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brtefen des „M a r s ch a l l V o r w ä r t s" an sein „lihbes Molchen" kennen. Kur; und bündig, Sieg und Liebe engverbunden. So schrieb der alte, wackere Blücher an seine Frau. Um nur eines der vielen, vielen Handschreiben des volkstümlichsten Haudegen hevauszugreisen. Aus Wetßcnsels vom 25. Oktober 1813, also nach der glorreichen Leipziger Schlacht:
,,liebes Kind Ich kann dick) führ dieses mahlt nichts besonderes schreiben, als daß wihr Sigreich Fort gehen, und ich hoffe höchstens 12 tage, so wird die große armeh in Franksuhrt am Mahn sein... auf; den einlagen wirst du das; mehrere ersehen, als Frau Feld- mar^challin mußt du nun anstendig leben und sey nur nicht geizig und laß dich rvas abgehn ich kriege nun doch ein ansehnlich Gehalt, aber wir haben leider in 2 Monate kein gehald gekrigt weil von Berlin nichts zu uns kommen konnte. Sckzreib mich in balldo ich l)abe 4 Schöne Schimmel vor dich, auch 2 maull Esell lvenn ich sie nuhr zu dich hin kriegen kömrte . . . irmner bellt bester Freund Blücl>er."
Es sind nur einige wenige Feldpostbriefe der Liebe, die ich aus dem gewaltigen Dokumentenschrein des Herzens gegriffen habe, unr zu zeigen, das; von jeher die zärtlichsten Gefühle mit allen denen ins Walseld zogen, denen der heilige Haß oder der stahlharte Zorn die Waffen in die Fäuste drückte. Nur verschwindend Wenige mögen es sein, die cs verlernt haben, gelegentlich auch Stift oder Feder zu führen, um denen daheim ein Liebeszeichen zugehen zu lassen. Es sind die Stiefkinder des Lebens mit den — steinernen Herzen?
Wer sich indessen ein tvarmes, weiches Meuschenherz in der Brust bewahrt hat, wird es auch aus diesen lebendigen Erinnerungen heraus empfinden, daß die Liebe noch immer ihre Feuer entzündet und ausslammen läßt, wie damals in den heißen Herzen der Kaiser und Feldherren, der Helden und Frauen und der Legionen Krieger aller Volker und Zeiten.
vermischtes.
* EinEngländer über die Empfind ungen tm Feuer. Ein packendes Bild der Geü'ihle. Beobachtungen und Emsindungen eines englische ,\ Soldaten im Feuer findet sich in den »Daily News". Die Schilderung stammt von einem Soldaten der englischen Territorialarmee, der seit Weihnachten im Felde war und bei Neuve Chapelle verwundet wurde: »Es war zur Zeit der ersten Dämmerung und wir warteten aus den Befehl, in den Kampf zu gehen. Wir befanden uns in einem „Sammelgraben*, direkt hinter der Feuerlmie. Wir mußten am Boden kauern, um aus dem Gesichtsbereiche zu fein. Zum Teil durch die Schutzwehr des vorderen, im Feuerbereiche liegenden Grabens, zum Teil durch ein bewachsenes Feld gedeckt, befanden wir uns vorläufig in verhältnismäßig guter Stellung. Die Hauptgesahr bestand darin, daß die für den vordersten Graben bestimmten Granaten sich zu uns verirrten. Ich blickte um mich und betrachtete meine Kameraden. Ter Manu neben mir war ein alter llnterossizier, der nächste aber war ein vor kurzem angekom,neuer „Neuer*. Er war ganz jung; t»n den Bewegungen seiner Finger und des MuudeS konnte ich ferne durch das neue Gefühl bewirkte Erregung erkennen. Mit Brüllen und Krachen begann das Feuer unserer Geschütze. Fast im gleichen Augenblicke antwortete im Fortissimo die deutsche Artillerie mit ihrer bekannten Schnelligkeit. Innerhalb einer Ce- funb? war die ruhige Lust um uns in wilden Lärm verwandelt durch da» Dröhnen der Granaten, das Meisen der Schrapnells und das „krrrupp-krrrupp* der schweren Geschosse. Es war ein ohrenzerreißendes, nervenaufwühlendes Getöse. Ich blickte nach dem Jungen m meiner Nähe. Seine Finger bohrten sich in das Erbach — auf seinem Gesicht zeigte sich eine wirre Erregung. Ich sah. ww er aus uns andere bückte, die wir uns ruhig und scheinbar Sle^gultig verhielten. Er blickte um sich, als sei er höchst überrascht, sich noch am Leben 311 finden. Dann rückte er 31t uns glaub-, daß wir hier so ziemlich sicher sind," beganii er mühsam. Gleich darauf barst eine Granate gegen die Schutzwehr emeS in unserer Nähe befindlichen Grabens. Und ivic erfuhren bald, daß zwei Mann getötet uiid mehrere schwer verwuiidet worden waren. »Ist es nicht niöglich, daß die nächste Granate hierher kommt? fragte der Junge. »Leicht möglich/ erwiderte der Unteroffizier, „aber wenn dies geschieht, föitneit wir nichts da- gegen tun." Ter Junge betrachtete bewundernd unsere scheinbare Gleichgültigkeit. Doch er hätte nüch nicht beivundern brauchen. In Wochen und Monaten habe ich gelernt, mein Gesicht vollkommen zu beherrschen. Doch wie wenig wußte der Jrmge von dem, was m meinem Inneren vorging, von dem Fieber und allein anderen, das vor memem innereil Auge vorbeizog. .. . „Noch zwei Minute,,/ sagte der Unteroffizier. Daun ka,n das Signal, und wir siürzien ,ms in dieses Lebens unbe,vnßten Rausche. Man läuft, man schießt, inan schreit, aridere fallen, — niaii rveiß von iiichts. . . . Nach dem Gefecht sah ich niich um. Und ich erblickte den Jungen, beweglich, lärmeiid, in überstürzendem Gespräch — in den. Taumel nach dein ersten Kamp?, diesem Taumel, ben wir alle einmal empfunden haben Ter Tag verging unter heulcndein Feuer und deni Knattern der Maschine>,ge,vehre. Am Abend aber kanr die
