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Veit schauderte ltidtf mehr davor. Wer drei Tage und zwei Nächte ohne Essen und Trinken int Turm gewesen ist, sckmudert voü nichts mehr. Der Wind gang draußen um die Mauern and brdite auf dem Dach im Regen die kreischende Wetterfahne

,/maü)" höhnte er.Hardefust, was seid Ihr altern? Mo ist die lustige Kurnptrnei vom blauen Karpfen? Was mochten (Said) jetzt das 'Faßlein Bacharacher ititb der Rchziemer taugen, die der lange Schweröl verlor? Warnrn schlugt Ihr ihn auch tot? War Euch dock «och die Wette schuldig! Und wegen einem Mädel! Wenn Ihrs genau bedenkt, hat Euch doch eben dies Mädel in den Tod getrieben!" .. . .

All ihr Heiligen- macht ein Ende!" Veit rang bie fiebrigen Lände.Die Onal dauert lang genug! Herrgott, du ivergt, das; ich nicht schuldig bin!" Er knirschte nrit den Zähnen. Denn der Wille zu leben war noch nicht tot in ihm.Zum taiisendsten Mal sag ichs dir. du muht mir helfen, oder du bur mt allmächtig!

Aber die Wetterfalme kreischte.Hört, was ich sage, -oert Hardefust. Ich steh schon lange Menschenalter hier oben. Und noch nie ist einer heil aus dein Turm kommen. Tut den Sprmrg, und Ihr seid ledig alles Leids. Eure Eve seht Ihr doch nimmer. Wozu wartet Ihr den Wahnsinn ab?"

Tn beit Svrmig? Den Torung nach dem Brot und^ denr Fleisch, die droben von der Decke hingen mrd wie die. Sünde lockten? Den Sprung, der aber aus die schwankelide Falltür und daun in die scharfen Messer führen mußte? Der nach dem Leben wies und in den Tod stürzte? .. _

Beit preßte die Hände art die Ohren, um 1 daS würge Ersen Nicht SN hären. Mer der schrille Ton schnitt durch die sämtzende Hand.

.Hihihi, Ihr fürchtet Euch? Auch -recht! Märtet, bis Euch der Irrsinn in feilten Krallen hat. Dauert noch einen Tag oder zwei damr fressen Euch doch die Messer. Wer hört, seid vernünftig! Seist, Euer Sträuben hilft zu nichts. Und wer weiß? Lercht glückts Euch, das Brot zu gcelfeit, ohire daß Ihr die H-alle am Bodeii trefft! Bersuchts! Wart doch immer solch behender Sprrn-

Säumig, verfluchtes Blendwerk!" keuchte Veit.Ich tvill nicht ! Und darf nicht! Eve wartet. Eve wird mich retten! Und kaim sies nicht ich milNliebeu Hungers sterben, als mich durch die Messer Ui tztücke schneiden lassen! Schweig!" Außer sich, ballte der Gefangene die Fäuste. _ . B

Schweigen .soll ich? Hihi! Nun erü recht nicht! Ist das eilte Art? O, ich weiß noch mehr! Hörtest du heute früh die Kartaunen brüllen? Ob dus hörtest 1 Du standest ja und zittertest! Da haben sie den Neußern den Garaus gemacht: ttnd du warst in'cht vonnöteti! Geht auch ohite dich! Freilich, wer die eigenen Lettt erschlägt

- IXnb die Pein des Verurteilten ktteg ins Ungemestene.

Als der Moird bleich durchs Gitter blickte, der Wind nicht mehr blies niid das böse Kreiscl)en auf dein Turm verstummt war, schlief Veit den letzten Schlaf. Im Aiorgengrauen erwachte er. imnl der Wind mit Tagesanbruch wieder aufsprang rtnd das Eisetr <niV dem Turme von neuem knarren matf*te. Da erhob sich der Gefangene vom Steinboden. Taumelte zur Falltür, olme die Lockspeisen darüber zu beachten, tat den Schritt auf das iveichende Holz und stürzte lautlos in die Tiefe, ,vo kreuzweis die geschliffenen Schwerter in dem dunkeln Schacht ihres Opfers warteten. Die Wasser des Rheines klatschten im Gemäuer.

