hat sich die deutsche Verwundetenpflege rn den Krisen der amerikanischen Sachverständigen erworben. .Der New Yorker „Globe erklärt, das; die Fähigkeiten der Deutschen tu der Verwundeten, pflege geradezu beispiellos und den ärztlichen Leistungen tu allen anderen Ländern weit überlegen sind. ,,Man kann sagen," schreibt das Blatt, „daß das Amputieren in den deutschen Krankenhäusern eine vergessene Barbarei ist. Die deutschen Chirurgen habeii den Wahlspruch: wer nicht stirbt, muß instandgesetzt werden, um wieder an die Front zurückzukehrcm. 50—60 Proz. der deutschen Verwundeten werden vollkommen wiederhergestellt, und dieser Prozentsatz ist troch fortwährend im Steigen begriffen. Die Verwundeten werden, sowie sie aus den Schützengräben getragen worden sind, augenblicklich ärztlich untersucht. Hierauf wird der Verwundete mit einem Schein, auf dem die Art der Verwundung verzeichnet ist, weiter gesandt, und li /2 Stunden später ist bk bereits vorüber. Von ganz besonderer Bedeutung ist die Behandlung mit X-Strahlen, der in den deutschen Lazaretten weitester Raum gegeben wird. Denn meist kann der Verwundete nur durch sofortige Operation gerettet werden, da nur aus diese Weise Ver- unreinigiingen und Blutvergiftung verhütet werden. Die Deutschen Haben Automobile mit vollkommenen X-Strahlen-Anlagen. Aus diese Art ist es möglich, die Wunden der Soldaten gleich hinter der Feuerlinie mittels Röntgenstrahlen zu photographieren. Manchmal werden von einer solchen Röntgen-Ambulanz innerhalb 20 Minuten 50 oder noch mehr Röntgenaufnahmen hergestellt. Diese Röntgenbilder stehen weit über den bisher verfertigten, sowohl durch ihre Größe als auch durch die außerordentliche Schärfe, die nicht nur den kleinsten Splitter, sondern auch den durch das Geschoß genommenen Weg deutlich zeigt. So können von vorir- herein Einzelheiten festgestellt werden, die dem Auge selbst des besten ^Chirurgen entgehen müßten. Der Umstand, daß der Chirurg bei jeder Operation die Röntgeuplatte vor Augen hat, ermöglicht in zahllosen Fällen, daß eine Amputation vermieden wird. Die Frage der Infektion spielte in allen bisherigen Kriegen eine bedeutende und besonders gefahrvolle Rolle. Bei vergleichenden Betrachtungen vermag man zu sagen, daß eine Infektionsgefahr im deutschen Sanitätswesen so gut wie unbekannt ist. Ein russisches Bajonett ist sicherlich das schmutzigste Instrument, das man sich denken kann. Aber es gibt deutsche Soldaten, die mehr als einmal von russischen Bajonetten durchbohrt wurden und dennoch durch die Behandlung in den deutschen Lazaretten vor jeglicher Infektion bewahrt wurden."
