Ausgabe 
4.8.1915
 
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Eine Feldpo st karte d e S Generalfeld - m a r s ch a l l s von M a ck e n s e n, die der Sieger von Gorlice- Taruow aus Anlob eines Huldigung-grußes an einen Brunner VolkSfchullehrer sandte, wird im nächsten Heit der bei der Deutschen Veriaas-Anstalt in Stuttgart erscheinenden ZeitschriftHeber Land und Meer" i n Facsimile veröffentlicht. Ter schone Mahnruf des siegreichen deutschen Heerführers an die Jugend lautet:

A. H. Gr. II d. 13 5. 1915.

Ihnen und Ihren Schülern danke ich herzlich für die mir in jugendlicher Begeisterung ge- sandten willkommenen Glückwünsche. Machen Sie den Jungen- klar, daß es die Ausgabe der deutschen Jugend von heule sein wird, die sittlichen u. religiösen Kräfte im Volke lebendig zu erhalten, welche ihr die Noth, aber auch die Größe ihres ge­genwärtigen Erlebens als das Geheimnitz der Unbe­siegbarkeit eines Volkes offenbaren. Gott befohlen!

Ergebenst Mackensen.

* Wer d e u t s ch v e r st e h t. .Kleiner Polack, werde ich fjte r

durchkommen durch den Fluß?' rief der Reiter einem am Mer spielenden braungebrannten Knaben zu.Verstehst du deutsch, Herr?" gab der Junge zurück.Dummer Kerl, das Horst du doch! Aber nun schnell: Komnre ich durch?" ,.Du wirst es, Herr!' sprach der Knabe. und schalste zu, ivie der Reiter ui den Fluß hineinritt Das Flutzbelt war jedoch voller Schlanlill und schon am Ufer blieb das Pferd stecken. Nur mit Muhe und Not konnte der Alaun wieder ans das Trockene gelangen. Mit einigen herzhaften Flüchen bedankte er sich bei de,n Jungen. Ter aber sprach ernsthaft: .Herr, verstehst du nicht deutsch? Mein Vater

sagt immer: Wer deutsch versteht, kommt überall durch.

* Volkszählung bei den Seelölven. Da die See- löwen, die an den Küsten des Beringsmeeres und auf den Leuten Hausen, Eigentum der amerikanischen Regierung sind tmd diese ein Jllteresse an der Feststelllmg hat. ob die Kopfzahl dieser Seeloiven zu. oder abnimmt, so sendet sie alle Jahre einige Vertreter nach Alaska, um eine Volkszählung der Seelöwen vorzunehmen. L- Unteruehnien ist nicht ganz leicht, denn die Tiere Hallen sich am liebsten in wild zerklüfteten Felspartien auf und es erfordert eure beträchtliche Gewandtheit, um bald über Klippen und Felsblocke am Meeresrande, bald über klaffende Felsengrale über dein Meere hinwegzuklettern. Ueberdies sind die Tiere sehr scheu, es kommt daher daraus an, sie an Gewandtheit zu übertreffen und ihnen durch eine strategische Wendung den Rückzug nach dem Meere ab­zuschneiden. Wie viele Familien auf dein voii beu Agenten gerade bereisten Gebiet Haufen, läßt sich aus der Zahl der männlichen Alten feststellen, die geivöhnlich in den Klippen liegen und beim Nahen eilies Menschen hochschnellen, um sich möglichst rasch in die Fluteii zu werfen; schwieriger ist es, die Zahl der Mütter, und das Schwierigste, die der Neugeborenen des Jahres sestzustellen. Immerhin haben sich Onkel Sams Seudlinge zu Helsen gewußt. Da eine Seelöwin jährlich nur einem Jungen das Leben gibt, so braucht mir die Zahl der festgestellten jungen Seeloiven verdoppelt zu werden, um Mütter und Nachwuchs herauszurechnen. Wie werden nun aber die Sprößlinge des Jahres ermittelt? Einfach genug. Anfang August, lvenn die Seelöwenjungen eben geboren und von ihren Müttern bereits verlaffeir worden sind, aber doch noch keinen längeren Aufenthalt in der See riskieren, treiben zwei Agenten, der eine von der Küste, der andere vom Lande aus die vorhandenen Tiere einander zu und scheuchen sie darauf vor sich her. Es entsteht dann ein Wettlauf längs der Küste, die Schwächsten und damit Jüngsten bleiben am weitesten zurück, die ältesten bilden die Spitze, die sich dazivischen fortschnellenden stellen die zivischen beiden geborenen Generationen dar. In dieser Weise ist es z. B. gelungen, aus einem Hügel der St. Paulsinsel im Beriizgsmeer innerhalb von 4 Stunden annähernd 11 000 Seelöwenjunge heraus- zusinden. Jin ganzen ergab die im Vorjahre vorgenommene erste Zählung der Jungen 92 269 Exemplare, während als Gejamt- summe des Bestandes an Seeloiven überhaupt 263 305 ermittelt wurde. Bei dem Schutze, den die amerikanische Regierung den Seelöwen angedeihen läßt, dürste sich ihre Zahl schnell verviel­fältigen.