Erst nach acht Tagen, als die Wege wieder sicher waren. Meldete sich dem Rat ein Bauer. Er habe gehört, daß inan eineuf Kölner Geschlechtersohn gefangen gesetzt l-abe, weil er einen Ge­fährten erschlagen. Nun, er Iwbe aus erneut Busch heraus ansehen viüssen. tvie zwei Kölner am Tage des heiligen Mamertus an-- einander geraten seien, nachdein der eine den oitbeot nirverseheus von hinter, augegrifsen habe. Denr Ang-reifer sei es aber schleck)t bekoMinen Er, der Bauer, habe nicht früher kommen und aus- sLiien können, da seine Frau schwer darniederliege. Man solle den Verurteilten freigeben. Er sei unschuldig.

Es war zu spät. _

Zur pflaumenerute.

Der Anbau der Pflaume hat im Deutschen Reiche neuerdings einen nicht unbeträchtlichen Rückgang eefawem Bei der Obstbaum- zählung vom 1. Te-euiber 1913 wurden 6-1 547 217 Pflaumen- und Zwetfchenbäume ermittelt, ediva 5 Millionen Stück weniger als im Jahre 1900. L3atuend die Pflaume unter dert deutsck>en Obft- vrlen biolfer den ersten Plap einnahm, ist sie nurrmehr durch den Apfelbaum überholt worden. Unter je 100 Obstbäumeu be­finden sich l»eute nur uock) 33 Pikaumenbäume geg^iüber 11 im Jahre 1900. Der Botaniker unterscheidet den Pftaumenbanm, auch Kriechei oder Haserpflanme genannt, von der Zwetsche oder Hauvpslaume. Eine Spielart der ersteren ist die Reineclaude, ein: Abart der letzteren die Mirabelle.

Auf dem Weltmarkt spielt die Pslaume vor allem in dev Form der getrockneten oder Backpflauine, der sogenannten Lazarett- Pflaume, eine Rolle, ein wichtiger Handelsartikel ist ferner das Pflaumenmus. Der Hauptsitz der Pflaumenkultur sind in Europa

die Donauländer, namentlich Serbien und Bosnien. In Serbien nehmen die Pflaum eng arten fast ein Zehntel der gesamten An­baufläche des Landes ein. Der Ertrag der Pslaumenernte erreicht in günstigen Jahren mehr als 5 Millionen Doppelzentner. Ser­biens Ausfuhr an Dörrpflaumen und Pflaumenmus belief sich im Jahre 1911 auf 362 000 Doppelzentner im Wert von 14,8 Mil­lionen Mark. Die Bereitung des Pflaumenmuses erfolgt in Ser­bien znm großen Teil durch fahrbare Kocher eien, die während der Erntezeit je nach Bedarf den Standort wechseln: früher besorgten das Ein kochen haMtsächlich fremde Unternehmer, die im Herbst mit ihren Hilfskräfteli in das Land kamen. Die Ausfuhr des Dauerobstes wird jetzt behördlicherseits streng überivacht. Die ge­ringeren Früchte dienen zur Herstellung des Pflaumenbraiintweins, bekannt unter dem Namen Sliwowitz. Eines ebenso guten Rufes wie die ferbischen urtd bosnischen Erzeugnisse erfreuen sich im Han­del die französischen Backpfurnmen. Diese werden besonders im Süden des Landes hergestellt; der Hafen Bordeaux batte in dent guten -Erntefahr 1906 einen Versand von über 200 000 Doppel­zentner Törrpslaumen. In großem Umfang wird die Pflaume auch in den Vereinigten Staaten angebaut, vor allem in den Küstettgebieten am Stillen Ozean. In dem Obstland Kalifornien allein wurden im Jahre 1910 8,75 Millioiten Pflaumen bäume er­mittelt mit einem Ertrag im Werte von 23 Millionen Mark.

