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zusammen, fcxirttteb blieb stehen, ein milder Blick flog zurück in den Berglvald, in dem bereits die Tritte der Verfolger hallten
tüxutlieb neigte sich zu seinem zweiten ^sohn, er lag kalt, stumm — Herzschlag. Da sah er den ersten Verfolger auftauchen — den Kolben an die Wange: Noch nie hatte fcartlieb so blitzschnell angelegt. 5 Schüsse krachten durch den Bergwald, 5 Feinde stürzten in den-sich blutig färbenden Schnee. ...
Auch von der Kammhöhe erhielten bie Angreifer letzt ein vernichtendes Feuer — und sie machten kehrt, verschwanden zwi- fd>en den hohen Stämmen der Tannen.
Der alte Lwrtlieb lehnte sein Gewehr an die Tanne, vorsichtig, daß sich das Korn nicht bestoße. „Jetzt kommt die letzte Pflicht!" sagte er leise, und die ersten Tränen rollten in seinen Bart, und nne ein Krampf schüttelte es seinen Körper.
Als der Morgen graute, ein kalter, trüber Wintermorgen mit Nebel und Rauhreif, zog die kleine Schar ab. Unter der Tanne aber wölbte sich ein Hügel für beide Söhne, ein deutsches Sot4 datengrab. _
vermischtes.
* Die Namen der Nelke. Ein Gewürz sowohl als eine Blume führen in unserer Sprache de»» Namen Nelke, der so viel wie „Nägelchen' bedeutet und dessen Entstehung an der Hand alter Wortsormen, wie negelkin, neilikin, ueilkin in s. leicht nach- zugehen ist. Um feiner Form willen erhielt ihn das Gewürz, al» es m ferner Zeit aiiS lernen Landen -i» uns kain. Als ivir dann fpäter auch Bekanntschaft machten mit der anS den sonnigen Mittelmeerländern stammenden Blume, erinnerte ihre — noch häufig ungefüllte — Blüte sowohl in der Form alS im Dufte an die Gewürznelke. Darum gab man ihr auch den gleichen Namen. „Nägele' oder .Nägel:' heißt man die Blumen heute noch in manchen Gegenden und dementsprechend auch in manchem Volkslied. Aber anch der Name „©ra^blum«' kommt — z. B. in Franken — vor. Tiefe alte Bezeichnung erhielt die Pflanze einst wegen ihrer langen, schmalen, tzalmartigen LanbbläUer. Von „Graßdlmnen oder Negelin* lautet die Ueberschrist eines Kapitels im „Kreriter-Buch" eines berühmten Botanikers des 16. Jahrhiinderts. Und ältere Schriftsteller drücken, wie Kronfeld in seiner „Geschichte der Garten- nelke' schreibt, „naiv ihre Verwuiidernng darüber ans, daß daS Gras so schön bliche". Eine»i stolzen Namen, den der ^Götterblume^ führte die Nelke ini Altertum: Griecheii und Römer schätzten sie hoch, und Ovid erzählt von ihrer Entstehung daS folgende: Durch Schalmeienklang verscheuchte ein Schäier einst der Diana daS Wild. Zur Strafe riß die enttäuschte Jägerin dein Unglücklichen die Auge,i aus und schleuderte sie von sich. Aber der schrecklichen Tat auf dem Fuße folgte die Reue, und darum ließ die Göttin anS den armen Augen des Schäfers wenigstens freundliche Blumen emporsprießen. Diese trugen in ihren Blütensternen das Bild eines menschlichen Auges angedentet . . . An diese Entstehungsgeschichte erinnert übrigens noch der Name, den unsere Feinde im Wellen der Nelke gaben: oeillet könnte man mik„Aenglein' oder .Augenblume' übersetzen.
* „Tommy A t k i n s ' Der bekannte Spitzname Tommy Atkins, der dem eng ischen Soldaten seit langem anhastet, bildete von jeher den Gegenstand vielfacher Erörterung in der englischen Presse. Seit Ausbruch des Krieges hat sich daS Interesse sür die „Tommy Atkins' natürlich erheblich gesteigert, und da man doch nicht gern die Herkunft seiner Nationalhelden in undurchdringliches Dunkel gehüllt sehen will, so sucht man aukS neue den wahren Ursprung ihres volkstümlichen Namens zu ergründen. Nach dem im .Eornhitl Magazine' mitgeteilten Ergebnis neuerer Studien neigt man jetzt immer mehr zu der Ansicht, daß es sich hier um keine fiktive Bezeichnung handelt, sondern daß der heutige englische Soldat in der Persönlichkeit des Thomas Atkins einen Vorfahren von Fleisch und Blut verehren darf. Vor einigen Jahren behauptete bereits Lord Dillon in einem kurzen Artikel, daß er den richtigen AtkinS in eineni Soldaten des 5. Jiisantene-Regiments entdeckt habe, dessen Dienste und Schicksale in einem amtlichen Dokument, das ans dein Januar 1830 stammt, aufgezählt sind. Dieser sogen. Thomas Atkins hatte als 17jähriger Bursche als aktiver Soldat, nachdem er 1806 eingeschrieben ivorden war, an den damaligen Kriegen teilgenommen, und er war in der Schlacht von Waterloo verwundet worden. Er ließ sich 1829, als er den Grad eines Feldwebels hatte, pensionieren. Lord Dillon behauptet nun, daß der von ihm bezeichnete Soldat der wahre Thomas