* Ein 1 l 9 j ä h r i g e r. Aus Norwegen, dem klassischen Lande der Hundertjährigen, kommt zuverlässige Nachricht über einen dort lebenden Mann, der das schöne Alter von 119 Jahren erreicht hat und als der älteste Mann Norwegens gilt. Dies ist nach dem -Stavanger Aftenblad" der Fischer Abel El Lassen, der in Buksnes auf den Lofoten lebt. Sein Geburtsjahr war 1796. Als
Junge diente Eliassen bei einem Pfarrer als Hirte, und er erinnert sich, daß zu jener Zeit der Schnee in einem Jahre noch um Johannis fest noch auf den Wiesen lag. Damals herrschte dort oben eine schwere Teuerung, 1812 fuhr Eliassen mit einer Nordlandsjacht nach Bergen und auf der Rückreise wurde das Boot von einem englischen Kriegsschiffe verfolgt. Es glückte der Jacht jedoch, dein Engländer zu entrinnen und einen kleinen Hafen anzulaufen, wohin ihm da- Kriegsschiff nicht folgen konnte. Wütend über die entgangene Beute, sandte der Engländer der norwegischen Jacht noch ein paar Schüsse nach, die ihr das Segel zerfetzten. Abel Eliassen ist im ganzen dreimal verheiratet gewesen; seine dritte (und vermutlich doch letzte) Ehe schloß er im Alter von 96 Jahren. Ueb- rigens ist er noch ganz frisch und gesund und erst seit wenigen Jahren bedient er sich beim Lesen einer Brille. Als König Haakon von Norwegen int Jahre 1910 diesen nördlichsten Teilen des Landes seinen Besuch abstattete, wollte man ihm den allen Abel vorstellen. Das ließ sich damals au3 irgend einem Grunde nicht machen. Jntereffant wäre es ja gewesen, wenn der Alte hätte seinen König begrüßen können; hat er doch unter nicht weniger als neun norwegischen Königen gelebt. Es sind dies Christian VII., Friedrich VI., Christian Friedrich, Karl XI., Karl Johann, Oskar I, Karl XV., Oskar II. mtb Haakon.
* Die Badetracht der Amerikanerin. Die Bade- tvacht der Amerikanerin — der Ausdruck trifft eigentlich die Sache nicht recht. Tenn was die elegante Amerikanerin von heut im Seebade trögt, das ist eine richtige und vollständige „Toilette", zu der eine Menge kleiner Zutaten gehört. Tie amerikanische Bademode dieses Jahres streift Fchou hart ans Groteske. Sie erhält in erster Linie ihr Gepräge durch ein kurzes, weites, faltenreiches Röckchen, das an die bekannte „Uniform" der Ballcttänzerinnen erinnert. Dieses Röckchen ist rundum ausgezackt, ebenso die ganz kurzen Aermlel, die zu der Badebluse gehören. Dazu trägt die Amerikanerin übers Kreuz gebundene Badeschuhe und als Allerneuestes den „Külihut", eilte ziemlich getreue Wiederholung der bekannten trichterförmigen Kopfbedeckung der chinesischen Kulis. Vervollständigt wird diese modernste Badctoilette durch einen Mächtig großen, seidenen Regenschirm. Tie amerikanischen Schönen, die sich im Seebade so ausstaffieren, erinnern lebhaft an Phantasiegestalten, wie wir sie von der Operettenbühne her gewöhnt sind.
* Sehen Wilde besser als Kulturvölker? Eine allgemein verbreitete Ansicht behaitptet, daß die Sehkraft der Natur
völker der der Kulturvökler tveit überlegen sei, und in den Reiseromanen der letzten hundert Jahre ist ja auch iminer wieder berichtet worden, welch fabelhafte Augen Indianer und Araber, Kurden und Gauchos besitzen. Die Wissenschaft indes neigt vielmehr zur Ablehnung dieser angeblichen Beobachtungen, wie das „Britich Medical Journal" mitteilt, kann nicht die Rede davon sein, daß die Sehkraft der Kulturvölker geringer sei als die der Wilden. Das Auge ist ein optisches Instrument, seine Fähigkeiten können bedeutender oder geringer sein, je nachdem es gebildet ist. Wenn Wilde auf der Jagd oder im Kampf „besser zu sehen" scheinen, so rührt das daher, daß die betreffenden Völkerschaften als Jäger oder Krieger geübter sind als kultivierte Völker. Zu ähnlichen Schlüssen ist Dr. Rivers bei der von der Universität Cambridge veranstalteten Torres-Straits-Expedition gelangt. Er stellt fest, daß