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schwoll, da war die Brücke geborgen. Im nächsten Jahre ist sie dann früher im Jahre wieder begonnen und tatsächlich ausgeführt worden.
* Krieg«gespräche in einer englischen Klein' st a d l. ES ist sür un« Deutsche interessant, 31t erfahren, wie man in den breiteren Kreisen der englischen Bevölkerung über den Krieg, seine wahrscheinliche Dauer und seinen AuSgang denkt: Die Meinungen darüber sind besonder« unter den einfacheren Landbewohnern widersprechend, und man mag daraus ersehen, wie kraß die Ansichten der Engländer über die Unternehmungen und die Zukunft ihres Lande« anseinandergehen. Der englische Publizist Twetlö Bex, der die englische Provinz bereiste, um die Stimmung des Volkes zu erkunden, berichtet in einem Londoner Blatt über verschiedenerlei KriegSgespräche, die er in dem Landstädtchen St. AlbanS zu belauschen Gelegenheit hatte: .In dem Stammlokal der Honoratioren waren hauptsächlich Landleute versammelt. Ein hünenhafter Mann stritt mit einem temperamentvollen''Achtzigjährigen. .Ich kann von den fünf Jahren nicht- ablaffcn,* versichere der Riese, .ich glaube sogar, daß der Krieg noch länger dauern wird. Und ein vollständiger Sieg ist ausgeschlossen. — ©in Anderer unterbrach: .Ich gebe dem Krieg höchsten? noch fünf Monate!• — .Es gibt keinen Winterfeldzug mehr! . . . ries der der Achtzigjährige. - .Was / entgegnete fein Widersacher ent- ruitet, .der Stampf um die Dardanellen wird allein 5 Jahre in Anspruch nehmen/ .Lächerlich/ erwiderte der GreiS, .die Deutschen sind bereits vollkommen erschöpft/ Ein anderer Bauer meinte: .Deutschland ist so stark wie nur je/ Ein Kaufmann mischte sich in» Gespräch: .Jeder vernünftige Mann in England weiß jetzt, daß eS unendlich schwerer und langwieriger sein wird, als wir eS unS träumen ließen/ Als der achtzigjährige Optimist erklärte, daß die Engländer mit Hilfe der Holländer nach Berlin marschieren wurden, war ein allgemeines schallendes Gelächter die Antwort. Ein Hotelbesitzer meinte: .Wir haben noch immer zu viele Schwächlinge! Hier in der Stadt gibt es allerdings Väter von zwei und mehr Kindern, die als Soldaten an die Front abgehen. Aber ich kenne auch einen jungen Mann, der sich auf seine Herzkrankheit beruft. Er spielt im Winter Fußball, im Sommer Tennis! . . . In Bezug auf die Dardanellen muß ich sagen, daß die Männer, die verantwortlich sind, vollkommen versagt haben. Unsere Soldaten ziehen freudigen Mutes an« — die Regierung hat ein verdammtes Pflichlkonto ihnen gegenüber/ Ein Bolizeibeamter tagte: .Wir sind falsch unterrichtet worden. Deutschland mag die (ritte seiner Armeen verloren habett, aber man darf nicht vergeben, daß alle — jung oder alt — geübte Soldaten sind/ Ter erste Kaufmann der Stadt äußerte seine Meinung über das Koa- lltton»Ministerium wie folgt: .Tie jetzige Regierung kamt erreichen, was einer Parteiregierttng unmöglich war. Aber vorläufig bin ich darüber entsetzt, daß wir für die nächsten Monate nicht genug Munition haben. Das ist das Unerhörteste, was ich jemals erlebt habe. Aber was konnte man auch nach unseren lächerliche,! Fehlern n den letzten Jahren erwarten? Tie Dardanellen-Angelegeaheit war der kolossalste aller Mißgriffe! . . .*