große Pause. Wir niarschierteu nach rückwärts mit schweren feuchten Körpern. Unb wieder einmal zurückgekehrt, wieder ein- ,nal für kurze Zeit außer Feuer, sielen wir ,lieber in dumpfen Schlaf/
vüchertilchc
- D i, den, N e ch t s ch reib u n g der deutschen Sprache und der Fremdwörter. Unter biefem Titel ist der neue Duden bei den. Bibliographischen I n st i u t in Leipzig und Wie,i erschieiien. Der Nanie der Bearbeiter, der Sprachgelehrten Dr. Wülfing und Tr. Schmidt, des kaisertichen Ober- korrektors R ei necke au der Reichsdruckerei in Berlin, sowie die Mitwirkung des Allgemeinen Deutscken Sprachvereins und der deutschen, österreichischen und schivcizerischeu Buchdrucker- und Korrektorenvereine sind eine Bürgschast dafür, daß d:e neue Auf- lage nicht nur im Geiste des Altmeisters der Rechtschreibung, des Geheimrats Tilden, fortgeführt, sondern auch deu Anforderungen des gegenwärtigen SprachlebenS a, ,gepaßt ist. Mit der bewährten handlichen Form ist ein bedeulsa,uer Fortschritt des Inhalts glücklich vereinigt. Die Vorbemerknn,e>» si,rd im Vergleich zu den früheren Auflagen reichhaltiger ge,vordeu. Sie bringen die Regeln der Rechtschreibung, darunter die ivichtigeu Bestii'.imuugeu über die Schreibung des t- unb s-Laules, der Anfangsbuchstaben, der Silbentrennung, der Straßeunanieii imb Fremdwörter. Ferner enthalten sie wichtige Vorschriften der Sprachlehre ,vie z. B. über die Abivandlnug der Zeit,vörter solvie über die Biegung der Eigeu- namert und Hauptwörter. Von Nutzen sind auch die Einzel- vorschriften für den Schriftsatz und das Einheitsmnster für Druck- berechtigiing. Das Wörterverzeichnis ist ein rechtes Spiegelbild der gültigen Rechtschreibung. Weit über den Rahmen eines Wörterverzeichnisses hinausge,vachsen, bringt es sprachliche und sachliche Belehriingen und gibt es den Wortschatz des öffentlichen Lebens, der schönen Literatur, der Erfindungen und Entdeckungen, und dies alles unter Klarstellung von Zwciselssällen. Eine will- korinnene Verbesserung besteht auch darin. daß es die Zahl der Doppelschreibungen und Doppelformen eiuschränkt, die Betonung der Fremdwörter angibt und ihre volkstümliche Schreibung anwendet. Diese Vorzüge sind geeignet, das Buch zu einem unentbehrlichen Ratgeber für jeden 311 machen, der mit Feder und Druck umzugehen hat, unb den Kreis seiner Freunde 31t vergrößern, zumal der Preis von 8,50 Mk. in Anbetracht des reichen Inhalts (565 Seiten) und der ivichtigeu Belehrung sehr gering bemessen ist.
— Unsere schönen Kolonien sind uns ja bei der Uebermacht unseres Hauvtseindes zur See, der Engländer, tm Laufe dieses gewaltigen Weltkrieges säst alle verloren gegangen; wir werden sie uns aber schon zu holen iviffen, ivenn wir erst die Feinde, die uns in Europa selbst bedrängen, erledigt haben. Mit besonderem Jntcreffe wird daher die deutsche Lescw-.lt den Roman »Das verlorene Leben" von Lui-'e v. Brandt entgegen- nehmen, der soeben als 1019. Band von »K ü r s ch n e r s B ü ch e r- s ch a tz", der bekannten, von dem Geh. Hosrat Kürschner gegründeten Roman-- und Novellensammlimg — Hermann Hillger Verlag, Berlin und Leipzig — erschienen ist und dessen Schauplatz eine der iveltsernen Inseln NeumecklenbnrgS in Deutsch-Neuguinea ist. Die als hervorragende Erzählerin bekannte Verfasserin bietet uns hier in der ihr eigenen, u,igemein seffelndeu und anziehenden Weise die Geschichte einer starken Liebe zivischen zivei nicht alltäglichen Atenschen, denen eS doch nicht beschiede,i gewesen ist. etuanber für immer anzugrhören.
Silbenrätfel.
ang, ar, ca, ch, ho, ho, m, i„o, nd, ,ien, ni, 0, ro, rot, to. s, sp, te, teil.
AilS vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt iverden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach msten und die Endbuchstabe,! von unten nach oben gelesen, den Nauien eines Erfinders ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:
1. Germanische Völkerschaft.
2. Strom in Asien.
3. Nützliches Haustier.
4. Italienischen Maler.
5. Einen Schmuckgegeustand.
6. Schmackhaften Fisch.
Auslösung in nächster Nummer.
Auslösung des Gitterrätsels in voriger Nummexz E 8 A
Edeltanne ei t 1 6 i
Stieglitz a 1 h
n i e
Aut ithese 6 2 6
Schrlstleltung: Ang. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckcr
ei. R. Longe, Gießen