im allgemeinen geschlossen tverden muß, daß die Sehkraft wilder und halbzivilisierter Völker zwar der des Durchschnitts des Europäers überlegen ist, sie aber doch nicht in dem angenommenen bedeutenden Maße übertrifft.. . Sie besitzen nicht jene unglaubliche Schärfe des Gesichts, die nach den Erzählungen europäischer Reisender erwartet werden müßte. Im Gegenteil scheint es, als ob das Auge nicht ganz kultivierter Völker eine gewisse Minderwertigkeit besitzt. Wilde und halbzivilisierte Völker haben nämlich auffallend wenig oder doch nur höchst unbesttmmte Farben- bezeichnungen. Das pftegt auf eine gewisse Farbenblindheit hinzudeuten, die in der Tat wiederholt sestgestellt worden ist. Die oben genannte Torres-Straßen-Expedition hat z. B. bei den von ihr untersuchten Eingeborenen eine gewisse Unempfindlichkeit gegen blau angetroffen, und verminderte Wahrnehmungsfähigkeit grüner Schattierungen wahrscheinlich gemacht. Dieselbe Erscheinung ist für Aegypten festgestellt worden. Unter den Todas in Indien fand sich Mehr Farbenblindheit gegen Rot und Grün, von den Männern litten 12,8 v. H. unter diesem Mangel, dagegen waren ihm Frauen nur zu 1,1 v. H. unterworfen. Daß die Sehkraft der hochkultivierten Völker der Gegenwart der der Kulturvölker des Altertums gleich kommt, hat bereits Alexander v. Humboldt mit der Feststellung bewiesen/ daß dsg Dichtungen der Alten die Plejaden genau so sahen wie wir, indem sie nämlich nur die sechs hellsten Sterne und allein bei Hellem Mondschein noch einen siebenten erkennen konnten, also auch nur dieselbe Sehkraft besaßen, wie die Menschen von heute. -
Vüchertisch.
— M 0 ltke, von A. v. Janson, General der Infanterie z. T. „Männer und Völker" (Verlag Ullstein u. Co., Berlin). Auf Delbrücks Schrift über „Btsmarcks Erbe" folgt jetzt in der Sammlung „Männer und Völker" die Darstellung von Moltkes Persönlichkeit und Taten. General der Infanterie z. D. von Janson, der Verfasser des Buches, hat selbst 1866 und 1870/71 mitgekämpft und noch unter Moltke dem Generalstab angehört. Mit sicherer Hand zeichnet er das lCharakterbild des großen Schweigers, wie es im Gedächtnis der dankbaren Deutschen fortbesteht. Er spricht über Moltkes innerliches Menschentum, das nirgends schöner sich kundgibt als in den Briefen an seine Braut und Gattin. Er zeigt, wie der junge preußische GeneNalstabs- hauptmann, mehrere Generationen vor Goltz, Limän v. Sanders und Usedom, als Neubildner des türkischen Heeres nach Konstantinopel geht, und wie die Kriege um die deutsche Einheit den Ruhm des zuerst kaum den Führern der preußischen Truppen bekannten Strategen in alle Welt hinaustragen. Besonders würdigt Janson den letzten Teil dieses rastlosen, dem Vaterland gewitzt meten Lebens, die stille, unaufhörliche Friedensarbeit des greisen Generalfeldmarschalls, und sein bleibendes Vermächtnis: ferne Methode des getrennt Marschierens und vereint Schlagens, der siegreichen Umklammerung. Alle die entscheidenden Erfolge, die im gegenwärtigen Weltkrieg den deutschen Waffen beschrieben sind — sie gehen, wie Janson klarmacht, auf den Grafen Helmuth von Moltke zurück. ---
Letterrätsel.
Die Buchstaben acceehhhhii 11 0 "0 ppp rrsssssttuu sind in die Felder nebenstehender Leiterfigur derart einzutragen, daß die Sprossen derselben, von oben angelangen, folgendes ergeben:
1. Alten Rainen für eiuen Fisch.
2. Badeort in Oberösterreich.
3. Römischen Kaiser.
4. Ein Spielzeug.
Die beiden Seitenbalken der Leiter sollen, von oben nach unten gelesen, den Namen eine- Geschichtsforschers bezeichnen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer: Weiß.
1. T d 3 11 . d 6 f K d 7 11 . d 6. Am besten.
2. e 7 — e 8 L K d 6 — e 6.
3. T c 2 — e 6 f und Malt.
Schristleituna: Aua. Goetz. - Rotationsdruck >md Verlag der Brübl'schen Ilniversitäts-Buch- und Stetndruckerei, R. Lange, Gießen