- .^^"sonettsn an die französische Front! .Es genügt nicht, daß wtr unsere Soldaten bewundern, wir müssen sie auch zerstreuen / So lautet der neueste KriegSfürsorgerui der Pariser. Dte Soldaten können sich nicht ununterbrochen schlagen sie gehen auch von Zeit zu Zeit zurück ins Etappengebiet, um sich ausjuruhen. Und hier haben sie dann einen anderen Feind zu bekämpfen: die Langeweile. Auf Grund dieser Erwägungen sor- bett da« .Journal des DSbatS* die Bürger Frankreichs auf, ihren Soldaten nicht nur pauem, sondern auch eircen-jes zu geben : .Unsere Soldaten brauchen Vergnügungen Tie Engländer haben auch im Felde ihre sportlichen Spiele - Tennis. Fußball. Polo - bei- behalten. Dte Deutschen besuchet, nach Möglichkeit Theater und Konzerte. Rur unsere Soldaten haben nicht« zur Zerstreuung. Cie lesen allerdings Zeitungen und machen tnanchmal selbst welche. Aber sie brauchen etwas anderes: Kinos, um die Augen zu er- ^"En, und leichte Musik, um vom Lärm der Kanonen attSzuruhen. fceitaen wtr ihnen Schattspielerinnen und Gesangstruppen hinter die Front. Senden wir ihnen Sänger und Ehansonetten. Eine patriotlscve, hübsche und gefällige Chansonette hätte dort großen Erfolg lind wurde viel Gold einnehutett, auch wenn ihre Stimme nicht ganz aus dem gleichen Metall wäre. Wir müssen daran denken, unsere jungen Helden auszuheitern/
an ^ersaglierimode in Paris. Tie Pariser
Modedamen sind für den rastlosen Fortschritt: nicht« verblüfft sie, und selbst der Weltkrieg konnte sie nicht in Verwirrung bringen. -Cte Barben und Uniformen der Verbündeten feiern in den Kleidern und Hüten der französischen Damenwelt wahre Feste, bei denen die - egetsternng für die gemeinsame Sache der Alliierten allerdings o t über de,t guten Geschmack geht. Ter Eintritt Italiens in den .s,'eg hat natürlich den Ehrgeiz nicht ruhen lassen, bis die be- ruhmte nopfbedecknng der Bersaglieri in eine Haartracht für Frauen °"'"gewandelt war. Tie französischen Zeitungen be- rtchten voll Stolz über diese Frisur, die von den wehenden Hahnenfedern der Tersaglieri gekrönt wird und .sowohl kriegerisch tute anmutig aus sieht. Nun ist auch die Mode — die bereits belgi- fll)e Voltzethauben, ÄeueralShüte und englische Mützen auswies,
durch die italienische Kriegsfrtsur um noch einen Verbündetet! reicher geworden.
m,-. Der Krieg ln der Kinderstube. Zwei zwölfjährige Mädchen unterhalten sich über den Krieg. .Ach, meine Liebe/ sagt dte eine der kleinen Damen, .seit mein Bruder an die Front gegangen ist, bin ich um zehn Jahre gealtert l* (Erl de Pari».)
vüchertisch.
“7 KriegSveröffentlichungen des Deutschen Bundes Heimatschutz: Ostpreußen, seine Bergangen- helt, Gegenwart und Zukunft, 2 Heft. Vortrag des Oberprnsidenten der Vrovmz Ostpreußen Herrn von Batockt-Bledau, gehalten in Berlin am 16. März 1916. Mit einem Bilderanhang. Zum Besten der .Ostpreußenhilse'. Verlag von Georg T. W. Eallwey in München. Preis 1 Mark.