* Der erschlagene Pessimist. Daß die Volksftimmunll in Italien durchaus nicht so kriegsfreudig und optimistisch ist, iui^ die Regierung es gerne inöchte, beweist eine Geschichte, die in de* Libertö" aus Rom berichtet wird: Auf einem Gang durch di? Straßen Roms gewahrte nufer Berichterstatter auf einem Platze einen gewaltigen Meuschenauflanf. »Was gibt cs hier?' erkun­digte er sich bei einem neben ihm Stehenden.Ach, gar nichts Besonderes," erwiderte der Gefragte,man erschlägt wieder einmal einen Pessimisten.' _

vüchettlsch.

Die gewaltige deutsche Offensive im Osten hält gegenwärtig alle Welt in Atem, da man ahnt, daß von ihrem Ausfall die Entscheidung des ganzen Feldzugs abhängen wird oder zum mindesten stark beeinflußt ivird. Diesem allgemeinen Empfinden trägt auch die L e i p z i g e rI l l u st r i e r t e Zeitung" (Ver­

lag I. I. Weber) in ihrer neuesten Kriegsnummer 52 gebührend Rechnung. Felix Schwormstädt hält in einer doppelseitig wieder- gegebenen Zeichnung das von ihm selbst beobachtete Leben und Treiben auf dem Bahnhof einer deutschen Etappenstation in Russisch-Polen mit bekannter Meisterschaft fest. Richard Aßmann etzt die packende Schilderung seiner Eindrücke fort, die er als kunst- lerischer Teilnehmer an den großen Durchbruchsschlachten m Galizien gewonnen hat. Interessantes photographisches Material vervollständigt die bildliche Verlebendigung der Kämpfe auf dem östlichen und südöstlichen Kriegsschauplatz. Ebenso erfährt das blutige Ringen am Jsouzo und in Südtirol an der Hand vorzüg­licher Ailfnahmeu eine anschauliche Darstellung. Besonderer Be­achtung ivird die Serie von Zeichnungen Fritz Grotemeyers be­gegnen, die unsere Marine in Westflandern behandeln und Zeugnis davon oblegen, wie tapfer unsere blauen Jungen- die Wacht in den Dünen halten. Die neueste Heldentat der öslerreich.sch-ungarl- scheu Marine, die Vernichtung des italienischen Panzerkreuzers Giuseppe Garibaldi" durch ein Unterseeboot, verherrlicht Willy Stöwer in einer ivirkungsvollen Zeichnung Aus dem übrigen In­halt des Heiles beben wir noch den sesselnden, reich illustrierten Bericht über die Tätigkeit der deutsch-osmanilchen Sanitätsmission hervor, sowie die ungemein lebendig geschriebene Kampsjchilderuug Zwischen den Angeln der flandrischen Front" von Leutnant und Kompaguieführer Haus Schoeufeld. Auch die AussätzeKrieg und Schule" von Prosessor Walter Stahlberg,Das Tovpelantlitz des russischen Wesens" von Dr. Valeria,i Tornins,Maschinengewehre von Georg Schmitz und die ergreifende Revolutionsskizze aus Est­landIn schwerer Zeit" von E. Albrecht-Toussilt verdienen weit- gebendes Interesse. r .

Hin den bürg, der Russen sch reck', Lustige Verse von G. Mühlen-Schulte, mit zahlreichen Bildern von Willy Helwig. (Concordia Deutsche Verlags-Anstalt G. m. b. H. in Berlin SW. 11). Preis: Alk. I,. Dies kleine Werk des bekannten reimfrohen Mitarbeiters derLustigen Blätter" ist wie ein einziges frohes Lachen, ein Lachen, auf den Grundton der Liebe und Bewundermig gestimmt, die unser Volk seinem großen Feldherrn entgegenbringt. Durch die goldene Brille ivürzigen Humors sieht man hier unseren genialen Russe,lbesieger in einem Licht, das lins sein Bild noch vertrauter macht, ihn uns menschlich näher bringt. Mau liest schmunzelnd von der stillen Beschaulichkeit des Lebens, das er am Tage vor dem Kriege führte; lernt seinen witzigen Burschen Krabuschke kennen, der daun ivie ein Kobold durch alle Seiten des Buches purzelt; man geht nach Tauneuberg; erlebt das Schicksal der Njemeuarmee; man windet sich vor Lachen überDas, was danach kam!', näm­lich den Wolkenbruch von absonderlichen Briefen und Paketen, die der berühmte Mann aus dem ganzen deutschen Vaterland und aus dem verbündeten Oesterreich-Ungarn erhielt. Dann rauscht die Flut militärischer Großtaten vorbeivon Suivalki über die Kar­pathen nach Memel". Und noch einmal lacht man herzlich, wenn man am Schluffe das in urkomischen Kauderwelsch geformte Leideus- bekenntnis zweier aus Vorposten stehender Kosaken hört.-Vortreff­licher Bildschmuck aus des Zeichners Willy Helwig kuustgeübter Hand, sowie eine gediegene Ausstattung helfen das Buch, dessen Preis nur Mk. 1, beträgt, zu einem höchst gelungenen Ganzen abzurunden. _

Zchach Ausgabe.

Von I. Elsoii.

Schwarz.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Scherzrälsels. in voriger Nummert Hering Ei E); Ehering.

Scbristleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäls-Buch- und Steilidruckerei, R. Lgnge, Gießen