Deutschlands Einfuhr an Dörrpflaumen belief sich im Jahre 1912 aus 245 210 Doppelzentner im Wert von 15153 000 Mark, im Jahre 1913 sogar auf 410 760 Doppelzentner im Wert von 22*644 000 Mark. An der Versorgung des deutschen Marktes sind in erster Liitie die Vereinigten Staaten beteiligt, von denen wir . im letzten Jahre 270 580 Doppelzentner im Wert von 16 370 000 Mark bezogen. Aus Oesterreich-Ungarn kamen <5 200 Doppel­zentner, aus Serbien 57 450 Doppelzentner; am schwächsten waren die Zufuhren aus Frankreich. die sich nur auf 4070 Doppel-, zeutner im Werte von 466 000 Mark stellten.

vermischte».

' St. B n r e a u f r a t i u § in Rußland. Wer die russischen Behörden bisher für nicht gründlich gehalten hat, ivird seine Meinung ändern, wenn er das »vahre Geschichtchen liest, das in der -Stampa" als Beweis iür den rvirklicheu ^Ordmmgsstnn" der Russen mrtgereilt wird.Eine sehr bekannte Sängerin, Mitglied eines Moskauer Theaters, wollte eine Uunstreise unternelunen und giiig auf die Polizei, um sich den Paß stempeln ztl lassen. Ter Beamte erkilndigte sich, ob sie das Gesuch schristlich aufgelegt habe. »Ich glaubte, es sei mehl nötig/ antwortete die Sängerin. Da gab der Beantte ihr Papier uub Feder und diktierte ihr daS Ge­such, das geschlossen uiid versiegelt wurde.. .Jetzt," sagte der Be­amte,haben'Sie es nur noch eiuzureichen." ^Bei wem?" fragte die Säiigerm voll Berwruideritug. m ^ei »nir natürlich." Er nahm es, brach das Siegel, las das Gesuch aufmerksam vo,n ersten bis zum letzten Buchstaben, wandte sich oauii zti der Sängerin und sagte mit großer Würde:Meine Tarne, ich habe Ihr Gesuch ge­lesen ilnd bedanre sehr, es nicht genehmigen zu köituen."

vüchertisch.

AuS der Mappe e i n e s K r i e g s b e r i ch t erst a tt e rS. Im deutschen Großen Hanvtguartier und bei der Westarmee. Von JnliuS Hirsch, Lriegsbericherslntter. Erstes Bündchen. Leipzig 1S15. Hesse & Becker Verlag. 159 Seiten. - Julius Hirsch ist der einzige österreichische Kriegsberlchterstat^er, dem eS ver­gönnt rvar, die dercksche Westarntee und ihre Führer auS eigener 2tnsck>aumig feinten zu lernen. Schon diese Tatsackie gibt setiren Berichten einige Bedetltung. Hirsch ist ein gewa,idter Journalist, der mit hellen Augen beobachtet und das Beobachtete mit scharfen Strichelt lviederzngebeii iveiß.

Diamanträtsel.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben ftaaabbcd da iiiillaimoofsgvT berfld einzutragen, daß die lvagerechten Reihen solge»ides bedetcken:

1. Einen Buctstlaben.

2. Stadt in Jtal,e»i.

3. Weibliche» Vornamen

4. Südanierikaniscke Repttblik. b. Biblischen Rainen.

6. Ainsikalische Bezeichnung.

7. Einen Buchstaben.

Die seiikrechte ttnd wagerechte Ai,itelreit>e ergeben das Gleiche. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz.

1. Lk« -d6. K d 5 c 6.

2. Dgl g8. Beliebig.

3. K gibt Matt.

Schrtstleituna: Atta. Goetz. - Rotationsdruck tuid Verlag der Brühl'schen UniversttälS-Buch- und Steindriickerest R. Lgnge, Gießen

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