— ©enaue Angaben über jede» Kriegsschiff der kä m pfenden europäischen Staaten werdet! in der !® ebl !J Lwciter erheblich erweiterter Auflage erscheinenden Schrift »Flottentabellen der Kriegsmarinen aller ^Staaten gemacht. (Nach dem Stande vom 15. Mai 1915 zu- sammengestellt von Dr. Felix Feldmann, Bremen (Verlag des Deutschen Osftzierblattes Gerhard Ctalli.ig in Oldetiburg i. Gr.f '"ehrfarbiger großer Flaagentafel und einem Register mit Erklärungen sämtlicher Kriegsschiffsnamen 1 Mk.) Tie knappe, äußerst übersichtliche AuTkunftserteilung über jede« KriegSsahrzeug von einigem Ge'echtSwert dürfte dem praftifcljeit Büchlein auch weiterhin viele Freunde unter den Zeitungslefern verschaffen.
, ' e ^ aten der Emden und a n d e r e r K r e tt $ c c - «
Unter otefern Titel erschien soeben in HesseS Volksbücherei als ^cr. 1)^1 zu,,, Preise von 20 Pfg. ein Büchlein, das u. a. auch den prachtvollen Vortrag deS kühnen Führers des Restes der Emden» Mannschaft enthält. Kapitänleutua.it von Mücke schildert in teilelnder, oft humoristischer Weise die Fahrten der „©inben*. seine dentetier auf und mit der .Ayesha" und die gefahrvolle Reise bis zur glücklichen Ankunft an der Bahnstation El Ulah. — Ferner erschienen in derselben Sammlung zivei Bändchen, die sich eben- !al S ganz vortrefflich als Liebesgaben eignen : Nr. 1001 bringt utiter dem Titel .Tturtntage vor boissons" ernste und heilere Krtegsskizten des im Felde stehenden Redakteurs Paul D a h nt S. die den Vorzug deS unmittelbaren Erlebnisses haben, und Nr. 1006 panne,ide. zum Herzen sprechende Kriegsgeschichten (.Kriegsfreiwillige ) des bekannten VolkSschriststellers Gustav v ch r ö e r.
1 un ® oes Verständnisses, gesammelt von Hann« Floerke «Verlag von Georg Müller. München: geh. Mk. 3.—, geb. Mk. 4.—). Gerade unsere jetzige Zeit interessiert sich für die Stimmung de» Auslandes über Deutschland und -die Deutschen, die — im guten tetmte - viel zu wünschen übrig lassen und die sich tn der Hauptsache m den Aeußerungen deS Haffes u,id der Derständnislosigkeit unseren nationalen Eigentümlichkeiten gegenüber in der feindlichen » x dokumentieren. Um so angenehmer dürste es sein, ,venn au * den feindlichen und neutralen Ländern Stimmen der Sympathie und Anerkennung laut werden. In diesem Werk mm sind sie gesammelt und der breiteren Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. In einem Vorwort kündigt der Herausgeber an. daß nach dem Kriege noch em anderer Band erscheinen werde: ^Dokumente des Hasse»*.
Logogrjph.
In der Erde Schoß gebannt.
Holt mich doch des Menschen Hand. Großen Dank zoll' ich dafür:
Lasten trag' ich gleich dem Tier.
Ja, viel stärker zeig' ich mich, Niemand mir an Kräften glich. Stolze Bautet! muß ich stützen, Ueberatt fast kann ich nützen.
Willst du ./ statt .i' mir geben. Bin ich nötig dir im Leben.
Auflösung in nächster Nummer.
ui uviiijri ytummer:
Abkürzungen: tr = Treff, p = Pique, c = Coeur, c&r = Carreau trB = Treff-Bube, pA = Pique-Aß, cD = Coeur-Dame usiv. Mittelhand besaß: trA, tr8, tr7. cZ , c9, c8, c7. carK car9
car8, Hinterhand den Rest. Im Skat lagen pZ und carZ ' Da» Spiel verlies solgenderntaßen:
1. B. pB ^ "
2. H. pA
3. M. tr8
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Augen.
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Schriftleitnna
Aug. Goetz
Rotationsdruck und Derlaa dcr Br-Ühl'schen UniversitätS-Buch- und Sleindrnckerei. Lange. ffliefsen.'


