ste außer den Waffen und der Munition zn des Lebcnv und des Krieges Notdurft gebrauchen. Und wenn sich