Atkins ist. Andere Forscher dagegen suchen wieder für einen anderen Thomas AtkinS eine Lanze zu brechen. Oberst Newham Da,vis glaubt den wirklichen Thomas Atkins in einem Soldaten der Kompagnie deS 33. Grenadierregiments „Herzog von Wellington' wiederznerkennen, und fügt hinzu, daß der Herzog Wellington selbst im Jahre 1843 eines TageS diesen Soldaten gewählt hatte, als er jemand suchte, "Ni em neues Listensormular aiis-nsüllei:, in dem die Rechnungen der Soldaten vermerkt wurden. Ein anderer Thomas Atkins wieder soll Füsilier gewesen sein. Auf Tatsachen gestützt, sucht man zu beweisen, daß die neuen Listen für Militärrechnungei,. die Thomas Atkins viel Loh eintrugen, der von Oberst Davis angegebenen Epoche bereits vorauSgingen. Sicher ist, daß man den Nainen von Thomas Atkins zum ersten Male als Unterschrift eines
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einfachen Soldaten unter der amtlichen Liste für Coldatenrechmmgen fand. Es scheint, daß Thomas Atkins zur Zeit Georgs III. lebte, Rechnnngen zu schreiben verstand und sicher, was ziemlich selten der Fall war, eine gute Bildung besaß. Tie Soldaten konnten da- inals im allgemeinen ivedcr lesen noch schreiben, und die Zahlmeister benutzten ihre Unkenntnis, um sie zu betrügen. Thomas Atkins ivnrde deshalb schnell für seine Kameraden ein Gegenstand der Bewiinderung, für die Zahlmeister »vnrde er seiner arithmetischen Kenntnisse ivegen ein Schrecken. Sogar einige Ossiziere betrachteten ihn mit Mißtrauen. Aber der Kanonier Atlms bewies nicht nur mit der Feder, sonder»i a»lch ans dem Schiachtseide seine Tüchtigkeit Als der beste Beweis seiner erstaunlichen Fähigkeiten gilt ein Buch, in dem er seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben vermerkte, — eine Tatsache, die für einen englischen Soldaten so ungewöhnlich gewesen sein muß, daß sie mehr als alle andern dazu beitrug, den Namen des Thomas AtkinS unsterblich zu machen.
vüchertisch.
— Die klingende Schelle. Roman von Feltr Salten. Verlag Ullstein L Eo, Berlin-Wien. 3 Mk. — Die Hauptgestalt des neuen Romans von Felix Salten ist der junge, reiche Georg Erbacher, ein verwöhnter Genießer, der nichts lennt als die schrankenlose Entfaltung seiner Persönlichkeit. Kalt, hoffärtni, leer ist seine Seele; gefühllos opfert er fremde? Glück, bis alles um ihn zerstört ist und das künstliche Gebäude seines Egoismus jäh zusammen bricht. Das Bewußtsein schwerer Schuld überwälttgt ihn. erschüttert beugt er sich den Gesetzen der menschlichen Gemeinschaft: er weiß ans einmal, waS menschliches Schicksal ist. Angst und Hoffnung, Sehnsucht und Freude, Schmerz und Mitleid. DaS Problem einer Zeitivende ist in diesen, mit geistvoller Schärfe und nicht ohne Ironie herausgearbeiteten Eharakter dargestellt. Voll dichterischer Feinheit ist der Roman in seinen bald tragisch-dnnkicn, bald srühlingshellen und sanft verklingenden Stimmungen. Tie liebliche Anmut der Gärten iind Hügel um Wien verleiht den Landschastsbildern den süßen, zarten Ton Schnbert'scher Melodie». Vo»l^ dieser Schönheit ist die sprachliche Form des Werkes, daS den Erzähler Salten auf der Höhe seines Schaffens zeigt.
— Griebe nS Reiseführer. (Verlag von Albert Gold- schmidt, Berlin W. 9b,) Band 112. Friedrichroda und 11 mgeb it n g. 4. Auflage. Mit 2 Karten. (80 Pfg.j — Den gründlich dnrchgesehenen Abschnitten über Unterkunft, Verpflegung und Verkehrswesen schließt sich ein Kapitel über das Knrleben in gesundheitlicher und gesellschaftlicher Hinsicht an. Besonders er- ivähnt sei hierbei, daß die sür Feldzngsteilnehmer in Frage komnienden Ermäßigungen — z. B. bei den Hotelpreisen — dtirch entsprechenden Vermerk hervorgeboben ivurden. — Band 143. Oberhos und Umgebung. 3. Auflage. Mit 2 Karten und einem Panorama. (80 Pig.) Neil eingesügt ,vnrde in der diesjährigen Auflage ein besonderes Kapitel, das eine erschöpfende Darstellung der mustergültigen Anlagen für AnSübnng des Wintersports gibt, fo daß der kleine Führer für Sommer- ivie Winter- freunde OberhosS ein gleichbeliebter Berater fein wird.
ttönigspromenade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — nne der König ans dein Schachbrett — stets von einem Feld an« ans ein benachbartes übergeht.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Diamant-Rätsels in voriger Nummer:
A t b Stamm Italien
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Gchrlftleitnng: A„g. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnirersilälS-Bnch- und Steindruckere», R. Lsnge, Gießen.


